Mit mehr Ökolandbau Artenvielfalt und Klima schützen

Esslingen/Vaihingen an der Enz, 24.09.2021 Regionale Biodiversität: Was macht sie aus, welche Bedeutung kommt ihr zu und wie lässt sie sich erhalten? Diesen Fragen widmete sich heute im Rahmen der Öko-Aktionswochen Baden-Württemberg eine Expert:innenrunde gemeinsam mit Minister Peter Hauk MdL, Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg.

Wie die Biolandwirtschaft in der Praxis zur Förderung der Artenvielfalt beitragen kann, erfuhr Minister Peter Hauk, MdL, heute auf dem Bioland-Betrieb Laiseacker in Eberdingen-Nussdorf. Seit 1987 ist der Betrieb biolandzertifiziert und baut auf den Flächen der Laiseacker Gärtnerei über 30 verschiedene Gemüse- und Kräuterarten an. Beim Rundgang über den Gärtnereibetrieb gab Betriebsleiterin Tabea Sanzio Einblicke in ihren Biokisten-Lieferservice, der mehrere tausend Haushalte in der Region mit Bio-Lebensmitteln und erntefrischem Gemüse der Saison versorgt.

Dazu Minister Hauk, MdL: „Auf dem Hof können Verbraucherinnen und Verbraucher erleben, wer und was hinter den Produkten steckt. Das schafft Transparenz und ist eine gute Basis für Vertrauen. Zudem kann so Wertschätzung entstehen, für hochwertige Lebensmittel und für die Menschen, die sie erzeugen. Genau diese Wertschätzung braucht es, wenn wir Regionalität und Ökolandbau voranbringen wollen“, betonte der Minister.

Nach dem Rundgang sprach Insektenforscher Thomas Hörren in seinem Impulsvortrag über „Insekten und regionale Biodiversität“. Hörren ist Mitautor einer Studie zum Rückgang von Fluginsekten in Naturschutzgebieten. Sie dokumentiert, dass der Bestand der Fluginsekten drastisch abgenommen hat – in den untersuchten Naturschutzgebieten von 1986 bis 2016 um bis zu 80 Prozent.

Hörren betonte: „Nicht zuletzt diese Langzeitstudie verdeutlicht, in welch schlechtem Zustand die Biodiversität hierzulande ist. Die Folgen dieses Missstandes sind deutlich zu spüren: Mit dem Rückgang von Insekten, geht auch ein Teil der Pflanzen und der insektenfressenden Vögel zurück, denen die Nahrung fehlt.“ Er bemerkte: „Viele Menschen sehen Insekten als Schädlinge an, die nicht schützenswert sind. Dabei vergessen sie oft: Insekten sind Grundlage für den Fortbestand unserer Natur, von der wir nicht nur abhängig sind, sondern die auch unsere Lebensgrundlage darstellt.“

Auch Christoph Zimmer, Geschäftsführer der AÖL, forderte mehr Schutz der Artenvielfalt und erklärte: „Bäuerinnen und –Bauern, die ökologisch wirtschaften, kümmern sich um krabbelnde, fliegende oder blühende Artenvielfalt und stützen so eine tragende Säule unseres Ökosystems. Unsere Weiden, Felder und Äcker sind auch Heimat für wilde Pflanzen und Tiere. Und wir tun viel dafür, dass die sich dort auch wohlfühlen.“

Was Bio bewirkt, zeigt ein Vergleich: Auf einem Quadratmeter ökologisch bewirtschaftetem Feld befinden sich im Durchschnitt 277 Blüten – auf der gleichen herbizid-behandelten Fläche nur bis zu drei geöffnete Blüten.

Dazu Zimmer: „Ökolandbau und Biodiversität gehen schon immer Hand in Hand. Nicht zuletzt der Schutz der Artenvielfalt ist wichtiger Beweggrund für Landwirtinnen und Landwirte, auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel zu verzichten und auf biologischen Landbau umzustellen. Es ist richtig und wichtig, dass diese Themen jetzt verstärkt in der Gesellschaft gesehen werden, denn: Der Erhalt der Artenvielfalt ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Nur, wenn jede und jeder einzelne, beispielsweise durch den Kauf von regionalen Bio-Lebensmitteln, hier Verantwortung übernimmt, erhalten und stärken wir Biodiversität in im Ländle in der Breite.“

Die Veranstaltung fand im Rahmen der Öko-Aktionswochen 2021 statt.

Zu den Öko-Aktionswochen: Gemeinsam mit den Verbänden des ökologischen Landbaus Baden-Württemberg und mit Unterstützung des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) organisiert die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V. (AÖL) die „Öko-Aktionswochen Baden-Württemberg 2021“. Bio-Erzeugerbetriebe, Akteur:innen aus Verarbeitung, Handel und Gastronomie sowie viele weitere spannende Partner:innen des Ökolandbaus in Baden-Württemberg bieten im Herbst 2021 eine Vielzahl an Veranstaltungen und Aktionen, um Bio für Jung und Alt mit allen Sinnen erlebbar zu machen.

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucher befördert sie die Belange der Ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft durch ein aktives Tun. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse des Verbrauchers als Konsument wie als Steuerzahler heraus.

Ansprechpartnerin für Presseanfragen: Xenia Milosavljevic, Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V. (AÖL e.V.), c/o Bioland Landesverband Baden-Württemberg e.V., Schelztorstr. 49, 73728 Esslingen, T. +49 711 550939-19, M. +49 151 17127729, E-Mail: xenia.milosavljevic@aoel-bw.de


Heute für Morgen: Regionale Wertschöpfungsketten stärken

Esslingen/Stuttgart, 23.09.2021 Welchen Stellenwert hat die ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft im politischen Programm der Parteien, wenn am Sonntag der Bundestag neu gewählt wird? Beim gemeinsamen Betriebsbesuch hat die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e. V. (AÖL) Dr. Sandra Detzer, Landesvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg und Bundestagskandidatin im Wahlkreis Ludwigsburg, nach den agrarpolitischen Ideen ihrer Partei gefragt.

Einen Einblick in die Arbeit eines Bio-Betriebs, bei dem Ökologie und Ökonomie Hand in Hand gehen, bekam Detzer gestern beim Hofrundgang auf dem Betrieb von AÖL-Vorstand Marcus Arzt in Ditzingen. Arzt ist seit 1989 mit seinem Gemüsebaubetrieb Mitglied bei Bioland, dem größten deutschen Öko-Anbauverband. Er baut im Freiland und in Foliengewächshäusern Bio-Salate an. Als einer der ersten regionalen Bio-Erzeuger liefert seine Erzeugergemeinschaft seit 2002 ihr Gemüse an die EDEKA Südwest.

Arzt freute sich über den Besuch der Bundestagskandidatin. Im Hofgespräch mit AÖL-Geschäftsführer Christoph Zimmer und Naturland-Geschäftsführer Martin Bär zeigte er Detzer auf, welche Potenziale Bio auch gerade für die weitere Entwicklung in der Region Ludwigsburg hat und wo die nächste Bundesregierung neue Weichen für die volle Ausschöpfung dieser Potenziale stellen kann.

„Die Nachfrage von Verbraucherinnen und Verbrauchern nach regionalem Bio steigt ungebremst, was aktuelle Zahlen zum Bio-Markt belegen. Aber: Um der gesteigerten Nachfrage nach heimischen, hochwertigen Lebensmittel nachkommen zu können, fehlt es an politischen Rahmenbedingungen. Was wir brauchen ist ein entschlossenes, gemeinsames Vorgehen von Landwirtschaft, Politik und Wirtschaft, um den Ökolandbau in Baden-Württemberg zügig voranzubringen.“

„Die politischen Rahmenbedingungen im Ländle müssen nicht nur dafür Sorge tragen, Umwelt- und Tierschutz voranzubringen, sondern darüber hinaus dazu beitragen, eine krisenfeste Lebensmittelwirtschaft auch regional zu erhalten. Nur so ist es möglich, hochwertige Lebensmittel heimisch zu erzeugen: Langfristig eine der wichtigsten Aufgaben in den nächsten Jahren“, so Arzt.

AÖL-Geschäftsführer Zimmer ergänzte: „Das Land Baden-Württemberg definiert im Biodiversitätsstärkungsgesetz eine Zielquote von bis zu 40 Prozent Ökofläche bis 2030; auch die Bundesregierung hat sich in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie darauf festgelegt, bis 2030 20 Prozent der Agrarfläche auf Ökolandbau umzustellen. In der nächsten Legislaturperiode müssen auf entscheidende Zukunftsfragen wirkungsvolle Taten folgen, um dieses Ziel zu erreichen“, so Zimmer.

Er forderte: „Bund und Länder müssen die gesamte Wertschöpfungskette der Bio-Ernährungswirtschaft in den Blick nehmen und gezielt regional verankerte Hersteller- und Vermarktungsstrukturen, wie die der Erzeugergemeinschaft in Ditzingen, stärken. Die Stabilisierung von Wertschöpfungsketten ist wichtige Voraussetzung für eine Stärkung der Vermarktung inländischer Bio-Ware – und sichern uns

Detzer bestätigte: „Höfe, wie der Bioland-Betrieb Arzt sind für uns wichtige Pioniere auf dem Weg in die Landwirtschaft der Zukunft. Wir Grüne wollen diese Betriebe unterstützen und dazu beitragen, dass noch mehr Betriebe auf Bio umstellen. Bis 2030 sollen 30 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Deutschland ökologisch bewirtschaftet sein. Unser Leitbild ist eine ökologische Landwirtschaft mit ihren Prinzipien Tierwohl und Gentechnikfreiheit, sowie dem Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide. Erzeugerinnen und Erzeuger sollen von ihrer Arbeit gut leben können. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Preise für Produkte stimmen. Die EU-Agrarförderung soll umgestellt werden von Masse auf Klasse. Die regionale Verarbeitung und Vermarktung muss ausgebaut und unterstützt werden.“

Detzer weiter: „Wir wollen einen Gesellschaftsvertrag zwischen Erzeugern, Verbrauchern und der Politik erreichen. Erzeugerinnen und Erzeuger versorgen uns nicht nur mit guten Lebensmitteln, sie pflegen auch unsere Kulturlandschaft. Es ist höchste Zeit, dass sie für diese wichtige Aufgabe angemessen entlohnt werden. Wir wollen das System der EU-Direktzahlungen schrittweise durch eine Gemeinwohlprämie ablösen, die gesellschaftliche Leistungen honoriert. Außerdem hat uns Corona vor Augen geführt, wie wichtig regional funktionierende Lieferketten sind. Wir unterstützen beispielsweise Regionalsiegel und Regionalwerbung, die besonders für Erzeugergemeinschaften einen echten Mehrwert bringen sollen.“

Arzt abschließend: „Wir begrüßen es, dass die Politik mit ihrem Beschluss zum Ökolandbau konkreten Maßnahmen aufzeigt, um das bundesweite Ausbauziel von 30 Prozent Ökolandbau bis 2030 zu erreichen. Nur, wenn ökologische Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung aktiv gefördert werden, können wir Familien weiterhin mit frischen, hochwertigen Lebensmitteln versorgen und gleichzeitig einen Mehrwert im Ländle schaffen – mit vielfältigen Kulturlandschaften, dem Erhalt von Leben und Arbeitsplätzen auf den Höfen, in den Dörfern und Städten.“

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucher befördert sie die Belange der Ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft durch ein aktives Tun. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse des Verbrauchers als Konsument wie als Steuerzahler heraus.

Ansprechpartnerin für Presseanfragen: Xenia Milosavljevic, Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V. (AÖL e.V.), c/o Bioland Landesverband Baden-Württemberg e.V., Schelztorstr. 49, 73728 Esslingen, T. +49 711 550939-19, M. +49 151 17127729, E-Mail: xenia.milosavljevic@aoel-bw.de


Öko-Aktionswochen Baden-Württemberg 2021 starten

Bio in und aus Baden-Württemberg erleben

Öko-Aktionswochen Baden-Württemberg starten heute

Esslingen am Neckar, 16.09.2021 Vom 16. September bis Ende Oktober 2021 öffnen ökologisch arbeitende Betriebe in ganz Baden-Württemberg Tür und Tor, um den Ökolandbau und seine Erzeugnisse mit allen Sinnen erlebbar zu machen. Neben Veranstaltungen auf Bio-Betrieben und öffentlichen Plätzen sind in diesem Jahr auch virtuelle Formate geplant.

Im Mittelpunkt der Öko-Aktionswochen steht die Erzeugung biologischer Lebensmittel in Verbindung mit regionaler Wertschöpfung. Ein bunter Strauß an Führungen, Workshops und Verkostungen soll die Vielfalt der Bio-Produkte in und aus Baden-Württemberg erlebbar machen und aufzeigen, wie regionale Wertschöpfungsketten eine stabile, nachhaltige und gesunde Versorgung vor Ort sicherstellen – bei gleichzeitig kurzen Transportwegen.

Dafür geben Bio-Erzeuger:innen und Akteure aus Verarbeitung, Handel und Gastronomie sowie viele weitere spannende Partner des Ökolandbaus interessante Einblicke in die ökologische Arbeitsweise.

Das Format der Öko-Aktionswochen stellt im zweiten Jahr in Folge die Verbindung aus biologischer und regionaler Landwirtschaft im Ländle in den Fokus.

Die Aktionen und Veranstaltungen richten sich an alle, die sich für ökologische Ernährung und eine nachhaltige Lebensweise interessieren. Pandemiebedingt ist für einige Veranstaltungen vorab eine Anmeldung erforderlich. Weitere Informationen finden Sie laufend aktualisiert unter www.oeko-aktionswochen-bw.de.

Organisiert werden die Öko-Aktionswochen Baden-Württemberg von der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AÖL) Baden-Württemberg e.V. mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg.

 

PRESSEKONTAKT:

AÖL e.V.
Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg
Xenia Milosavljevic, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Schelztorstr. 49
73728 Esslingen
Telefon: 0711 550 939-69
E-Mail: xenia.milosavljevic@aoel-bw.de

 

PROJEKTBETREUUNG & ORGANISATION:

 

AGENTUR BLUMBERG
Katharina Oellbrunner

Telefon:  0711 400 532 84

E-Mail: mail@öko-aktionswochen-bw.de

https://öko-aktionswochen-bw.de


Neuer Geschäftsführer für die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau

Esslingen am Neckar, 08.09.2021 Christoph Zimmer ist neuer Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau e.V. Er tritt die Nachfolge von Dr. Christian Eichert an, der im Mai nach zehn Jahren aus dem Amt geschieden ist.

Zimmer, der seit August auch Geschäftsführer von Bioland Baden-Württemberg ist, war vierzehn Jahre als Geschäftsführer des Bio-Anbauverbands Ecoland tätig, ist gelernter Landwirt und hat International Business Management studiert. Er ist Vorstandsmitglied des Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) und bereits seit 2007 im Vorstand der AÖL vertreten.

Zur neuen Aufgabe sagt Zimmer: „Als Arbeitsgemeinschaft tragen wir aktiv zur Gestaltung der politischen Rahmenbedingungen im Ländle und von Wirtschaftskooperationen bei. Ich freue mich, dass ich als Geschäftsführer der AÖL den Kern unserer Arbeit, stets auf Regionalität, Qualität, Tierschutz, Umwelt und Nachhaltigkeit zu achten, verantworten kann. Wichtig für mich: Dass wir die intensiven Beziehungen, die wir zu Umwelt-, Naturschutz-, Branchen-  und Verbraucherverbänden sowie zur Forschung pflegen, weiterhin ausbauen. So können wir die Ziele aus dem Biodiversitätsstärkungsgesetz nicht nur erreichen – sondern sogar übertreffen.“

Hans Bartelme, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau, gratuliert Zimmer zum Amtsantritt: „Wir freuen uns mit Christoph Zimmer einen Geschäftsführer zu haben, der unser Bestreben, als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucher zu agieren, aktiv befördert. Gemeinsam möchten wir eine nachhaltige Land- und Ernährungswirtschaft in Baden-Württemberg fordern und fördern, um die im Ländle erzeugten Ökoprodukte auch regional zu verarbeiten und zu vermarkten.“

Zur Unterstützung von Zimmer schreibt die AÖL eine Referent:innenstelle zum nächstmöglichen Zeitpunkt oder spätestens zum 01.01.2022 aus. Gesucht wird eine Persönlichkeit mit Herz für die ökologische Wirtschaftsweise, guten Branchenkenntnissen und souveränem Auftreten, die die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau kompetent vertritt und als politische und fachliche Schnittstelle zwischen Bundesebene (BÖLW) und Landesebene (AÖL/LVÖs) agiert.

Die ausführliche Stellenausschreibung ist hier einzusehen.

Zur AÖL: Die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AÖL) Baden-Württemberg e.V. ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. Mitglieder sind Bioland, Demeter, Ecoland, Ecovin und Naturland. Insgesamt vertritt die AÖL Baden-Württemberg über 2.900 Verbandsbetriebe mit rund 137.000 Hektar ökologisch bewirtschafteter Fläche in Baden-Württemberg (Stand 01.01.2021). Zuwachs 2020-2021: über 100 Verbandsbetriebe (ca. 3,5 Prozent); rund 7.000 Hektar (ca. 5 Prozent) – eine positive Entwicklung für die AÖL.

Ansprechpartnerin für Presseanfragen: Xenia Milosavljevic, Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V. (AÖL e.V.), c/o Bioland Landesverband Baden-Württemberg e.V., Schelztorstr. 49, 73728 Esslingen, T. +49 711 550939-19, M. +49 151 17127729, E-Mail: xenia.milosavljevic@aoel-bw.de

Bilder von Christoph Zimmer, Geschäftsführer Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V. (AÖL e.V.):

 


"Jetzt für Morgen": Biobauern fordern Nachdruck für Umbau

Esslingen/Stuttgart, 12.05.2021 Baden-Württemberg wird auch in den kommenden fünf Jahren durch eine grün-schwarze Landesregierung geführt. Beide Parteien stimmten dem ambitionierten Koalitionsvertrag vergangenen Samstag jeweils mit großer Mehrheit zu. Heute wurde im Landtag Winfried Kretschmann zum dritten Mal als Ministerpräsident vereidigt.

Hans Bartelme und Marcus Arzt, Vorsitzende der Interessensvertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg, AÖL gratulieren: „Wir wünschen der neuen Landesregierung bei der Ausgestaltung zukünftiger Herausforderungen alles Gute. Uns freut es sehr, dass die Landesregierung mit ihrem Koalitionsvertrag bäuerlich-ökologische Familienbetriebe als vorbildlich für eine ressourcenschonende, regionale und tiergerechte Erzeugung anerkennt. Wir begrüßen das im Koalitionsvertrag hinterlegte Ziel, eine flächendeckende, umwelt-, klima- und tiergerechte Bewirtschaftung zu erhalten.“

Gemäß dem erst im vergangenen Jahr beschlossenen Biodiversitätsstärkungsgesetz verfolgt die Landesregierung das Ziel, den Anteil des Ökolandbaus im Land bis zum Jahre 2030 auf 30 bis 40 Prozent auszuweiten. Die Landesregierung sagt zu, die notwendigen finanziellen Mittel im Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (FAKT) zur Verfügung zu stellen und die Finanzierung des Aktionsplans „Bio aus Baden-Württemberg“ mit zusätzlichen Finanzmitteln couragiert fortzuschreiben.

Dazu Bartelme: „Die im Koalitionsvertrag hinterlegten Grundformeln stimmen. Nun ist es wichtig, dass die Landesregierung trotz knapper Kassenlage mutig und konsequent an die Umsetzung des Aktionsplans „Bio aus Baden-Württemberg“ geht, um das versprochene Ausbauziel zu erreichen. Voraussetzung dafür ist die angemessene Mittelbereitstellung zum Marktausbau für heimisches Qualitäts-Bio und für weitere konkrete und praxistaugliche Maßnahmen.“

Marcus Arzt ergänzt und fordert: „Neben den Maßnahmen auf Landesebene erwarten wir von der Landesregierung, sich in Zukunft auf Ebene des Bundes und der EU konsequent für eine ökologische Ausrichtung der Agrarpolitik einzusetzen. Das Land Baden-Württemberg muss sich für eine nationale Umsetzung der GAP einsetzen, die sicherstellt, dass der Biolandbau innerhalb der Agarumweltmaßnahmen eine relative Vorzüglichkeit aufweist.“

Arzt weiter: „Der Biolandbau braucht keine Genschere bei der Züchtung. Daher muss auch die Wahlfreiheit und Kennzeichnungspflicht bei den sogenannten „neuen Züchtungsmethoden“ sichergestellt werden. Nur, wenn sich die Landesregierung auch auf nationaler Ebene für eine Regulierung der neuen Gentechniken ausspricht, erfüllt sie die selbstgewählte, richtungsweisende Prämisse des Erneuerungsvertrags: ´Jetzt für Morgen`.“

 

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucher befördert sie die Belange der Ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft durch ein aktives Tun. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse des Verbrauchers als Konsument wie als Steuerzahler heraus.

Ansprechpartnerin für Presseanfragen: Xenia Milosavljevic, Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V. (AÖL e.V.), c/o Bioland Landesverband Baden-Württemberg e.V., Schelztorstr. 49, 73728 Esslingen, T. +49 711 550939-19, M. +49 151 17127729, E-Mail: xenia.milosavljevic@aoel-bw.de


Studie EVA-BioBW veröffentlicht - Biobauern fordern Einrichtung Innovationsfonds für heimische Land- und Lebensmittelwirtschaft

Studie EVA-BioBW veröffentlicht - Biobauern fordern Einrichtung Innovationsfonds für heimische Land- und Lebensmittelwirtschaft

Esslingen / Stuttgart, 5. Februar 2021. Im Sommer 2020 hat der baden-württembergische Landtag eine Ausweitung des ökologischen Landbaus auf 30 bis 40 Prozent bis zum Jahr 2030 beschlossen. Um die politisch angestrebte Ausweitung der öko-bewirtschafteten Fläche ohne Marktverwerfungen zu realisieren, braucht es konkrete Förderinstrumente und -Maßnahmen zur Stimulierung der Bio-Nachfrage. Hierfür hat das Land im vergangenen Jahr eine Produktions- und Marktpotenzialerhebung und -analyse für die Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung ökologischer Agrarerzeugnisse und Lebensmittel aus Baden-Württemberg (kurz: EVA-BioBW 2030) beauftragt. Die Ergebnisse dieser Studie wurden gestern im Beisein von Minister Peter Hauk öffentlichkeitswirksam vorgestellt. Die Studienautoren kommen zu dem Schluss, dass die Land- und Lebensmittelwirtschaft in Baden-Württemberg über hervorragende Startbedingungen verfügt und enormes Marktpotential für die Ökologisierung von Gastronomie, Lebensmittelhandwerk und mittelständiger Ernährungsindustrie besteht.

„Als Sektorvertretung haben wir die Studie eng begleitet und unsere Einschätzungen zur Marktsituation einfließen lassen. Es freut uns, dass die Studie konsequente und sehr konkrete Maßnahmen aufzeigt, die das Land nun dringend angehen muss“, so Hans Bartelme als Vorstand der AÖL. „Das jüngst veröffentlichte Öko-Barometer des Bundeslandwirtschaftsministeriums zeigt klar auf, dass die Nachfrage nach Bio da ist, wenn der Zugang zu den Produkten entsprechend leicht ist“, so Marcus Arzt, weiterer AÖL-Vorstand. „Bezogen auf die Herausstellung der beiden verknüpften Kriterien heimische Herkunft mit ökologischer Erzeugung sehen wir noch erhebliche Chancen, die es im Interesse der heimischen Land- und Lebensmittelwirtschaft zu nutzen gilt“, so Arzt weiter.

AÖL-Geschäftsführer Dr. Christian Eichert verwies hier auf den erarbeiteten Maßnahmenkatalog der AÖL: „Viele unserer Ideen und Maßnahmen finden sich auch in der Studie wieder.“ Nun sei das Land gefordert, die Erkenntnisse mit Leben zu füllen. „Wir fordern die nächste Landesregierung dazu auf, in ihrem Koalitionsvertrag einen Innovationsfonds für die heimische Land- und Lebensmittelwirtschaft zu beschließen – und mit entsprechenden finanziellen Mitteln zu hinterlegen“, so Dr. Eichert. Derzeit sei die Finanzierung des Aktionsplans „Bio aus Baden-Württemberg“ nur für die Jahre 2020 und 2021 gesichert – und in der Höhe von jeweils 4,5 Millionen Euro nicht ansatzweise ausreichend, um die politisch gesetzte Zielmarke zu erreichen. Grundvoraussetzung zur Erreichung des vorgenannten Ausbauziels sei eine angemessene Mittelbereitstellung für konkrete Maßnahmen zur Marktstimulierung für heimisches Qualitäts-Bio. Nur wenn der Theorie konkretes Handeln folgt, könne das politisch vorgegebene Ausweitungsziel auch erreicht werden.

Maßnahmen Innovationsfonds für die heimische Land- und Lebensmittelwirtschaft

 1. Imagebildung für heimische Bioprodukte
1.1. Finanzierung und Umsetzung einer Marketingkampagne zur Heraushebung der positiven gesellschaftlichen Leistungen des Sektors gegenüber einer breiten Öffentlichkeit zur Nachfragestimulierung;
1.2. Finanzierung und Umsetzung einer Tourismusstrategie, die die Belange der heimisch-ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft in den Fokus setzt. Die Wertigkeit von Bio-Lebensmitteln aus Baden-Württemberg passt ideal zur Naturnähe wichtiger Tourismusdestinationen wie Schwarzwald, Bodensee, Schwäbisches Allgäu, Schwäbische Alb, …;
1.3. Zur Profilschärfung erarbeitet das Land für die heimisch-ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft ein Konzept zur Klimaneutralität bis zum Jahr 2030. Ergänzend werden die Vorteile in den Bereichen Tierschutz und Ressourceneffizienz herausgearbeitet und kommuniziert.

 2. Chancen des Außer-Haus-Marktes nutzen
2.1. Umsetzung eines landesweiten Programms zur Stärkung der Nachfrage von Bioprodukten in der staatlichen Gemeinschaftsverpflegung;
2.2. Einrichtung einer Agentur zur Unterstützung des infant industry Sektors Bio-Außer-Haus-Verpflegung. Ziele u.a.
a.) Etablierung einer Beratung im Bereich Ausschreibungsrecht und zukunftsfähige Beschaffungsrichtlinien,
b.) landesweite Angebotsbündelung und -koordination,
c.) Transparenzschaffung über bestehende Liefer- und Verarbeitungsstrukturen;
2.3. Übernahme der Öko-Kontrollkosten für neu umstellende Gastronomie- und Hotelleriebetriebe in den ersten 2-3 Jahren der Bio-Umstellung;

 3. Stärkung der handwerklichen Lebensmittelverarbeitung
3.1. Finanzierung und Einrichtung eines Sonder-Fördertopf für die Bio-Verarbeitung, das Bio-Lebensmittelhandwerk und die Bio-Gastronomie;
3.2. Konzeption und Angebot von staatlich bezuschussten Beratungsmodulen (Förderquote mind. 80 Prozent) für die Bio-Umstellung von Akteuren aus dem Lebensmittelhandwerk (orientiert am Projekt „Beratung.Zukunft.Land“);
3.3. Übernahme der Öko-Kontrollkosten für neu umstellende Verarbeitungsunternehmen, sowie Betriebe aus dem Lebensmittelhandwerk in den ersten 2-3 Jahren der Bio-Umstellung;
3.4. Schaffung eines Sonderfonds für die Förderung von Investition in neue Verarbeitungsmaschinen im Zuge der Bio-Umstellung;
3.5. Qualifizierung von Bio-Handwerksbeauftragten und Etablierung „Runder Tische“ für das Bio-Lebensmittelhandwerk;

 4. Stärkung von Erfassungs-, Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen
4.1. Aufbau von spezifischen Vermarktungsstrukturen zur Stärkung des heimischen Ökolandbaus über das Marktstrukturgesetz;
4.2. Ausschreibung von EIP-Projekten zur Öko-Marktentwicklung und zum Aufbau von Öko-Vermarktungsstrukturen;
4.3. Etablierung eines durch das MLR organisierten jährlichen "Bio-Gipfels" mit Akteuren aus den Bereichen Erzeugung, Verarbeitung & Vermarktung und Handel;
4.4. Einrichtung mehrerer Cluster „ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft in Baden-Württemberg“ und Implementierung eines Cluster- und Innovationsmanagements. Es müssen spezifische Cluster für spezialisierte Regionen geschaffen werden, so z.B. für die Sektoren Bio-Milch und Bio-Rindfleisch aus dem Schwarzwald und Allgäu, Bio-Schweine aus der Hohenlohe, …;
4.5. Maßnahmen zur Unterstützung der heimisch-ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft beim Aufbau eines Exportkonzepts (NL, F, DK, I, …).


Zur AÖL: Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucher nimmt die AÖL eine zentrale Position ein, um die Belange der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschat durch aktive Vernetzungs- und Gestaltungsarbeit zu befördern. Es gilt, gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen die gesellschaftlich erwünschten Vorteile von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – gegenüber dem Verbraucher als Konsument wie als Steuerzahler herauszuarbeiten.

Ansprechpartnerin für Presseanfragen: Xenia Milosavljevic, Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V. (AÖL e.V.), c/o Bioland Landesverband Baden-Württemberg e.V., Schelztorstr. 49, 73728 Esslingen, T. +49 711 550939-19, M. +49 151 17127729, E-Mail: xenia.milosavljevic@aoel-bw.de


Agrar-Politik und Landtagswahl 2021: Wie zukunftsfähig wird die kommende Legislaturperiode?

Esslingen / Stuttgart, 21. Januar 2021 : Welchen Stellenwert hat die ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft im politischen Programm der Parteien, wenn im Frühjahr dieses Jahres in Baden-Württemberg der Landtag neu gewählt wird? Was sind die agrarpolitischen Ideen der Parteien? Die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e. V. (AÖL) hat den derzeit im Landtag vertretenen Parteien Wahlfragen zur Agrarpolitik im Ländle gestellt.

Direkt zu den Antworten der einzelnen Parteien in Baden-Württemberg.

In der auslaufenden Legislaturperiode hat die Landesregierung bezogen auf die Agrarpolitik richtige Schwerpunkte gesetzt: Mit der Verabschiedung des sogenannten „Biodiversitätsstärkungsgesetzes“ im Sommer 2020 hat sich die Landesregierung auf das Ziel des Ausbaus der ökologischen Landwirtschaft auf 30 bis 40 Prozent bis zum Jahr 2030 verpflichtet. Als „Begleitprogramm“ auf diesem Weg wurde der Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“ ebenfalls im Sommer 2020 neu gefasst und mit zusätzlichen Maßnahmen versehen. Ein halbes Jahr nach diesem wegweisenden Gesetzesbeschluss ist vieles auf einem guten Weg, an anderer Stelle fehlt es jedoch an tragfähigen Konzepten und konkreten Förderinstrumenten, um die politisch hochgesteckten Ziele zu erreichen. So ist eine Finanzierung des Aktionsplans „Bio aus Baden-Württemberg“ mit jeweils 4,5 Millionen Euro nur für die Jahre 2020 und 2021 gesichert – und in der Höhe ganz sicher nicht ausreichend, um die Zielmarke tatsächlich zu erreichen. Grundvoraussetzung zur Erreichung des vorgenannten Ausbauziels ist eine angemessene finanzielle Honorierung der Leistungen, die die Erzeugungsebene in den Bereichen Umwelt, Klima und Tierschutz erbringt, sowie konkrete Maßnahmen zur Marktstimulierung für heimisches Qualitäts-Bio. Hier konkrete Maßnahmen zu entwickeln und anzubieten, wird die vornehmliche Aufgabe der kommenden Landesregierung sein.

Maßgeblich für das Erreichen des Ziels ist der massive Ausbau der Vermarktung und der Verbraucheraufklärung zu Erzeugnissen aus heimischer Bio-Qualität. BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN sehen die größten Potenziale darin, den Bio-Anteil in der Außer-Haus-Verpflegung, kurz AHV, konsequent zu erhöhen. Verknüpft werden soll dies mit der Zielvorgabe, bis 2030 in landeseigenen Einrichtungen auf 40 Prozent „bio-regional“ zu kommen. Die Christdemokraten wollen in diesem Bereich weitere Muster- und Pilotprojekte auf den Weg bringen und die intensive Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren und Anbietern weiter ausbauen.Auch die SPD erkennt das Potenzial der AHV und die Möglichkeit, in Kantinen und Landesbetrieben den Anteil an Bio-Lebensmitteln schrittweise auf deutlich über 50 Prozent zu erhöhen. Im Gegensatz dazu lehnen die Freien Demokraten eine „staatliche Verordnung des Ökolandbaus mit festgelegten Prozentzielen“ ab. Die FDP nimmt an, dass sich eine weitere Verdreifachung des Ökolandbaus in der begonnenen Dekade nicht am Markt nachzeichnen lässt.

Bezogen auf das Umwidmen der bisher über die Fläche verteilte Basisprämie in Richtung einer einkommenswirksamen Entlohnung für die Erbringung bestimmter gesellschaftlicher Leistungen in den Bereichen Umwelt, Klima und Tierwohl, setzen sich die GRÜNEN dafür ein, die Zahlungen der ersten Säule an konkrete Leistungen zum Wohle von Natur, Umwelt und Tierschutz zu koppeln. Die CDU betont, dass die Möglichkeiten einer Umschichtung so auszuschöpfen sind, dass eine Finanzierung des breiten Förderportfolios der in der Regel ko-finanzierungspflichtigen zweiten Säule langfristig sichergestellt sind, um die Zukunftsfähigkeit der landwirtschaftlichen Familienbetriebe im Land zu bewahren. Auch die SPD unterstützt die Umwidmung der flächenbezogenen Betriebsprämie hin zur konkreten leistungsbezogenen Prämien. Im Gegensatz dazu fordern die Freien Demokraten die Beibehaltung der Verteilung der Basisprämie über die Fläche. Für die Freien Demokraten ist es zentral, dass eine weitere Koppelung der Gelder an Umweltmaßnahmen EU-einheitlich erfolgen muss, um Wettbewerbsnachteile zu vermeiden.

Um das Thema Ökolandbau und Bildungsinhalte für mehr Naturschutz und Biodiversität dauerhaft sowohl auf Ebene der Lehrkräfte, als auch auf der Ebene der Schüler*innen zu integrieren, halten BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN es für sinnvoll, die berufliche Ausbildung der grünen Berufe weiterzudenken. Konkreten Handlungsbedarf sehen sie bei der Ausbildung der Lehrkräfte. Die Christdemokraten betonen, dass der ökologische Landbau längst Gegenstand landwirtschaftlichen Ausbildung ist und Themen wie die Digitalisierung, Diversifizierung und Biodiversität entsprechend im selben Maße berücksichtigt werden müssen. Die Sozialdemokraten befürworten eine stärkere Berücksichtigung des ökologischen Landbaus in der gesamten landwirtschaftlichen Ausbildung und betonen, dass sich diese sowohl im Umfang der Stunden, in den Lehrplänen und durch entsprechend vorhandene Lehrbetriebe niederschlagen muss. Die FDP spricht sich für eine gleichberechtige Berücksichtigung des ökologischen und des konventionellen Landbaus in der beruflichen wie praktischen Ausbildung und in den Lehrplänen aus. Eine vorrangige Stellung von Themen des Öko-Landbaus in der Aus-, Fort- und Weiterbildung lehnt die FDP ab.

„Der Ökolandbau repräsentiert als gesellschaftlich gewünschtes Modell die Landwirtschaft der Zukunft. Der Markt für ökologische Erzeugnisse wächst seit zwei Jahrzehnten konstant. Die Bewirtschaftung nach den Vorgaben des ökologischen Landbaus ist die effizienteste Methode, um den gesellschaftlichen Ansprüchen an die Landwirtschaft gerecht zu werden und der Klimakrise mit eigenen spürbaren Verhaltensänderung entgegen zu treten“, sagt der AÖL-Geschäftsführer Dr. Christian Eichert. Als politische Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg fordert die AÖL die zukünftige Landesregierung dazu auf, den eingeschlagenen Weg zur Ausweitung der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft auf der Fläche und in den Regalen des heimischen Handels mutig fortzusetzen. Notwendig sind dafür auch innovative und neuartige Förderinstrumenten insbesondere im Bereich von Verarbeitung und Handel. Die bestehenden und alle neu zu entwickelnden Maßnahmen gilt es angemessen finanziell auszustatten.

Bereits im vergangenen Sommer hat die AÖL einen umfassenden Fragenkatalog zu agrarpolitischen Leitlinien und Ausrichtungen an die Parteien geschickt. Darin enthalten sind Fragen zu aktuellen Maßnahmen wie dem Öko-Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“, zu ökonomischen und ordnungspolitischen Rahmenbedingungen und Wettbewerbsgleichheit oder zu den Themen schrittweise Umwidmung der Basisprämie und einem Bekenntnis zum Grundwasserschutz durch ökologischen Landbau. Bislang haben Bündnis 90 / Die Grünen, CDU, SPD und die FDP die Wahlprüfsteine beantwortet.

Über die eingegangenen Antworten und Statements der vorgenannten Parteien können sich alle Wähler*innen und Interessierte unter www.kurzelinks.de/Wahlpruefsteine ein Bild machen.

 


Zur AÖL: Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucher nimmt die AÖL eine zentrale Position ein, um die Belange der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschat durch aktive Vernetzungs- und Gestaltungsarbeit zu befördern. Es gilt, gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen die gesellschaftlich erwünschten Vorteile von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – gegenüber dem Verbraucher als Konsument wie als Steuerzahler herauszuarbeiten.

Ansprechpartnerin für Presseanfragen: Xenia Milosavljevic, Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V. (AÖL e.V.), c/o Bioland Landesverband Baden-Württemberg e.V., Schelztorstr. 49, 73728 Esslingen, T. +49 711 550939-19, M. +49 151 17127729, E-Mail: xenia.milosavljevic@aoel-bw.de


Wahlprüfsteine der AÖL zur Landtagswahl 2021 - Fragen und Antworten

Welchen Stellenwert hat die ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft im politischen Programm der Parteien, wenn im Frühjahr dieses Jahres in Baden-Württemberg der Landtag neu gewählt wird? Was sind die agrarpolitischen Ideen der Parteien? Die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e. V. (AÖL) hat den derzeit im Landtag vertretenen Parteien Wahlfragen zur Agrarpolitik im Ländle gestellt.

Wahlprüfsteine der AÖL: Parteien im Landtag positionieren sich zur Ökologisierung Baden-Württembergs

Alle Antworten im Überblick:



Erfolgreiche Öko-Aktionswochen 2020 gehen zu Ende

Esslingen, 15.12.2020 Vom 12. September bis Mitte Dezember 2020 gaben Bio-Betriebe und Partner*innen des Ökolandbaus im Ländle Einblicke in ihre Arbeitsweise. Sie zeigten, wie eine zukunftsfähige Landwirtschaft in Verbindung mit nachhaltigem Konsum funktioniert.

Was macht Bio-Lebensmittel besonders? Wo finden Verbraucher*innen Bio-Betriebe in ihrer Region? Und wie tragen Bio-Landwirt*innen durch ihre Arbeit aktiv zum Erhalt der Biodiversität bei? Antworten auf diese Fragen bekamen Teilnehmer*innen beim Besuch einer von knapp 120 Veranstaltungen der Öko-Aktionswochen 2020, an denen sich rund 60 Bio-Betriebe und viele weitere Akteure beteiligten.

Durch zahlreiche Veranstaltungen, wie Mitmachaktionen, Exkursionen, Führungen und Verkostungen wurde die Bedeutung der regionalen Lebensmittelerzeugung nach Bio-Richtlinien sowie deren Verarbeitung und Handel erlebbar gemacht. So lernten Besucher*innen im Rahmen der Öko-Aktionswochen beispielweise, wie man selbst Käse herstellt, was den saisonalen, regionalen und biologischen Einkauf besonders nachhaltig macht und wie frisch Geerntetes zu einem vollwertigen Bio-Menü verarbeitet werden kann.

Dr. Christian Eichert, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau, freut sich über die erfolgreichen Öko-Aktionswochen und findet: „Mit dem bunten Strauß an Veranstaltungen, den die Öko-Aktionswochen – trotz Pandemie-Geschehen –  Interessierten geboten haben, konnte Besucher*innen Bio aus der Region schmackhaft gemacht werden. Die Aktionstage fungieren als Schaufenster in unseren Sektor, durch das Verbraucher*innen einen aussagekräftigen Gesamteindruck der Bio-Landwirtschaft- und Lebensmittelbranche im Ländle gewinnen.“

Neben Veranstaltungen wie Ernte-Mitmachaktionen oder Hofführungen, die in unmittelbarer Nähe zur Bio-Landwirtschaft auf den Betrieben stattgefunden haben, wurden Bio-Lebensmittel und ihre Produktion auch in urbanen Räumen einem interessierten Publikum nahegebracht: So fand beispielweise eine digitale Vernissage mit Bio-Weinverkostung statt, die Kunst- und Kulturinteressierten die Vorteile des Bio-Weinbaus schmackhaft machte: Ein branchenübergreifender Ansatz, der auch im Rahmen der Öko-Aktionswochen 2021 so fortgeführt werden soll.

Dazu Dr. Eichert: „Durch die breit angelegten Veranstaltungsformate, die die Organisierenden genutzt haben, konnten die positiven Auswirkungen der Öko-Landwirtschaft auf Klima und Umwelt der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Wir sind zuversichtlich, dass diese Erfahrung Verbraucher*innen nachhaltig beeindrucken wird, so dass diese zukünftig mit ihrem Einkaufszettel für eine enkelgerechte Öko-Landwirtschaft der Zukunft Sorge tragen.“

Organisiert werden die Öko-Aktionswochen Baden-Württemberg von der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AÖL) Baden-Württemberg e.V. mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg und richten sich an alle, die sich für ökologische Ernährung und eine nachhaltige Lebensweise interessieren.


PRESSEKONTAKT:

AÖL e.V.
Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg
Schelztorstr. 49
73728 Esslingen
Telefon: 0711 550 939 19
E-Mail: xenia.milosavljevic@aoel-bw.de
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PROJEKTBETREUUNG & ORGANISATION:

AGENTUR BLUMBERG
Katharina Oellbrunner
Telefon:  0711 400 532 84
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Politischer Rückenwind fürs Bio-Musterländle

Politischer Rückenwind fürs Bio-Musterländle
Landwirtschaftsminister Peter Hauk und AÖL tauschen sich aus

Esslingen am Neckar, 12.11. Am Freitag, 7.11.2020 traf sich Peter Hauk MdL, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, mit Vertretern der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau e.V. (AÖL) in Schefflenz. Hintergrund war das im Sommer dieses Jahres beschlossene Biodiversitätsstärkungsgesetz sowie der weiterentwickelte Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“. Auf Basis des Gesetzes wie des Aktionsplans strebt die Landesregierung an, den Anteil ökologischer Erzeugung auf 30 bis 40 Prozent bis zum Jahr 2030 auszuweiten.  Gemeinsam mit dem Minister wollte die AÖL als Sektorvertretung einen Blick auf die Sektorentwicklung werfen.

Minister Peter Hauk machte beim Gespräch deutlich: „Die Situation der letzten Wochen und Monate hat mehr Menschen dazu gebracht, wieder selbst zu Hause zu kochen – und dabei den Blick auch auf die Herkunft und Herstellungsweise der verwendeten Lebensmittel gelenkt. Produkten des ökologischen Landbaus wurde dabei – nach bisher vorliegenden Marktinformationen – eine enorme Nachfrage zuteil. Diese Vermarktungschance gilt es im Interesse unserer heimischen Landwirtschaft zu nutzen. Als Landesregierung haben wir uns zum Ziel gesetzt, den ökologischen Landbau weiter zu stärken. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es entscheidend, dass wir mit den Sektorvertretern weiterhin konstruktiv zusammenarbeiten“, so Minister Hauk, der sich bei der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau für deren Engagement zum Sektorausbau bedankte. Hauk verwies auf eine derzeit laufende Öko-Marktstudie, deren Ergebnisse zu Beginn des kommenden Jahres vorliegen werden. Man wolle die darin vorgeschlagenen Maßnahmen mutig nutzen, um insbesondere den Markt für heimische Öko-Erzeugnisse weiter zu stimulieren –  und so den Absatz für noch mehr ökologisch erzeugte Lebensmittel aus der Region sichern. „Um das Bewusstsein für Bio aus Baden-Württemberg zu stärken, haben wir im Rahmen der Kampagne ‚Wir versorgen unser Land‘ auch eine eigene Bio-Linie eingerichtet, die auf positive Resonanz stößt“, so der Minister.

Die kooperative Zusammenarbeit mit der Landesregierung begrüßte auch Dr. Christian Eichert als Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau: „Der Weg hin zum nun beschlossenen Biodiversitätsstärkungsgesetz hat gezeigt, dass wir als Ökosektor eine wichtige Scharnierfunktion einnehmen. So liegt unseren Erzeugerinnen und Erzeugern nicht nur ein Wirtschaften nach umweltgerechten Methoden, sondern auch die Herstellung hochwertiger und schmackhafter regionaler Lebensmittel am Herzen. Viele Bäuerinnen und Bauern stellen derzeit ihre Höfe auf Bio-Bewirtschaftung um. Damit der Absatz dieser zusätzlichen Produkte gelingt, braucht es kluge und schlagkräftige Vermarktungskonzepte. Ziel ist ein am Markt erfolgreiches Wirtschaften in Einklang mit einer Bewahrung der Schöpfung.“

AÖL-Vorsitzender Hans Bartelme ergänzt: „Wir begrüßen das verbindliche Bekenntnis der Landesregierung zu zusätzlichen Maßnahmen und Mitteln, um Baden-Württemberg flächenhaft zum Bio-Musterländle zu machen. Die vor kurzem erfolgte Weiterentwicklung des Aktionsplans „Bio aus Baden-Württemberg“ verdeutlicht, dass es die Landesregierung ernst meint mit dem Prinzip „öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“, so Bartelme. Der Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“ ist integraler Bestandteil des im Sommer 2020 durch die Landesregierung verabschiedeten Biodiversitätsstärkungsgesetzes – und Taktgeber für den Ausbau des Anteils der ökologischen Landwirtschaft auf 30 bis 40 Prozent bis ins Jahr 2030.

AÖL-Vorstand Marcus Arzt ergänzt: „Es ist ein überaus positives Signal, dass uns das Land bei der Ausweitung des Öko-Anteils tatkräftig unterstützt – und gemeinsam mit uns nach Möglichkeiten sucht, mehr heimische Ökoprodukte an die Frau und an den Mann zu bringen. Wenn wir diesen guten gemeinsamen Weg weiter fortsetzen, ist uns nicht bange damit, das hochgesteckte Ziel 30 bis 40 Prozent ökologischer Landbau bis 2030 auch zu erreichen“.

Dem stimmte auch Minister Hauk zu, der abschließend festhielt: „Der Weg, mit dem wir unsere Ziele erreichen wollen, könnte auf Bundesebene ein Vorbild für integrierte Lösungsansätze sein. Ich schlage dem Bund vor, unserem Beispiel zu folgen, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen und nach handlungsorientierten Lösungen zu suchen, die für erwünschte Entwicklungen sorgen – hier für mehr Biodiversität und mehr Ökolandbau.  Ge- und Verbote grenzen ab, was nicht sein soll und darf. Gemeinsame Lösungsansätze und Vereinbarungen sorgen für tragfähige Entwicklungen der Zukunft.“

Zum Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“: Im Jahr 2012 hat die baden-württembergische Landesregierung den Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“ mit den expliziten Zielen aufgelegt, die Umstellung und Beibehaltung des ökologischen Landbaus, den Wissenstransfer in Bildung und Beratung zum ökologischen Landbau sowie die Forschung an den landwirtschaftlichen Landesanstalten zu Fragestellungen des ökologischen Landbaus zu fördern. Weiterhin bekannte sich die Landesregierung seinerzeit dazu, die Rahmenbedingungen für ökologisch wirtschaftende Betriebe zu verbessern und den Neueinstieg in die Öko-Bewirtschaftung zu erleichtern und konkrete Maßnahmen zur Vermarktung regional erzeugter Bio-Produkte zu unterstützen.

Zum Biodiversitätsstärkungsgesetz: Mit der Verabschiedung des Biodiversitäts-stärkungsgesetzes hat die Landesregierung kurz vor der Sommerpause eine Ausweitung des ökologischen Landbaus auf 30 bis 40 Prozent bis zum Jahr 2030 beschlossen. Das Gesetzesvorhaben gilt als bundesweit einmalig und in Sachen Stärkung des ökologischen Landbaus und Erhalt der Biodiversität als bundesweit ehrgeizigstes Vorhaben. Grundlage für die Novellierung dieser Gesetze ist das Ende Oktober 2019 vom Kabinett beschlossene Eckpunktepapier zum Volksbegehren Artenschutz.

 

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucher befördert sie die Belange der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft durch ein aktives Tun. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse des Verbrauchers als Konsument wie als Steuerzahler heraus.

Ansprechpartnerin für Presseanfragen: Xenia Milosavljevic, Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V. (AÖL e.V.), c/o Bioland Landesverband Baden-Württemberg e.V., Schelztorstr. 49, 73728 Esslingen, T. +49 711 550939-19, M. +49 151 17127729, E-Mail: xenia.milosavljevic@aoel-bw.de


AÖL besucht mit Minister Hauk Veranstaltung der Öko-Aktionswochen 2020

PRESSEINFORMATION

Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau besucht mit Minister Hauk Veranstaltung der Öko-Aktionswochen

Mit gutem Beispiel für die nächste Generation

Esslingen / Obrigheim, 12.10. Im Rahmen der Aktionswochen ökologischer Landbau lädt die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau seit Mitte September im ganzen Land zu vielfältigen Veranstaltungsformaten ein. Das vom Land Baden-Württemberg finanzierte Projekt ermöglicht Besucherinnen und Besuchern die ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft hautnah zu erleben und Hintergründe über die Herstellung und Verarbeitung heimischer Bio-Lebensmittel zu erfahren.

Im Rahmen des neu etablierten Veranstaltungsformats besuchte Peter Hauk MdL, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, gemeinsam mit Vertretern der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau e.V. (AÖL) heute den Bio-Betrieb der Familie Heinrich in Obrigheim.

Bereits seit 1986 bewirtschaftet Familie Heinrich ihren Hof in Obrigheim ökologisch. Von ihrer biodynamischen Wirtschaftsweise nach Demeter-Richtlinien überzeugte sich heute Minister Hauk mit Vertretern der AÖL beim gemeinsamen Betriebsbesuch.

Beim Rundgang über den Hof erklärte Betriebsinhaberin Maria Perktold-Heinrich: „Der achtsame Umgang mit unseren Ressourcen gehört für uns ganz selbstverständlich zu unserer Arbeit. Dabei schenken uns unsere Kühe den wertvollen Mist, mit dem wir unsere Felder und Wiesen düngen. Der Mist sorgt für eine hohe Bodenfruchtbarkeit, die beste Lebensmittel für den Menschen hervorbringt. So wird unser Hof zu einem einzigartigen Organismus, in dem jedes Organ das andere braucht: Mensch, Pflanze, Tier und Boden wirken zusammen.“

Neben der Produktion von gesunden Bio-Lebensmitteln, ist es Familie Heinrich wichtig, möglichst vielen Menschen die ökologische Landwirtschaft näher zu bringen. So öffnen sie regelmäßig ihre Hoftore und bieten beispielsweise Kurse für Schulklassen an, bei denen die Kinder aktiv und mit allen Sinnen ihre Arbeit, ihre Tiere und das Leben auf einem Bio-Hof erleben können.

Dazu Perktold-Heinrich: „Die Kinder tauchen bei unseren Kursen intensiv in das Hofgeschehen ein und sammeln neue Erfahrungen – es ist toll, dass während der Öko-Aktionswochen viele Verbraucherinnen und Verbraucherinnen im ganzen Ländle diese Erfahrung machen können.“

„Baden-Württemberg ist Bio und Bio ist erlebbar! Durch Mitmachaktionen, Workshops und Führungen erhalten Verbraucherinnen und Verbraucher vor Ort auf Biobetrieben einen spannenden und interessanten Einblick in die ökologische Land- und Ernährungswirtschaft. Die Öko-Aktionswochen bündeln diese Veranstaltungen. Sie machen die Menschen auf den ökologischen Landbau in unserer Heimat aufmerksam und werben mit ihren vielfältigen Aktionen für Bio aus Baden-Württemberg“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL.

AÖL-Vorstand Marcus Arzt ergänzt: „Mit dem Beschluss des Biodiversitätsstärkungsgesetzes hat sich das Land vor wenigen Wochen zur Ausweitung des ökologischen Landbaus auf 30 bis 40 Prozent bis 2030 verpflichtet. Wir freuen uns sehr, dass uns die Landesregierung im Rahmen der Aktionswochen ökologischer Landbau auf diesem Weg tatkräftig unterstützt – und der Minister heute die Öko-Aktionswochen besucht, die ein wichtiges Schaufenster unserer Branche sind."

Laut dem Geschäftsführer der AÖL, Dr. Christian Eichert, sind die Öko-Aktionswochen eine hervorragende Möglichkeit für alle Menschen im Land, um den ökologischen Landbau hautnah zu erleben und zu erfahren. Mit dem neu etablierten Veranstaltungsformat werde es in den nächsten Jahren gelingen, das Thema ‚Bio aus Baden-Württemberg‘ noch stärker im Bewusstsein der Verbraucherinnen und Verbraucher zu verankern. Damit würde eine wichtige Grundlage für die Ausweitung des ökologischen Landbaus im Land gelegt werden.

Was macht die Arbeit von Bio-Landwirtinnen und Landwirten aus und Bio-Lebensmittel besonders? Welche Rolle spielt der Ökolandbau beim Klimaschutz, in Sachen Biodiversität und in der Zukunft? Antworten auf diese Fragen bekommen Verbraucherinnen und Verbraucher im Rahmen der Öko-Aktionswochen noch bis Ende November. Bei zahlreichen Veranstaltungen, wie themenspezifischen Hofführungen, Verköstigungen oder Online-Events lernen sie die regionale und biologische Lebensmittel- und Landwirtschaft näher kennen.

Zu den Aktionswochen ökologischer Landbau:
Die Aktionswochen ökologischer Landbau des Landes Baden-Württemberg finden seit Mitte September noch bis Ende November 2020 statt. Mit themenspezifischen Hofführungen, kleineren Veranstaltungen mit Verköstigung unter freiem Himmel oder Online-Events, wie beispielsweise virtuellen Kochkursen oder Weinseminaren, lernen VerbraucherInnen den Ökolandbau in den einzelnen Regionen kennen.

Eine Übersicht der Veranstaltungen finden Sie hier.

Organisiert werden die Öko-Aktionswochen Baden-Württemberg von der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AÖL) Baden-Württemberg e.V. mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg.

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucher befördert sie die Belange der Ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft durch ein aktives Tun. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse des Verbrauchers als Konsument wie als Steuerzahler heraus.

Ansprechpartnerin für Presseanfragen: Xenia Milosavljevic, Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V. (AÖL e.V.), c/o Bioland Landesverband Baden-Württemberg e.V., Schelztorstr. 49, 73728 Esslingen, T. +49 711 550939-19, M. +49 151 17127729, E-Mail: xenia.milosavljevic@aoel-bw.de


Baden-Württemberg bringt bundesweit vorbildhaftes „Biodiversitätsstärkungsgesetz“ auf den Weg - AÖL begrüßt Bekenntnis der Landesregierung zum ökologischen Landbau als Richtungsgeber

AÖL begrüßt Bekenntnis der Landesregierung zum ökologischen Landbau als Richtungsgeber

Baden-Württemberg bringt bundesweit vorbildhaftes „Biodiversitätsstärkungsgesetz“ auf den Weg

Esslingen, 22. Juli 2020.

Die baden-württembergische Regierung hat Anfang Juli den Entwurf für ein neues Naturschutz- sowie ein neues Landwirtschafts- und Landeskulturgesetz freigegeben. Die Gesetzesnovelle ist die Weiterentwicklung des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“. Heute hat der Landtag in Zweiter Lesung den Gesetzentwurf des „Biodiversitätsstärkungsgesetztes“ beschlossen.

Als Vertretung der heimischen Bio-Bauern begrüßt die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg die Gesetzesvorlage, die vorsieht, dass bis zum Jahr 2030 die Gesamtaufwandmenge an chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln um 40 % bis 50 % reduziert und der Anteil der ökologischen Landwirtschaft auf 30 % bis 40 % erhöht werden.

Dazu Hans Bartelme, einer der beiden Vorsitzenden der AÖL: „Wir freuen uns über die neue „Zukunftsstrategie Ökolandbau“ der Landesregierung mit dem einhergehenden Bekenntnis zum Ökolandbau als Problemlöser. Unbestritten kann das Gesetzesvorhaben als bundesweit einmalig und in Sachen Stärkung des ökologischen Landbaus und Erhalt der Biodiversität als bundesweit ehrgeizigstes Vorhaben bezeichnet werden“, so Bartelme.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann betonte bei der Vorstellung der Novelle die Bedeutung des Ökolandbaus auf dem Weg hin zur deutlichen Reduktion des Einsatzes von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln, bei der jeder Hektar ökologischer Anbaufläche aktiv dazu beitrage, dieses Reduktionsziel zu erreichen. Gleichzeitig wies er auf die Notwendigkeit zum Ausbau heimischer Erzeugerketten hin.

„Mit der Gesetzesnovelle nimmt die Landesregierung auch die Gesamtgesellschaft mit in die Verantwortung. So ist das Verbot von Schottergärten auf Privatgrundstücken und die Minimierung der Lichtverschmutzung ebenfalls Teil des Gesetzes. Der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlage wird zur gesamtgesellschaftliche Aufgabe und liegt nicht länger nur auf den Schultern der Landwirtinnen und Landwirte“, ergänzt AÖL-Vorsitzender Marcus Arzt.

AÖL-Geschäftsführer Dr. Christian Eichert verwies darauf, dass die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau maßgeblich dazu beigetragen habe, das bundesweit beispielgebende Gesetz auf den Weg zu bringen. Er ergänzt: „Die Gesetzesnovelle bietet die einmalige Chance, um Artenvielfalt mit bäuerlicher Landwirtschaft und Naturschutz mit Lebensmittelerzeugung zu versöhnen. Dabei ist der ökologische Landbau eine besonders ressourcenschonende, umweltverträgliche und nachhaltige Wirtschaftsform, bei der nicht nur in den Erhalt der biologischen Vielfalt, sondern auch in die Produktion heimischer Lebensmittel investiert wird. Die Nachfrage nach heimischen Bioprodukten ist weiterhin steigend – die Gesetzesnovelle gibt dafür den politisch notwenigen Rückenwind“, so Dr. Eichert abschließend.

Zum Hintergrund: Der Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der biologischen Vielfalt in Baden-Württemberg hat eine Änderung des Naturschutzgesetzes und des Landwirtschafts- und Landeskulturgesetzes zur Folge. Grundlage für die Novellierung dieser Gesetze ist das Ende Oktober 2019 vom Kabinett beschlossene Eckpunktepapier zum Volksbegehren Artenschutz.

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucher befördert sie die Belange der Ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft durch ein aktives Tun. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse des Verbrauchers als Konsument wie als Steuerzahler heraus.

Hier finden Sie die Presseinformation als PDF zum Download

Ansprechpartnerin für Presseanfragen: Xenia Milosavljevic, Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V. (AÖL e.V.), c/o Bioland Landesverband Baden-Württemberg e.V., Schelztorstr. 49, 73728 Esslingen, T. +49 711 550939-19, M. +49 151 17127729, E-Mail: xenia.milosavljevic@aoel-bw.de


Landesregierung macht Weg zum Ausbau des Bio-Musterländle Baden-Württemberg frei

Landesregierung macht Weg zum Ausbau des Bio-Musterländle Baden-Württemberg frei

Esslingen, 7. Juli 2020. Als Vertretung der heimischen Bio-Bauern begrüßt die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau den heute von der grün-schwarzen Landesregierung auf den Weg gebrachten weiterentwickelten Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“. Der Aktionsplan hat zum Ziel, die Rahmenbedingungen für bereits ökologisch wirtschaftende Betriebe zu verbessern und den Neueinstieg in den ökologischen Landbau beziehungsweise die ökologische Lebensmittelwirtschaft zu erleichtern.

Die Weiterentwicklung des Plans wurde im Koalitionsvertrag zugesagt – der Aktionsplan wurde darüber hinaus erstmalig mit Finanzmitteln unterfüttert. Im Rahmen des Doppelhaushaltes 2020/21 stehen strukturelle Mittel in Höhe von jährlich 4,5 Mio. Euro für die Maßnahmen des Aktionsplans bereit.

Dazu Marcus Arzt, einer der beiden Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg: „Wir begrüßen das verbindliche Bekenntnis der Landesregierung zu zusätzlichen Maßnahmen und Mitteln, um Baden-Württemberg flächenhaft zum Bio-Musterländle zu machen. Durch die gezielte Weiterentwicklung vorhandener Förderprogramme nach dem Prinzip „öffentliches Geld für öffentliche Leistung“ unterstützt das Land unsere Bio-Betriebe und Unternehmen“, so Arzt.

„Auch der Ausbau von Bildungsangeboten für den ökologischen Landbau als integraler Bestandteil der Bildungspläne des Landes, die Fortbildung von Lehrkräften im ökologischen Landbau und der Ausbau des Netzwerks von Bio-Demonstrationsbetrieben sind zentrale Bausteine, um die ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft in Baden-Württemberg zum Wohle der Umwelt und der nachfolgenden Generationen nachhaltig zu stärken“, so AÖL-Vorsitzender Hans Bartelme.

„Regionales Bio in der Außer-Haus-Verpflegung und ein Projekt zu mehr Bio im Lebensmittelhandwerk bilden zurecht Schwerpunkte des Aktionsplans: In diesen Marktsegmenten gibt es große Potenziale, die es zu nutzen gilt. Dafür ist es wichtig, dass die im Aktionsplan festgeschriebene Ausschreibung einer Öko-Markt- und Nachfrageanalyse nicht nur Handlungsempfehlungen gibt, sondern dass diese Empfehlungen von der Landesregierung richtungsweisend aufgegriffen werden“, so Dr. Christian Eichert, AÖL-Geschäftsführer.

Er ergänzt: „Der Aktionsplan Bio ist integraler Bestandteil zur Umsetzung des Ausbaus des Anteils der ökologischen Landwirtschaft auf 30 bis 40 Prozent bis ins Jahr 2030 – so wie im Dezember 2019 beschlossenen Eckpunktepapier der Landesregierung festgeschrieben. Der breite Zuspruch der Bevölkerung für das Volksbegehren Artenschutz zeigt nicht zuletzt den Wunsch der Menschen nach einer Ausweitung des ökologischen Landbaus und nach mehr heimischem Qualitäts-Bio. Uns freut sehr, dass die Landesregierung diesem Wunsch der Bevölkerung mit der nun beschlossenen Weiterentwicklung des Aktionsplans konkrete Handlungen folgen lässt.“

Auf dem Weg hin zu 30 bis 40 Prozent Bio bis zum Jahr 2030 hält die AÖL neben einer engen Einbindung des Sektors eine jährliche Zwischenbewertung des Erreichten für unablässig. Als Sektorvertretung sichere man der Landesregierung zu, die vorgelegten Maßnahmen und Projekte tatkräftig und konstruktiv mit zu begleiten – und somit den Umbau der Land- und Lebensmittelwirtschaft im Lande aktiv mit zu gestalten.

Zum Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“: Im Jahr 2012 hat die baden-württembergische Landesregierung den Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“ mit den expliziten Zielen aufgelegt, die Umstellung und Beibehaltung des ökologischen Landbaus, den Wissenstransfer in Bildung und Beratung zum ökologischen Landbau sowie die Forschung an den landwirtschaftlichen Landesanstalten zu Fragestellungen des ökologischen Landbaus zu fördern. Weiterhin bekannte sich die Landesregierung seinerzeit dazu, die Rahmenbedingungen für ökologisch wirtschaftende Betriebe zu verbessern und den Neueinstieg in die Öko-Bewirtschaftung zu erleichtern und konkrete Maßnahmen zur Vermarktung regional erzeugter Bio-Produkte zu unterstützen.

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucher befördert sie die Belange der Ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft durch ein aktives Tun. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse des Verbrauchers als Konsument wie als Steuerzahler heraus.

Hier finden Sie die Pressemitteilung als PDF zum Download.

Ansprechpartner für Presseanfragen: Dr. Christian Eichert, Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V. (AÖL e.V.), c/o Bioland Landesverband Baden-Württemberg e.V., Schelztorstr. 49, 73728 Esslingen, T. +49 711 550939-45, M. +49 160 7406015, E-Mail: christian.eichert@aoel-bw.de


Mitgliederstatistik zum 01.01.2020

Aktuelle Statistik zur Anzahl der Betriebe und deren Fläche in Hektar zum 1.1.2020

Verband Anzahl Erzeugerbetriebe Fläche in Hektar
Ecovin 100 500
Ecoland 54 2.303
Naturland 324 16.936
Demeter 545 27.117
Bioland 1.778 82.500
Summe
2.801 129.356

Landesregierung bekennt sich zu mehr Biolandbau und weniger chemisch-synthetischem Pflanzenschutz.

Landesregierung bekennt sich zu mehr Biolandbau und weniger chemisch-synthetischem Pflanzenschutz.

Zum Gesetzesentwurf der Landesregierung anlässlich des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“.

Esslingen, 18. Dezember 2019. Im Rahmen des abschließenden „Runden Tischs“ hat die Landesregierung heute Naturschutz-, Ökolandbau- und Bauernverbänden ihren Gesetzesentwurf zum Eckpunktepapier „Rettet die Bienen“ vorgestellt. Der Gesetzentwurf schreibt neben der deutlichen Ausweitung des Anteils der ökologischen Landwirtschaft auf 30 bis 40 Prozent bis zum Jahr 2030 auch die Reduktion des Einsatzes von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln um bis zur Hälfte der derzeit eingesetzten Mittel in der Menge vor.

Dazu Marcus Arzt, einer der beiden Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg: „Wir begrüßen das verbindliche Bekenntnis der Landesregierung zu konkreten Maßnahmen für Insektenschutz und Biodiversität. Die deutliche Neuausrichtung ihrer Landwirtschaftspolitik basierend auf mehr ökologischem Landbau und weniger chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln ist hierfür ein zentraler Baustein. Dieses Bekenntnis ist nun auch durch konkrete Gesetzestexte untermauert“, so Arzt.

AÖL-Vorsitzender Hans Bartelme ergänzt: „Die Mitgliedsverbände der AÖL haben sich seit Monaten an verschiedenen Stellen dafür eingesetzt, den Themen Biodiversität und Ökologisierung der Land- und Ernährungswirtschaft landespolitisch den notwendigen Platz einzuräumen, um den Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen.“ Man habe sich gemeinsam für einen realistischen und für den ökologischen Landbau fachlich gangbaren Weg stark gemacht und dabei nicht zuletzt im intensiven Dialog mit der Landesregierung gestanden. „Viel Energie wurde in die Schaffung tragfähiger Bündnisse mit Naturschutz-Organisationen und Landwirtschaftsverbänden investiert, um nun auf gemeinsamem Weg zu mehr Artenschutz und Ökologie zu kommen. Mit der angestrebten Ausweitung des ökologischen Landbaus stärkt die Landesregierung dabei auch den Klimaschutz und das Tierwohl“, so Bartelme.

Neben einer deutlichen Schwerpunktsetzung auf die Themen Biodiversität und ökologischer Landbau in den Lehrplänen des Landes, nimmt sich die Landesregierung mit dem Eckpunktepapier erstmalig auch selbst in die Pflicht, indem sie unter anderem die eigenen Liegenschaften auf Öko-Bewirtschaftung umstellen und an allen landwirtschaftlichen Landesanstalten ökologische Teilbetriebe etablieren wird. Zudem bekennt sich das Land im Rahmen der heute beschlossenen Eckpunkte dazu, in den Speiseplänen der landeseigenen Kantinen, Schulen und weiteren Einrichtungen vermehrt ökologisch erzeugte Produkte einzusetzen. Hierzu AÖL-Geschäftsführer Dr. Christian Eichert: „Uns freut das deutliche Bekenntnis der gesamten Landesregierung zu mehr Ökologie und, dass sie initiativ Verantwortung übernimmt, sehr. In den kommenden Wochen und Monaten werden wir sehr genau darauf achten, dass diesen Worten auch Taten folgen. Wir sichern der Landesregierung dabei weiterhin unsere volle Unterstützung bei der Umsetzung des heute beschlossenen Rahmens zu“.

Eichert wies auf die Notwendigkeit einer weiterhin engen Zusammenarbeit aller Akteure aus Landwirtschaft, Umwelt- und Naturschutz sowie der Landespolitik hin, um dieses Bekenntnis in die Praxis zu führen. „Die eigentliche Arbeit beginnt jetzt, wo es um die Umsetzung der politischen Vorgaben geht. Hier brauchen wir einen guten Rahmen, um den Ausbau der Biolandwirtschaft und die Reduktion des Einsatzes chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel zu erreichen.“ Laut Eichert könne dies nur gelingen, wenn die konstruktive Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Umweltschutz fortgeführt wird und noch mehr verbindende Brücken dort gebaut werden, wo in der Vergangenheit Gräben entstanden sind. Das von der Landesregierung auf den Weg gebrachte Dialogforum, das als Plattform für regelmäßigen Austausch der Spitzenvertretungen aller am Prozess beteiligten Akteure etabliert wird, biete hierfür einen gelungenen Rahmen.

Zum Hintergrund
Der Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der biologischen Vielfalt in Baden-Württemberg hat eine Änderung des Naturschutzgesetzes und des Landwirtschafts- und Landeskulturgesetzes zur Folge. Grundlage für die Novellierung dieser Gesetze ist das Ende Oktober vom Kabinett beschlossene Eckpunktepapier zum Volksbegehren Artenschutz.

Zur AÖL
Die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V. ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucher befördert sie die Belange der Ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft durch ein aktives Tun. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse des Verbrauchers als Konsument wie als Steuerzahler heraus.

Hier finden Sie die Pressemitteilung als PDF-Download.

Ansprechpartnerin für Presseanfragen: Xenia Milosavljevic, Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V. (AÖL e.V.), c/o Bioland Landesverband Baden-Württemberg e.V., Schelztorstr. 49, 73728 Esslingen, T. +49 711 550939-19, M. +49 151 17127729, E-Mail: xenia.milosavljevic@aoel-bw.de

 

 


Positionspapier der AÖL - Notwendige Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Aktionsplans „Bio aus Baden-Württemberg“

Positionspapier der AÖL. Auf dem Weg zum Bio-Musterländle - Notwendige Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Aktionsplans „Bio aus Baden-Württemberg“

Das Volksbegehren Artenschutz, initiiert von zwei Bio-Imkern, stößt in der baden-württembergischen Bevölkerung auf großes Wohlwollen. Die Vielzahl an gesammelten Unterschriften für das Begehren zeigen den Wunsch der Bevölkerung nach einer schnelleren Ausweitung des ökologischen Landbaus und nach mehr heimischem Qualitäts-Bio. Auch wenn die Politik in den letzten Jahren erste wichtige Anreize gesetzt hat, bedarf es zusätzlicher Maßnahmen und Mittel, um Baden-Württemberg flächenhaft zum Bio-Musterländle zu machen.

Als Vertretung der heimischen Bio-Bauern rufen wir die grün-schwarze Landesregierung zum Handeln auf, den Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“ auf dem Weg zu 50 Prozent Ökolandbau in Baden-Württemberg couragiert weiterzuentwickeln und die dafür notwendigen Finanzmittel im Rahmen der Verhandlungen des Doppelhaushalts 2020 / 2021 bereitzustellen.

Die grün-schwarze Landesregierung muss in der Umsetzung deutlich schneller als bisher vorankommen, um die ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft in Baden-Württemberg zum Wohle der Umwelt und der nachfolgenden Generationen nachhaltig zu stärken. Um Marktverwerfungen zu vermeiden, muss dieser Weg insbesondere auf die Stärkung von Absatz und Nachfrage ausgerichtet werden. Folgende konkrete Maßnahmen müssen durch die baden-württembergische Landesregierung zeitnah und dringlich beschlossen werden:

I. Reform der beruflichen Ausbildung und zeitgemäße Berücksichtigung der Themen des ökologischen Landbaus in den Lehrplänen

Der ökologische Landbau sowie die Verarbeitung von Öko-Lebensmitteln soll in allen Bereichen der schulischen und beruflichen Ausbildung – in den sogenannten Grünen Berufen ebenso wie im Lebensmittelhandwerk und der ganzen Ernährungsbranche – fest etabliert werden. Damit soll der heranwachsenden Generation das notwendige Wissen über die Öko-Produktion vermittelt werden. Die Landesregierung stellt hierfür eine angemessene und dem aktuellen Stand des ökologischen Landbaus entsprechende Berücksichtigung seiner Themen in der beruflichen Ausbildung sicher und verankert die Themen und Fragestellungen des ökologischen Landbaus in den Lehrplänen der berufsbildenden Schulen.

Hierzu sei auf Hessen verwiesen: Die dortige Landesregierung hat, basierend auf dem bundesweit gültigen Rahmenlehrplan, regionale Ergänzungen („Öko-Komponenten“) beschlossen und in die Umsetzung gebracht. Wir fordern die hiesige Landesregierung dazu auf, diesen regionalen „Spielraum“ zu nutzen und den baden-württembergischen Lehrplan zeitnah um moderne und zukunftsgerichtete Lehrinhalte zum ökologischen Landbau zu ergänzen und nachfolgend zu überprüfen.

Zuständig: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: Implementierung ab Beginn 2020

Finanzrahmen: Keine zusätzlichen Finanzmittel notwendig

 

II. Umsetzung der Koalitionszusage im Bereich der ökologischen Praxisforschung

In der Koalitionsvereinbarung ist die Einrichtung eines Kompetenzzentrums Ökolandbauforschung hinterlegt, um zukünftig die über das Land verteilten Aktivitäten in der ökologischen Praxisforschung strukturell und konzeptionell zusammenzuführen. Die Landesregierung bekennt sich zu ihrer Koalitionszusage und beschließt die hierfür notwendigen personellen und strukturellen Ressourcen. Die Forschung wird zu Fragestellungen des Öko-Landbaus noch stärker auf die Praxis ausgerichtet. So soll ein Praxis-Forschungsbetriebsnetz aufgebaut werden, um Forschung, Praxis und Wissenstransfer enger zu verknüpfen. Ergänzend baut das Land die Beforschung von Themen und Fragestellungen der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft an allen seinen Landesanstalten bis 2030 auf 30 Prozent aus.

Zuständig: Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: umgehend

Finanzrahmen: 180.000 € jährlich für Personalstellen, die den Aufbau des Praxisforschungsnetzwerks koordinieren. Aktivitäten an den Landesanstalten: Mittels Umschichtung.

 

III. Neuordnung der Zuständigkeiten am Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau in Emmendingen-Hochburg

Am Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau in Emmendingen-Hochburg (KÖLBW) sollte der ökologische Landbau im Bereich Bildung, Praxis und Forschung gestärkt werden. Hierzu ist festzuhalten, dass die Entfaltung der Möglichkeiten des KÖLBW in den zurück-liegenden Jahren an unklaren Zuständigkeiten und an einem fehlenden Gesamtkonzept litt. Damit das KÖLBW die mit seiner Einrichtung verbundenen Erwartungen erfüllen kann, beschließt die Landesregierung eine Neuordnung der Zuständigkeiten für sämtliche Konzepte und Aktivitäten des KÖLBW.

Zudem wird das schleppende Verfahren zur Ertüchtigung des vor Ort befindlichen Praxisbetriebs beschleunigt, sodass der von der Landespolitik angestrebte Vorzeigebetrieb bis spätestens Ende 2022 Realität ist.

Zuständig: Ministerium für Finanzen und Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: umgehend

Finanzrahmen: Zusätzliche Personalstelle, die die Aktivitäten auf der Domäne Hochburg Emmendingen in Gänze ordnet. Beschlossene Mittel für die Ertüchtigung des Praxisbetriebs werden in den Doppelhaushalt 2020 / 2021 vorgezogen.

 

IV. Klares Bekenntnis zum ökologischen Landbau in der Forschungspolitik des Landes

Aktuell werden bundesweit gerechnet lediglich 1,5 Prozent der Agrar-Forschungsmittel für die Beforschung des ökologischen Landbaus verwendet. Damit die Ausweitung des ökologischen Landbaus im Lande erreicht wird, setzt sich die Landesregierung dafür ein, 30 Prozent der Forschungsmittel im Agrarbereich für Forschung zum ökologischen Landbau zu verwenden. Die Landesregierung wirft auf nationaler Ebene all ihren Einfluss in die Waagschale, um im Bereich Bildung und Forschung das Innovationspotenzial von Bio zu heben. Neben dem Landwirtschaftsministerium setzt sich insbesondere das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau dafür ein, im Bund eine Neuausrichtung der Agrarforschung an den veränderten Bedürfnissen zu realisieren.

Zuständig: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: umgehend

Finanzrahmen: Keine zusätzlichen Finanzmittel notwendig

 

V. Ökologisierung der Landesanstalten

Weitere Staatsgüter und -domänen sollen als Vorbild und Musterlandwirtschaft in Sachen ökologischer Landbau aus- bzw. umgebaut werden. Insbesondere umzusetzen ist die Umstellung des HUL Marbach auf ökologischen Landbau und die Berücksichtigung des ökologischen Landbaus beim Wiederaufbau der Rinderstalls beim LAZBW in Aulendorf.

Zuständig: Ministerium für Finanzen, Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: Implementierung ab spätestens 2020

Finanzrahmen: Noch zu klären

 

V. 1. Anerkennung der Umstellung auf Öko-Bewirtschaftung als Ausgleichsmaßnahme Immer mehr landwirtschaftliche Nutzfläche fällt dem Flächenfraß zum Opfer. Um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten und um mehr ökologisch bewirtschaftete Flächen zu erhalten, anerkennt die Landesregierung (wie dies in anderen Bundesländern bereits heute gelebte Praxis ist) die Umstellung auf Öko-Bewirtschaftung im Zuge der Neufassung der Ökokonto-Verordnung als Ausgleichsmaßnahme für Eingriffe in die Natur.

Zuständig: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft (federführend), Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: Implementierung ab spätestens 2020

Finanzrahmen: Keine zusätzlichen Finanzmittel notwendig, da aus dem vorhandenen Budget des Ökokontos bestritten

 

V. 2. Beschluss und Umsetzung einer Kampagne für mehr Bio in der Außer-Haus-Verpflegung in ausgewählten Bio-Musterregionen

Um insbesondere in ausgewählten Regionen ins Handeln zu kommen, beschließt die Landesregierung eine Kampagne zur Beförderung des Einsatzes von Bio-Produkten in der Außer-Haus-Verpflegung in ausgewählten Bio-Musterregionen. Diese beinhaltet eine Herausarbeitung und Weiterverbreitung erfolgreicher Konzepte des Bio-Außer-Haus-Marktes und die Vernetzung entsprechender Öko-Erzeugungs- und -Belieferungsketten „vom Acker bis zum Teller“.

Zuständig für die Kampagne: Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: Implementierung ab Winter 2019/2020

Finanzrahmen: Jährlich 500.000 € angelegt auf fünf Jahre. Aus Mitteln des Doppelhaushalts 2020 / 2021

 

V. 3. Beschluss und Umsetzung einer Kampagne zur Beförderung des Einsatzes von Bio-Produkten in der Außer-Haus-Verpflegung

Bio in der Außer-Haus-Verpflegung gilt als zentraler Pioniermärkte für die Verwendung von Öko-Produkten – eine Ausweitung deren Anteils in den landeseigenen Kantinen ist daher naheliegend. Die Landesregierung beschließt daher dort die Verwendung eines Anteils von 50 Prozent an regionalen und Bio-Lebensmitteln bis zum Jahr 2030. Die öffentliche Gemeinschaftsverpflegung wird als wirksames Instrument für die Absatzsteigerung von Bio-Produkten genutzt und damit die ökologische Ernährung insgesamt befördert. Dänemark zeigt, wie es geht. So wurde beispielsweise in Kopenhagen ein Bio-Anteil von 90 Prozent in allen öffentlichen Einrichtungen nahezu kostenneutral erreicht und damit eine nachhaltigere, schmackhaftere und gesündere Ernährung realisiert.

Damit auch in der sonstigen Außer-Haus-Verpflegung künftig verstärkt auf Bio gesetzt wird, beschließt die Landesregierung eine breit angelegte Kampagne zur Beförderung des Einsatzes von Bio-Produkten in der Außer-Haus-Verpflegung. Eine unterstützende Kampagne zeigt auf, wie Bio in der Außer-Haus-Verpflegung funktioniert und macht Köchen Lust auf die Verwendung von Bio-Produkten. Zu beachten gilt es dabei eine systematische Berücksichtigung der Öko-Erzeugungs- und -Belieferungsketten „vom Acker bis zum Teller“.

Konkret beinhaltet die Kampagne die nachfolgenden Elemente:

  1. Analyse der Versorgungsketten in der Gemeinschaftsverpflegung;
  2. Vernetzung von Erzeugern, Verarbeitern und Großküchen;
  3. Entwicklung einer landesweiten Kommunikationskampagne;
  4. Beratung von Großküchen bei der Beschaffung von Biolebensmitteln und regionalen Produkten;
  5. Informations- und Weiterbildungsangebote für Küchenpersonal/Verpflegungs- verantwortliche;
  6. Informations- und Weiterbildungsangebote für Kita- und Schulträger;
  7. Lehrerfortbildungen zum Thema „Nachhaltige Ernährung“;
  8. Schaffung einer zusätzlichen Arbeitskraft zur Beratung von Kitas und Schulen hinsichtlich des Einsatzes von Biolebensmitteln.

Zuständig für die Kampagne: Ministerium für Ländlichen Raum; vergibt Auftrag per Aus-schreibung an kompetente Agentur

Zeitplan: Implementierung ab Winter 2019 / 2020

Finanzrahmen: Jährlich 550.000 € angelegt auf acht Jahre. Aus vorhandenen Mitteln der Nachhaltigkeitsstrategie oder Mitteln des Doppelhaushalts 2020 / 2021

IX. Umbau der staatseigenen Unternehmen zu „Leuchttürmen“ der ökologischen Ernährungsindustrie

Die Landesregierung beschließt einen verbindlichen „Fahrplan“ zur Umstellung der landeseigenen Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Die in Landesbesitz befindlichen Unternehmen der Ernährungsindustrie werden zu „Botschaftern“ für den ökologischen Landbau umgebaut. Für die Staatsbrauerei Rothaus wird der Einsatz von 50 Prozent Bio-Rohstoffen verankert und die schrittweise Bio-Umstellung eingeleitet.

Zuständig: Ministerium für Finanzen (federführend), Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: Beginn der Maßnahme Ende 2019, Umsetzung schrittweise

Finanzrahmen: Noch nicht absehbar, hängt von Umfang der Maßnahmen ab

 

X. Beschluss und Umsetzung einer Projektförderung für die Realisation von Öko-Aktionswochen

Um gegenüber einer breiten Öffentlichkeit attraktive Einblicke in den Sektor zu ermöglichen, beschließt die Landesregierung die Projektförderung für die Durchführung jährlicher „Aktionswochen Ökologischer Landbaus“ begleitet durch ein zeitgemäßes Marketingkonzept. Mittels einer modernen Marketingkampagne und vernetzt mit den bereits bestehenden Marketinginstrumenten des Landes werden Endverbraucher über die Vorzüge von regional und ökologisch erzeugten Nahrungsmitteln informiert. Die durch eine unabhängige Marketingagentur konzipierte Kampagne wirbt zeitgemäß für „heimisches Bio“.

Zuständig: Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: Implementierung ab spätestens 2020

Finanzrahmen: Jährliches Budget für die „Aktionswochen Ökologischer Landbau“ 150.000 €

 

XI. Beschluss und Umsetzung einer Marketingkampagne zur Heraushebung der positiven gesellschaftlichen Leistungen des Sektors gegenüber einer breiten Öffentlichkeit

Um gegenüber einer breiten Öffentlichkeit die Vorteile der heimischen Erzeugung und Verarbeitung ökologischer Produkte herauszustellen, beschließt die Landesregierung die Finanzierung einer modernen Marketingkampagne. Diese informiert Endverbraucher über die Vorzüge von regional und ökologisch erzeugten Nahrungsmitteln. Die durch eine unabhängige Marketingagentur konzipierte Kampagne wirbt zeitgemäß für „heimisches Bio“.

Zuständig: Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: Implementierung ab spätestens 2020

Finanzrahmen: Einmaliges Budget für Erstellung moderne und zeitgemäße Marketingkampagne: 325.000 €. Anschließend 100.000 € jährlich

 

XII. Kampagne zur Ökologisierung des Lebensmittelhandwerks und der Gastronomie

gemeinsam mit der Bäckerinnung, der Metzgerinnung und der DEHOGA

Zuständig: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: Frühjahr 2020

Finanzrahmen: 300.000 €

 

XIII.Beschluss und Umsetzung von „Bauer-zu-Bauer-Gesprächen“ zur messbaren Reduktion des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln

Als Beitrag zum Strategie des Landes zur Reduzierung von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln und eingebettet in das „Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt“ werden „Bauer-zu-Bauer-Gespräche“ installiert. „Bauer-zu-Bauer-Gespräche“ sind eine in der Praxis erprobte, überaus wirksame Methode, um mittels Gedanken- und Informationsaustausch auf Ebene von Praktikern erheblich zur Reduzierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln hinzuwirken. Die Weitergabe der Erfahrungen von Praktiker zu Praktiker liefert die besten Argumente für eine Reduktion des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln. Die „Bauer-zu-Bauer-Gespräche“ werden begleitet durch eine adäquate Einbindung der Erzeugerberatung in den Themenbereichen Ackerbau und Biodiversität.

Zuständig: Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: Implementierung ab 2020

Finanzrahmen: Aus Finanzmitteln des Sonderprogramms Biodiversität

 

XIV. Beschluss und Umsetzung eines Projekts „Grundwasserschutz durch ökologischen Landbau“

Die Belastung des Grundwassers mit Nitrat ist nach wie vor problematisch. Als Hauptverursacher gilt vor allem die Landwirtschaft. Seit 1995 liegt der jährliche Bilanzüberschuss von Stickstoff auf konventionellen Betrieben bei knapp 100 Kilogramm pro Hektar. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass von diesen Überschüssen mehr als die Hälfte des Stickstoffs ins Grundwasser ausgewaschen werden. Je nach Bodenart, Klima und Niederschlagsmenge können diese Werte regional sogar noch höher ausfallen. Für kommunale Wasserversorger ist dieser übermäßige Eintrag ein großes Problem. Denn für jedes Kilogramm Stickstoff, das aus dem Wasser gefiltert werden muss, fallen laut einer wissenschaftlichen Studie Kosten in Höhe von fünf bis 15 Euro an.

Studien belegen, dass auf ökologisch genutzten Acker- und Grünlandflächen durchschnittlich nur halb so viel Stickstoff ausgewaschen wird wie bei konventioneller Bewirtschaftung. Ein weiterer wesentlicher Vorteil des ökologischen Landbaus ist der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel und ein deutlich geringerer Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung. Beides sind Problemstoffe, die bei der Trinkwasseraufbereitung zusätzliche Schwierigkeiten bereiten und Kosten verursachen.

Die baden-württembergische Landesregierung bekennt sich mit einem Projekt „Grundwasserschutz durch ökologischen Landbau“ dazu, die Herausforderung Grundwasserschutz konkret anzugehen und mittels eines Projekts Lösungswege in Verbindung mit einer landwirtschaftlichen Flächennutzung aufzuzeigen. Das Projekt wird durch eine Kommunikationskampagne begleitet, die die Vorteile grundwasserschonender Landbewirtschaftungsmethoden herausstellt.

Zuständig: Ministerium für Ländlichen Raum, Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft

Zeitplan: Implementierung ab 2020

Finanzrahmen: Jährlich 500.000 € angelegt auf fünf Jahre

 

XV. Umbau der Agrarumweltprogramme des Landes

Um zu einer erheblichen Steigerung des Anteils ökologisch bewirtschafteter Flächen hinzuwirken, müssen die Agrarumweltprogramme des Landes systematisch auf Nachhaltigkeitsziele ausgerichtet und insbesondere die Kombinierbarkeit unterschiedlicher Maßnahmen für ökologisch wirtschaftende Erzeugerbetriebe ausgerichtet werden. Die neu zu konzipierenden Maßnahmen müssen künftig daran ausgerichtet werden, dass Wasser, Böden und Klima geschützt, Tiere artgerecht gehalten und bäuerlich geführten Betrieben neuen Perspektiven aufgezeigt werden. Die Öko-Branche zeigt mit ihrem Nachhaltigkeitsmodell zur GAP, wie Steuergeld zielgenau und ohne Strukturbrüche für eine zukunftsfähige Landwirtschaft verwendet werden kann – und damit auch die Erwartungen und Ansprüche der Gesellschaft an die Landwirtschaft erfüllt werden (siehe www.boelw.de/gap2020). Die baden-württembergische Landesregierung bekennt sich zu diesem Modell und engagiert sich auf Bundesebene für dessen Umsetzung.

Zuständig: Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: ab sofort

Finanzrahmen: Keine zusätzlichen Finanzmittel notwendig

 

XVI. Finanzielle Sicherstellung der Agrarumweltmaßnahmen Umstellung und Bei-behaltung der ökologischen Wirtschaftsweise

Im Rahmen der laufenden Diskussion um die Ausgestaltung der zukünftigen Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2020 setzt sich die Landesregierung auf der Grundlage des Beschlusses des Bundesrates für die Sicherstellung der ausreichenden Finanzierung des Ausbauziels 30 bis 40 Prozent Ökologischer Landbau bis 2030 in Baden-Württemberg ein. Ebenso sind ausreichende Ko-Finanzierungsmittel in den kommenden Landeshaushalten einzustellen.

Die Landesregierung setzt sich für eine ausreichende Finanzierung der Förderung des ökologischen Landbaus im Zuge des landeseigenen Agrarumweltprogramms FAKT ein und stellt die Fortführung der beiden Maßnahmen Umstellung und Beibehaltung der ökologischen Wirtschaftsweise sicher. Die Betriebe müssen sich darauf verlassen können, dass die Förderung der Umstellung wie auch der Beibehaltung der ökologischen Wirtschaftsweise ohne Unterbrechung nach 2020 gewährleistet ist.

Zuständig: Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: ab sofort

Finanzrahmen: Keine zusätzlichen Finanzmittel notwendig

 

XVII. Verstetigung einer von der Landesregierung organisierten Wissenschaftstagung zum ökologischen Landbau im zweijährigen Rhythmus

Zuständig: Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: ab sofort

Finanzrahmen: Aus bestehenden Haushaltsmitteln / mittels Umschichtung

 

XVIII. Ausrufung und Einrichtung weiterer Bio-Musterregionen

zur Beförderung des heimischen ökologischen Landbaus. Mit dem Ansatz der Bio-Musterregionen wird das Engagement aller Beteiligten und das Bewusstsein der Bürger in den einzelnen Regionen für die ökologische Land-und Lebensmittelwirtschaft nachhaltig gestärkt und gefördert Die bestehenden Bio-Musterregionen werden – nach einer Evaluation – um drei Jahre verlängert und anschließend in eine gleitende „Auslaufphase“ überführt, sodaß es eine insgesamt Perspektive für die Bio-Musterregionen von 9 Jahren ergibt.

Zuständig: Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: Frühjahr 2020

Finanzrahmen: Je Bio-Musterregion und Jahr 100.000 €, aus Mitteln des Nachtragshaushalts 2020 / 2021

 

XIX. Stärkung der zuständigen Verwaltungsstrukturen

Die Landesregierung nimmt die Weiterentwicklung des Aktionsplans „Bio aus Baden-Württemberg“ zum Anlass, das für den ökologischen Landbau zuständige Referat innerhalb des Landwirtschaftsministeriums als auch die zuständige Kontrollbehörde für den ökologischen Landbau beim Regierungspräsidium Karlsruhe personell und finanziell adäquat zu den Herausforderungen der Branche auszustatten.

Zuständig: Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: ab Beginn 2020

Finanzrahmen: zusätzliche Finanzmittel müssen spätestens im Doppelhaushalt 2020/21 zur Verfügung gestellt werden

 

Ergänzung von weinbauspezifischen Maßnahmen

Das Land-Baden-Württemberg ist mit den Anbaugebieten Baden (ca. 15.000ha) und Württemberg (ca. 10.000ha) das zweitgrößte weinbautreibende Bundesland in Deutschland.

Einerseits stellt gerade der Weinbau mit der Ausprägung der spezifischen Kulturlandschaft zum Tourismus im Land einen wichtigen Baustein dar. Die hier erzeugten Weine sind in der Region identitätsschaffend. Die im gesamten Bundesgebiet und auch Ausland konsumierten Badischen und Württemberger Weine sind Botschafter und Aushängeschilder für unser Land im In- und Ausland. Gleichzeitig ist festzuhalten, dass die Sonderkultur Weinbau leider im Vergleich zu vielen anderen landwirtschaftlichen Sparten einen besonders hohen Schutz insbesondere gegenüber pilzlichen Erkrankungen erforderlich macht. Aus diesem Grund gerät der Weinbau im Zusammenhang mit jeglicher Forderung nach Reduktion von Pestiziden sofort ins Blickfeld und steht gerade in den aktuellen Diskursen unter direktem Beschuss.

Das Konzept des biologischen und biodynamischen Weinbaues weist umfangreiche zukunftsweisende Aspekte auf: Düngung ohne synthetische Stickstoffdünger, Aufbau und Entwicklung natürlicher Bodenfruchtbarkeit, Förderung von Insekten und Kleintieren für eine hohe Diversität und stabile Nützlings-Schädlings-Gleichgewichte. Darüber hinaus ist das große Potential für qualitativ hochwertige Weine. Dies nur um einige Vorzüge zu nennen.

 

Aus diesen Gründe sind nicht nur alle biologisch arbeitenden Winzerinnen und Winzer im Land davon überzeugt, dass sie auf dem richtige Wege sind, und schätzen auch die Anerkennung der Öffentlichkeit und ihrer Kunden. Darüber hinaus ist darauf hinzuweisen, dass das Interesse von bisher konventionell arbeitenden Weinbaubetrieben für eine Umstellung auf biologischen Weinbau außerordentlich hoch ist. Aber leider: Der Schritt zum Bioweinbau ist gerade auf Grund der im Bioweinbau nicht gelösten Frage der Pflanzengesundheit im Hinblick auf die Mehltaupilzkrankheiten mit solch hohem Risiko verbunden, dass der Anteil des Bioweinbaues sich kaum entwickelt. Vielmehr ist sogar festzustellen dass der Anteil der Bioweinbaufläche in Baden-Württemberg (ca. 8%)an der Gesamtfläche im Vergleich zum Verhältnis der Biolandbaufläche (ca. 14%) zur gesamten LW-Fläche nur wenig mehr als halb so hoch ist.

 

Wir möchten daher auf einige konkrete Maßnahmen hinweisen, den Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“ in Bezug auf die Sonderkultur Weinbau ergänzen. Kristallisationspunkte sind dabei in der Tat Möglichkeiten zur Verbesserung der Rebengesundheit bei gleichzeitiger Reduktion von Pestiziden.

XX. Stärkung eines zukunftsfähigen Weinbaus mit widerstandsfähigeren Reben durch adäquate Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen

Die AÖL weist seit vielen Jahren darauf hin, dass langfristig ein zukunftsfähiger Weinbau nur mit widerstandsfähigeren Reben möglich sein wird. Dazu hat das Land Baden-Württemberg durch die Rebzüchtungsarbeiten am Staatlichen Weinbauinstitut in Freiburg über viele Jahrzehnte großartige Vorarbeit geleistet und kann längst ein Repertoire an interessanten Sorten anbieten. Mit dem Anbau von PIWIs kann der Pflanzenpflegemittelaufwand nachweislich unmittelbar um mindestens 70% des sonst anfälligen Einsatzes zurückgeführt werden. Das ist die Mindesteinsparung. Viele Betriebe können ihre Pflanzenschutzmaßnahmen in den PIWI-Anlagen auf Null zurückfahren. Sie bieten ganz offensichtlich riesigen Fortschritt.

In vielen Gesprächen weisen wir seit Jahren darauf hin, dass die Vermarktung der aus diesen Sorten gewonnenen Weine sehr schwer ist, weil diese Sorten und deren Vorzüge im Anbau und Vorzüge für die Umwelt zu wenig bekannt sind. Hier sind weitreichende gemeinsame Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen notwendig. Konzepte für solche Maßnahmen sind bereits in verschiedenen Gremien erarbeitet worden, es geht nun halt um die finanziellen Mittel zu deren Umsetzung.

Zuständig: Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: ab Beginn 2020

Finanzrahmen: zusätzliche Finanzmittel müssen spätestens im Doppelhaushalt 2020/21 zur Verfügung gestellt werden

 

XXI. Einsatz für die Zulassung von phosphonathaltigen Pflanzenbehandlungspräparaten

Mittelfristig gibt es klare Konzepte, um konkret die Kupferaufwendungen im Bioweinbau zu reduzieren bei gleichzeitiger Verbesserung der Produktionssicherheit. Die Zulassung von phosphonathaltigen Pflanzenbehandlungspräparaten ist eine ganz konkrete Forderung, die die Entwicklung und Ausbreitung des biologischen Anbaues in ganz kurzer Zeit massiv vorantreiben würde und gleichzeitig die Anzahl von Behandlungsmaßnahmen im Bioweinbaubereich reduzieren könnte.

Zuständig: Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: ab Beginn 2020

Finanzrahmen: keine

 

XXII. Ausbau der Forschung- und Versuchstätigkeit in den Landeseinrichtungen LVWO Weinsberg und WBI Freiburg

Die Forschung- und Versuchstätigkeit in den Landeseinrichtungen LVWO Weinsberg und WBI Freiburg muss aufrechterhalten und weiterentwickelt werden. Die Verbände der AÖL stehen zur fachlichen Begleitung gerne zur Verfügung.

Zuständig: Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: ab Beginn 2020

Finanzrahmen: keine. Umwidmung bestehender Personalstellen

 

XXIII. Stärkung des Beratungsdienst ökologischer Weinbau e.V.

Der Beratungsdienst ökologischer Weinbau e.V., der umfangreich in ganz Baden-Württemberg nicht nur biologisch arbeitende Betriebe, sondern vermehrt konventionelle Betriebe berät, könnte zur Ausbreitung von biologischen Maßnahmen im Rebbau in Baden-Württemberg viel leisten. Wir schlagen daher eine im Beratungsdienst integrierte zusätzliche Beratungskraft vor als Chance, viele Weinbauunternehmen zum Umstellung auf biologischen Anbau zu gewinnen.

Zuständig: Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: ab Beginn 2020

Finanzrahmen: zusätzliche Finanzmittel müssen spätestens im Doppelhaushalt 2020/21 zur Verfügung gestellt werden

 

Hintergrund

Im Jahr 2012 hat die baden-württembergische Landesregierung den Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“ mit den expliziten Zielen aufgelegt, die Umstellung und Beibehaltung des ökologischen Landbaus, den Wissenstransfer in Bildung und Beratung zum ökologischen Landbau sowie die Forschung an den landwirtschaftlichen Landesanstalten zu Fragestellungen des ökologischen Landbaus zu fördern. Weiterhin bekannte sich die Landesregierung seinerzeit dazu, die Rahmenbedingungen für ökologisch wirtschaftende Betriebe zu verbessern und den Neueinstieg in die Öko-Bewirtschaftung zu erleichtern. Zudem sollte mittels konkreter Maßnahmen die Vermarktung regional erzeugter Bio-Produkte unterstützt werden.

Mit ihrer im Mai 2016 geschlossenen Koalitionsvereinbarung hat sich die grün-schwarze Landesregierung (erneut) dazu bekannt, den ökologischen Landbau in Baden-Württemberg auf breiter Basis zu fördern und weiterzuentwickeln. Mit dem Zitat „Wir werden den ökologischen Landbau weiter voranbringen“ nimmt die Koalitionsvereinbarung an prominenter Stelle hierauf Bezug. In den zurückliegenden Monaten bekräftigte der zuständige Landwirtschaftsminister Peter Hauk diesen Weg, indem er das Ziel „30 Prozent Ökolandbau bis zum Jahr 2030“ ausrief. Das Volksbegehren Artenschutz „Rettet die Biene“ strebt gar 50 Prozent Bio-Anbau bis 2035 an. Aufgrund der für den ökologischen Landbau sehr günstigen strukturellen und naturräumlichen Gegebenheiten im Land (u. a. hohe Kaufkraft, bewusst handelnde Konsumenten, relative Kleinstrukturiertheit der hiesigen Agrar- und Lebensmittelwirtschaft, vielfach noch bäuerlich geprägte Landwirtschaftsbetriebe) hält die AÖL eine stetige Steigerung der Flächen und Umsätze im ökologischen Landbau für richtig und bei einem entsprechend förderlichen politischen Rahmen auch für realistisch umsetzbar.

Nicht nur bezogen auf die im Jahr 2012 ausgerufenen Ziele, sondern auch aufgrund der Aussagen im Koalitionsvertrag mahnt die AÖL als Sektorvertretung im Namen der Umwelt und nachfolgender Generationen ein deutlich schnelleres Tempo bei der Zielerreichung an. Insbesondere bei der Umsetzung der Aussagen des Koalitionsvertrags hinkt die derzeitige Landesregierung dem Zeitplan teilweise deutlich hinterher. Konkret zugesichert wurde im Koalitionsvertrag die Bewertung und Weiterentwicklung des Aktionsplans „Bio aus Baden-Württemberg“. Hierzu wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die unter Einbezug des Sektors das seit 2012 Erreichte bewertete und einen breiten Dialogprozess vorbereitete. Im Zuge eines Dialogworkshops mit rund 180 Akteurinnen und Akteuren aus der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft aus dem Land wurden im Frühjahr 2018 die Erfordernisse für den Sektor diskutiert und erste konkrete Maßnahmen entwickelt.

Der Workshop gliederte sich dabei in acht Themenfelder, in denen Handlungsbedarfe identifiziert wurden:

  • Bildung für mehr Ökolandbau;
  • Weiterentwicklung des Systems Ökolandbau: Stärkung des Netzwerks Praxis, Beratung, Forschung;
  • Zukunft der Öko-Kontrolle nach der Revision der EU-Öko-Verordnung;
  • Öko-Marktpartner: Angebot & Nachfrage zusammenbringen;
  • Bio-Konsument/-innen der Zukunft?
  • Bio in der Außer-Haus-Verpflegung: Chancen und Hürden;
  • Bio-Stadt-Land-Partnerschaft;
  • Nächste Generation Ökolandbau.

Im Nachgang des Workshops wurden diese Handlungsfelder auf sechs konkrete Themenbereiche verdichtet:

  • Herausforderungen in den Bereichen Erzeugung und Verarbeitung;
  • Herausforderungen in den Bereichen Bildung, Beratung, Forschung & Fachinformationen;
  • Herausforderungen in den Bereichen Vermarktung und Marketing;
  • Herausforderungen in den Bereichen Öko-Kontrolle und Recht;
  • Herausforderungen in den Bereichen Information, Nachfrage und Genuss;
  • Herausforderungen hinsichtlich allgemeiner Rahmenbedingungen und Projekte für mehr Öko-Landbau.

Die aufgrund der fundierten Analyse identifizierten Themenfelder bilden aus Sicht der AÖL eine hervorragende Grundlage, um hierauf aufbauend konkrete Maßnahmen zu entwickeln. Diese Maßnahmen gilt es, basierend auf einem Zeitplan und einem soliden Finanzierungskonzept, anzugehen und mit Unterstützung der Sektorbeteiligten in die Umsetzung zu bringen.


AÖL fordert die Landesregierung erneut zur Weiterentwicklung des Aktionsplans „Bio aus Baden-Württemberg“ auf

AÖL fordert die Landesregierung erneut zur Weiterentwicklung des Aktionsplans „Bio aus Baden-Württemberg“ auf
Landesregierung soll Weg zum Bio-Musterländle Baden-Württemberg weiter ausbauen

Esslingen, 16. August 2019. Als Vertretung der heimischen Bio-Bauern ruft die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau die grün-schwarze Landesregierung dazu auf, den Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“ couragiert weiterzuentwickeln und die dafür notwendigen Finanzmittel im Rahmen der Verhandlungen des Doppelhaushalts 2020 / 2021 bereitzustellen. Vorangegangen ist dieser Forderung bereits ein Aufruf der AÖL an die Landesregierung im vergangenen Dezember.

„Auch wenn die Politik in den letzten Jahren erste wichtige Anreize gesetzt hat, bedarf es zusätzlicher Maßnahmen und Mittel, um Baden-Württemberg flächenhaft zum Bio-Musterländle zu machen“, so AÖL-Geschäftsführer Dr. Christian Eichert. Der breite Zuspruch der Bevölkerung für das Volksbegehren Artenschutz, initiiert von zwei Bio-Imkern, zeige nicht zuletzt den Wunsch der Menschen nach einer Ausweitung des ökologischen Landbaus und nach mehr heimischem Qualitäts-Bio. Das Volksbegehren fordert die Landesregierung dazu auf, den Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche bis ins Jahr 2035 auf 50 Prozent auszuweiten.

Die grün-schwarze Landesregierung muss in der Umsetzung des Aktionsplans also deutlich schneller als bisher vorankommen, und die ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft in Baden-Württemberg zum Wohle der Umwelt und der nachfolgenden Generationen nachhaltig zu stärken. Um Marktverwerfungen zu vermeiden, muss dieser Weg insbesondere auf die Stärkung von Absatz und Nachfrage ausgerichtet sein.

Die AÖL verbindet ihre Aufforderung mit dem Wunsch, dass die baden-württembergische Landesregierung die Positionen der AÖL zeitnah und dringlich finanziell unterfüttert, beschließt und gemeinsam mit ihnen als Sektorvertretung in die Umsetzung bringt.

Lesen Sie hier das von der AÖL veröffentlichte ausführliche Positionspapier zur Weiterentwicklung des Aktionsplans „Bio aus Baden-Württemberg“.

Zum Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“: Im Jahr 2012 hat die baden-württembergische Landesregierung den Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“ mit den expliziten Zielen aufgelegt, die Umstellung und Beibehaltung des ökologischen Landbaus, den Wissenstransfer in Bildung und Beratung zum ökologischen Landbau sowie die Forschung an den landwirtschaftlichen Landesanstalten zu Fragestellungen des ökologischen Landbaus zu fördern. Weiterhin bekannte sich die Landesregierung seinerzeit dazu, die Rahmenbedingungen für ökologisch wirtschaftende Betriebe zu verbessern und den Neueinstieg in die Öko-Bewirtschaftung zu erleichtern und konkrete Maßnahmen zur Vermarktung regional erzeugter Bio-Produkte zu unterstützen. Mit ihrer im Mai 2016 geschlossenen Koalitionsvereinbarung hat sich die grün-schwarze Landesregierung (erneut) dazu bekannt, den ökologischen Landbau in Baden-Württemberg auf breiter Basis zu fördern und weiterzuentwickeln.

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucher befördert sie die Belange der Ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft durch ein aktives Tun. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse des Verbrauchers als Konsument wie als Steuerzahler heraus.

Ansprechpartnerin für Presseanfragen: Xenia Milosavljevic, Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V. (AÖL e.V.), c/o Bioland Landesverband Baden-Württemberg e.V., Schelztorstraße 49, 73728 Esslingen, T. +49 711 550939-19, M. +49 151 17127729, E-Mail: xenia.milosavljevic@aoel-bw.de

Download PDF: Positionspapier der AÖL.

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Pressemitteilung: Studie der Bundesforschungsanstalt mahnt Neuausrichtung der Agrarpolitik an

Esslingen / Nürtingen, 21. Februar 2019. Die diesjährige Wintertagung Ökologischer Landbau stand unter dem Motto „Bio-Biodiversität - Erkenntnisse, Erfolge und Erfordernisse“. Im Zentrum der Tagung stand die Frage, welches Umsteuern in der Agrarpolitik die Studie des Krefelder Entomologenvereins (Hallmann et al. 2017) aus dem Jahr 2017 erforderlich macht – und welchen Anteil der ökologische Landbau zu diesem Umsteuern beitragen kann.

Neben einer breiten Palette von Beiträgen aus der Praxis wurden auf der Tagung auch neueste, wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse über die Umwelt- und insbesondere Biodiversitätswirkungen des ökologischen Landbaus vorgestellt. Als einer der beiden Hauptautoren stellte Dr. Jürn Sanders vom Thünen-Institut – erstmalig in Baden-Württemberg – die wesentlichen Ergebnisse der Studie „Leistungen des ökologischen Landbaus für Umwelt und Gesellschaft“ vor. In einem interdisziplinären Verbundprojekt hat die Bundesforschungsanstalt in Braunschweig darin die Leistungen des ökologischen Landbaus mit denen der herkömmlichen Landwirtschaft verglichen. Die Studie, an der rund 22 Wissenschaftler beteiligt waren und in die 30 Jahre Forschungserkenntnisse zum ökologischen Landbau eingeflossen sind, ist von ihrem Umfang und der gewählten Methodik einzigartig. Insgesamt wurden 528 Studien ausgewertet und 2.816 Vergleichspaare „öko“ versus „konventionell“ für die Auswertung herangezogen.

Folgt man den Ausführungen von Dr. Sanders, so erbringt die ökologische Landwirtschaft in weiten Teilen hervorragende Gemeinwohlleistungen. Eine ökologische Bewirtschaftung leistet deutlich mehr für den Erhalt der Artenvielfalt, sorgt für saubereres Grundwasser und eine höhere Bodenfruchtbarkeit und mindert die landwirtschaftlich bedingten Erosionsgefahren. Aus Sicht der AÖL weist die Studie damit den Weg zur dringend erforderlichen Neuausrichtung der Agrar- und Umweltpolitik: „Landes- wie Bundesregierung müssen den Erkenntnissen der Bundesressortforschung folgen und zügig konkrete und schnell umsetzbare Maßnahmen zur Beförderung des ökologischen Landbaus ergreifen, um damit die für unsere Zukunft dringend notwendige Agrarwende einzuleiten. Auf Landesebene haben wir der Politik zu Jahresbeginn das hierfür notwendige Maßnahmenpaket übermittelt. Dieses gilt es nun endlich finanziell zu unterfüttern und gemeinsam mit dem Sektor in die Umsetzung zu bringen“, so Dr. Christian Eichert als Sprecher der Ökolandbau-Verbände heute in Nürtingen.

Die derzeit laufende Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union gälte es dabei beherzt zu nutzen. „Mehr ökologischer Landbau ist dabei ein wichtiger Baustein zu der von der Gesellschaft dringend angemahnten Pestizidreduktionsstrategie“, so Dr. Eichert abschließend.

Hintergrund Wintertagung: Die Wintertagung Ökologischer Landbau Baden-Württemberg wird gemeinsam von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen Geislingen (HfWU), der Universität Hohenheim, der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg (AÖL), dem Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und dem Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) organisiert.


Hintergrund AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucher befördert sie die Belange der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft durch ein aktives Tun. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse des Verbrauchers als Konsument wie als Steuerzahler heraus.

Ansprechpartner für Presseanfragen:

Dr. Christian Eichert, Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V. (AÖL e.V.), c/o Bioland Landesverband Baden-Württemberg e.V., Schelztorstr. 49, 73728 Esslingen

+49 711 550939-45, M. +49 160 7406015, E-Mail: christian.eichert@bioland.de


Pressemitteilung: Positionspapier zur Weiterentwicklung des Aktionsplans „Bio aus BW“ veröffentlicht

Die grün-schwarze Landesregierung muss endlich ins Handeln kommen, um ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft in Baden-Württemberg nachhaltig zu stärken. Die Öko-Verbände beziehen Position...

Im Jahr 2012 hat die baden-württembergische Landesregierung den Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“ mit den expliziten Zielen aufgelegt, die Umstellung und Beibehaltung des ökologischen Landbaus, den Wissenstransfer in Bildung und Beratung zum ökologischen Landbau sowie die Forschung an den landwirtschaftlichen Landesanstalten zu Fragestellungen des ökologischen Landbaus zu fördern. Weiterhin bekannte sich die Landesregierung seinerzeit dazu, die Rahmenbedingungen für ökologisch wirtschaftende Betriebe zu verbessern und den Neueinstieg in die Öko-Bewirtschaftung zu erleichtern. Zudem sollte mittels konkreter Maßnahmen die Vermarktung regional erzeugter Bio-Produkte unterstützt werden.

Mit ihrer im Mai 2016 geschlossenen Koalitionsvereinbarung hat sich die grün-schwarze Landesregierung (erneut) dazu bekannt, den ökologischen Landbau in Baden-Württemberg auf breiter Basis zu fördern und weiterzuentwickeln. Mit dem Zitat „Wir werden den ökologischen Landbau weiter voranbringen“ nimmt die Koalitionsvereinbarung an prominenter Stelle hierauf Bezug. In den zurückliegenden Monaten bekräftigte der zuständige Landwirtschaftsminister Peter Hauk diesen Weg, indem er das Ziel „30 Prozent Ökolandbau bis zum Jahr 2030“ ausrief. „Aufgrund der für den ökologischen Landbau sehr günstigen strukturellen und naturräumlichen Gegebenheiten im Land halten wir dieses Ziel für richtig und bei einem entsprechend förderlichen politischen Rahmen auch für realistisch erreichbar“, so Dr. Eichert als Sprecher der baden-württembergischen Bio-Bauern heute in Esslingen.

Nicht nur bezogen auf die im Jahr 2012 ausgerufenen Ziele, sondern auch aufgrund der Aussagen im Koalitionsvertrag mahnt die AÖL als Sektorvertretung im Namen der Umwelt und nachfolgender Generationen ein deutlich schnelleres Tempo bei der Zielerreichung an. „Insbesondere bei der Umsetzung der Aussagen des Koalitionsvertrags hinkt die derzeitige Landesregierung dem Zeitplan teilweise deutlich hinterher“, so Dr. Eichert.

Konkret zugesichert wurde im Koalitionsvertrag die Bewertung und Weiterentwicklung des Aktionsplans „Bio aus Baden-Württemberg“. Hierzu wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die unter Einbezug des Sektors das seit 2012 Erreichte bewertete und einen breiten Dialogprozess vorbereitete. Im Zuge eines Dialogworkshops mit rund 180 Akteurinnen und Akteuren aus der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft aus dem Land wurden im Frühjahr 2018 die Erfordernisse für den Sektor diskutiert und erste konkrete Maßnahmen entwickelt. Im Nachgang des Workshops wurden die identifizierten Handlungsfelder auf sechs konkrete Themenbereiche verdichtet.

„Diese Vorarbeiten bilden aus unserer Sicht eine hervorragende Arbeitsgrundlage. Als Sektorvertretung sind wir in Vorleistung gegangen und haben hiervon abgeleitet konkrete Maßnahmen erarbeitet. Diese gilt es nun, basierend auf einem verbindlichen Zeitplan und einem soliden Finanzierungskonzept, anzugehen und in Umsetzung zu bringen“, so Dr. Eichert abschließend.

Lesen Sie mehr im umfassenden Positionspapier der AÖL.

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Weiterentwicklung Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“ - Das umfassende Positionspapier

Lesen Sie hier das von der AÖL veröffentlichte ausführliche Positionspapier zur Weiterentwicklung des Aktionsplans „Bio aus BW“.

"Grün-schwarze Landesregierung muss endlich ins Handeln kommen, um ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft in Baden-Württemberg zum Wohle von Umwelt und nachfolgenden Generationen nachhaltig zu stärken."

Im Jahr 2012 hat die baden-württembergische Landesregierung den Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“ mit den expliziten Zielen aufgelegt, die Umstellung und Beibehaltung des ökologischen Landbaus, den Wissenstransfer in Bildung und Beratung zum ökologischen Landbau sowie die Forschung an den landwirtschaftlichen Landesanstalten zu Fragestellungen des ökologischen Landbaus zu fördern. Weiterhin bekannte sich die Landesregierung seinerzeit dazu, die Rahmenbedingungen für ökologisch wirtschaftende Betriebe zu verbessern und den Neueinstieg in die Öko-Bewirtschaftung zu erleichtern. Zudem sollte mittels konkreter Maßnahmen die Vermarktung regional erzeugter Bio-Produkte unterstützt werden.

Mit ihrer im Mai 2016 geschlossenen Koalitionsvereinbarung hat sich die grün-schwarze Landesregierung (erneut) dazu bekannt, den ökologischen Landbau in Baden-Württemberg auf breiter Basis zu fördern und weiterzuentwickeln. Mit dem Zitat „Wir werden den ökologischen Landbau weiter voranbringen“ nimmt die Koalitionsvereinbarung an prominenter Stelle hierauf Bezug. In den zurückliegenden Monaten bekräftigte der zuständige Landwirtschaftsminister Peter Hauk diesen Weg, indem er das Ziel „30 Prozent Ökolandbau bis zum Jahr 2030“ ausrief. Aufgrund der für den ökologischen Landbau sehr günstigen strukturellen und naturräumlichen Gegebenheiten im Land (u. a. hohe Kaufkraft, bewusst handelnde Konsumenten, relative Kleinstrukturiertheit der hiesigen Agrar- und Lebensmittelwirtschaft, vielfach noch bäuerlich geprägte Landwirtschaftsbetriebe) hält die AÖL dieses Ziel für richtig und bei einem entsprechend förderlichen politischen Rahmen auch für realistisch erreichbar.

Nicht nur bezogen auf die im Jahr 2012 ausgerufenen Ziele, sondern auch aufgrund der Aussagen im Koalitionsvertrag mahnt die AÖL als Sektorvertretung im Namen der Umwelt und nachfolgender Generationen ein deutlich schnelleres Tempo bei der Zielerreichung an. Insbesondere bei der Umsetzung der Aussagen des Koalitionsvertrags hinkt die derzeitige Landesregierung dem Zeitplan teilweise deutlich hinterher. Konkret zugesichert wurde im Koalitionsvertrag die Bewertung und Weiterentwicklung des Aktionsplans „Bio aus Baden-Württemberg“. Hierzu wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die unter Einbezug des Sektors das seit 2012 Erreichte bewertete und einen breiten Dialogprozess vorbereitete. Im Zuge eines Dialogworkshops mit rund 180 Akteurinnen und Akteuren aus der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft aus dem Land wurden im Frühjahr 2018 die Erfordernisse für den Sektor diskutiert und erste konkrete Maßnahmen entwickelt.

Der Workshop

Der Workshop gliederte sich dabei in acht Themenfelder, in denen Handlungsbedarfe identifiziert wurden:

  1. Bildung für mehr Ökolandbau;
  2. Weiterentwicklung des Systems Ökolandbau: Stärkung des Netzwerks Praxis, Beratung, Forschung;
  3. Zukunft der Öko-Kontrolle nach der Revision der EU-Öko-Verordnung;
  4. Öko-Marktpartner: Angebot & Nachfrage zusammenbringen;
  5. Bio-Konsument/-innen der Zukunft?
  6. Bio in der Außer-Haus-Verpflegung: Chancen und Hürden;
  7. Bio-Stadt-Land-Partnerschaft;
  8. Nächste Generation Ökolandbau.

Im Nachgang des Workshops wurden diese Handlungsfelder auf sechs konkrete Themenbereiche verdichtet:

  1. Herausforderungen in den Bereichen Erzeugung und Verarbeitung;
  2. Herausforderungen in den Bereichen Bildung, Beratung, Forschung & Fachinformationen;
  3. Herausforderungen in den Bereichen Vermarktung und Marketing;
  4. Herausforderungen in den Bereichen Öko-Kontrolle und Recht;
  5. Herausforderungen in den Bereichen Information, Nachfrage und Genuss;
  6. Herausforderungen hinsichtlich allgemeiner Rahmenbedingungen und Projekte für mehr Öko-Landbau.

Die aufgrund der fundierten Analyse identifizierten Themenfelder bilden aus Sicht der AÖL eine hervorragende Grundlage, um hierauf aufbauend konkrete Maßnahmen zu entwickeln. Diese Maßnahmen gilt es, basierend auf einem Zeitplan und einem soliden Finanzierungskonzept, anzugehen und mit Unterstützung der Sektorbeteiligten in die Umsetzung zu bringen.

Der Begriff „Aktionsplan“ geht zurück auf das lateinische Wort agere,was so viel bedeutet wie treibenund in Bewegung setzen. Es ist somit naheliegend, dass ein Aktionsplan hinsichtlich der formulierten Ziele und Maßnahmen konkret ist – und in der Folge auch einen zeitlich konkretisierten Umsetzungsplan sowie eine verbindliche Finanzausstattung beinhaltet. Anders gesagt bleibt ein Aktionsplan ohne festumrissene Ziele, Zeitplan und Finanzausstattung ein „Papiertiger“ und Politik, die zwar Ziele formuliert aber dabei im Vagen bleibt, bloße Ankündigungspolitik.

Um das von der Politik ausgerufene Ziel von 30 Prozent ökologisch bewirtschafteter Fläche bis zum Jahr 2030 zu erreichen, muss die anstehende Weiterentwicklung des Aktionsplans „Bio aus Baden-Württemberg“ couragiert angegangen werden.

Maßnahmen

Folgende konkrete Maßnahmen müssen durch die baden-württembergische Landesregierung dringend beschlossen werden:

I. Reform der beruflichen Ausbildung und zeitgemäße Berücksichtigung der Themen des ökologischen Landbaus in den Lehrplänen: Die Landesregierung stellt eine angemessene und dem aktuellen Stand des ökologischen Landbaus entsprechende Berücksichtigung seiner Themen in der beruflichen Ausbildung sicher und verankert die Themen und Fragestellungen des ökologischen Landbaus in den Lehrplänen der berufsbildenden Schulen. Hierzu sei auf Hessen verwiesen: Die dortige Landesregierung hat, basierend auf dem bundesweit gültigen Rahmenlehrplan, regionale Ergänzungen („Öko-Komponenten“) beschlossen und in die Umsetzung gebracht. Wir fordern die hiesige Landesregierung dazu auf, diesen regionalen „Spielraum“ zu nutzen und den baden-württembergischen Lehrplan zeitnah um moderne und zukunftsgerichtete Lehrinhalte zum ökologischen Landbau zu ergänzen und nachfolgend zu überprüfen.

Zuständig: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: Implementierung ab spätestens 2020

Finanzrahmen: Keine zusätzlichen Finanzmittel notwendig

 

II. Zeitgemäße Berücksichtigung der Themen des ökologischen Landbaus in der Ausbildung der Landwirtschaftsreferendarinnen und -referendare: Die Landes-regierung stellt eine angemessene und dem aktuellen Stand des ökologischen Landbaus entsprechende Berücksichtigung seiner Themen in der Ausbildung der Landwirt-schaftsreferendarinnen und -referendare sicher.

Zuständig: Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: Implementierung ab sofort

Finanzrahmen: Keine zusätzlichen Finanzmittel notwendig

 

III. Umsetzung der Koalitionszusage im Bereich der ökologischen Praxisforschung und Neuordnung der Zuständigkeiten am Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau in Emmendingen-Hochburg: In der Koalitionsvereinbarung ist die Einrichtung eines Kompetenzzentrums Ökolandbauforschung hinterlegt, um zukünftig die über das Land verteilten Aktivitäten in der ökologischen Praxisforschung strukturell und konzeptionell zusammenzuführen. Die Landesregierung bekennt sich zu ihrer Koalitionszusage und beschließt die hierfür notwendigen personellen und strukturellen Ressourcen.

Am Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau in Emmendingen-Hochburg (KÖLBW) sollte der ökologische Landbau im Bereich Bildung, Praxis und Forschung gestärkt werden. Hierzu ist festzuhalten, dass die Entfaltung der Möglichkeiten des KÖLBW in den zurück-liegenden Jahren an unklaren Zuständigkeiten und an einem fehlenden Gesamtkonzept litt. Damit das KÖLBW die mit seiner Einrichtung verbundenen Erwartungen erfüllen kann, beschließt die Landesregierung eine Neuordnung der Zuständigkeiten für sämtliche Konzepte und Aktivitäten des KÖLBW. Hierzu überführt die Landesregierung das KÖLBW in die direkte Zuständigkeit des MLR und setzt nachfolgend gemeinsam mit dem Sektor ein finanziell unterlegtes Konzept für die Bereiche Bildung und Praxisforschung um.

Zuständig: Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: Implementierung ab spätestens Mitte 2019

Finanzrahmen: mind. 300.000 € jährlich

 

IV. Klares Bekenntnis zum ökologischen Landbau im Bereich der Agrarforschung: Aktuell werden bundesweit gerechnet lediglich 1,5 Prozent der Agrar-Forschungsmittel für die Beforschung des ökologischen Landbaus verwendet. Damit die angestrebten 30 Prozent Bio im Land bis 2030 erreicht werden, setzt sich die Landesregierung dafür ein, 30 Prozent der Forschungsmittel im Agrarbereich für Forschung zum ökologischen Landbau zu verwenden. Die Landesregierung wirft auf nationaler Ebene all ihren Einfluss in die Waagschale, um im Bereich Bildung und Forschung das Innovationspotenzial von Bio zu heben. Neben dem Landwirtschaftsministerium setzt sich insbesondere das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau dafür ein, im Bund eine Neuausrichtung der Agrarforschung an den veränderten Bedürfnissen zu realisieren.

Zuständig: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: ab sofort

Finanzrahmen: Keine zusätzlichen Finanzmittel notwendig

 

V. Umsetzung klarer ökologischer Vorgaben bei der Verpachtung landeseigener Flächen: Die Landesregierung schreibt bei der Verpachtung von Landesflächen und Domänen eine Bewirtschaftung gemäß der Vorgaben des ökologischen Landbaus verpflichtend vor und stellt die eigenen Liegenschaften konsequent auf Öko-Bewirtschaftung um. Die Politik bekennt damit Farbe, geht selbst als Vorbild voran und gestaltet dadurch den Umbau der Land- und Ernährungswirtschaft tatkräftig mit.

Zuständig: Ministerium für Finanzen (federführend), Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: Implementierung ab spätestens 2020

Finanzrahmen: Keine zusätzlichen Finanzmittel notwendig

 

VI. Anerkennung der Umstellung auf Öko-Bewirtschaftung als Ausgleichsmaßnahme:Immer mehr landwirtschaftliche Nutzfläche fällt dem Flächenfraß zum Opfer. Um diesem Trend Einhalt zu gebieten und um mehr ökologisch bewirtschaftete Flächen zu erhalten, anerkennt die Landesregierung (wie dies in anderen Bundesländern bereits heute gelebte Praxis ist) die Umstellung auf Öko-Bewirtschaftung im Zuge der Neufassung der Ökokonto-Verordnung als Ausgleichsmaßnahme für Eingriffe in die Natur.

Zuständig: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft (federführend), Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: Implementierung ab spätestens 2020

Finanzrahmen: Keine zusätzlichen Finanzmittel notwendig, da aus dem vorhandenen Budget des Ökokontos bestritten

 

VII. Beschluss und Umsetzung einer Kampagne zur Beförderung des Einsatzes von Bio-Produkten in der Außer-Haus-Verpflegung: Die Landesregierung nutzt die öffentliche Gemeinschaftsverpflegung als wirksames Instrument für die Absatzsteigerung von Bio-Produkten und befördert damit die ökologische Ernährung. Dänemark zeigt, wie es geht. So wurde beispielsweise in Kopenhagen ein Bio-Anteil von 90 Prozent in allen öffentlichen Einrichtungen nahezu kostenneutral erreicht und damit eine nachhaltigere, schmackhaftere und gesündere Ernährung realisiert. Mit einer unterstützenden Kampagne, die zeigt, wie Bio in der Außer-Haus-Verpflegung funktioniert und die Köchen Lust auf die Verwendung von Bio-Produkten macht, nutzt die baden-württembergische Landesregierung die Chancen im Bereich des Bio-Außer-Haus-Marktes. Ergänzend beschließt die Landes-regierung einen verbindlichen „Fahrplan“, mittels welchem die gültigen Vorgaben zur Verwendung von Bio-Produkten in den landeseigenen Kantinen umgesetzt werden. Konkret beinhaltet die Kampagne die nachfolgenden Elemente:

  1. Analyse der Versorgungsketten in der Gemeinschaftsverpflegung;
  2. Vernetzung von Erzeugern, Verarbeitern und Großküchen;
  3. Entwicklung einer landesweiten Kommunikationskampagne;
  4. Beratung von Großküchen bei der Beschaffung von Biolebensmitteln und regionalen Produkten;
  5. Informations- und Weiterbildungsangebote für Küchenpersonal/Verpflegungs- verantwortliche;
  6. Informations- und Weiterbildungsangebote für Kita- und Schulträger;
  7. Lehrerfortbildungen zum Thema „Nachhaltige Ernährung“;
  8. Schaffung einer zusätzlichen Arbeitskraft zur Beratung von Kitas und Schulen hinsichtlich des Einsatzes von Biolebensmitteln.

Zuständig für die Kampagne: Ministerium für Ländlichen Raum; vergibt Auftrag per Aus-schreibung an kompetente Agentur

Zeitplan: Implementierung ab Sommer 2019

Finanzrahmen: Jährlich 550.000 € angelegt auf fünf Jahre. Aus vorhandenen Mitteln der Nachhaltigkeitsstrategie oder Mitteln des Doppelhaushalts 2020/21

 

VIII. Umbau der staatseigenen Unternehmen zu „Leuchttürmen“ der ökologischen Ernährungsindustrie: Die Landesregierung beschließt einen verbindlichen „Fahrplan“ zur Umstellung der landeseigenen Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Die in Landesbesitz befindlichen Unternehmen der Ernährungsindustrie werden zu „Botschaftern“ für den ökologischen Landbau umgebaut. Der Sektor sichert zu, dass das Thema Rohstoffversorgung für beispielsweise eine schrittweise Bio-Umstellung der staatseigenen Brauerei „Rothaus“ realistisch möglich ist.

Zuständig: Ministerium für Finanzen (federführend), Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: Beginn der Maßnahme Mitte 2019, Umsetzung ab spätestens 2020

Finanzrahmen: noch nicht absehbar, hängt von Umfang der Maßnahmen ab

 

IX. Beschluss und Umsetzung einer Marketingkampagne zur Heraushebung der positiven gesellschaftlichen Leistungen des Sektors gegenüber einer breiten Öffentlichkeit: Um gegenüber einer breiten Öffentlichkeit die Vorteile der heimischen Erzeugung und Verarbeitung ökologischer Produkte herauszustellen und attraktive Einblicke in den Sektor zu ermöglichen, beschließt die Landesregierung ein festes Budget für die Durchführung eines jährlichen „Tages des Ökologischen Landbaus“ begleitet durch ein zeitgemäßes Marketingkonzept. Mittels einer modernen Marketingkampagne werden Endverbraucher über die Vorzüge von regional und ökologisch erzeugten Nahrungsmitteln informiert. Die durch eine unabhängige Marketingagentur konzipierte Kampagne wirbt zeitgemäß für „heimisches Bio“.

Zuständig: Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: Implementierung ab spätestens 2020

Finanzrahmen: Jährliches Budget für einen „Tag des ökologischen Landbaus“ 100.000 €, Einmaliges Budget für eine moderne und zeitgemäße Marketingkampagne für heimisches Bio: 325.000 €.

 

X. Beschluss und Umsetzung von „Bauer-zu-Bauer-Gesprächen“ zur messbaren Reduktion des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln: Angesichts neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse zum dramatischen Artenschwund hat Baden-Württemberg im November 2017 das „Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt“ beschlossen. Insgesamt 30 Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren u. a. dazu genutzt werden, innerhalb der Landbewirtschaftung eine für die Umwelt spürbare Reduktion des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln zu erreichen. In Bayern hat sich die Methode der „Bauer-zu-Bauer-Gespräche“ als hervorragende Methode herauskristallisiert, um Betrieben die Hemmnisse bei einer möglichen Umstellung auf Öko-Bewirtschaftung zu nehmen. Die Landesregierung beschließt ein vergleichbares Netzwerk in Baden-Württemberg – ausgerichtet auf den reduzierten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Damit trägt sie wirksam zur Umweltentlastung bei. Denn die Weitergabe der Erfahrungen von Praktiker zu Praktiker liefert die besten Argumente für eine Reduktion des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln. Die „Bauer-zu-Bauer-Gespräche“ werden begleitet durch eine adäquate Einbindung der Erzeugerberatung in den Themenbereichen Ackerbau und Biodiversität.

Zuständig: Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: Implementierung ab Mitte 2019

Finanzrahmen: Aus Finanzmitteln des Sonderprogramms Biodiversität

 

XI. Beschluss und Umsetzung eines Projekts „Grundwasserschutz durch ökologischen Landbau“: Die Belastung des Grundwassers mit Nitrat ist nach wie vor problematisch. Als Hauptverursacher gilt vor allem die Landwirtschaft. Seit 1995 liegt der jährliche Bilanzüberschuss von Stickstoff auf konventionellen Betrieben bei knapp 100 Kilogramm pro Hektar. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass von diesen Überschüssen mehr als die Hälfte des Stickstoffs ins Grundwasser ausgewaschen werden. Je nach Bodenart, Klima und Niederschlagsmenge können diese Werte regional sogar noch höher ausfallen. Für kommunale Wasserversorger ist dieser übermäßige Eintrag ein großes Problem. Denn für jedes Kilogramm Stickstoff, das aus dem Wasser gefiltert werden muss, fallen laut einer wissenschaftlichen Studie Kosten in Höhe von fünf bis 15 Euro an.

Studien belegen, dass auf ökologisch genutzten Acker- und Grünlandflächen durchschnittlich nur halb so viel Stickstoff ausgewaschen wird wie bei konventioneller Bewirtschaftung. Ein weiterer wesentlicher Vorteil des ökologischen Landbaus ist der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel und ein deutlich geringerer Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung. Beides sind Problemstoffe, die bei der Trinkwasseraufbereitung zusätzliche Schwierigkeiten bereiten und Kosten verursachen.

Die baden-württembergische Landesregierung bekennt sich mit einem Projekt „Grundwasserschutz durch ökologischen Landbau“ dazu, die Herausforderung Grundwasserschutz konkret anzugehen und mittels eines Projekts Lösungswege in Verbindung mit einer landwirtschaftlichen Flächennutzung aufzuzeigen. Das Projekt wird durch eine Kommunikationskampagne begleitet, die die Vorteile grundwasserschonender Landbewirtschaftungsmethoden herausstellt.

Zuständig: Ministerium für Ländlichen Raum, Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft

Zeitplan: Implementierung ab Mitte 2019

Finanzrahmen: Jährlich 500.000 € angelegt auf fünf Jahre

 

XII. Agrarpolitischen Einfluss auf Bundes- und europäischer Ebene zum Umbau der Agrarförderung hin in Richtung „Öffentliches Geld für Öffentliche Leistungen“ nutzen: Die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) muss darauf ausgerichtet werden, dass öffentliche Gelder für öffentliche Leistungen eingesetzt werden. Steuergeld muss künftig dafür verwendet werden, Wasser, Böden und Klima zu schützen, Tiere artgerecht zu halten und so besonders bäuerlichen Betrieben neue Perspektiven zu geben. Die Öko-Branche zeigt mit ihrem Nachhaltigkeitsmodell zur GAP, wie Steuergeld zielgenau und ohne Strukturbrüche für eine zukunftsfähige Landwirtschaft verwendet werden kann – und damit auch die Erwartungen und Ansprüche der Gesellschaft an die Landwirtschaft erfüllt werden (siehe www.boelw.de/gap2020). Die baden-württembergische Landes-regierung bekennt sich zu diesem Modell und engagiert sich auf Bundesebene für dessen Umsetzung.

Zuständig: Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: ab sofort

Finanzrahmen: Keine zusätzlichen Finanzmittel notwendig

 

XIII. Finanzielle Sicherstellung der Agrarumweltmaßnahmen Umstellung und Beibehaltung der ökologischen Wirtschaftsweise: Im Rahmen der laufenden Diskussion um die Ausgestaltung der zukünftigen Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2020 setzt sich die Landesregierung auf der Grundlage des Beschlusses des Bundesrates für die Sicherstellung der ausreichenden Finanzierung des Ausbauziels 30 Prozent Ökologischer Landbau in Baden-Württemberg ein. Ebenso sind ausreichende Ko-Finanzierungsmittel in den kommenden Landeshaushalten einzustellen.

Die Landesregierung setzt sich für eine ausreichende Finanzierung der Förderung des ökologischen Landbaus im Zuge des landeseigenen Agrarumweltprogramms FAKT ein und stellt die Fortführung der beiden Maßnahmen Umstellung und Beibehaltung der ökologischen Wirtschaftsweise sicher. Die Betriebe müssen sich darauf verlassen können, dass die Förderung der Umstellung wie auch der Beibehaltung der ökologischen Wirtschaftsweise ohne Unterbrechung nach 2020 gewährleistet ist.

Zuständig: Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: ab sofort

Finanzrahmen: Keine zusätzlichen Finanzmittel notwendig

XIV. Stärkung der zuständigen Verwaltungsstrukturen: Die Landesregierung nimmt die Weiterentwicklung des Aktionsplans „Bio aus Baden-Württemberg“ zum Anlass, das für den ökologischen Landbau zuständige Referat innerhalb des Landwirtschaftsministeriums personell und finanziell adäquat zu den Herausforderungen der Branche auszustatten.

Zuständig: Ministerium für Ländlichen Raum

Zeitplan: ab spätestens Mitte 2019

Finanzrahmen: zusätzliche Finanzmittel müssen spätestens im Doppelhaushalt 2020/21 zur Verfügung gestellt werden