100 Jahre Bio – dynamisch und zukunftsgewandt

Tennental, 16.06.2024. Unter dem Motto “100 Jahre biodynamische Landwirtschaft - gemeinsam Zukunft gestalten“ lud der Demeter Landesverband Baden-Württemberg zu einer Jubiläumsfeier auf dem Gelände der Tennentaler Gemeinschaften e.V. ein.

Dr. Christoph Reiber, Geschäftsführer des Demeter Landesverbandes Baden-Württemberg e.V., machte in seiner Begrüßungsrede deutlich: „Gemeinsam eine nachhaltige Zukunft gestalten heißt auch, Rahmenbedingungen zu schaffen für eine Anerkennung und Honorierung der vielfältigen Nachhaltigkeitsleistungen unserer Mitgliedsbetriebe für die Umwelt und das Gemeinwohl. Dafür sind wir in gutem Austausch mit den Bio-Verbänden, den Marktpartnern und der Politik.“

Im Namen der Mitgliedsverbände der AÖL Baden-Württemberg e.V. gratulierte der Vorsitzende Marcus Arzt herzlich. „100 Jahre biodynamischer Landbau zeigen absolut eindrucksvoll, dass der ökologische Landbau diejenige Wirtschaftsweise ist, die erfolgreich und dauerhaft gleichermaßen gesunde Lebensmittel hervorbringt und unsere Lebensgrundlagen erhält.“ Demeter Landesvorsitzende Anja Frey zeigte sich erfreut: „Gemeinsam Zukunft zu gestalten mit dem Ökolandbau ist unser Auftrag.“

Ganz praktisch erlebten dies die zahlreichen Besucher:innen und Gäste auch am Veranstaltungsort. Die Hofgemeinschaft demonstrierte eindrucksvoll, wie wertegeleiteter biodynamischer Landbau und soziale Verantwortung Hand in Hand gehen können. Fachreferate im Rahmen des Jubiläums sorgten für einen weiten Blick und Erkenntnisgewinn. Kulinarische Genüsse rundeten das Erleben ab.

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucherschaft befördert sie die Belange der Ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft aktiv. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse der Verbraucher und Verbraucherinnen heraus.

Kontakt: Christoph Zimmer, Geschäftsführer der AÖL, info@aoel-bw.de

Bild: Demeter-Geschäftsführer Christoph Reiber begrüßt die Gäste der Jubiläumsfeier. Bildnachweis: Sonja Jürschik.


Landwirtschaft im Ballungsraum: Özdemir auf dem Reyerhof in Stuttgart

Stuttgart-Möhringen, 2.5.2024. Auf Einladung des Reyerhofs besuchte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir am Donnerstagabend den ökologischen Betrieb in Stuttgart-Möhringen. Die Besichtigung warf ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, denen sich die Landwirtschaft in städtischen Gebieten gegenübersieht. Ein besonderer Fokus lag auf Ökobetrieben, welche auf Weideflächen angewiesen sind und aufgrund der Flächenkonkurrenz mit Industrie, Wohnungs- und Straßenbau Existenzängste erleben.

Marcus Arzt, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg (AÖL), unterstrich gegenüber Minister Özdemir die Dringlichkeit einer Entbürokratisierung. Er wies darauf hin, dass bereits die Bearbeitung der zehn wichtigsten von 300 auf der Liste des Ministeriums stehenden Punkten eine erhebliche Entlastung für die Betriebe bedeuten würde.

Im Sinne des ökologischen Landbaus plädierte Arzt dafür, die Vorleistungen der Ökobauern und -bäuerinnen als „Green by Concept“ anzuerkennen. Dies betrifft viele Bereiche, wie etwa die Düngung im Hinblick auf die kommende Stoffstrombilanz sowie die Einhaltung der GLÖZ-Umweltauflagen, und sollte direkt und ohne zusätzlichen Formalismus erfolgen.

Minister Özdemir hob hervor, dass er bereits bei den GLÖZ 8-Richtlinien für den Anbau in Brüssel bedeutende Fortschritte erzielen konnte und dass ihm diese Themen besonders am Herzen liegen. Er bekräftigte, dass der Leitgedanke der zukünftigen Agrarpolitik lauten müsse: „Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“, um die vielfältigen Vorleistungen der Landwirtschaft anzuerkennen.
Die anwesenden Landwirtinnen und Landwirte zeigten sich erfreut über das offene und konstruktive Gespräch mit dem Minister und die Aussicht auf positive Veränderungen.

Kontakt: Christoph Zimmer, Geschäftsführer der AÖL, presse-bw@bioland.de, Tel. +49 711 550939-45, Website: www.aoel-bw.de.

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucherschaft befördert sie die Belange der Ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft aktiv. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse der Verbraucher und Verbraucher*innen heraus.

Bild: Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir mit den Vorsitzenden der AÖL Marcus Arzt und Anja Frey (beide links von ihm). Bildquelle: Sonja Jürschik, Demeter Baden-Württemberg.


Austausch auf dem Acker: Ministerpräsident Kretschmann bei den Bauern zu Agrardiesel, Erosionsschutz und Landwirtschaft

Ditzingen, 19.1.2024. Was bewegt aktuell tausende Bäuerinnen und Bauern, durch massive Proteste erhebliche Störungen in der gesamten Bundesrepublik zu verursachen? Vor welchen drängenden Herausforderungen stehen landwirtschaftliche Betriebe gegenwärtig? Und welche politische Weichenstellung braucht es für eine zukunftsfähige Landwirtschaft? Diese Fragen erörterte Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Freitag mit ökologisch und konventionell arbeitenden Landwirt:innen auf dem Bioland-Hof Grieshaber und Schmid in Ditzingen. Der Betrieb mit Milchviehhaltung, Acker- und Gemüsebau war bereits Gastgeber bei den Öko-Feldtagen im Juni 2023.  

Berichte zur landwirtschaftlichen Praxis aus erster Hand 

Im Rahmen einer Betriebsbesichtigung zeigten die Bauernfamilie und der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AÖL) e.V. Marcus Arzt ganz praktisch auf, welche Auswirkungen die Politik auf die tägliche Arbeit hat. Aktiv ging Kretschmann in den Austausch mit den Praktiker:innen. Aus aktuellem Anlass stand das Thema Agrardiesel ganz oben auf der Gesprächsliste. Darüber hinaus ging es um die Bewirtschaftungsauflagen zum Erosionsschutz (GLÖZ5), die momentan auf Landesebene eine praktikable Lösung vermissen lassen. Auch die schwache Marktposition der Landwirtschaft und den dadurch entstehende Preisdruck sprachen die Bäuerinnen und Bauern an. Ihnen bot sich durch den Besuch eine gute Gelegenheit, dem Chef der Landesregierung aus erster Hand ihre Perspektive auf gegenwärtige Entwicklungen und politische Entscheidungen zu schildern.  

Für die Landwirt:innen sind mit dem Besuch des Ministerpräsidenten große Hoffnungen verknüpft. Sie brauchen die Unterstützung der Politik, um auch in Zukunft zuverlässig und nachhaltig hochwertige Lebensmittel erzeugen zu können. So betonte Marcus Arzt in Bezug auf die geplante schrittweise Streichung der Agrardieselvergünstigungen: Wir fahren mit dem Traktor nicht in Urlaub. Wir wollen weg von fossilen Brennstoffen, aber haben gegenwärtig keine Alternativen. Wir benötigen hier Unterstützung und keine Einkommenskürzung.“  

Betriebsleiter Reinhard Grieshaber ärgert sich über überbordende Bewirtschaftungsauflagen: “Wir haben eine Vielzahl von klimatischen, geologischen und geografischen Besonderheiten in Baden-Württemberg. Landwirtschaft geht nicht nach dem Kalender. Was im Rheingraben richtig ist, passt nicht für die Alb. Ich muss hier nach der Beschaffenheit von Boden und der Witterung meine Entscheidungen eigenverantwortlich treffen – nicht anhand widersinniger theoretischer Auflagen in Gesetzeswerken.” Besonders ärgert den Landwirt die fehlende Flexibilität: “Führe ich eine angepasste, situative Bodenbearbeitung durch, die aber nicht zu den Auflagen passt, werde ich im Gesamtbetrieb äußerst hart sanktioniert.“ 

Wertvolle Eindrücke für die weitere politische Arbeit 

Ministerpräsident Kretschmann dankte für die unmittelbaren Einblicke in die Arbeit und alltäglichen Herausforderungen der Betriebe. Konkret sicherte er zu: „Ich werde mich umgehend des Themas Erosionsschutz annehmen, das lassen wir so nicht stehen. Sie können sich sicher sein, dass wir das Ernst nehmen!“ 

„Wir halten zu Euch ”, bestätigte auch Martin Hahn, MdL und Vorsitzender des Agrarausschusses des Landtags Baden-Württemberg den Bäuerinnen und Bauern und versprach, sich intensiv für deren Belange einzusetzen.  

Nun liegt es am Ministerpräsidenten, die gewonnenen Eindrücke und Erkenntnisse in konkrete agrarpolitische Maßnahmen umzuwandeln. Es geht um sichere und zukunftsfähige Produktionsbedingungen für die Landwirt:innen in Baden-Württemberg – und um regionale Lebensmittel aus dem Ländle, auch in Zukunft.  

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucher befördert sie die Belange der Ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft durch ein aktives Tun. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse des Verbrauchers als Konsument wie als Steuerzahler heraus. 

Bild 1_MP_Tafelrunde: Ministerpräsident Kretschmann im Austausch mit Landwirten. Von links Tafel: MdL Dr. Markus Rösler, MdL Martin Hahn, Vorsitzender des Agrarausschuss Landtag BW, Ministerpräsident Wilfried Kretschmann, Gastgeber Biolandbauer Reinhard Grieshaber; Marcus Arzt, Vorsitzender Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau BW und Biobauer.

 


Diskussion zu Gentechnik: EU-Parlament muss deutlich nachbessern

Ravensburg, 14. Dezember 2023. Ist die Neue Gentechnik wirklich das Wundermittel, für das manche sie halten? Welche Risiken bergen CRISPR/Cas und Co.? Und kann die Wahlfreiheit auf Acker und Teller mit einem aufgeweichten EU-Gentechnikrecht erhalten werden? Zu diesen Fragen diskutierten am Donnerstagabend Norbert Lins, Mitglied des Europäischen Parlaments (CDU), Martina Braun, Mitglied des baden-württembergischen Landtags (Grüne) und Jan Plagge, Präsident von Bioland und IFOAM Organics Europe. Bei der Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V. (AÖL) wurde klar: Die Positionen liegen zum Teil weit auseinander, eine Annäherung scheint aber zumindest in Detailfragen dennoch möglich.

Zu Beginn machte Marion Bohner, Naturland-Landwirtin aus Bad Waldsee und AÖL-Vorstandsmitglied, in einem Eingangsstatement deutlich, worum es bei der ganzen Debatte für die bäuerlichen Betriebe geht: „Wir sehen uns als Bio-Betrieb in der Verantwortung für die Gesunderhaltung unserer Böden und unserer Umwelt. Dazu gehört, dass wir ganz bewusst ohne Gentechnik arbeiten – und das wollen wir auch weiterhin tun können. Von der Politik erwarte ich, dass sie uns Bäuerinnen und Bauern diese Wahlfreiheit sichert“, sagte Bohner.

Plagge: Gentechnikfreiheit geht nur mit Kennzeichnungspflicht und Koexistenzregeln

Bioland-Präsident Plagge nahm den Ball auf und lenkte die Diskussion auf die Verantwortung, die speziell das EU-Parlament hierfür trage. „Wenn der Agrarausschuss des EU-Parlaments sich nun offenbar doch dazu durchgerungen hat, die neuen Gentechniken für Bio auszuschließen, dann ist das ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte Plagge an Norbert Lins gewandt, den Vorsitzenden dieses Ausschusses. Ausreichend sei das aber bei weitem nicht, der Beschluss des Ausschusses insgesamt widersprüchlich.

„In der Praxis kann ein Nebeneinander von Landwirtschaft mit und ohne Gentechnik nur funktionieren, wenn es auch für alle so genannten neuen gentechnischen Verfahren eine Kennzeichnungspflicht gibt – und zwar möglichst bis zum Endprodukt, dem Lebensmittel“, betonte Plagge. Die aktuelle Position des EU-Agrarausschusses sehe dagegen gar keine Kennzeichnungspflicht vor, nicht einmal für Saatgut, und auch keinerlei Koexistenzregeln für Anbauformen mit und ohne Gentechnik. „Hier muss das Parlament noch dringend nachbessern, dafür zählen wir auf Ihre Unterstützung“, sagte Plagge an Lins gewandt.

Kontroverse Diskussion

Der Europa-Abgeordnete Lins betonte, dass es seiner Meinung nach falsch sei, von einer Deregulierung der Gentechnik zu sprechen. Vielmehr gehe es um eine „Neuregelung“, der neuen gentechnischen Verfahren, die „nicht vergleichbar“ seien mit der alten Gentechnik, machte der CDU-Politiker seine grundsätzlich positive Haltung zur Neuen Gentechnik deutlich, für die er an diesem Abend viel Kritik von den rund 150 Zuhörerinnen und Zuhörern im Saal einstecken musste.

Als Vorsitzender des Agrarausschusses und innerhalb der konservativen EVP-Fraktion versuche er aber, „zwischen den verschiedenen Interessen zu moderieren“ kam Lins, der seinen Wahlkreis in Württemberg-Hohenzollern hat, den kritischen Stimmen im Saal entgegen. In diesem Zusammenhang sagte der EU-Abgeordnete dem Bio-Sektor seine Unterstützung für die Einführung von Koexistenzregeln und ein Kennzeichnungspflicht beim Saatgut zu. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass sich die Mehrheitsmeinung der EVP-Fraktion da noch mal ändert“, sagte Lins. Eine Kennzeichnungspflicht bei Lebensmitteln lehnte er auf Nachfrage allerdings ab.

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Martina Braun erinnerte ihren CDU-Kollegen daran, dass beide Parteien im Koalitionsvertrag klar vereinbart hätten, „dass wir Baden-Württemberg gentechnikfrei halten wollen“. Zugleich warnte sie vor den nicht abschätzbaren Risiken einer Freisetzung von NGT-Pflanzen in die Umwelt. „Was bedeutet es für das Ökosystem und den Naturschutz, wenn gentechnisch veränderte Kulturpflanzen sich auskreuzen“, sagte Braun. Zugleich verwies Braun darauf, dass 2022 allein in Baden-Württemberg Lebensmittel mit dem Logo „Ohne Gentechnik“ im Wert von rund vier Milliarden Euro verkauft worden seien. Hier gehe es um eine regionale Wertschöpfung, die ohne eine klare Kennzeichnungspflicht für die Neue Gentechnik in Gefahr sei.

Einig waren sich Plagge, Lins und Braun darüber, dass Pflanzen und Pflanzenteile, die mithilfe der Neuen Gentechnik verändert wurden, nicht patentierbar sein sollen. „Es ist gut, dass der Agrarausschuss sich grundsätzlich gegen eine Patentierbarkeit ausgesprochen hat“, sagte Plagge. „Dazu muss jetzt aber das Patentrecht dringend angepasst werden – und zwar bevor man auch nur darüber nachdenkt, das Gentechnikrecht anzufassen.“

Fotonachweis: Markus Leser

Zur AÖL:

Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucher befördert sie die Belange der Ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft durch ein aktives Tun. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse des Verbrauchers als Konsument wie als Steuerzahler heraus.

Die Veranstaltung wurde von einem breiten Kreis an Organisationen aus Umwelt- und Naturschutz, Kirchen, Ernährung und Zivilgesellschaft unterstützt, welche sich im Aktionsbündnis gentechnikfreie Landwirtschaft zusammengeschlossen haben (www.gentechnik-freie-landwirtschaft.de). 


Neue Gentechnik: Wahlfreiheit auf Acker und Teller in Gefahr? Podiumsdiskussion am 14.12.

Die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau veranstaltet am 14.12.2024 in Ravensburg eine Abendveranstaltung mit Podiumsdiskussion.

Mit Bioland-Präsident Jan Plagge diskutieren im Schwörsaal im Waaghaus Norbert Lins, Europaabgeordneter und Martina Braun, Landtagsabgeordnete (Bündnis 90/Die Grünen).

Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr.

 

Adresse: Schwörsaal im Waaghaus, Marienplatz 28, 88212 Ravensburg.


Öko-Aktionswochen 2023: Machen Sie mit!

Das MLR und die MBW-Marketinggesellschaft laden herzlich zu den Öko-Aktionswochen 2023 vom Montag, den 18.09.2023, bis Dienstag, den 31.10.2023, ein.
Die Verbände des ökologischen Landbaus unterstützen und begleiten die Öko-Aktionswochen.

Bereits zum 4. Mal finden die Öko-Aktionswochen statt: 2023 mit dem Motto „Baden-Württemberg is(s)t Bio“. Die Öko-Aktionswochen 2023 sind die Plattform für mehr Bio aus Baden-Württemberg - die ökologische Agrar- und Ernährungswirtschaft soll für Jung und Alt mit allen Sinnen sichtbar, erlebbar und begreifbar gemacht werden.

Sie möchten bei den Öko-Aktionswochen mitmachen?
•    Die Teilnahme ist kostenlos.
•    Sie können Ihre Veranstaltung direkt anmelden unter: öko-aktionswochen-bw.de/anmelden/
•    Wenn Sie Fragen oder Anmerkungen zur Anmeldung haben, können Sie sich mit Ihrem Anliegen direkt an: oeko-aktionswochen@mbw-net.de wenden.
•    Unter Media und Presse können Sie das Logo, Plakate sowie Online-Banner usw. für Werbezwecke herunterladen. https://www.öko-aktionswochen-bw.de/media-presse/


Erster Natur- und Landwirtschaftstag in Bernau: Dialog zwischen Naturschutz, Landwirtschaft und Lebensmittelhandel

Esslingen/ Bernau, 26.05.2023 Die Verbände des Veränderungsdialogs veranstalteten heute den ersten Natur- und Landwirtschaftstag in Bernau im Schwarzwald zu dem Thema „Weidetierhaltung der Zukunft – Landwirtschaft, Naturschutz und Handel gemeinsam auf dem Weg“.

Im Veränderungsdialog haben sich verschiedene Verbände aus der Landwirtschaft, dem Naturschutz und Vertretungen des Handels zusammengeschlossen, um zu einem besseren Miteinander zu kommen und gemeinsame Themen zu identifizieren, zu denen sie gemeinsam handeln wollen.

Die Weidetierhaltung ist eine der wichtigsten Formen der naturschutzgerechten Landbewirtschaftung. Weidewirtschaft spielt für den Erhalt der traditionellen Kulturlandschaft in Baden-Württemberg eine große Rolle und sorgt für biologische Vielfalt auf den Flächen. Daraus erzeugte Produkte finden zunehmend einen Markt, auch weil es gelingt, regionale, nachhaltig funktionierende Wertschöpfungsketten mit allen Akteuren aufzubauen. „Wir brauchen für unsere Rinderhalterinnen und -halter verlässliche Rahmenbedingungen für die Auslegung von Verwaltungsvorschriften vor allem im Baurecht, die landesweit einheitlich von den Behörden umgesetzt werden“, sagt Rosi Geyer-Fäßler, Vizepräsidentin des Landesbauernverbandes (LBV). „Eine Zusammenarbeit aller Beteiligten ist notwendig, um das für die Weidenutzung erforderliche Bauvorhaben umzusetzen, einschließlich neuer Ställe, Weideunterstände, Zäune und anderer landwirtschaftlicher Anlagen.“ Zudem müsse der Ackerstatus bei Neuanlagen von Weiden grundsätzlich erhalten bleiben, um Rechtssicherheit für die Betriebe zu garantieren. Hier sei Bund und Land gefordert entsprechende Regelungen zu erlassen, fordert die LBV-Vizepräsidentin.

Marcus Arzt, Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AÖL e.V.) erklärt: „Für uns Biobauern ist es wichtig, unseren Kühen möglichst artgerechte Haltungsformen anzubieten. Biobetriebe haben das Ziel, auch außerhalb der klassischen Grünlandregionen Weidemöglichkeiten zu schaffen. Hierfür brauchen wir die Unterstützung der Behörden und die Solidarität der Gesellschaft. Vorschriften müssen sachgerecht, umsetzbar und angemessen sein. Gemeinsam können wir so mehr Tierwohl schaffen.“

„Weidetiere wie Kühe, Schafe und Ziegen sind ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Kulturlandschaft. Es geht darum die Weidetierhalterinnen und -halter in Baden-Württemberg zu unterstützen damit sie auch in Zukunft Partner für den Naturschutz sein können“, erklärt Nabu-Landesvorsitzender Johannes Enssle. „Nicht zuletzt mit der Rückkehr der Wölfe nach Baden-Württemberg sind Herausforderungen verbunden, die wir nur gemeinsam im Interesse von Landwirtschaft und Naturschutz lösen können. Es ist klar, dass der Wolf in Baden-Württemberg ein Existenz- und Bleiberecht hat und wir die Tierhaltung darauf einstellen müssen. Es ist aber auch klar, dass Wölfe, die den Herdenschutz überwinden, schnell und unbürokratisch entnommen werden müssen.“

„Die Landesregierung muss dringend die Förderung regionaler Schlacht- und Verwertungswege sowie die mobile Schlachtung vorantreiben, um die Zukunft der Weidehaltung zu sichern. Wir brauchen dafür finanzielle Unterstützung und insbesondere einfachere Genehmigungsverfahren. Auch müssen bürokratische Hürden abgebaut werden. Nur so stellen wir sicher, dass Lebensmittel aus der regionalen Tierhaltung im Lebensmittelhandel sowie in der Direktvermarktung wettbewerbsfähig sein können“, so Bernhard Bolkart, Präsident des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV).

Um Weidetierhaltende in ihren Bedürfnissen zu unterstützen und den Fortbestand der Weidewirtschaft zu sichern, haben sich die Verbände des Veränderungsdialogs gemeinsam mit weiteren relevanten Akteuren auf den Weg gemacht, die wichtigsten Voraussetzungen für eine Weidetierhaltung der Zukunft zu identifizieren, Herausforderungen zu benennen und Ideen für deren Stärkung zu entwickeln. Ziel dabei ist es, einen Dialog mit politischen Entscheidungsträgern auf Landesebene und der Verwaltung auf regionaler und kommunaler Ebene anzustoßen. Im Rahmen der Veranstaltung wurde durch die Verbandsspitzen von BLHV e.V., LBV e.V., NABU Baden-Württemberg und AÖL e.V. ein Forderungspapier dazu vorgestellt und an die Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, Thekla Walker, und den Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, übergeben sowie diskutiert. Ziel ist es, im gemeinsamen Austausch mit der Politik über den konkreten Handlungsbedarf zu sprechen und die Bedeutung der Weidetierhaltung für Landwirtschaft und Naturschutz deutlich zu machen.

Am Nachmittag des Natur- und Landwirtschaftstags stand der fachliche Austausch im Fokus: Zwei Vorträge, die das Zusammenwirken von Landwirtschaft, Naturschutz und Handel beschreiben, gaben Impulse für die anschließende Diskussionsrunde mit allen Teilnehmenden. Eine weitere Diskussionsrunde nahm Ansätze aus Praxis und Wissenschaft einer nachhaltigen Weidetierhaltung in den Blick.

Begleitet wurde die Veranstaltung von Informationsständen mit guten Beispielen aus der Praxis und innovativen Ansätzen aus der Wissenschaft.

 

Zum Programm und dem Forderungspapier unter https://veraenderungsdialog.de/veranstaltungen/

Fotos der Veranstaltung zum Download: https://we.tl/t-0rnRgOTO3U

Mehr zum Veränderungsdialog unter https://veraenderungsdialog.de/

 

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucher befördert sie die Belange der Ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft durch ein aktives Tun. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse des Verbrauchers als Konsument wie als Steuerzahler heraus.


Stoppt den Flächenverbrauch – Jetzt Volksantrag unterschreiben

Esslingen am Neckar, 27.04.2023  Ab morgen haben Wahlberechtigte in Baden-Württemberg die Möglichkeit, über den „Volksantrag Flächenverbrauch" abzustimmen. Für die Umsetzung des Volksantrags sind 40.000 Unterschriften erforderlich, die über Stimmzettel (Download von der Homepage der Initiatoren) abgegeben werden können.

Gemeinsam mit 15 anderen Umwelt-, Naturschutz- und Landwirtschaftsverbänden hat die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AÖL) e.V den Volksantrag zum Flächenschutz initiiert. Ziel des Antrags ist es, wirksame Maßnahmen gegen den Flächenverbrauch umzusetzen und verbindliche Obergrenzen für den Flächenverbrauch im Landesplanungsgesetz zu etablieren.

Im Koalitionsvertrag von Grünen und CDU in Baden-Württemberg wurde vereinbart, den Flächenverbrauch auf 2,5 Hektar pro Tag zu begrenzen und bis 2035 auf Netto-Null zu reduzieren. In den letzten Jahren verschwanden durchschnittlich 5 bis 6 Hektar Land pro Tag durch Überbauung für immer unter Beton. Landwirtschaftliche Nutzflächen, wertvoller Erholungsraum für Menschen und wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen gehen unwiederbringlich verloren.

"Die anhaltend hohe Bodenversiegelung zeigt, dass die bisherigen Maßnahmen, wie das freiwillige Flächensparen, nicht ausreichen, um den Flächenverbrauch effektiv zu reduzieren und somit besonders fruchtbare Böden zu schützen", betont Marcus Arzt, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau.

„Die landwirtschaftlichen Flächen haben sich in Baden-Württemberg in den letzten 20 Jahren um 4 Prozent verringert. Damit steigt der Druck, die verbleibenden Flächen intensiver zu bewirtschaften – so entstehen weitere Schäden für Klima und Umwelt. „Wir glauben, dass die Einführung von handelbaren Flächenzertifikaten für Kommunen, wie der Volksantrag sie fordert, ein wirkungsvolles Instrument ist, um den Flächenverbrauch deutlich zu begrenzen, “, so Arzt. In einem „Planspiel Flächenhandel“ wurde dieses System mit rund 60 Kommunen getestet – die angestrebte Einsparung konnte dadurch erreicht werden.

Der Verlust von wertvollem Land als Ernährungsgrundlage für Mensch und Tier sowie als Lebensraum für Flora und Fauna ist durch jede versiegelte Fläche unwiederbringlich. Diese Entwicklung stellt zudem eine ernsthafte Bedrohung für landwirtschaftliche Betriebe dar.

„Auch Bio-Höfe sind von der unkontrollierten Ausweitung von Siedlungs- und Verkehrsflächen betroffen und verlieren dadurch ihre Wirtschaftsgrundlage. Zum Erhalt der Ernährungssicherheit und zur Versorgung der Bevölkerung mit regional erzeugten, hochwertigen Biolebensmitteln, müssen wir unser wertvolles Agrarland schützen“, so Zimmer.

„Im Namen der Bioverbände Bioland, Demeter, Ecoland, Ecovin und Naturland, die in der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AÖL) zusammenarbeiten, rufen wir alle wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg dazu auf, den Volksantrag zu unterstützen! Nur zusammen können wir den Flächenverbrauch stoppen, um wertvolle Flächen und Landschaften zu schützen und die Bodenqualität zu erhalten“, so Zimmer abschließend.

 

Weitere Informationen, einschließlich des Unterschriftenblatts und der Abgabestellen für die ausgefüllten Unterschriftenblätter, sind auf der Webseite www.laendle-leben-lassen.de verfügbar.

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucher befördert sie die Belange der Ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft durch ein aktives Tun. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse des Verbrauchers als Konsument wie als Steuerzahler heraus.


Vom 18. September bis zum 31. Oktober 2023 finden die diesjährigen "Öko-Aktionswochen Baden-Württemberg" statt.

Ab dem 18. September 2023 öffnen Bio-Erzeugerbetriebe, Akteur:innen aus Verarbeitung, Handel und Gastronomie sowie viele weitere Partner:innen des Ökolandbaus in ganz Baden-Württemberg Tür und Tor, um den Ökolandbau und seine Erzeugnisse mit allen Sinnen erlebbar zu machen. Ziel ist es, die ökologische Agrar- und Lebensmittelwirtschaft für Verbraucher:innen sicht- und erlebbar zu machen.

Zusätzlich findet in diesem Jahr vom 23. bis 29.9.2023 zum ersten Mal eine Schwerpunktwoche innerhalb der Öko-Aktionswochen statt. Unter dem Motto "BW is(s)t Bio in der Gemeinschaftsverpflegung" bringen bspw. Mensen und Kantinen abwechslungsreiches, regionales Bio auf die Teller der Gäste.

Die Aktionen und Veranstaltungen richten sich an alle, die sich für ökologische Ernährung und eine nachhaltige Lebensweise interessieren.
Weitere Informationen finden Sie unter www.oeko-aktionswochen-bw.de.

 

Organisiert werden die Öko-Aktionswochen Baden-Württemberg von der MBW Marketinggesellschaft mit Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg (AÖL) e.V. sowie des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR).


Verbände begrüßen Strategiedialog des Landes und stellen Zukunftspapier vor

Stuttgart/Freiburg, 23.09.2022 Drei Landwirtschaftsverbände und der Naturschutzverband NABU in Baden-Württemberg wollen sich gemeinsam dafür einsetzen, dass der heute von Ministerpräsident Kretschmann eröffnete Strategiedialog Landwirtschaft ein Erfolg wird. „Die Herausforderungen unserer Zeit können wir nur gemeinsam bewältigen“, so die Verbandsvertreter der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AÖL), des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands (BLHV), des Landesbauernverbands Baden-Württemberg (LBV) und des NABU (Naturschutzbund) Baden-Württemberg. Die Verbände befinden sich bereits seit rund einem Jahr in einem konstruktiven Dialogprozess und wollen ihre Ergebnisse und Erfahrungen in den Strategiedialog einfließen lassen. In einem Zukunftspapier haben sich die Verbände auf zentrale Herausforderungen verständigt. Diese gilt es nun im Strategiedialog aufzugreifen und umzusetzen.

Mit dem Ziel, eine Basis für eine bessere und an gemeinsamen Zielen ausgerichtete Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Lebensmitteleinzelhandel zu schaffen, initiierten die genannten Verbände im Jahr 2021 den Veränderungsdialog, der durch die Ministerien für Landwirtschaft und Umwelt finanziert wird. „Wir haben den Veränderungsdialog ins Leben gerufen, weil wir einen neuen Geist der Zusammenarbeit brauchen“, erklärt der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle. „Dafür müssen sich alle Seiten bewegen und aufeinander zugehen, denn nur gemeinsam werden wir die Probleme der Landwirtschaft lösen und den Rückgang der Artenvielfalt stoppen.“

Beide Projekte – der Strategiedialog des Ministerpräsidenten und der Veränderungsdialog der Verbände – würden ähnliche Ziele verfolgen, so der AÖL-Vorsitzende Marcus Arzt: „Wir möchten Lösungsansätze für eine zukunftsfähige Landwirtschaft sowie für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen hervorbringen“. Übergeordnetes Ziel des Veränderungsdialogs sei die „Gestaltung eines Agrarökosystems, das unsere natürlichen Ressourcen schont, Landwirtinnen und Landwirten eine wirtschaftliche Perspektive bietet und für Ernährungssicherheit sorgt“, führt Arzt weiter aus. „Dabei ist der Einbezug des Handels unabdingbar.“

Krieg und Krise haben verdeutlich wie wichtig die heimische Lebensmittel-, aber auch die Energieproduktion ist. „Durch die Coronapandemie ist die Wertschätzung von regionalen Lebensmitteln gestiegen. Die Situation hat sich durch die Auswirkungen des Ukrainekrieges mit steigender Inflation und den massiv gestiegenen Preisen verändert“, erklärt LBV-Präsident Joachim Rukwied. „Die baden-württembergischen Bauernfamilien brauchen stabile Wertschöpfungsketten, auskömmliche Einkommen und verlässliche Rahmenbedingungen. Neben hochwertigen Lebensmitteln schaffen wir lebendige ländliche Räume und eine einmalige Kulturlandschaft mit großer biologischer Vielfalt.“ Um Ökologie und Ökonomie in Einklang zu bringen müsse es laut Bauernpräsidenten einen Schulterschluss zwischen Landwirtschaft und Naturschutz, Politik und Lebensmitteleinzelhandel geben. „Das ist unser gemeinsames Ziel“, bekräftigt Rukwied.

Landwirtinnen und Landwirte stünden aufgrund der aktuellen Energiekrise unter enormem finanziellem Druck, betont BLHV-Präsident Bernhard Bolkart. „Wir müssen dennoch die Herausforderungen unserer Zeit angehen und die Landwirtschaft der Zukunft gestalten. Insbesondere Klimawandel und Biodiversitätsverlust zwingen uns zu handeln. Wir sind auf einem sehr guten Weg“, erklärt Bolkart anerkennend, „wenn wir weiterhin zusammenarbeiten und uns gegenseitig unterstützen, werden wir Lösungen finden“.

 

Hintergrund zum Veränderungsdialog:

Mit dem Ziel, eine Basis für eine neue, bessere und an gemeinsamen Zielen ausgerichtete Zusammenarbeit der Akteure aus Landwirtschaft, Naturschutz und Lebensmittelhandel in Baden-Württemberg zu schaffen, haben die Verbände Badischer Landwirtschaftlicher Hauptverband (BLHV), Landesbauernverband in Baden-Württemberg (LBV), Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AÖL) und NABU (Naturschutzbund) Baden-Württemberg gemeinsam den Veränderungsdialog angestoßen. Finanziell und ideell unterstützen das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft (UM) sowie das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) des Landes Baden-Württemberg das Projekt.

Der Fokus liegt auf einer Lebensmittelproduktion, die die Umwelt schont, Ernährungssicherheit schafft und die für ihren gesellschaftlichen Beitrag honoriert wird. Eine aktive Einbindung des Lebensmitteleinzelhandels ist sehr wichtig, um tragfähige Ansätze etablieren zu können. Ziel des Projektes ist es, sich auf konkrete gemeinsame Handlungsoptionen (Maßnahmen, Projektideen) zu verständigen, mit denen in einem Folgeprozess an der Verwirklichung der gemeinsamen Zukunftsbilder gearbeitet wird.

 

Mehr unter: www.veraenderungsdialog.de

Zukunftspapier: Zeit für Veränderung - Veränderungsdialog (veraenderungsdialog.de)


Mit Ökolandbau das Klima schützen - Ministerpräsident Kretschmann informiert sich auf Bio-Betrieb

Esslingen am Neckar/Murr, 17.08.2022 Baden-Württemberg als Klimaschutzland etablieren und
zum internationalen Maßstab machen: Das ist eines der Ziele, das die Landesregierung im Koalitionsvertrag 2021 verankert hat. Dabei ist Klimaschutz eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe: Neben Politik, Wirtschaft und Wissenschaft muss sich auch die Landwirtschaft aktiv für das Erreichen des 1,5-Grad-Ziels einsetzen.

Wie die Ökolandwirtschaft in der Praxis zum Schutz des Klimas beiträgt, erfuhren Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Peter Hauk, Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz heute bei ihrem Besuch auf dem Demeter-Bühlerhof in Murr im Landkreis Ludwigsburg.

Der Betrieb wird seit 1982 nach den Richtlinien des biologisch-dynamischen Konzepts bewirtschaftet und ist seit Generationen familiengeführt. Auf insgesamt 80 Hektar Fläche kultiviert Familie Bühler Gemüse-, Getreide- und Futteranbau und unterhält einen modernen Milchviehstall mit rund 50 laktierenden Kühen. Betriebsinhaber Friedhard Bühler erklärt: „Grund für die Umstellung war die Erkenntnis, dass die zunehmende Ausbeutung natürlicher Rohstoffe sowie die Verunreinigung von Luft, Wasser und Boden durch aggressive Pestizide, Fungizide und Herbizide die Bodenfruchtbarkeit langfristig bedrohen. Heute ist für uns maßgeblich mit den natürlich gegebenen Ressourcen achtsam umzugehen und unsere Arbeitsweise danach auszurichten, im Einklang mit der Natur zu stehen.“

Ministerpräsident Winfried Kretschmann dazu: „Jeder merkt: Wir sind mittendrin im Klimawandel, das ist eine große Herausforderung. Es ist beeindruckend, mit welcher Umsicht, Vorausschau, Kompetenz und Engagement Familie Bühler ihren Demeterhof betreibt." Weiter imponierte dem Ministerpräsidenten, wie der Ökolandbau Lösungsmöglichkeiten für die Klimaproblematik bietet. „Entscheidend ist, dass der Verbraucher begreift, was er isst und welche Wirkung er mit seiner Entscheidung für die nachhaltige Erzeugung trifft“, so Kretschmann.

Die Wertschätzung der Politik begrüßte Marcus Arzt, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg: „Kein Anbausystem sonst kann die aktuellen gesellschaftlichen und ökologischen Anforderungen so adäquat lösen wie der Ökolandbau. Er trägt sowohl zum Schutz des Klimas als auch zum Erhalt der Ernährungssicherung bei. Deshalb ist jeder Euro, den die Landesregierung in das System investiert, gut angelegt. Damit kann das Land seinem Vorbildcharakter und seinem Ziel, Baden-Württemberg als Blaupause in Sachen Klimaschutz zu etablieren, gerecht werden.“

 

Bild: Betriebsleiter Friedhard Bühler, SWR Reporter Knut Bauer, AÖL Vorsitzender Marcus Arzt, Minister Peter Hauk, Ministerpräsident Winfried Kretschmann
Bildnachweis: Sonja Jürschik, Demeter Baden-Württemberg

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucher befördert sie die Belange der Ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft durch ein aktives Tun. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse des Verbrauchers als Konsument wie als Steuerzahler heraus.

Ansprechpartnerin für Presseanfragen: Xenia Milosavljevic, Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V. (AÖL e.V.), c/o Bioland Landesverband Baden-Württemberg e.V., Schelztorstr. 49, 73728 Esslingen, T. +49 711 550939-19, M. +49 151 17127729, E-Mail: xenia.milosavljevic@aoel-bw.de


Vom 19. September bis zum 30. Oktober 2022 finden die diesjährigen "Öko-Aktionswochen Baden-Württemberg" statt.

Ab dem 19. September 2022 öffnen Bio-Erzeugerbetriebe, Akteur:innen aus Verarbeitung, Handel und Gastronomie sowie viele weitere Partner:innen des Ökolandbaus in ganz Baden-Württemberg Tür und Tor, um den Ökolandbau und seine Erzeugnisse mit allen Sinnen erlebbar zu machen.

Die Aktionen und Veranstaltungen richten sich an alle, die sich für ökologische Ernährung und eine nachhaltige Lebensweise interessieren.
Weitere Informationen finden Sie unter www.oeko-aktionswochen-bw.de.

Organisiert werden die Öko-Aktionswochen Baden-Württemberg von der MBW Marketinggesellschaft mit Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg (AÖL) e.V. sowie des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR).

 


Keine Gentechnik durch die Hintertür!

02.06.2022 Ein breites europäisches Bündnis hat eine Petition gegen die Nutzung von Gentechnik in der Landwirtschaft gestartet. Die AÖL unterstützt dies. „Bisher wissen wir, ob für die Lebensmittelerzeugung Gentechnik eingesetzt wurde. Die Produkte sind klar gekennzeichnet. Diese Wahlfreiheit für die Verbraucher:innen muss erhalten bleiben, auch um das Ziel von 30-40 Prozent Bio in Baden-Württemberg und 30 Prozent auf Bundesebene nicht zu gefährden“, mahnt Christoph Zimmer, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V.

Innerhalb der EU dürfen zugelassene gentechnisch veränderten Organismen (GVO) nur auf den Markt, nachdem sie auf ihre Risiken geprüft wurden. Sie müssen gekennzeichnet und rückverfolgbar sein. Dieses Prinzip, das mit dem EuGH Urteil von 2018 auch für die neuen Gentechniken wie CRISPR/Cas gilt, will die Europäische Kommission jetzt aufweichen. In der Folge könnten neue GVO nicht mehr wie gewohnt reguliert werden. Bäuerinnen und Bauern könnten die Gentechnikfreiheit ihrer Produkte nicht mehr sicherstellen, genauso wenig wie die Lebensmittelverarbeitungsunternehmen und der Handel. Verbraucher:innen hätten keine Wahlfreiheit mehr.

Besonders wer Lebensmittel aus biologischem Anbau kauft, will aber gentechnikfrei essen – diesem Wunsch ist der Ökolandbau verpflichtet. Die EU-Ökoverordnung 2018/848 verbietet für Lebensmittel aus biologischem Landbau die Verwendung von GVO sowie durch GVO hergestellte Erzeugnisse in Biolebensmitteln. Meinungsumfragen wie das Ökobarometer des Bundeslandwirtschaftsministeriums bestätigen immer wieder: Die Gewissheit, dass bei Biolebensmitteln keine Gentechnik – auch nicht in den Futtermitteln – eingesetzt wird, ist ein wichtiger Grund für den Kauf von Bio-Produkten.

Aber auch für konventionelle Lebensmittel gilt: Auf dem deutschen Markt sind praktisch alle Lebensmittel pflanzlicher Herkunft gentechnikfrei – denn solche, die Gentechnik enthalten, müssten laut EU-Verordnung entsprechend gekennzeichnet sein. Dass sich gentechnisch veränderte Lebensmittel nicht auf dem Markt durchsetzen konnten, zeigt die Präferenzen der Verbraucher:innen sehr deutlich.

Der Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen ist mit großen ökologischen Risiken verbunden. Beispielsweise sind beim Einsatz auch der neueren gentechnischen Verfahren sog. „off-target-effects“ zu erwarten. Das Bundesamt für Naturschutz schätzt das Risikopotenzial von Pflanzen, die mit Hilfe neuer Gentechnikverfahren hergestellt werden, im Vergleich zu Pflanzen aus alter Gentechnik als ähnlich oder noch größer ein, da die Genomeditierung hier das gesamte Genom für Veränderungen zugänglich macht.

Europaweit sprechen sich daher bereits zahlreiche Bürgerinnen und Bürger dafür aus, dass die o.g. Kennzeichnungspflicht und das Vorsorgeprinzip auch weiterhin für neue Gentechnikverfahren gelten – denn die Menschen wollen selbst bestimmen, was auf den Acker und auf ihre Teller kommt.

Die AÖL Baden-Württemberg unterstützt daher die Gentechnik-Petition der Agrar-, Umwelt- und Verbraucher:innenschutzverbände und ruft dazu auf, die europaweite Petition über den QR-Code oder die Homepage des BÖLW zu unterzeichnen:

 

 

 

 

 

 

 

http://www.boelw.de/gvopetit

 

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucher befördert sie die Belange der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft durch ein aktives Tun. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse des Verbrauchers als Konsument wie als Steuerzahler heraus.

Webseite der AÖL: www.oekolandbau-bawue.de

Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau e.V., Schelztorstr. 49, 73728 Esslingen. T.: +49 711 550 939-58. E-Mail: info@aoel-bw.de


Kurs auf Klimaschutz und regionale ökologische Kreisläufe für mehr Ernährungssouveränität

Esslingen/Stuttgart, 1. April 2022 Wie anfällig Warenströme in der globalisierten Welt sind hat der Ukraine-Krieg sehr schmerzhaft vor Augen geführt. Weit schmerzhafter wird es für die globale Welt, wenn in diesem Zug Forderungen wie der Einsatz von Gentechnik auf dem Acker oder eine intensive Produktion mit hohem Düngemitteleinsatz Gehör finden, denn diese sind nicht nachhaltig.

„Wir leben von und mit der Natur, diese als Lebensgrundlage zu schützen muss unser oberstes Ziel sein“, stellt Christoph Zimmer, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg (AÖL) klar. „Dies in der aktuellen Situation zu missachten und den Klimaschutz über Bord zu werfen hätte global fatale Folgen für die ganze Menschheit. Die Zukunft sichern wir am besten durch regionale ökologische Kreisläufe. Diese sind unabhängig von chemisch-synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln.“ Baden-Württemberg ist hier mit dem Ziel 30-40% ökologische Landwirtschaft bis 2030 auf dem richtigen Kurs – aber es bedarf noch einiger Anstrengungen, um dieses Ziel konsequent Wirklichkeit werden zu lassen.

Wie damit auch die Ernährungssouveränität erreicht werden kann, bezeugt Bio-Gemüsebauer und AÖL-Vorsitzender Marcus Arzt: „Ökolandbau als gleichermaßen produktives wie auch nachhaltiges System, das Naturschutz mit der Bereitstellung gesunder Lebensmittel verbindet, hat sich als Zukunftsmodell bewährt! Mit jedem umgestellten Betrieb kommen wir gleich einer Vielzahl von gesamtgesellschaftlichen Zielen näher.“

Durch den Krieg in der Ukraine ist auch die Diskussion um eine Unabhängigkeit von russischen Energielieferungen entfacht worden und die Gefahr einer Energiekrise entstanden. Mit Blick auf die mögliche Flächenkonkurrenz durch Energiepflanzen oder die Installation neuer Photovoltaik-Anlagen auf Agrarland mahnt Hans Bartelme: „Energie kann über gute Reststoffverwertungen in Biogasanlagen und über die Nutzung von bestehenden Dächern oder bereits versiegelten Flächen für PV-Anlagen erzeugt werden. Wir dürfen hier keine weiteren Landflächen für die Lebensmittelerzeugung und Natur verlieren.“ Weiter führt der Öko-Hühnerhalter und ebenfalls AÖL-Vorsitzende aus: „Die Gefahr ist groß, dass mit steigenden Energiepreisen ein Ausverkauf der Landfläche erfolgt – welche nahezu unumkehrbar wird.“

In der Krise zeigt sich ein weiteres Problem: „Eine Verknappung von Nahrung führt schnell zu Spekulationen, wie wir aktuell bereits zu spüren bekommen. Wichtig ist es, dass die Ernährung der Bevölkerung von Bauern und Bäuerinnen gesichert wird und nicht zum Spielball der Börsen wird“, betont Christoph Zimmer und fordert die Politik auf, hier die passenden Rahmenbedingungen zu schaffen.

 

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucher befördert sie die Belange der Ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft durch ein aktives Tun. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse des Verbrauchers als Konsument wie als Steuerzahler heraus.

 

Anfragen: Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V., c/o Bioland Landesverband Baden-Württemberg e.V., Schelztorstr. 49, 73728 Esslingen. T.: +49 711 550 939-58. E-Mail: info@aoel-bw.de