Agrarminister diskutieren Weideprämie für Milchkühe

Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau begrüßt bundesweite Förderung - Gentechnikfreie Lebensmittel sichern

Baden-Baden, 27. März 2025. Unter dem Vorsitz von Peter Hauk, Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, haben sich die Landwirtschaftsminister aus Bund und Ländern zu ihrer Frühjahrstagung in Baden-Baden getroffen. Das Land hat seit 1. Januar 2025 für ein Jahr den Vorsitz der Agrarministerkonferenz (AMK) inne und will unter dem Motto „Zukunft säen, Nachhaltigkeit ernten“ wichtige Weichenstellungen für die Landwirtschaft angehen.

Ein zentraler Diskussionspunkt der Konferenz sowie des Austauschs zwischen dem Landesminister und den betroffenen Verbänden war die zukünftige Förderung von Weidehaltung für Milchkühe. Geplant ist, die Weideprämie ab dem Jahr 2026 als Teil der ökologischen Vorgaben neu zu regeln. Förderfähig sollen künftig weibliche Rinder eines milchviehhaltenden Betriebs ab zwei Jahren werden. Baden-Württemberg praktiziert dies bereits, im Land ist zudem Jungvieh ab einem Jahr förderfähig.

„Die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau begrüßt grundsätzlich eine neue bundesweite Öko-Regelung zur Weidehaltung von Milchvieh“, sagte Marcus Arzt, AÖL-Vorsitzender: „Wir brauchen Weide für Tierwohl und Biodiversität unter praktikablen und flexiblen Bedingungen. Die Betriebe müssen dabei unterstützt werden und Anreize bekommen.“

Die geplante neue Öko-Regelung fördere die Weidehaltung von Milchvieh in Bundesländern, die bisher keine Sommerweideprämie anbieten. Sie setze zugleich auch Landesmittel frei bei Bundesländern wie Baden-Württemberg, die diese bereits zahlen. „Das bietet diesen Ländern die Chance, Weidehaltung noch besser zu fördern“, betonte der AÖL-Vorsitzende: „Gerade Baden-Württemberg sollte diese nutzen.“

Gleichzeitig forderte Arzt mehr Flexibilität für die Betriebe. Der Weidezeitraum müsse mindestens ab 1. April, nicht erst ab 16. Mai möglich sein, längere Unterbrechungen müssten aufgrund der Witterungsbedingungen möglich sein. „Datumslandwirtschaft funktioniert nicht“, so der AÖL-Vorsitzende. Eine Mindest-Weidefläche lehne die AÖL ebenfalls ab. Diese führe zu einem Ungleichgewicht zwischen Bundesländern im Norden und den eher kleinstrukturierten Ländern wie Baden-Württemberg.

Die EU plant zudem eine Deregulierung der Gentechnik. Aktuell ist der deutsche Lebensmittelmarkt zu 100 Prozent gentechnikfrei. Christoph Zimmer, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AÖL), stellte klar: „Wir fordern eine verantwortungsvolle und gerechte Regulierung der Neuen Gentechnik, die nicht diejenigen außer Acht lässt, die auch weiterhin Lebensmittel ohne Gentechnik produzieren, verarbeiten, vermarkten und essen wollen.“ Es müsse sichergestellt sein, dass die Erwartungen der Verbraucherinnen und Verbraucher an gentechnikfreie Bio-Lebensmittel sowie an solche mit dem Siegel vom ,Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG)‘ weiter erfüllt werden können.

Die gentechnikfreie Landwirtschaft könne aber nur gelingen, wenn die Haftung der Saatgutkonzerne im neuen Gentechnikrecht Eingang finde. „Verursacher dürfen nicht davonkommen, wenn verunreinigte Ernten nicht vermarktbar sind und Umweltschäden beseitigt werden müssen.“ Der Schutz sowie die Vorsorge und damit die Kontrollkosten dürften nicht auf die Betriebe, welche Gentechnikfreiheit garantieren wollen, abgewälzt werden, forderte Zimmer. Hier braucht es die Unterstützung der Bundes- und Länderminister – über die AMK hinaus.

Die nächste Agrarministerkonferenz findet vom 24. bis 26. September in Heidelberg statt.

Bildunterschrift: Gereon Güldenberg, Chef auf dem Allgäuer Bioland-Rösslerhof, mit Braunviehkuh Tilda.

Credit: AÖL

 

 

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucherschaft befördert sie die Belange der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft aktiv. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher heraus.

 

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Christoph Zimmer, Geschäftsführer

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