Ökolandbau als Zukunftsweg: Die Parteien sind gefragt
Vor der Landtagswahl 2026 stellt die AÖL die Programme auf den Prüfstand
Esslingen, 19. Dezember 2025. Baden-Württemberg wählt: Am 8. März 2026 entscheiden die Bürgerinnen und Bürger, wer die Politik in ihrem Bundesland in den kommenden fünf Jahren bestimmen wird. Welche Schwerpunkte setzen die verschiedenen Parteien beim Ökolandbau? Die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg (AÖL) richtet dazu 17 Fragen an die Spitzenkandidaten und Landesvorsitzenden. Mit ihren „Wahlprüfsteinen für die Landtagswahl“ stellt die AÖL die Programme der Parteien auf den Prüfstand.
Die Vorschläge der EU-Kommission zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028 sehen ein um 20 Prozent gekürztes Budget vor. Zudem steigt der Anteil, den künftig das Land für Agrar-, Umwelt- und Klimamaßnahmen beitragen soll. Die AÖL will wissen: Welche Priorität misst Ihre Partei grundsätzlich dem Ökolandbau bei? Wollen Sie sicherstellen, dass die verfügbaren Mittel für Agrar-, Umwelt- und Klimamaßnahmen – insbesondere für den Ökolandbau – in Baden-Württemberg mindestens auf dem heutigen Niveau bleiben? Werden Sie sich dafür einsetzen, die Zuschüsse künftig stärker nach dem Prinzip „Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“ zu differenzieren, damit Betriebe mit höheren Umwelt- und Gemeinwohlleistungen gezielt stärker gefördert werden?
Mit dem Strategiedialog Landwirtschaft hat die grün-schwarz geführte Landesregierung gemeinsam mit allen wichtigen gesellschaftlichen Akteuren Maßnahmen erarbeitet mit dem Ziel, die kleinstrukturierte, bäuerliche Landwirtschaft in Baden-Württemberg zu erhalten und dabei die biologische Vielfalt zu stärken. Die AÖL will wissen: Steht Ihre Partei zu der im Strategiedialog erarbeiteten „Gemeinsamen Vereinbarung für die Zukunft der Landwirtschaft und der biologischen Vielfalt“? Wollen Sie dieses Format fortführen und mit den nötigen Mitteln ausstatten? Planen Sie regelmäßige Evaluations- und Entwicklungsmöglichkeiten?
In den Kampagnen und Initiativen des Landes im Bereich Ernährung und Landwirtschaft spielen der Ökologische Landbau sowie ökologisch erzeugte Produkte nur eine untergeordnete Rolle. Die AÖL will wissen: Wie wollen Sie Bio in Vermarktungskampagnen und Bildungsinitiativen deutlich sichtbar machen? Wollen Sie das erfolgreiche Instrument der Öko-Aktionswochen beibehalten und fördern? Soll Öko-Landbau bei allen relevanten Kampagnen und Initiativen des Landes thematisiert werden?
Die grün-schwarz geführte Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der ökologischen Landwirtschaft bis ins Jahr 2030 auf 30 bis 40 Prozent zu steigern. Baden-Württemberg unterstützt mit mehreren Maßnahmen Betriebe bei der Umstellung von konventioneller auf ökologische Landwirtschaft. Die AÖL will wissen: Welche Anreize möchten Sie konkret anbieten, damit das Ziel bis 2030 erreicht wird? Sollten Sie sich nicht mit dem vorgenannten Bio-Ziel identifizieren: Welche Ziele oder Fristen setzen Sie im Hinblick auf den Anteil des Ökolandbaus?
Die Haltung der Parteien zu diesen und weiteren Themen wie Umbau der Tierhaltung, Zukunft des Weinbaus, Reduzierung des Flächenverbrauchs und gentechnikfreie Lebensmittel sollen, so der Wille der AÖL, ökologisch interessierten Wählerinnen und Wählern Entscheidungshilfen bieten. Die Stellungnahmen der Spitzenkandidaten und Landesvorsitzenden wird die AÖL Anfang kommenden Jahres veröffentlichen.

Bildunterschrift: Landtagswahl 2026: Die AÖL will mit 17 Wahlprüfsteinen zum Ökolandbau Entscheidungshilfe bieten.
Credit: Element5 Digital (Pexels)
Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucherschaft befördert sie die Belange der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft aktiv. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher heraus.
Kontakt: Christoph Zimmer, Geschäftsführer, info@aoel-bw.de
– Belegexemplar erbeten –
