Der Öko-Wahl-O-Mat

Der Öko-Wahl-O-Mat

AÖL bietet mit 17 „Wahlprüfsteinen für die Landtagswahl“ Entscheidungshilfe für Wählerinnen und Wähler

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Esslingen, 10. Februar 2026. Bei der Landtagswahl am 8. März 2026 entscheiden Wählerinnen und Wähler auch darüber, wie es mit dem Ökolandbau hierzulande weitergeht. Mit 17 „Wahlprüfsteinen für die Landtagswahl“ stellt die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg (AÖL) die Programme der Parteien auf den Prüfstand: Hier beispielhaft drei Fragen und die Antworten von Bündnis 90/Die Grünen, CDU, SPD und FDP.

 

Wie weiter nach den Vorschlägen der EU-Kommission zur GAP?

Für die AÖL ist klar: Es gilt, den Ökologischen Landbau in Land, Bund und EU zu stärken. Die Vorschläge der EU-Kommission zur GAP ab 2028 sehen jedoch ein um 20 Prozent reduziertes Budget und mehr Eigenanteile von Bund und Ländern für Agrar-, Umwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) vor. Was planen die Parteien? Bündnis 90/Die Grünen wollen am Ökoziel festhalten, den Ökoanteil entlang des Marktes steigern und die AUKM mindestens auf aktuellem Niveau halten. Die Partei bekennt sich zur Maxime „Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“ und will die Basisprämie daran koppeln. Die CDU möchte ebenfalls die Rahmenbedingungen für die Umstellung auf Bio verbessern. Die Christdemokraten betonen, dass sie sich bereits jetzt dafür einsetzen, mit AUKM öffentliche Leistungen der Landwirtschaft entsprechend zu honorieren. Auch für die SPD gilt: Der Anteil des Ökolandbaus in Baden-Württemberg soll steigen. Die Kürzungen auf EU-Ebene sollen nach dem Willen der Partei in umwelt-, tierschutz- und klimasensiblen Bereichen vom Land ausgeglichen werden. Die FDP dagegen setzt auf ein Nebeneinander von ökologischer und konventioneller Landwirtschaft. Jede Förderung müsse zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit beitragen.

 

Wird der Strategiedialog Landwirtschaft fortgesetzt?

Die AÖL bekennt sich zur im Strategiedialog erarbeiteten „Gemeinsamen Vereinbarung für die Zukunft der Landwirtschaft und der biologischen Vielfalt“ und fordert die perspektivische Mittelhinterlegung für deren Ziele. Was planen die Parteien? Für Bündnis 90/Die Grünen ist der Strategiedialog zentral für die Weiterentwicklung der Landwirtschaft. Die Partei plädiert zudem für einen Priorisierung- und Maßnahmenplan. Die CDU bewertet den Gesellschaftsvertrag, der aus dem Strategiedialog Landwirtschaft entstand, als Grundstein zur Umsetzung der erarbeiteten Handlungsempfehlungen. Die Christdemokraten wollen das Format kontinuierlich weiterführen. Dafür sei ein Teil der Mittel aus dem Strategiedialog vorgesehen. Die SPD bewertet den Strategiedialog grundsätzlich positiv, es fehle hier aber an Verbindlichkeit. Die Sozialdemokraten wollen den Strategiedialog nur nach konsequenter Prüfung fortführen. Für die FDP sind die Ergebnisse zu unkonkret. Die Liberalen kritisieren zudem, dass keine neuen Mittel, sondern bereits verplante angegeben wurden und sprechen von Symbolpolitik.

 

Wie soll Bio in den Kampagnen des Landes erkennbar werden?

Für die AÖL sind bei vielen der bisherigen Kampagnen und Initiativen des Landes im Bereich Ernährung und Landwirtschaft der ökologische Landbau sowie ökologisch erzeugte Produkte für die Verbraucherschaft nicht direkt erkennbar. Was planen die Parteien? Hier gehen die Vorstellungen von Bündnis 90/Die Grünen neben der konsequenten Förderung zur Erreichung der Ziele des Biodiversitätsgesetzes hin zu einer eigenen Bio-Kampagne, die sie gemeinsam mit der Branche evaluieren und erarbeiten möchte. Die CDU plant ein Maßnahmenbündel und spricht sich unter anderem für die Weiterentwicklung der Ernährungsstrategie aus. Des Weiteren setzt die Partei darauf, dass die Verwaltungsvorschrift Kantine die Bio-Quote erhöhen wird. Zudem möchten die Christdemokraten das Bio-Zeichen Baden-Württemberg sichtbarer und bekannter machen. Die SPD spricht sich für eine deutliche Hervorhebung von Bio-Produkten als pestizidfrei und tiergerecht aus und fordert eine klare Kommunikation in den Kampagnen. Die FDP möchte das Qualitätszeichen Baden-Württemberg und das Biozeichen Baden-Württemberg weiterentwickeln. Marktbezogene Beratungs- und Unterstützungsangebote, so betonen die Liberalen, sollten gleichermaßen für regionale ökologische und konventionelle Produkte gelten.

Neugierig geworden? Die ausführlichen Stellungnahmen der Parteien zu diesen und weiteren Themen wie Umbau der Tierhaltung, Reduzierung des Flächenverbrauchs und gentechnikfreien Lebensmitteln sind jetzt auf der AÖL-Homepage veröffentlicht – ein Wahl-O-Mat für ökologisch interessierte Wählerinnen und Wähler.

 

Bildunterschrift: Regional und bio – Kartoffeln mit dem Biozeichen Baden-Württemberg.

Credit: MBW

 

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucherschaft befördert sie die Belange der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft aktiv. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher heraus.

 

Kontakt: Christoph Zimmer, Geschäftsführer, info@aoel-bw.de

 

 

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Hier finden Sie die Originale der Antworten jeder Partei:


"Bio ist der Thinktank der Landwirtschaft"

"Bio ist der Thinktank der Landwirtschaft"

Grünen-Spitzenkandidat Özdemir diskutiert mit AÖL-Vertretern Chancen und Nöte im Ökolandbau

Burgstetten, 4. Februar 2026. Zu einem Hofgespräch hat sich Cem Özdemir, Spitzenkandidat der Grünen zur Landtagswahl, mit Vertretern der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg (AÖL) auf dem Biolandbetrieb Voltz bei Burgstetten (Rems-Murr-Kreis) getroffen. Themen waren unter anderem die Pläne der Partei für die Landesagrarpolitik in der neuen Legislaturperiode, die Ökolandbauförderung und die Agrarumweltprogramme des Landes.

Mit Turnschuhen und in Daunenjacke zeigte sich Cem Özdemir bei winterlichen Temperaturen gewappnet für einen Rundgang auf dem Breitwiesenhof der Familie Voltz. „Hier zeigt sich mustergültig, was Ökolandbau bedeutet“, betonte Marcus Arzt, AÖL-Vorsitzender, bei der Begrüßung. Will sagen: Der Biolandbetrieb ist mit Mutterkuhhaltung, Hühnern, Schweinen und Pferden breit aufgestellt. „Ein Hof mit Gesicht und Namen“, weist Helmut Voltz den Gast auf eine Tafel im Rinderstall hin: „Unsere Kühe und Kälber“ heißen nicht nur Lola und Larissa, auch ein Anatol und ein Luigi sind hier verzeichnet. Es sind Limpurger, setzt er hinzu: „Eine aussterbende Rasse, das passt zu uns.“ Ob dieses Versprechers muss auch der prominente Gast lachen.

Höfe wie der Breitwiesenhof dürfen aber nicht aussterben, da sind sich der Grüne und die AÖL-Vertreter einig. In seiner Zeit als Bundeslandwirtschaftsminister habe er sich vehement für den ganzheitlichen Ansatz „Green by Design“ eingesetzt. Laut diesem EU-Beschluss werden künftig Bio-Betriebe, die ihre Umweltleistungen bereits jährlich in der Bio-Kontrolle nachweisen, nicht durch Doppelprüfungen ausgebremst. „Das kriegen wir jetzt hoffentlich umgesetzt“, sagte Özdemir, der sich ausdrücklich zu den Zielen des Biodiversitätsstärkungsgesetzes und zum Strategiedialog Landwirtschaft bekannte.

AÖL-Vorsitzender Marcus Arzt betonte: „Wir ziehen als gesamte Biobranche an einem Strang, den Ökolandbau in Baden-Württemberg voranzubringen.“ Die AÖL – Mitgliedsverbände sind Bioland, Demeter, Naturland, Ecovin und Ecoland – wolle keine Gräben zwischen den Anbaubaumethoden ziehen, sondern Brücken bauen. Dem stimmte Özdemir zu: „Sollten bis zum Jahr 2030 in Baden-Württemberg 30 bis 40 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet werden, arbeiten noch immer 60 bis 70 Prozent der Betriebe konventionell.“ Diese gelte es bei Klimaschutz und Artenvielfalt mitzunehmen. Bio habe hier als „Thinktank der Landwirtschaft“ schon viele wichtige Veränderungen bewirkt. „Ohne Bio können wir unsere Ziele aus dem Biodiversitätsstärkungsgesetz nicht erreichen“, machte der Spitzenkandidat klar.

Womit Biobetriebe zu kämpfen haben, machte Helmut Voltz beim Rundgang anhand einiger Beispiele deutlich. Mehr Tierwohl geht nicht: Transporte gibt es hier nicht mehr, seit zwei Jahren werden alle Tiere auf dem Hof geschlachtet – laut Vorschrift im Beisein eines Tierarztes. „Warum ist der nötig“, fragt sich nicht nur der Landwirt. AÖL-Vorständin Anja Frey klärte auf: „Das wird je nach Landkreis unterschiedlich gehandhabt.“ In einigen Kreisen sei nur eine Kamera vorgeschrieben, um den Vorgang zu dokumentieren. Auch die Rechtsunsicherheit beim Weideland macht dem Biolandwirt Sorgen. Seine Rinder beweiden 7,5 Hektar, eigene und gepachtete Flächen: „Nach fünf Jahren werden die wertvollen Ackerflächen zu Weidegrünland umgewidmet. Wer will dann noch an uns verpachten?“

Beim abschließenden Imbiss brachten die AÖL-Vertreter weitere Forderungen an die Landespolitik zur Sprache, etwa bessere Bildung zur Biolandwirtschaft, gezielte Junglandwirtförderung, sowie eine substanzielle Ökoprämie und die Weiterentwicklung des Förderprogramm FAKT. Cem Özdemir nickte zustimmend und sprach sich zudem – etwa nach dem Vorbild von Südtirol – für einen gemeinsamen Auftritt aller Bereiche, von Lebensmitteln bis zu Tourismus vor: „Mit einem Label bewerben, was es im Land gibt und damit das Regionalbewusstsein stärken.“

Nach einer guten Stunde verabschiedeten sich der Spitzenkandidat und sein Tross mit selbst gebackenem Kuchen von Beate Häußermann-Voltz im Gepäck. Der Wahlkampf um das Amt des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg geht weiter.

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucherschaft befördert sie die Belange der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft aktiv. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher heraus.

 

Kontakt: Christoph Zimmer, Geschäftsführer, info@aoel-bw.de

 

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Nicht nur ackern, auch entscheiden

Nicht nur ackern, auch entscheiden

Verbändebündnis veröffentlicht Erklärung zum Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft 2026.

Anlässlich des Internationalen Jahres der Frauen in der Landwirtschaft 2026 hat sich ein breites Bündnis von Verbänden aus Landwirtschaft und Ländlichem Raum, darunter auch Mitgliedsverbände der AÖL, zusammengeschlossen und eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. Das Bündnis fordert die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in ihrer ganzen Vielfalt in allen Bereichen der Landwirtschaft.

Frauen sind zentral für die Zukunft der Landwirtschaft, als Betriebsleiterinnen, mithelfende Familienangehörige, Arbeitnehmerinnen, Saisonarbeiterinnen, Hausfrauen, Mütter, Pflegende oder Ehrenamtliche. Obwohl sie in vielen Betrieben an strategischen Entscheidungen beteiligt sind und elementare Aufgaben übernehmen bleiben ihre Leistungen häufig unsichtbar und rechtlich ungleich anerkannt. Fast 90 % der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland werden derzeit von Männern geführt, und die rechtliche Beteiligung von Frauen an Betrieben ist längst nicht selbstverständlich.

„Frauen leisten tagtäglich unverzichtbare Arbeit in der Landwirtschaft, doch ihre Beiträge werden häufig nicht angemessen anerkannt – weder ideell noch monetär“, so das Verbändebündnis. „Die Leistungen aller Frauen müssen gesehen, gewürdigt und rechtlich anerkannt werden. Dafür setzen wir mit dieser Erklärung zum Auftakt des internationalen Jahres der Frauen in der Landwirtschaft verbandsübergreifend ein Zeichen.“

Das Bündnis hat in seiner Erklärung acht Handlungsfelder definiert mit dem Appell an Politik, Zivilgesellschaft und Verbände, in diesen Bereichen aktiv zu werden. „Mit dieser Erklärung laden wir zur Diskussion ein und freuen uns, das Jahr gemeinsam mit vielen Akteurinnen und Akteuren zu nutzen, um die Situation von Frauen wirkungsvoll und nachhaltig in der Landwirtschaft zu verbessern.“

Die Erklärung steht unterhalb zum Download bereit.

Erklärung des Verbändebündnisses

 

Credit Beitragsbild: iStock/pixdeluxe


Kontinuität im AÖL-Vorstand: Vorsitzende im Amt bestätigt

Kontinuität im AÖL-Vorstand: Vorsitzende im Amt bestätigt

Die Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V. hat am 10. Dezember 2025 turnusgemäß ihren Vorstand gewählt.

Die Vorsitzenden Hans Bartelme (Naturland) und Marcus Arzt (Bioland) wurden im Amt bestätigt. Auch der übrige Vorstand bleibt – mit einer Ausnahme – geschlossen an Bord. Marek Bingel rückt neu in das Gremium nach und übernimmt den Platz von Elisa Löblein, beide sind in der Geschäftsführung von Ecoland aktiv. Anja Frey bleibt für Demeter im Vorstand, Paulin Köpfer wurde für Ecovin wiedergewählt.

Der Vorstand der AÖL setzt sich traditionell aus den Mitgliedsverbänden zusammen. Aus seiner Mitte werden anschließend die beiden Vorsitzenden bestimmt – ein bewährtes Modell, das die enge Zusammenarbeit der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg stärkt.

Die AÖL-Vorsitzenden Hans Bartelme (links) und Marcus Arzt (2. v. rechts) mit Vorstand Marek Bingel (2. v. links) und Anja Frey (Mitte) sowie AÖL-Geschäftsführer Christoph Zimmer (rechts). Es fehlt: Paulin Köpfer.

Foto: AÖL


Ökolandbau als Zukunftsweg: Die Parteien sind gefragt

Ökolandbau als Zukunftsweg: Die Parteien sind gefragt

Vor der Landtagswahl 2026 stellt die AÖL die Programme auf den Prüfstand

Esslingen, 19. Dezember 2025. Baden-Württemberg wählt: Am 8. März 2026 entscheiden die Bürgerinnen und Bürger, wer die Politik in ihrem Bundesland in den kommenden fünf Jahren bestimmen wird. Welche Schwerpunkte setzen die verschiedenen Parteien beim Ökolandbau? Die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg (AÖL) richtet dazu 17 Fragen an die Spitzenkandidaten und Landesvorsitzenden. Mit ihren „Wahlprüfsteinen für die Landtagswahl“ stellt die AÖL die Programme der Parteien auf den Prüfstand.

Die Vorschläge der EU-Kommission zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028 sehen ein um 20 Prozent gekürztes Budget vor. Zudem steigt der Anteil, den künftig das Land für Agrar-, Umwelt- und Klimamaßnahmen beitragen soll. Die AÖL will wissen: Welche Priorität misst Ihre Partei grundsätzlich dem Ökolandbau bei? Wollen Sie sicherstellen, dass die verfügbaren Mittel für Agrar-, Umwelt- und Klimamaßnahmen – insbesondere für den Ökolandbau – in Baden-Württemberg mindestens auf dem heutigen Niveau bleiben? Werden Sie sich dafür einsetzen, die Zuschüsse künftig stärker nach dem Prinzip „Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“ zu differenzieren, damit Betriebe mit höheren Umwelt- und Gemeinwohlleistungen gezielt stärker gefördert werden?

Mit dem Strategiedialog Landwirtschaft hat die grün-schwarz geführte Landesregierung gemeinsam mit allen wichtigen gesellschaftlichen Akteuren Maßnahmen erarbeitet mit dem Ziel, die kleinstrukturierte, bäuerliche Landwirtschaft in Baden-Württemberg zu erhalten und dabei die biologische Vielfalt zu stärken. Die AÖL will wissen: Steht Ihre Partei zu der im Strategiedialog erarbeiteten „Gemeinsamen Vereinbarung für die Zukunft der Landwirtschaft und der biologischen Vielfalt“? Wollen Sie dieses Format fortführen und mit den nötigen Mitteln ausstatten? Planen Sie regelmäßige Evaluations- und Entwicklungsmöglichkeiten?

In den Kampagnen und Initiativen des Landes im Bereich Ernährung und Landwirtschaft spielen der Ökologische Landbau sowie ökologisch erzeugte Produkte nur eine untergeordnete Rolle. Die AÖL will wissen: Wie wollen Sie Bio in Vermarktungskampagnen und Bildungsinitiativen deutlich sichtbar machen? Wollen Sie das erfolgreiche Instrument der Öko-Aktionswochen beibehalten und fördern? Soll Öko-Landbau bei allen relevanten Kampagnen und Initiativen des Landes thematisiert werden?

Die grün-schwarz geführte Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der ökologischen Landwirtschaft bis ins Jahr 2030 auf 30 bis 40 Prozent zu steigern. Baden-Württemberg unterstützt mit mehreren Maßnahmen Betriebe bei der Umstellung von konventioneller auf ökologische Landwirtschaft. Die AÖL will wissen: Welche Anreize möchten Sie konkret anbieten, damit das Ziel bis 2030 erreicht wird? Sollten Sie sich nicht mit dem vorgenannten Bio-Ziel identifizieren: Welche Ziele oder Fristen setzen Sie im Hinblick auf den Anteil des Ökolandbaus?

Die Haltung der Parteien zu diesen und weiteren Themen wie Umbau der Tierhaltung, Zukunft des Weinbaus, Reduzierung des Flächenverbrauchs und gentechnikfreie Lebensmittel sollen, so der Wille der AÖL, ökologisch interessierten Wählerinnen und Wählern Entscheidungshilfen bieten. Die Stellungnahmen der Spitzenkandidaten und Landesvorsitzenden wird die AÖL Anfang kommenden Jahres veröffentlichen.

Bildunterschrift: Landtagswahl 2026: Die AÖL will mit 17 Wahlprüfsteinen zum Ökolandbau Entscheidungshilfe bieten.

Credit: Element5 Digital (Pexels)

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucherschaft befördert sie die Belange der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft aktiv. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher heraus.

 

Kontakt: Christoph Zimmer, Geschäftsführer, info@aoel-bw.de

 

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AÖL fordert mehr Absatz für Bauern in The Länd

AÖL fordert mehr Absatz für Bauern in The Länd

Rund 150 Teilnehmende diskutieren am Jahrestag zum Strategiedialog Landwirtschaft in Stuttgart über Erreichtes und Ziele

Stuttgart, 9. Oktober 2025. Programmänderung beim Jahrestag des Strategiedialogs Landwirtschaft in Stuttgart: Ministerpräsident Winfried Kretschmann muss zum Autogipfel nach Berlin. In einer Videobotschaft versichert der Ministerpräsident den rund 150 Teilnehmenden: „Wir sind dran, um den Anliegen aus unserem Strategiedialog in Berlin und Brüssel Gehör zu verschaffen.“

Vor einem Jahr hat die Landesregierung im Neuen Schloss Stuttgart einen Gesellschaftsvertrag für die Zukunft der Landwirtschaft und der biologischen Vielfalt in Baden-Württemberg unterzeichnet – gemeinsam mit rund 50 Verantwortlichen aus Landwirtschaft, Naturschutz, Handel, Verarbeitung, Erzeugung, Gesellschaft, Wissenschaft, Kirchen und Politik. Der Vertrag zielt auf konkrete Lösungen, um die Landwirtschaft nachhaltig zu gestalten, regionale Erzeuger und gleichzeitig die biologische Vielfalt in Baden-Württemberg zu stärken. Er ist Ergebnis des breit angelegten Strategiedialogs Landwirtschaft, den die Landesregierung im September 2022 initiiert hatte. War die Abschlussveranstaltung 2024 ein „Startschuss“, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann damals betonte? Zeit für eine Zwischenbilanz.

Für die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AÖL) zieht deren Vorsitzender Marcus Arzt ein erstes positives Fazit. Mit der heutigen Veranstaltung zur Überprüfung der Ergebnisse habe das Land sein Wort gehalten. Trotz manch unkonkreter Formulierung im Strategiedialog hätten die beteiligten Akteure gemeinsam daran gearbeitet, die Vereinbarung mit Leben zu füllen.

„Alle Beteiligten stehen weiterhin in der Pflicht, die Vorzüge und Leistungen der einheimischen Landwirtschaft in Wert zu setzen“, sagte Arzt. Ökologischer Landbau sei eine auf Dauerhaftigkeit angelegte Wirtschaftsweise. „Unsere Betriebe benötigen langfristige und auskömmliche Absatzmöglichkeiten, am besten hier in The Länd.“ Der AÖL-Vorsitzende kritisierte, Einsatz und Ergebnis stünden in einem Missverhältnis. Insbesondere im Bereich Bildung und Lebensmittelhandwerk sei eine stärkere ressortübergreifende Zusammenarbeit notwendig. Im Strategiedialog seien wertvolle Impulse gesetzt worden, doch die Maßnahmen müssten nun auch konkret in der Landwirtschaft ankommen. „Wir erwarten, dass die Ergebnisse spürbar werden“, sagt der AÖL-Vorsitzende und setzt hinzu: „Auch die künftige Legislatur ist gefordert, diese weiterzuführen.“

Strukturen für mehr Bio in der Außer-Haus-Verpflegung seien geschaffen worden, Verarbeitungs- und Handelsunternehmen seien in Vorleistung gegangen. Als Beispiel nannte der AÖL-Vorsitzende das Essinger Bioland-Partner Pentz, das mit sogenannten Ready Cuts große Betriebsrestaurants wie beispielsweise Zeiss in Oberkochen und Kärcher an allen Standorten mit bioregionalen Zutaten beliefert. Nun müsse das Land konkrete Angebote für kommunale Träger von Einrichtungen für Gemeinschaftsverpflegung schaffen – etwa bei Förderung und Beratung zum Einsatz bioregionaler Lebensmittel. Der AÖL-Vorsitzende erneuert seinen Appell vom Vorjahr, Kommunen und Landkreise sollten die Kantinenrichtlinie übernehmen: „Das ist das Ziel: Mehr bioregionale Lebensmittel auf die Teller bringen.“

Besonders wichtig sind freilich die Rahmenbedingungen der EU-Förderung ab 2028. Die Vorschläge der Kommission, so ist zu hören, bereiten den Teilnehmenden große Sorgen. Die Mittel für Landwirtschaft, Umwelt und Ernährung müssen zweckgebunden gesichert bleiben, so der Tenor.

Bildunterschrift: Landwirtschaftsminister Peter Hauk (rechts, daneben AÖL Geschäftsführer Christoph Zimmer) informiert sich bei Manuel Pentz (links) vom gleichnamigen Bioland-Partner über deren Ready Cuts für Betriebsrestaurants.

Credit: AÖL

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucherschaft befördert sie die Belange der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft aktiv. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher heraus.

 

Kontakt: Christoph Zimmer, Geschäftsführer, info@aoel-bw.de

 

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Viel Potenzial für regionales Bio

Viel Potenzial für regionales Bio

Themenwoche im Rahmen der Öko-Aktionswochen setzt Schwerpunkt auf die Gemeinschaftsverpflegung

Heilbronn, 22. September 2025. „Baden-Württemberg is(s)t Bio in der Gemeinschaftsverpflegung“ – so der Titel der Themenwoche im Rahmen der Öko-Aktionswochen, die jetzt in der Jugendherberge Heilbronn eröffnet worden ist. Eine Woche lang bieten die teilnehmenden Kantinen und Mensen vermehrt Speisen mit regionalen Bio-Produkten an. Dabei werden sie mit Werbematerialen und Rezepten unterstützt. Mit der Themenwoche setzt das Land bereits zum dritten Mal einen Schwerpunkt innerhalb der Öko-Aktionswochen.

„Mehr als 50 Einrichtungen sind dabei“, bilanzierte zufrieden Sabine Kurtz, Staatssekretärin im baden-württembergischen Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, „ein deutlicher Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr.“ Hier liege viel Potenzial. Mit dem Fokus auf die Gemeinschaftsverpflegung und das Biozeichen Baden-Württemberg bringe die Landesregierung sowohl die regionalen Bauern als auch eine gesunde und ausgewogene Ernährung voran. Kurtz sagte: „Dies ist eine Form von Wirtschaftsförderung, die unserer Landwirtschaft dienen soll.“

Die Jugendherberge Heilbronn als Veranstaltungsort – eine kluge Wahl. Unter Leitung von Angela und Jonas Kachel werden hier nachhaltige, ökologische und soziale Grundsätze umgesetzt. In der Küche sind Mitarbeitende aus dem ersten und zweiten Arbeitsmarkt beschäftigt. „Wir arbeiten mit Menschen mit Geschichte“, erklärte Angela Kachel, „und freuen uns über deren besondere Begabungen.“ Günther Neubig, Vater eines hier beschäftigten Autisten, beschrieb die Atmosphäre als ein „Klima, das von Empathie geprägt ist“. Die Küche der Heilbronner Jugendherberge erreicht bereits einen Bio-Anteil von 60 bis 70 Prozent bei den angebotenen Speisen und Getränken. Jonas Kachel forderte mehr Anstrengungen von allen Beteiligten: „Lieber haben wir das Ziel 100 Prozent Bio und scheitern mit 80 Prozent.“ In der Murrhardter Jugendherberge, ebenfalls unter Leitung der Kachels, sind die 100 Prozent Bio übrigens bereits erreicht.

Christoph Zimmer von der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg (AÖL), Kooperationspartnerin der Öko-Aktionswochen, sprach von einem „besonderen Ort, an dem Grenzen verschwimmen“. Wer in der Jugendherberge Heilbronn zu Gast sei, erlebe nicht nur Gastfreundschaft, sondern die Region mit allen Sinnen – durch die Küche, die Produkte, die Landschaft. „Nachhaltige Landwirtschaft, regionaler Tourismus und bioregionale Küche sind die Zutaten für höchsten Genuss“, unterstrich Zimmer, „damit stärken wir nicht nur unsere Böden, sondern auch das Bewusstsein dafür, wie wertvoll gutes und gesundes Essen ist.“

Mit der Verwaltungsvorschrift Kantine habe das Land gezielt politische Rahmenbedingungen genutzt, um Bio in der Gemeinschaftsverpflegung zu verankern. „Auch für kommunale Einrichtungen wie Kitas, Schulen und Krankenhäuser braucht es nun Unterstützung durch klare Zielsetzungen, Beratung und finanzielle Förderung“, sagte der AÖL-Geschäftsführer: „Es geht um das Wollen.“ Daran knüpfte Manuel Pentz vom gleichnamigen Unternehmen aus Essingen an, der Ware mit dem Biozeichen BW für die Gastronomie vorgeschnitten anbietet. Die Potenziale preiswerter regional erzeugter Bio-Readycuts in der Gemeinschaftsverpflegung seien groß: „Die Lösungen liegen auf dem Tisch, das Angebot ist da – jetzt geht es darum, die Nachfrage zu fördern!“

Angela und Jonas Kachel gehen mit ihrem Konzept in der Heilbronner Jugendherberge voran. Es könnte Schule machen: Immerhin verzeichnen die mehr als 40 Gemeinschaftseinrichtungen dieser Art im Land pro Jahr rund 1 Million Übernachtungen.

Bildunterschrift: Staatssekretärin Sabine Kurtz bei der Eröffnung der Themenwoche in der Jugendherberge Heilbronn: Wirtschaftsförderung für Landwirtschaft.

Credit: MBW/Jan Potente

Bildunterschrift: Christoph Zimmer von der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau: Kommunale Einrichtungen unterstützen.

Credit: MBW/Jan Potente

Bildunterschrift: Besonderes Catering für die Veranstaltung: „Essbare Landschaften“ aus der bio-zertifizierten Küche der Jugendherberge Heilbronn.

Credit: MBW/Jan Potente

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Mehr Rückenwind für Bio aus Baden-Württemberg

Mehr Rückenwind für Bio aus Baden-Württemberg

Bei der Eröffnung der Öko-Aktionswochen fordert AÖL-Vorsitzender Marcus Arzt spürbare Erhöhung der staatlichen Prämien für Ökolandbau

Eichstetten, 8. September 2025. Mit Hoffesten, Wanderungen, Kochkursen und vielen weiteren Veranstaltungen laden Bio-Betriebe in ganz Baden-Württemberg bis zum 26. Oktober dazu ein, den Ökolandbau und die Menschen hinter den regionalen Bio-Produkten kennenzulernen. Bereits zum sechsten Mal veranstalten das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz sowie die MBW-Marketinggesellschaft die Öko-Aktionswochen, die Verbände des ökologischen Landbaus unterstützen und begleiten als Kooperationspartner. Die Auftaktveranstaltung fand jetzt beim Bio-Großhändler Rinklin Naturkost in Eichstetten statt – aus gutem Grund, schließlich kommt dem Großhandel bei der Versorgung des Einzelhandels und der Großküchen mit regionaler Bio-Ware eine Schlüsselrolle in der Wertschöpfungskette zu.

Mit einer großgliedrigen Kette in der Hand begrüßte Marcus Arzt, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg (AÖL), die Teilnehmenden. Ein markantes Symbol: „In einer Kette müssen alle Glieder gleich stark sein, das gilt auch für die Wertschöpfungskette“, sagte Arzt. Die Marktmacht der Landwirte sei aber gering, die Betriebe stünden unter Druck. Die vielfältigen gesellschaftlichen Leistungen des Öko-Landbaus für den Erhalt der Lebensgrundlagen wie Biodiversität, sauberes Grundwasser, intakte Böden und ein Mehr an Tierwohl führten zu deutlich höheren Produktionskosten. Arzt betonte: „Die Honorierung dieser Leistungen kann nicht allein über den Warenpreis erfolgen.“ Die Abstände der Rohwarenpreise zwischen konventioneller und ökologischer Produktion seien momentan zu gering. „Wir brauchen daher jetzt eine spürbare Erhöhung der staatlichen Beibehaltungsprämien für Ökolandbau.“

Ein Appell an die Landespolitik, die bei der Veranstaltung durch Staatssekretärin Sabine Kurtz vertreten war. Die Nachfrage nach Bio-Produkten sei heute „kein Selbstläufer“, räumte sie ein. „Wir möchten, dass die wieder steigende Nachfrage nach Bio-Produkten mit in Baden-Württemberg erzeugten und verarbeiteten Rostoffen bedient wird“, sagte Sabine Kurtz, „daher richten wir unseren Aktionsplan ,Bio aus Baden-Württemberg‘ auf dieses Ziel aus.“ Die Öko-Aktionswochen seien Teil dieses Aktionsplans – vom AÖL-Vorsitzenden als „beispielhaft und wichtig für die Ausweitung der Bio-Flächen“ gewürdigt -, ebenso wie Maßnahmen zur Förderung des Biozeichens Baden-Württemberg, das Qualität und Regionalität auf einen Blick signalisiert.

Besondere Bedeutung komme der Außer-Haus-Verpflegung zu, sagte Kurtz: „Hier können wir Absatzwege erweitern.“ Daher seien Unternehmen wie der Gastgeber Rinklin Naturkost, der 2025 sein 50-Jahr-Jubiläum begeht, wichtig für die weitere Entwicklung des Ökolandbaus, waren sich die Staatssekretärin wie der AÖL-Vorsitzende einig. Der Pionier im Bio-Großhandel, der rund ein Viertel seines Umsatzes mit regionalen Bio-Produkten macht, belege, wie Wertschöpfungsketten funktionieren könnten – „wenn Landwirtschaft, Verarbeitung und Handel gleichermaßen Anteil an einer echten ökonomischen Wertschöpfung haben“, fügte Marcus Arzt hinzu.

„Wir brauchen die drei Säulen Discount, Lebensmitteleinzelhandel und Naturkostfachhandel gleichermaßen“, betonte Geschäftsführer Harald Rinklin, „doch dieser Dreiklang ist gefährdet.“ Für den Bio-Großhandel appellierte er an die Politik, die dritte Säule als Kraft im Markt zu stärken und auch die kleinen Betriebe mitzunehmen. Diese repräsentierten Bioland-Erzeuger der Region wie etwa das Weingut Rinklin, Emils Bio Manufaktur oder Schwarzwaldmilch Freiburg, die zur Verkostung ihrer feinen Bio-Produkte und zum Austausch einluden.

Bildunterschrift: Eröffnung der Öko-Aktionswochen 2025: Geschäftsführer Harald Rinklin, Staatssekretärin Sabine Kurtz, Eichstettens Bürgermeister Michael Bruder, Regionalmanagerin der Bio-Musterregion Freiburg Johanna Leister und AÖL-Vorsitzender Marcus Arzt (von links).

Credit: MBW/Ulrike Blöd

Bildunterschrift: Feines Fingerfood – natürlich in Bio-Qualität.

Credit: MBW/Ulrike Blöd

Bildunterschrift: AÖL-Vorsitzender Marcus Arzt: Auch in der Wertschöpfungskette müssen alle Glieder gleich stark sein.

Credit: MBW/Ulrike Blöd

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucherschaft befördert sie die Belange der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft aktiv. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher heraus.

 

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Gemeinsame Position zum Thema Freiland-Auslauf Geflügel ab Tag 0

Gemeinsame Position der Arbeitsgemeinschaft ökologischer Landbau Baden-Württemberg (AÖL), des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands (BLHV), des Landesbauernverbands in Baden-Württemberg (LBV), des Geflügelwirtschaftsverbandes Baden-Württemberg sowie der Landestierärztekammer Baden-Württemberg zum Thema Freiland-Auslauf Geflügel ab Tag 0

Die oben genannten Verbände nehmen die geplanten Änderungen in der EU-Öko-Verordnung 2018/848 zur Haltung von Bio-Geflügel mit Sorge zur Kenntnis. Insbesondere die Forderung, Geflügel ab dem ersten Lebenstag mit Freilandzugang zu halten, ist sowohl aus tierärztlicher Sicht als auch aus Sicht der Verbände sehr kritisch zu bewerten. Diese Haltung widerspricht den grundlegenden Anforderungen an eine tiergerechte Aufzucht.

Grundsätzlich befürworten wir eine tiergerechte Haltung und die Förderung des Tierwohls. Allerdings ist es aus fachlicher Sicht unzumutbar und gesundheitlich bedenklich, Küken ab Tag 0 auf Freiland zu lassen. In den ersten Lebenswochen sind die Tiere noch nicht vollständig befiedert und verfügen über ein unreifes Immunsystem. Dadurch ist auch die eigenständige Thermoregulation noch nicht gewährleistet. Sie benötigen eine konstante Umgebungstemperatur von 32 bis 34 °C. Dies kann im Freiland nicht gewährleistet werden, insbesondere bei schwankenden Außentemperaturen, Wind oder Feuchtigkeit.

Nach der fachlichen Einschätzung der Landestierärztekammer Baden-Württemberg ist die Befiederung erst nach der dritten Mauser (Woche 12 bis 16) vollständig ausgeprägt und erst dann ist das Immunsystem stark genug, dass die Tiere den Freilandzugang nutzen können. Eine frühzeitige Freilandhaltung setzt die Küken erheblichen Risiken aus, darunter zum Beispiel Infektionen, Wetterschwankungen, Zugluft, Greifvögel und Schadnagerbefall. Diese Faktoren können die Gesundheit der Tiere stark beeinträchtigen und die Mortalität gravierend steigern.

Studien belegen, dass Küken in den ersten Wochen eine kontrollierte und stabile Umgebung benötigen, um sich optimal zu entwickeln. Küken sind in dieser frühen Lebensphase nicht in der Lage, Futter, Wasser, Wärmequellen oder Schutzräume im Auslauf selbstständig und sicher aufzufinden. Dies erhöht das Risiko für Unterversorgung, Auskühlung und Stress. Ein zu früher Aufenthalt im Freien erhöht die Gefahr von Krankheiten und Parasiten und führt häufig zu einem erhöhten Einsatz von Antibiotika, was sowohl aus ökologischer Sicht problematisch ist als auch die Tiergesundheit gravierend gefährdet.

Der frühe Zugang zum Auslauf bedeutet nicht nur eine erhebliche gesundheitliche Gefahr, sondern ist für die landwirtschaftlichen Betriebe wirtschaftlich nicht zumutbar. Die Kosten für den Umbau der Stallanlagen, die zusätzlichen tierärztlichen Behandlungen und die potenziellen Verluste durch Krankheitsausfälle stellen sowohl für die Junghennenaufzucht als auch für die Geflügelmast eine erhebliche Belastung dar.

Gemeinsam fordern wir daher eine realitätsnahe und tiergerechte Umsetzung der Verordnungen. Wir plädieren für eine evidenzbasierte Politik, die die tierärztlichen Empfehlungen und wissenschaftlichen Erkenntnisse berücksichtigt. Eine starre gesetzliche Vorgabe, Küken bereits ab Tag 0 den Zugang zum Freiland zu gewähren, gefährdet nicht nur die Tiergesundheit, sondern auch die Existenz vieler Betriebe, die bereits jetzt ein hohes Maß an Tierwohl in ihren Ställen bieten können.

Zusammenfassend halten wir fest:

  • Die frühe Freilandhaltung von Küken ab Tag 0 ist gesundheitlich bedenklich und widerspricht wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Tierentwicklung.
  • Die Risiken für die Tiergesundheit steigen erheblich, was zu erhöhtem Medikamenteneinsatz führt.
  • Die praktische Umsetzbarkeit ist angesichts der biologischen und klimatischen Bedingungen in Deutschland nicht gegeben.
  • Es besteht die Gefahr, dass Betriebe aus wirtschaftlichen Gründen oder aufgrund unzureichender baulicher Voraussetzungen den ökologischen Landbau aufgeben müssen.

Die Verbände fordern daher eine Überprüfung der geplanten Regelungen im Sinne des Tierwohls, das auf fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert und die praktische Umsetzbarkeit berücksichtigt.

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucherschaft befördert sie die Belange der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft aktiv. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher heraus.

 

Foto: Andreas Göllner / Pixabay


Aktion zu fünf Jahre Biodiversitätsstärkungsgesetz: Noch keine Torte zum Jubiläum

Aktion zu fünf Jahre Biodiversitätsstärkungsgesetz: Noch keine Torte zum Jubiläum

Gemeinsame Pressemitteilung von BUND, NABU, proBiene, LNV und AÖL in Baden-Württemberg

    • Gesetz ist gutes Rezept zum Erhalt der Artenvielfalt
    • Zutaten müssen aber weiterverarbeitet werden, damit das Ergebnis schmeckt
    • Symbolische Geschenkübergabe betont nötige Umsetzung der Ziele

 

Stuttgart. Vor genau fünf Jahren, am 31.7.2020, ist das Biodiversitätsstärkungsgesetz in Baden-Württemberg in Kraft getreten. Entstanden ist es als Kompromiss von Naturschutz, Politik und Landwirtschaft auf Basis der Forderungen des Volksbegehrens Artenschutz „Rettet die Bienen“ im Jahr 2019. Zum Jubiläum sehen die Beteiligten aus Naturschutz und Ökolandbau das Gesetz nach wie vor als Erfolgsrezept für den Erhalt der Artenvielfalt im Land. Damit aus den gemeinsam vereinbarten Zutaten eine schmackhafte Geburtstagstorte werden kann, muss die Landesregierung aber noch mehr Energie in die Umsetzung stecken. Zum Jahrestag überreichten BUND, NABU, proBiene, LNV und AÖL Baden-Württembergs Umweltministerin Thekla Walker und Isabel Kling, Ministerialdirektorin des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, deshalb symbolisch ein passendes Geschenk, das diese Botschaft verdeutlicht.

Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesvorsitzende BUND Baden-Württemberg: „Gerne hätten wir heute zur Feier des Tages eine mehrstöckige Torte überreicht, um den Erfolg des Biodiversitätsstärkungsgesetzes zu feiern. Doch obwohl die Zutaten alle da sind, ist das Rezept zum Erhalt unserer Artenvielfalt noch nicht ganz aufgegangen. Deshalb ist unsere Botschaft zum Jubiläum an die Landesregierung, diese jetzt mit den richtigen Werkzeugen in der Hand anzurühren – etwa indem sie für mehr neue Verbindungen zwischen Lebensräumen im Biotopverbund sorgt.“

Ingrid Eberhardt-Schad, stellvertretende Geschäftsführerin NABU Baden-Württemberg: „Mit dem Geschenk wollen wir die Landesregierung an die Zutaten und das große Ziel erinnern. Wenn sie jetzt weiterhin intensiv den Rührbesen schwenken, können wir in fünf Jahren eine wunderbare Torte genießen – natürlich mit Äpfeln von wertvollen heimischen Streuobstwiesen, die anders als zuletzt in Weil der Stadt, vor der Bebauung geschützt sind.“

Tobias Miltenberger, Geschäftsführer proBiene – Freies Institut für ökologische Bienenhaltung: „An den verschiedenen Schichten der Torte haben vor fünf Jahren beim Volksbegehren viele Menschen mitgewirkt. Auf dieses große zivilgesellschaftliche Engagement sollten wir weiter aufbauen. Dafür ist es wichtig, auch die Kommunen mit an den Tisch zu holen. Beim Artenschutz verderben nämlich viele Köche nicht den Brei, sondern sind wichtig für die Umsetzung vor Ort.“

Christoph Zimmer, Geschäftsführer AÖL (Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg): „Die ökologische Landwirtschaft ist die zentrale Zutat für mehr Artenvielfalt auf Äckern, Wiesen und Gewässern, auf welche die Landesregierung setzen sollte – und das ist kein Geheimrezept. Arbeiten Landwirtschaft und Naturschutz zusammen, entsteht guter Geschmack, den die Regierung etwa durch mehr Bio-Angebote in kommunalen und landeseigenen Kantinen voranbringen kann.“

Thomas Dietz, stellvertretender Vorsitzender Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV): „Erfahrene Bäcker wissen, dass es auch darauf ankommt, wie man seine Zutaten anwendet. Manches muss ruhen oder durchziehen, anderes muss kraftvoll aufgeschlagen werden. Wirkungsvoller Artenschutz braucht Konsequenz – etwa bei Schottergärten, die inzwischen zwar verboten aber vielerorts noch zu finden sind.“

Tiefer Blick in die Backstube

Einen genaueren Blick in die Backstube werfen BUND, NABU, proBiene, AÖL und LNV im Herbst 2025 mit einer wissenschaftlichen Evaluation. Darin gibt es detaillierte Einblicke, wie es um die Verarbeitung der Zutaten des Biodiversitätsstärkungsgesetzes aktuell steht sowie Tipps, wie diese zu einem echten Erfolgsrezept werden, nach dem alle sich die Finger lecken.

Bildunterschrift: Umweltministerin Thekla Walker (4. v. l.) und Ministerialdirektorin Isabel Kling (2. v. l.) vom Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz mit der Landesvorsitzenden des BUND Baden-Württemberg Sylvia Pilarsky-Grosch (2. v. r.), AÖL-Geschäftsführer Christoph Zimmer (3. v. r.), der stellvertretenden Geschäftsführerin des NABU Baden-Württemberg Ingrid Eberhardt-Schad (4. v. r.), LNV-Vorstand Thomas Dietz (2. v. l.) und proBiene-Geschäftsführer Tobias Miltenberger (rechts, hinten).

Credit: Martin Storz / Graffiti

Fotos zur Berichterstattung: Die Fotos können Sie mit Angabe des Urhebervermerks honorarfrei verwenden und ab ca. 13 Uhr hier herunterladen.

 

Hintergrund:

Am 31. Juli 2020 ist das baden-württembergische Biodiversitätsstärkungsgesetz (BioDivStG) in Kraft getreten. Es entstand als Kompromiss von Naturschutz, Politik und Landwirtschaft auf Grundlage der Forderungen des Volksbegehrens Artenschutz „Rettet die Bienen“ im Jahr 2019. Mit diesem wollten Umwelt- und Naturschutzverbände, Landwirtschaftsverbände, Imker*innen, Unternehmen aber auch engagierte Bürger*innen ein Gesetz zum Schutz der Artenvielfalt im Land erwirken. Anlass waren einige alarmierende Studien zum Artensterben. Im Gesetz ist unter anderem definiert, einen landesweiten Biotopverbund auf zehn Prozent der Landesfläche einzurichten, chemisch-synthetische Pestizide bis zum Jahr 2030 um 40 bis 50 Prozent zu reduzieren und den ökologischen Landbau bis 2030 auf 30 bis 40 Prozent auszubauen. Es verbietet, Pestizide in Naturschutzgebieten einzusetzen oder Schottergärten anzulegen, schützt Streuobstwiesen besser vor einer Umwandlung in Baugrund und gibt eine insektenfreundliche Beleuchtung vor.

 

 

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucherschaft befördert sie die Belange der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft aktiv. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher heraus.


Bio-Genuss auf zwei Rädern erleben

Bio-Genuss auf zwei Rädern erleben

Überlingen, 14. Mai 2025. Mit dem Gemeinschaftsprojekt „Biohof-Genuss-Radtouren am Bodensee“ haben die Bio-Verbände Demeter, Bioland und Naturland, die Bio-Musterregion Bodensee und die regionalen Tourismus-Verbände bereits Ende 2024 ein nachhaltiges Angebot für alle Bewohner der Bodenseeregion und für Touristen geschaffen. Der offizielle, feierliche Startschuss erfolgte nun bei bestem Fahrrad-Wetter mit Gästen aus Politik, Landwirtschaft und Tourismus.

Rund um MühlingenÜberlingenWahlwies, im Hegau und im Deggenhausertal warten kulinarische Entdeckungen, idyllische Landschaften und authentische Einblicke in die vielfältige Bio-Landwirtschaft der Region. Die fünf Touren führen auf insgesamt 150 abwechslungsreichen Kilometern zu rund 30 regionalen Bio-Betrieben. Hofschilder zu jedem Betrieb und Themenschilder entlang der Strecken vermitteln Wissenswertes zum Ökolandbau – von Betriebskreislauf und Bio-Tierhaltung bis Klimaschutz und Biodiversität. Die Entwicklung der Touren wurde durch die LEADER-Aktionsgruppe Westlicher Bodensee mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg gefördert.

Beim feierlichen Auftakt am 14. Mai machten sich rund ein Dutzend Gäste aus Politik, Landwirtschaft und Tourismus einen eigenen Eindruck, mit dabei unter anderem AÖL-Vorstand und Vorsitzender vom Bioland Landesverband Baden-Württemberg, Wolfgang Markowis und Dr. Christoph Reiber, Geschäftsführer vom Demeter Landesverband Baden-Württemberg. Die gemeinsame Radtour startete bei der Naturata GmbH und führte über den Weltacker, die Fairfleisch GmbH, den Hagenweiler Hof, das Gasthaus Keller und das Hofgut Rengoldshausen.

„Wir wollen Bio-Landwirtschaft erlebbar machen, das Bewusstsein für deren Mehrwert stärken und den Konsum regionaler Bio-Produkte fördern“, erklärt Lucile Huguet, Regionalmanagerin der Bio-Musterregion Bodensee, das Ziel des Projekts. Auf den Touren kann man hinter die Scheunentore blicken, mit Landwirtinnen und Landwirten ins Gespräch kommen und Produkte direkt vom Erzeuger, Verarbeiter und Händler genießen. „Die Tour war für mich eine weitere Bestätigung dafür, dass von einer engen Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Tourismus alle nur profitieren“, sagte Nadine Hölzl, REGIO Konstanz-Bodensee-Hegau.

Biohof-Genuss-Radtouren am Bodensee

Die fünf Biohof-Genuss-Radtouren am Bodensee laden ein, die wunderschöne Landschaft der Region zu erkunden und dabei die Vielfalt nachhaltiger Bio-Landwirtschaft zu erleben. Jede Tour führt auf abwechslungsreichen Wegen zu regionalen Bio-Betrieben, wo Einblicke in die ökologische Landwirtschaft und köstliche Produkte direkt vom Erzeuger, Verarbeiter oder Händler genossen werden können. Jetzt losradeln, entdecken & genießen!

Bildunterschrift: Starten gemeinsam in die Radsaison: Anette Wilkenin (Weltacker), Anne Dorer (Demeter), Anna Prinz (Bodensee Tourismus), Wolfgang Markowis (Bioland & AÖL), Lucile Huguet (Bio-Musterregion Bodensee), Laura Burkhardt (Demeter), Nadine Hölzl (REGIO Konstanz-Bodensee-Hegau), Christoph Reiber (Demeter), Katrin Denzel (Naturland), Denis Hahn (Demeter), Mirjam Albrecht (Ministerium für ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz) (von links).

Credit: Torben Nuding

 

Text: Demeter Baden-Württemberg, mit Ergänzungen von Magdalena Gromann (AÖL)

 

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucherschaft befördert sie die Belange der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft aktiv. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher heraus.

 

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Gute Gespräche statt meckern auf dem Ziegenhof

Gute Gespräche statt meckern auf dem Ziegenhof

Weil im Schönbuch, 30. April 2025. 120 Ziegen, 170 Zicklein, 650 Hühner und drei Esel leben auf dem Bioland-Betrieb der Familie Binder in Weil im Schönbuch. Im April trafen sich dort die baden-württembergische Umweltministerin Thekla Walker und Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V. (AÖL). Die großen Themen des Gesprächs: Artenvielfalt, Bürokratie und eine stärkere Zusammenarbeit.

Nach Begrüßung durch den AÖL-Vorsitzenden Marcus Arzt führte Frieder Binder über den Hof, der seit 2010 Mitglied im Bioland-Verband ist. Ein Großteil des Grünlands, das die Binders bewirtschaften, besteht aus FFH-Mähwiesen, die einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt leisten. Vor diesem Hintergrund erläuterte Marcus Arzt, dass der Biolandbau bereits heute viele Möglichkeiten bietet, Umweltschutz und Landwirtschaft sinnvoll zu verbinden. Umweltministerin Thekla Walker bekräftigte, die Biodiversität in der Landwirtschaft solle gestärkt werden. Kritisch merkte Sie an, dass in den letzten Jahren zwar viel über die Landwirtschaft, aber nicht mit der Bio-Landwirtschaft und über deren Lösungen, gesprochen wurde. Beide Seiten bekräftigten deshalb die Notwendigkeit des Austauschs. „Der Biolandbau ist gerne Vorbild und Vermittler, wie die Lebensmittelerzeugung im Einklang mit dem Naturschutz funktionieren kann“, erklärte Marcus Arzt. Doch dafür benötige es Systeme, die auch am Markt bestehen können. Die Politik müsse daher unterstützen, dass sich die gesamtgesellschaftliche Wahrnehmung von Bio in dieser Hinsicht ändert.

Ein Standbein des diversifizierten Betriebs ist die Milchziegenhaltung, deren Milch direkt vor Ort von Senior Helmut Binder zu Käse der Marke ‚Die Käsmacher‘ verarbeitet wird. Die dabei erzeugten Zicklein werden zum Teil als Milchziegen behalten und zum Teil geschlachtet. Das Fleisch wird über den Hofladen und eine Kooperation mit der ‚Wielandshöhe‘ des Sternekochs Vincent Klink vermarktet. Doch die Schlachtung stellt den Betrieb regelmäßig vor Herausforderungen: Über eine Stunde Fahrt müssen sie den Ziegen zumuten, da sie in der Nähe keine Schlachtstätte mehr finden. Hier und an vielen anderen Stellen benötigt es politische Lösungen, um den Betrieben Aufwand abzunehmen. „Wenn man den Biolandbau fördern möchte, muss dies nicht nur über mehr finanzielle Unterstützung geschehen“, so Marcus Arzt. Eine Lösung sei auch, die Betriebe (bürokratisch) zu entlasten und ihnen damit den Freiraum für andere Tätigkeiten zu geben. „Dazu gehört auch, die Betriebsgröße bei bürokratischen Auflagen zu berücksichtigen“, ergänzte AÖL-Geschäftsführer Christoph Zimmer.

Ministerin Thekla Walker regte in diesem Kontext an, den „Strategiedialog Landwirtschaft“ in Baden-Württemberg mit dem Schwerpunkt Bürokratie fortzusetzen. Die universell gedachten Lösungen der EU würden auf regionaler Ebene, aufgrund verschiedenster spezifischer Gegebenheiten, oft nicht funktionieren. Daher müsse Baden-Württemberg seine Möglichkeiten nutzen, Landwirtinnen und Landwirte zu entlasten. Dies bestätigte Marcus Arzt: „Wo man etwas für die Landwirte erreichen und gestalten kann, da stehen wir gerne als Gesprächspartner zur Verfügung“, so sein Fazit.

Zum Abschluss betonten alle Seiten, dass es sich nicht um einen einmaligen Austausch handeln sollte, sondern um einen Auftakt für weitere Termine. In Zukunft soll die fachliche Zusammenarbeit zwischen der AÖL und dem Umweltministerium verstetigt werden, um das Engagement der Bio-Betriebe im Umweltschutz und deren Bedürfnisse noch besser berücksichtigen zu können. „Meine Tür ist offen“, so die Umweltministerin.

Bildunterschrift: Auftakt für eine stärkere Zusammenarbeit zwischen AÖL und Umweltministerium: Marcus Arzt, Christoph Zimmer (beide AÖL und Bioland), Umweltministerin Thekla Walker, Biolandwirt Frieder Binder und Dr. Christoph Reiber (Demeter) (von links).

Credit: Umweltministerium

 

Text: Meike Walz, Christoph Zimmer, Magdalena Gromann

 

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucherschaft befördert sie die Belange der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft aktiv. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher heraus.

 

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Agrarminister diskutieren Weideprämie für Milchkühe

Agrarminister diskutieren Weideprämie für Milchkühe

Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau begrüßt bundesweite Förderung - Gentechnikfreie Lebensmittel sichern

Baden-Baden, 27. März 2025. Unter dem Vorsitz von Peter Hauk, Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, haben sich die Landwirtschaftsminister aus Bund und Ländern zu ihrer Frühjahrstagung in Baden-Baden getroffen. Das Land hat seit 1. Januar 2025 für ein Jahr den Vorsitz der Agrarministerkonferenz (AMK) inne und will unter dem Motto „Zukunft säen, Nachhaltigkeit ernten“ wichtige Weichenstellungen für die Landwirtschaft angehen.

Ein zentraler Diskussionspunkt der Konferenz sowie des Austauschs zwischen dem Landesminister und den betroffenen Verbänden war die zukünftige Förderung von Weidehaltung für Milchkühe. Geplant ist, die Weideprämie ab dem Jahr 2026 als Teil der ökologischen Vorgaben neu zu regeln. Förderfähig sollen künftig weibliche Rinder eines milchviehhaltenden Betriebs ab zwei Jahren werden. Baden-Württemberg praktiziert dies bereits, im Land ist zudem Jungvieh ab einem Jahr förderfähig.

„Die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau begrüßt grundsätzlich eine neue bundesweite Öko-Regelung zur Weidehaltung von Milchvieh“, sagte Marcus Arzt, AÖL-Vorsitzender: „Wir brauchen Weide für Tierwohl und Biodiversität unter praktikablen und flexiblen Bedingungen. Die Betriebe müssen dabei unterstützt werden und Anreize bekommen.“

Die geplante neue Öko-Regelung fördere die Weidehaltung von Milchvieh in Bundesländern, die bisher keine Sommerweideprämie anbieten. Sie setze zugleich auch Landesmittel frei bei Bundesländern wie Baden-Württemberg, die diese bereits zahlen. „Das bietet diesen Ländern die Chance, Weidehaltung noch besser zu fördern“, betonte der AÖL-Vorsitzende: „Gerade Baden-Württemberg sollte diese nutzen.“

Gleichzeitig forderte Arzt mehr Flexibilität für die Betriebe. Der Weidezeitraum müsse mindestens ab 1. April, nicht erst ab 16. Mai möglich sein, längere Unterbrechungen müssten aufgrund der Witterungsbedingungen möglich sein. „Datumslandwirtschaft funktioniert nicht“, so der AÖL-Vorsitzende. Eine Mindest-Weidefläche lehne die AÖL ebenfalls ab. Diese führe zu einem Ungleichgewicht zwischen Bundesländern im Norden und den eher kleinstrukturierten Ländern wie Baden-Württemberg.

Die EU plant zudem eine Deregulierung der Gentechnik. Aktuell ist der deutsche Lebensmittelmarkt zu 100 Prozent gentechnikfrei. Christoph Zimmer, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AÖL), stellte klar: „Wir fordern eine verantwortungsvolle und gerechte Regulierung der Neuen Gentechnik, die nicht diejenigen außer Acht lässt, die auch weiterhin Lebensmittel ohne Gentechnik produzieren, verarbeiten, vermarkten und essen wollen.“ Es müsse sichergestellt sein, dass die Erwartungen der Verbraucherinnen und Verbraucher an gentechnikfreie Bio-Lebensmittel sowie an solche mit dem Siegel vom ,Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG)‘ weiter erfüllt werden können.

Die gentechnikfreie Landwirtschaft könne aber nur gelingen, wenn die Haftung der Saatgutkonzerne im neuen Gentechnikrecht Eingang finde. „Verursacher dürfen nicht davonkommen, wenn verunreinigte Ernten nicht vermarktbar sind und Umweltschäden beseitigt werden müssen.“ Der Schutz sowie die Vorsorge und damit die Kontrollkosten dürften nicht auf die Betriebe, welche Gentechnikfreiheit garantieren wollen, abgewälzt werden, forderte Zimmer. Hier braucht es die Unterstützung der Bundes- und Länderminister – über die AMK hinaus.

Die nächste Agrarministerkonferenz findet vom 24. bis 26. September in Heidelberg statt.

Bildunterschrift: Gereon Güldenberg, Chef auf dem Allgäuer Bioland-Rösslerhof, mit Braunviehkuh Tilda.

Credit: AÖL

 

 

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucherschaft befördert sie die Belange der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft aktiv. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher heraus.

 

– Belegexemplar erbeten –

 

Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V. (AÖL)

Schelztorstr. 49

73728 Esslingen am Neckar

www.oekolandbau-bawue.de

 

Christoph Zimmer, Geschäftsführer

Mail: info@aoel-bw.de

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Erosionsschutzverordnung kommt - praktikabel für die Landwirtschaft, wirksam für den Umweltschutz

Esslingen am Neckar, 19. März 2025. Nach intensiven Debatten hat die baden-württembergische Landesregierung die Erosionsschutzverordnung beschlossen. Die Verordnung ermöglicht mit an Witterung und Bodenart angepasster Bewirtschaftung wirksamen Boden- und Gewässerschutz zu erreichen.

Betriebe, die EU-Agrarfördergelder beziehen, dürfen auf erosionsgefährdeten Flächen im Winter nicht pflügen – so will es grundsätzlich das deutsche Förderrecht. Von diesem Verbot können die Länder Ausnahmen zulassen, um den länderspezifischen Besonderheiten wie Witterung oder Kulturanforderungen Rechnung zu tragen. Aufbauend auf dieser Ermächtigung haben das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) und das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft (UM) in Baden-Württemberg für landesspezifische Ausnahmeregelungen die sogenannte Landes-Erosionsschutzverordnung ausgearbeitet, welche am 18.03.2025 im Kabinett verabschiedet wurde. Der Vorlage vorangegangen war ein intensiver fachlicher Austausch, begleitet von Mitgliedern des Landtags, Umweltverbänden und der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V. (AÖL). Gemeinsames Anliegen aller Beteiligten ist es, durch geeignete Bewirtschaftungsmethoden Ackerböden vor Erosion durch Niederschläge zu schützen und einen Eintrag von Nährstoffen in Gewässer zu vermeiden.

Marcus Arzt, Vorsitzender der AÖL, dazu: „Wir begrüßen es im Interesse der landwirtschaftlichen Betriebe sehr, dass mit der Landeserosionsschutzverordnung nun Rechtssicherheit hergestellt wurde. Die konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten hat letztendlich zu Erosionsschutzregelungen geführt, die eine am Schutzziel orientierte und den situativen Erfordernissen angemessene Bodenbearbeitung ermöglicht.“

Besonders die abnehmende Zahl an Frosttagen, die für ein bodenschonendes Ackern wichtig sind, macht den Betrieben zu schaffen. Die Ermöglichung des Pflugeinsatzes während der wenigen Frostperioden im Winter ist eine wichtige Voraussetzung, um Böden für eine erfolgreiche Frühjahrsbestellung vorzubereiten. Denn vor allem Kulturen wie Kartoffeln oder Gemüse reagieren empfindlich auf Bodenverdichtungen durch Bearbeitung zum falschen Zeitpunkt. Zudem kann verdichteter Boden nur eingeschränkt Niederschläge aufnehmen.

Ein Jahr zuvor hatte sich Ministerpräsident Kretschmann auf dem Biolandhof Grieshaber & Schmid in Ditzingen persönlich einen Eindruck verschafft. Diskussionsthemen waren dort, wie der Gestaltungsspielraum der EU für die Ausgestaltung des Erosionsschutzes genutzt werden kann und wie umweltschonende, mechanische und pestizidfreie Bewirtschaftungsmethoden, wie z. B. die im Ökolandbau praktizierte sog. „raue Winterfurche“ im Einklang mit Gewässer- und Bodenschutz möglich bleiben. Seine Zusage sich um das Thema zu kümmern hat Kretschmann mit der Erosionsschutzverordnung nun in die Tat umgesetzt.

 

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucherschaft befördert sie die Belange der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft aktiv. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher heraus.

Foto: Hofbesuch beim Biolandbetrieb Grieshaber & Schmid am 19. Januar 2024. Personen von links sitzend: Dr. Markus Rösler MdL, Martin Hahn MdL, Ministerpräsident Kretschmann, Betriebsleiter Reinhard Grieshaber, AÖL-Vorsitzender Marcus Arzt, Betriebsleiter Daniel Grieshaber. Die AÖL berichtete.


Öko-Landbau bringt das "Mehr" an Nachhaltigkeit mit

Karlsruhe, 20. Februar 2025. Unter dem Motto „Nachhaltigkeit im Gesamtbetrieb – mehr als CO2!“ stand die Wintertagung Ökologischer Landbau in diesem Jahr ganz im Zeichen der Nachhaltigkeitsbilanzierung. Denn auch wenn CO2 und Treibhausgase oft im Vordergrund stehen, bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich doch den Dreiklang aus vielfältigen sozialen, ökonomischen und ökologischen Faktoren.

Dr. Jörn Breuer, Direktor des LTZ Augustenbergs, eröffnete die Tagung, bevor Landwirtschaftsminister Peter Hauk in einer Videobotschaft an die Teilnehmenden betonte, dass Baden-Württemberg weiter am ambitionierten Ökolandbauziel festhalte. Gleichzeitig griff er einen Kernaspekt der Nachhaltigkeitsbilanzierung auf: „Erzeuger werden nur biologisch wirtschaften, wenn es sich auch für sie lohnt.“ Denn die erfolgreiche und verständliche Kommunikation der Mehrwerte, die letztendlich auch eine angemessene Honorierung des Öko-Landbaus ermöglichen soll, stellt in der Praxis leider noch oft Herausforderungen dar. Auch Christoph Zimmer, Geschäftsführer der AÖL e.V., wies auf die Bedeutung des Öko-Landbaus hin: „Im Öko-Bereich haben wir mehr als manches anderes: mehr als Landwirtschaft, es ist die ganze Wertschöpfungskette; mehr als Klimaschutz, denn Öko-Landbau bedeutet auch Ernährungssouveränität“. Trotzdem werde der Transformationssektor viel zu selten als Wirtschaftsfaktor bedacht.

Mehrwerte einzelbetrieblich messbar und wissenschaftlich dokumentiert

Dass die Mehrwerte des Öko-Landbaus messbar sind, zeigten Horst Fehrenbacher vom ifeu-Institut in Heidelberg und Prof. Dr. Kurt-Jürgen Hülsbergen von der TU München auf. Fehrenbacher, der einen Überblick über verschiedene Bilanzierungs-Tools lieferte, bekräftigte deren Nutzung und fortgeschrittenen Entwicklungsstand – nichtsdestotrotz gebe es keine universell passende Empfehlung, notwendig sei immer noch eine Tool-Auswahl nach betriebsindividuellen Kriterien.

Prof. Dr. Hülsbergen gab Einblick in die vielbeachtete Studie zu „Umwelt- und Klimawirkungen des ökologischen Landbaus“1. In einer umfassenden Datenauswertung von Pilotbetrieben und Langzeitexperimenten wird belegt, dass Öko-Landbau mit seiner klimaschonenden und biodiversitätsfördernden Praxis zur Vermeidung von Umweltproblemen beiträgt. Dadurch können Klimafolgekosten in Milliardenhöhe, die die Gesellschaft belasten, vermieden werden.

Praxis bietet Chancen, aber noch mit Entwicklungsbedarf

Als erfolgreiches Beispiel aus der Praxis stellte Hendrik Alkemade von der rebio GmbH, der ersten Gemeinwohl-zertifizierten Erzeugergemeinschaft, das Projekt „Wandelschwein“ vor. Durch den Auf- und Ausbau einer regionalen Wertschöpfungskette für Schweinefleisch in Verbands-Bio-Qualität wird Betrieben eine echte Vermarktungsalternative geboten, besonders für konventionelle Betriebe zur Umstellung statt zur Betriebsaufgabe.

Zuletzt bleibt nach wie vor die Frage, wie die erfassten Mehrwerte an Verbraucher:innen kommuniziert werden können. Prof. Dr. Carolyn Hutter von der DHBW Heilbronn verglich dazu freiwillige Labels wie den Eco-Score oder Planet-score. Die Kunst liege darin, möglichst viel abzubilden, ohne zu überfordern. Laut Hutter sei es für die Branche jedoch besonders wichtig, die Deutungshoheit eines Labels nicht einzelnen Marktakteuren zu überlassen, sondern durch fundierte, wissenschaftliche Kontrolle zu einem staatlich geprüften Ergebnis zu kommen. Auch sie legt den Erzeugerbetrieben nahe, sich mit dem Thema Nachhaltigkeitsbilanzierung auseinanderzusetzen, denn die Verfügbarkeit von Daten und Argumenten bringe die Betriebe in eine bessere Ausgangsposition, wie auch immer sich die Situation um die Bilanzierung und Auslobung weiterentwickle.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurde das Thema der Verbraucherkommunikation, ebenso wie die Erfassung von Nachhaltigkeits- und Biodiversitätsleistungen, in verschiedenen Workshops von den Teilnehmenden angeregt diskutiert. Nun wünsche man, so Martin Ries, Leiter des Referats Ökologischer Landbau beim MLR, in seinen Schlussworten, „dass die Ideen auch ins Handeln führen“.

 

1 Hülsbergen, K.-J., Schmid, H., Chmelikova, L., Rahmann, G., Paulsen, H.M., Köpke, U., 2023. Umwelt- und Klimawirkungen des ökologischen Landbaus, 1. ed, Weihenstephaner Schriften Ökologischer Landbau und Pflanzenbausysteme. Verlag Dr. Köster, Berlin. https://www.openagrar.de/receive/openagrar_mods_00085966

 

Zur Wintertagung: Die Wintertagung Ökologischer Landbau ist eine jährlich stattfindende Tagung rund um aktuelle Themen des Öko-Landbaus und richtet sich an Personen aus Landwirtschaft, Forschung und Verwaltung. Die Tagung wird gemeinschaftlich organisiert vom Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR), dem Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg (LTZ), dem Zentrum für Ökologischen Landbau an der Universität Hohenheim, der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) und der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg (AÖL e.V.).

Besonderer Dank gilt dem LTZ Augustenberg, welche als diesjährige Ausrichter der Wintertagung nicht nur Ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellten, sondern auch Koordination und Verpflegung vor Ort organisiert haben.

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucherschaft befördert sie die Belange der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft aktiv. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher heraus.

Kontakt: Christoph Zimmer, Geschäftsführer, info@aoel-bw.de

 

Fotos: LTZ Augustenberg

(Foto 1: Christoph Zimmer, Geschäftsführer AÖL e.V., spricht Grußworte zur Beginn der Wintertagung. Foto 2: Dr. Jörn Breuer, Direktor des LTZ Augustenberg, eröffnet die Wintertagung Ökolandbau. Foto 3: Christoph Zimmer, Geschäftsführer AÖL e.V. (mitte hinten), in der Diskussion mit Tamara Rogalski, Regionalmanagerin der Bio-Musterregion Hohenlohe (links).)


Öko-Aktionswochen: Mit regionalem Bio das Brot der Zukunft backen

Mit regionalem Bio das Brot der Zukunft backen

Seit 30 Jahren Partner des Bioland-Verbands: Bäckerei Scholderbeck in Weilheim/Teck

Weilheim/Teck, 24.10.2024. Mit Freunden, langjährigen Partnern, Bioland-Vertreterinnen und -Vertretern sowie Repräsentanten aus Politik und Stadt hat die Bäckerei Scholderbeck ihr 30-Jahr-Jubiläum als Bioland-Partnerin gefeiert – inmitten der großen Backstube in Weilheim/Teck.

Das Jubiläumsfest – eine Veranstaltung im Rahmen der Öko-Aktionswochen – bot Gelegenheit für eine Rückblende. „Bio war 1994 eine absolute Randerscheinung“, erinnerte sich Bernd Sigel in der Begrüßung. Und an seine Frau Eve Neubold-Sigel gewandt: „Waren wir damals eigentlich wahnsinnig?“ Eine rhetorische Frage, denn in den folgenden 30 Jahren hat die Bäckerei Scholderbeck Erfolgsgeschichte geschrieben. Die Maxime: „Von jedem Acker, auf dem unser Bioland Getreide wächst, muss man den Turm der Burg Teck sehen!“

So ist im Lauf der Jahre ein beeindruckendes regionales Bio-Netzwerk entstanden: Heute bewirtschaften Bioland-Landwirte in der Teck-Region eine Fläche von 640 Hektar, um den Jahresbedarf der Bäckerei Scholderbeck an Bioland-Getreide zu decken – das entspricht der Größe von 900 Fußballfeldern. Rund 160 Mitarbeitende erzeugen die Backwaren für sieben eigene Läden und mehr als 60 Naturkostläden und Bio-Supermärkte.

„Nichts übertrifft die enge Partnerschaft zwischen Landwirten und Handwerkern“, würdigte Abteilungsleiter Dr. Konrad Rühl im Namen des baden-württembergischen Landwirtschaftsministeriums das Geleistete, „hier wird Wertschöpfung generiert.“ Für Eve Neubold-Sigel die passende Gelegenheit, sich direkt ans Ministerium zu wenden: „Wir wünschen uns einen Handlungsrahmen, den die Politik vorgeben muss. Damit sind klare Anbau- und Herstellungsprozesse der Bauern gemeint, die den Ansprüchen an die Transparenz der Verbraucher gerecht werden.“ Dann seien diese auch bereit, Preise zu bezahlen, die der Arbeit der Landwirte und dem Wert des Produktes entsprächen. An den Vertreter des Ministeriums: „Wir zählen auf Sie!“

Die Perspektiven für Landwirte entlang der Wertschöpfungskette gemeinsam mit dem Lebensmittelhandwerk zu erhalten, forderte auch Marcus Arzt, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft ökologischer Landbau (AÖL) und Bioland-Landesvorsitzender. Er verstehe wenig vom Backen, räumte Arzt ein, wage aber doch einen kleinen Vergleich: „Was haben ein ökologischer Ackerbauer und ein handwerklicher Bio-Bäcker gemeinsam?“ Ein Ackerboden bräuchte ebenso die perfekte biologische Gare wie ein Teig, und die perfekte Gare brauche Zeit und Gespür. Arzt mahnte: „Aber an anderer Stelle läuft uns die Zeit davon.“ Landwirten wie Handwerksbetrieben fehlten Nachwuchs und Perspektiven, die Biodiversität schwinde, klimatische Verhältnisse gestalteten sich schwierig, Anbauflächen gingen verloren. „Hier können wir nicht warten, bis die Umstände besser werden, hier müssen Veränderungen jetzt eingeleitet werden, und diese Veränderungen leistet ökologischer Ackerbau ebenso wie die Bio-Bäckerei.“

Arzt schloss mit der Laudatio: „Die AÖL und ihre Verbände freuen sich, dass der mehrfach ausgezeichnete Betrieb in seinem 30. Jubiläumsjahr als Bioland-Partner nicht nur für die Erhaltung eines besonderen Handwerks steht, sondern auch für ökologische Produktion im Einklang mit Umwelt und Natur.“ Gemeinsam mit Dr. Isabell Hildermann, Geschäftsbereichsleitung Markt Bioland e.V. und gelernte Müllerin, übergab Arzt Eve Neubold-Sigel und Bernd Sigel die Urkunde des Bioland-Verbands.

Was bei Scholderbeck anders gemacht wird, demonstrierte Bäckermeister Bernd Sigel im Anschluss am Beispiel seines Bioland Levito-Brots. 350 Zusatzstoffe seien im Bäckerhandwerk zugelassen: „Wir wollen das nicht.“ Stattdessen wurden regionale Netzwerke wieder aufgebaut. Heute bezieht die Bäckerei in Weilheim/Teck Getreide vom Bioland-Hof Gruel aus Owen Teck (parallel zu Bernd Sigel stellte Andreas Gruel im Getreidelager die Getreidearten und die ökologische Anbauweise vor). Bio-Rübenzucker kommt aus Süddeutschland, Bio-Leinsamen aus Hohenlohe, Bio-Sonnenblumenkerne aus dem Heilbronner Raum: „Alle Rohstoffe in Bio-Qualität und so regional wie möglich.“ Teiglinge und Backmischungen sind tabu. „Wir machen alles selbst, die Nussfüllung aus Nüssen.“ An vereinzelte Lacher im Publikum gewandt: „Das sind Selbstverständlichkeiten, die heute keine mehr sind.“

Wie gut die Bio-Backwaren der Bäckerei Scholderbeck gemacht sind und schmecken, davon konnten sich die Gäste beim abschließenden Ausklang mit dreierlei Bio-Zwiebelkuchen (klassisch, vegetarisch und vegan) sowie regionalem Wein überzeugen. Und später beim Verzehr des Bioland Levito-Brots, das Familie Sigel zum Abschied allen Teilnehmenden nach Hause mitgab.

 

Zu den Öko-Aktionswochen:

Die fünfte Auflage der Öko-Aktionswochen findet vom 16.09.2024 bis zum 31.10.2024 statt. Zahlreiche Bio-Betriebe aus Erzeugung und Verarbeitung werben auf über 100 Veranstaltungen für den ökologischen Landbau in Baden-Württemberg. Unter anderem auf Hof-Festen, Betriebsführungen und Workshops wird der Öko-Landbau, seine Erzeugnisse und seine Besonderheiten den Besucherinnen und Besuchern näher gebracht.

Eine Übersicht über die Veranstaltungen und Informationen zu den Öko-Aktionswochen finden Sie auf der Webseite, sowie auf Instagram und Facebook.

 

Medien:

Credit Fotos: MBW / Jan Potente

Hier finden Sie außerdem den Bericht von RegioTV.

 

Zur AÖL:

Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucherschaft befördert sie die Belange der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft aktiv. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher heraus.

Kontakt: Magdalena Gromann, Referentin, info@aoel-bw.de


Öko-Aktionswochen: So gut schmeckt regionaler Bio-Tofu!

So gut schmeckt regionaler Bio-Tofu

Bei den Öko-Aktionswochen an der Helene-Weber-Schule Buchen würdigt AÖL-Geschäftsführer Christoph Zimmer das „lokale Netzwerk im besten Sinne“

Buchen, 14.10.2024. Mit Bio-Tofu aus dem Neckar-Odenwald-Kreis haben Schülerinnen und Schüler der Helene-Weber-Schule Buchen in ihrer Schulküche regionales Bio mit allen Sinnen erlebbar gemacht. Bei einer Veranstaltung im Rahmen der Öko-Aktionswochen (Motto: Baden-Württemberg is(s)t Bio) bereiteten sie gemeinsam mit Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, und Christoph Zimmer, Geschäftsführer Landesverband Bioland als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg (AÖL), Gerichte mit dem gesunden eiweißhaltigen Lebensmittel zu – von Tofu-Schnitte Wiener Art über Okara-Gemüse-Bratlinge bis hin zu Räuchertofu-Tomaten Spieße und sogar Süßes wie Okara-Schokoladen-Schnitten.

Es ist eine Erfolgsgeschichte: Seit 2016 bauen Sonja und Albert Haaf aus Elztal-Muckental auf ihrem Bioland-Hof neben Lupinen, Linsen und Hirse auch Sojabohnen an. Aus dem Ausland zurückgekehrt, verarbeiteten ihre aus China stammende Schwiegertochter Yanli und Sohn Gabriel Haaf die Bohnen zunächst für den Eigenbedarf zu Tofu. 2023 baute das Paar dann eine professionell ausgestattete Tofuküche und gründete die Tofumanufaktur Haaf. Ihre Bio-Erzeugnisse – Tofu, geräucherten Tofu und Okara (ein Nebenprodukt der Sojamilchherstellung) – verkaufen sie auf Märkten und im Hofladen. Die Nachfrage sei größer als das Angebot, verriet Gabriel Haaf am Rande der Veranstaltung. Er wie seine Frau seien zudem noch berufstätig, auch die beiden kleinen Kinder forderten Aufmerksamkeit.

„Die Öko-Aktionswochen stellen die Öko-Landwirtschaft und deren Produkte in den Mittelpunkt“, sagte der Landwirtschaftsminister zum Auftakt der Veranstaltung. Ziel sei, die Nachfrage nach regionalen Bio-Lebensmitteln anzukurbeln. Dies sei auch eine der Aufgaben der vom Land geförderten 14 Bio-Musterregionen in Baden-Württemberg. Peter Hauk zeigte sich beeindruckt vom Geleisteten: „Hier werden die Soja-Produkte konsequent aus regionalen Rohstoffen hergestellt und mit dem Lebensmittelhandwerk zusammengebracht.“ Eindrücklich warb er für Bio-Produkte aus Baden-Württemberg: „Wer regionales Bio kauft, unterstützt die Bio-Bäuerinnen und Bio-Bauern vor Ort und leistet einen Beitrag zum Schutz unserer Lebensgrundlagen.“ Lokal kaufen und daraus spannende und vielfältige Gerichte zubereiten – das funktioniere.

„Wir erleben hier eindrücklich, wie Familie Haaf vom Anbau von Soja nach Bioland-Richtlinien über die Verarbeitung zu Tofu hochwertige und gefragte Produkte auf die Teller bringt“, betonte Bioland-Landesgeschäftsführer Christoph Zimmer: „Was die EU als Strategie ,Vom Hof auf den Tisch‘ beschreibt, ist hier bereits gelebte Qualität, die man schmeckt.“ So entstehe Wertschöpfung – und alle bis hin zu den Schülerinnen und Schülern bei der Schulverpflegung profitierten davon. „Die Bio-Tofumanufaktur Haaf ist ein lokales Netzwerk im besten Sinne.“ Der AÖL-Vertreter würdigte in seiner Rede auch die Arbeit, die an der Helene-Weber-Schule Buchen, einer beruflichen Schule für Ernährung, Gesundheit, Erziehung und Soziales, geleistet werde: „Hier wird Kochen als Kompetenz vermittelt, das ist in unserer Gesellschaft verloren gegangen. Bio ist hier die beste Grundlage für die Produkte und vollen Genuss.“

 

Zu den Öko-Aktionswochen:

Die fünfte Auflage der Öko-Aktionswochen findet vom 16.09.2024 bis zum 31.10.2024 statt. Zahlreiche Bio-Betriebe aus Erzeugung und Verarbeitung werben auf über 100 Veranstaltungen für den ökologischen Landbau in Baden-Württemberg. Unter anderem auf Hof-Festen, Betriebsführungen und Workshops wird der Öko-Landbau, seine Erzeugnisse und seine Besonderheiten den Besucherinnen und Besuchern näher gebracht.

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Fotos:

Credit: MBW / Jan Potente

 

Zur AÖL:

Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucherschaft befördert sie die Belange der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft aktiv. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher heraus.

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„Mit Bio alles in einer Tüte: Tolle Produkte, Biodiversität und Tierwohl“

„Mit Bio alles in einer Tüte: Tolle Produkte, Biodiversität und Tierwohl“

Gesellschaftsvertrag zur Zukunft der Landwirtschaft in Stuttgart unterzeichnet – AÖL-Vorsitzender Marcus Arzt: Vieles unkonkret geblieben

Die Landesregierung hat an diesem Montag im Neuen Schloss Stuttgart einen Gesellschaftsvertrag für die Zukunft der Landwirtschaft und der biologischen Vielfalt in Baden-Württemberg unterzeichnet – gemeinsam mit rund 50 Vertretern aus Landwirtschaft, Naturschutz, Handel, Verarbeitung, Erzeugung, Gesellschaft, Wissenschaft, Kirchen und Politik. Der Vertrag zielt auf konkrete Lösungen, um die Landwirtschaft nachhaltig zu gestalten, regionale Erzeuger und gleichzeitig die biologische Vielfalt in Baden-Württemberg zu stärken. Er ist Ergebnis des breit angelegten Strategiedialogs Landwirtschaft, den die Landesregierung im September 2022 initiiert hatte.

„Wir stehen vor großen Herausforderungen: Klimakrise, Artensterben und ein gesellschaftlicher Wandel, der von unseren Landwirten immer mehr verlangt. Diese Situation lässt sich nicht durch politische Einzelmaßnahmen lösen. Der Gesellschaftsvertrag zeigt, dass wir gemeinsam Verantwortung für die Zukunft unserer Landwirtschaft übernehmen wollen. Wir haben einen breit getragenen Konsens geschaffen, der alle relevanten Akteure einbindet und Naturschutz und Landwirtschaft zusammenbringt“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann MdL.

Die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AÖL) vertrat deren Vorsitzender Marcus Arzt mit einem engagierten Statement für Biolandwirtschaft. Auf die Frage „Welchen Nutzen habe ich davon, bio-regionale Lebensmittel zu kaufen?“ lieferte er die Antwort gleich mit: „Alles in einer Tüte: hochwertige Produkte, Erhalt von Biodiversität und Stärkung von Tierwohl.“

Angesichts des geringen Anteils von Bio-Lebensmitteln in der Außer-Haus-Verpflegung habe das Land mit der so genannten Kantinenrichtlinie eine Vorbildfunktion eingenommen. Diese hat zum Ziel, den Anteil an bio-regionalen Lebensmitteln bis 2030 stufenweise auf 40 Prozent und den Anteil an regionalen Lebensmitteln auf 75 Prozent in landeseigenen Kantinen zu erhöhen. „Das Instrument ist geschaffen, Landkreise und Kommunen sollten es schnellstmöglich übernehmen“, sagte der AÖL-Vertreter. Die in der AÖL organisierten Verbände hätten in den vergangenen fünf Jahre viele Umstellungsanfragen von Landwirten verzeichnet. „Die Akteure in der Landwirtschaft, der Verarbeitung und im Handel sind da, lasst es uns gemeinsam angehen“, forderte Arzt.

Der AÖL-Vorsitzende bedauerte freilich auch, dass der Gesellschaftsvertrag an vielen Stellen unkonkret geblieben sei. Das Ziel, die Interessen vieler zusammenzubringen sowie das Kartellrecht seien hier hohe Hürden gewesen. Der Wert des Vertrags müsse sich nun an der Umsetzung in die Praxis zeigen. Daran würden die Unterzeichnenden gemessen.

Der Gesellschaftsvertrag umfasst Handlungsempfehlungen und Selbstverpflichtungen der beteiligten Akteure in fünf Bereichen:

  • Regionale und qualitativ hochwertige Lebensmittel fördern
  • Wandel der Landwirtschaft muss sich rechnen
  • Mehr Transparenz für Verbraucher schaffen
  • Regionale Außer-Haus-Verpflegung weiter ausbauen
  • Landwirtschaft und Artenvielfalt noch stärker in Bildung verankern

Für die Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen aus dem Strategiedialog hat die Landesregierung im Doppelhaushalt 2025/2026 und den Folgejahren zusätzlich knapp 120 Millionen Euro vorgesehen. Dazu kommt die Sicherung von Landesmitteln nach dem Wegfall einer Bundesförderung, so dass die Gesamtsumme 143 Mio. Euro beträgt. Mit einer jährlichen Veranstaltung will die Landesregierung den Fortschritt der Roadmap überprüfen.

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucherschaft befördert sie die Belange der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft aktiv. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher heraus.

 

Kontakt: Christoph Zimmer, Geschäftsführer, info@aoel-bw.de

 

– Belegexemplar erbeten –


Eröffnung der Themenwoche "Bio in der Gemeinschaftsverpflegung"

Eröffnung der Themenwoche „Bio in der Gemeinschaftsverpflegung“

mit Minister Peter Hauk MdL bei der Freien Schule Anne-Sophie

 

Am Montag, 23. September, wurde die Themenwoche „Bio in der Gemeinschaftsverpflegung“ von Minister Peter Hauk MdL feierlich eröffnet!  Dafür boten die Freie Schule Anne-Sophie in Künzelsau und das Panorama Catering, Betreiber der Schulmensa, mit ihrer langjährigen Erfahrung im Einsatz von Bio-Lebensmitteln in der Gemeinschaftsverpflegung die ideale Bühne. Im Rahmen der Öko-Aktionswochen soll die Themenwoche den Fokus nicht nur auf biologisch und regional erzeugte Lebensmittel legen, sondern auch auf deren Beitrag zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung.

„Bei uns in Baden-Württemberg genießen Bio-regionale Lebensmittel und der Aufbau Bio-regionaler Wertschöpfungsketten einen besonderen Stellenwert. Mit der Themenwoche ,Baden-Württemberg is(s)t Bio in der Gemeinschaftsverpflegung‘ setzen wir einen bewussten Schwerpunkt innerhalb der Öko-Aktionswochen. Eine Woche lang bieten Kantinen und Mensen in Baden-Württemberg vermehrt regionale Bio-Produkte an“, so Minister Hauk. Die Initiative soll Konsumenten von Bio-regionalen Produkten und ihrer herausragenden Qualität überzeugen, nicht überreden – so wird für nachhaltiges Interesse und bleibende Nachfrage, auch über die Aktionswochen hinaus, gesorgt. Dabei spielen der gute Geschmack und das gemeinsame Genießen, zum Beispiel in der Gemeinschafts- und Außer-Haus-Verpflegung, eine wichtige Rolle.

Für die AÖL waren Anja Frey (Vorstand Demeter Baden-Württemberg) und Christoph Zimmer (Geschäftsführer Bioland Baden-Württemberg) vor Ort. „Die Öko-Aktionswochen in Baden-Württemberg sind großartige Botschafter für unsere heimischen Bio-Lebensmittel, regionalen Wertschöpfungsketten sowie aktiven Umwelt- und Naturschutz. Hinter jedem regionalen Bio-Produkt steckt unglaublich viel Engagement: Wertschöpfung in der Region, kurze Transportwege, innovative Ideen und ressourcenschonende Herstellung. Klein und Groß können auf Hof-Führungen, bei Verkostungen, Bio-Kochkursen und Feldbegehungen erleben, was Bio-Lebensmittel so wertvoll macht. Hier in der Freien Schule Anne-Sophie wird auf eindrückliche Weise gezeigt, wie gut Bio auch in der Gemeinschaftsverpflegung umgesetzt werden kann. Der Vermarktungsweg über die Gemeinschaftsverpflegung bietet für unsere Bio-Landwirtinnen und -Landwirte eine großartige Möglichkeit, den Absatz der heimischen Produkte auch langfristig zu sichern“, so Anja Frey.

Bei der Veranstaltung zeigte sich außerdem die Bio-Musterregion Hohenlohe mit einigen der regionalen Lieferanten des Caterings. Hier präsentierten sich die Bioland-zertifizierte Marbacher Ölmühle, die Pilzmanufaktur Wüstner und die Nudelhersteller Specht. Untermalt wurde die Eröffnungsfeier von musikalischen und künstlerischen Beiträgen der Schüler:innen.

Die fünfte Auflage der Öko-Aktionswochen findet vom 16.09.2024 bis zum 31.10.2024 statt. Zahlreiche Bio-Betriebe aus Erzeugung und Verarbeitung werben auf über 100 Veranstaltungen für den ökologischen Landbau in Baden-Württemberg. Unter anderem auf Hof-Festen, Betriebsführungen und Workshops wird der Öko-Landbau, seine Erzeugnisse und seine Besonderheiten den Besucher:innen näher gebracht.

Eine Übersicht über die Veranstaltungen und Informationen zu den Öko-Aktionswochen finden Sie auf der Webseite, sowie auf Instagram und Facebook.

 

Presse:

Pressemeldung des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR)

 

Zur AÖL:

Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucherschaft befördert sie die Belange der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft aktiv. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher heraus.

Kontakt: Magdalena Gromann, Referentin, info@aoel-bw.de

 

Fotos: Benjamin Grell (Freie Schule Anne-Sophie)

Gruppenfoto v.l.n.r.: Manuela Mann (Qualitätssicherung Panorama Catering), Angelika Schmidt (Bereichsleitung Schulen Stiftung Würth, Gesamtleitung Freie Schule Anne-Sophie), Minister Peter Hauk MdL, Johannes Schmalzl (Vorstandsvorsitzender Stiftung Würth), Anja Frey (AÖL Vorständin, Demeter Vorsitzende), Thomas Ruepp (Küchenchef Freie Schule Anne-Sophie bei Panorama Catering).

Einzelfoto: AÖL-Vorständin und Demeter-Landesvorsitzende Anja Frey


"Gentechnik bald auf Äckern und Tellern?"

"Gentechnik bald auf Äckern und Tellern?"

Vortrag mit Diskussion

19.09.2024, 19:30 Uhr

Raupe Immersatt (Johannesstr. 97, 70176 Stuttgart)

 

Vom 13. September bis 13. Oktober finden die "Aktionswochen für gentechnikfreies Essen" statt. Am Aktionstag, dem 19. September, organisiert das Aktionsbündnis Gentechnikfreie Landwirtschaft um 19:30 Uhr einen Vortrag mit Diskussion zum Thema "Gentechnik bald auf Äckern und Tellern?". Mit dabei sind Prof. Dr. Katja Tielbörger von der Uni Tübingen und Sophie Kraul, demeter Landwirtin. Die Veranstaltung findet im foodsharing-Café Raupe Immersatt in Stuttgart statt.

Mehr Infos gibt es unter: www.raupeimmersatt.de und www.gentechnik-freie-landwirtschaft.de

 

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Kontakt: Magdalena Gromann, Referentin, info@aoel-bw.de


Unsere Mitgliedsverbände

Arbeitsgemeinschaft Ökologischer
Landbau Baden-Württemberg e.V.
Schelztorstr. 49
73728 Esslingen

Mail: info@aoel-bw.de