Im Zuge ihres Treffens waren sich der Europaabgeordnete Norbert Lins (Europäische Volkspartei, EVP) und Vertreter der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft einig, dass die derzeitigen widersinnigen Pläne der Europäischen Kommission zur Neufassung des Europäischen Basisrechts eine echte Gefahr für die derzeit prosperierende Entwicklung der Öko-Erzeugung im Lande seien.

Königseggwald / Esslingen, 29.7.2015. 10 Prozent Flächenzuwachs für den Ökolandbau vermeldete jüngst die baden-württembergische Landesregierung im Vergleich zum letzten Antragsjahr für das neu gestartete Agrarumweltprogramm „Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl“ (FAKT). Im Zuge eines Besuchs auf einem frisch umgestellten Biobetrieb konnte der EU-Parlamentarier Norbert Lins den marktgetriebenen Wachstum des Ökolandbaus in Baden-Württemberg selbst in Augenschein nehmen.

Lins setzt sich im Rahmen des derzeitigen Prozesses der Neufassung der Europäischen Basisverordnung als Schattenberichterstatter dafür ein, die Bio-Kontrolle weiter zu verbessern, lehnt aber die von der EU-Kommission vorgeschlagenen speziellen Bio-Grenzwerte ab. „Die Ko-Existenz von konventionell und biologisch wirtschaftenden Betrieben muss weiterhin ohne Konflikte möglich sein“, so Lins.

Dr. Christian Eichert pflichtete Lins als kommissarischer Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg bei: „Bio stellt in Baden-Württemberg eine echte Chance für all diejenigen Landwirtsfamilien dar, die ihre Betriebe bereits ökologisch bewirtschaften und die aufgrund des zunehmend attraktiven Marktumfeldes derzeit eine Umstellung in Erwägung ziehen. Um für diese Erzeugerbetriebe die sich bietenden Absatzchancen zu erhalten darf unter anderem die Prozessorientierung der Kontrolle nicht geopfert sondern muss gestärkt werden.“

Alle Teilnehmer des presseöffentlichen Termins sprachen sich dafür aus, dass für eine Verbesserung des Bio-Rechts der Blick auch auf eine konsequente Anwendung der vorhandenen Regeln gerichtet werden müsse. „Den Ansatz der EU-Kommission neue, praxisuntaugliche Regeln zu erfinden, lehne ich ab. Ich setze mich dafür ein, dass die Ressourcen für die Koordination und Überwachung der Anwendung der Regeln in der EU erhöht werden. Bei Bio-Importen trete ich für transparente Regeln und eine verbesserte Überwachung ein“, betonte Lins. Bio-Betrieben in Entwicklungsländern dürfe dabei der Marktzugang nach Europa nicht erschwert werden.

Bei dem Betriebsbesuch wurde deutlich, dass die Vorschläge der EU-Kommission zur Bio-Geflügelhaltung zu einer Verschlechterung der Haltungsbedingungen führen würden. BÖLW-Vorstand und Bioland-Präsident Jan Plagge warnte davor, neue Regeln für Öko-Geflügel im Hauruck-Verfahren zu erlassen, die in der Sache keinen Fortschritt bringen und bestehende Geflügel-Betriebe gefährden. Lins sagte zu, das hohe Niveau der Bio-Tierhaltung in den Verhandlungen zu verteidigen.

Lins verdeutlichte, dass er sich in Straßburg und Brüssel im anstehenden Trilog vehement dafür einsetzen wird, dass baden-württembergische Landwirtsfamilien auch in Zukunft die Chancen des weiterhin boomenden Sektors offen stehen müssen: „Mein Besuch auf dem Bioland-Betrieb der Familie Lang in Königseggwald hat mich in meinem Urteil bestätigt, dass viele der Überlegungen der Europäischen Kommission ein Irrweg darstellen und sich das Europäische Parlament für Landwirtsfamilien wie die Langs stark machen muss. Nur ein verbessertes EU-Bio-Recht wird die boomende heimische Öko-Produktion sichern und voranbringen.“

Presse-Ansprechpartner: Dr. Christian Eichert: +49-160-7406015; Büro Norbert Lins MdEP: +32-228-37819

Im Zuge des morgigen Landtagsplenums debattiert das Parlament die Ausrichtung der Landwirtschaftspolitik. Mit großem Erstaunen bewertet die AÖL als Spitzenverband der ökologischen Agrar- und Ernährungswirtschaft die jüngst erfolgte Positionierung des CDU-Fraktionschefs Guido Wolf. Vergangene Woche bezeichnete Wolf die Ausrichtung der baden-württembergischen Landwirtschaftspolitik an gesellschaftlich geforderten Maßgaben wie Umwelt- und Klimaschutz, Erhalt der Böden, Sicherung der Artenvielfalt und Erhöhung des Tierwohls als „Öko-Dirigismus“.

Esslingen/Stuttgart, 15.7.2015. Die Landwirtschaft gilt – auch und insbesondere in Mitteleuropa – als Hauptverursacher vieler Umweltprobleme. Um diesen zu begegnen hat die Europäische Kommission für die jüngst begonnene politische Förderperiode klare Leitlinien gesetzt, um die Landwirtschaft an ökologisch verträglichen Maßgaben auszurichten mit dem Ziel, dass sich durch eine Umsetzung dieser Maßgaben nachweisliche Vorteile für Umwelt, Klima, Böden, Artenvielfalt und Tierwohl ergeben. Themen wie die Einführung einer Stickstoffbesteuerung oder einer Pestizidabgabe können mittlerweile als gesellschaftspolitischer Konsens angesehen werden.

Umso erstaunter nimmt die AÖL zur Kenntnis, wie sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Guido Wolf zu diesen gesellschaftlichen Herausforderungen positioniert und die Ausrichtung als „Öko-Dirigismus“ geißelt. „Herr Wolf, wir fordern Sie auf sich der breiten Verbrauchermeinung zu stellen und die gesellschaftlichen Wünsche und Erwartungen an eine moderne Landbewirtschaftung nicht pauschal abzutun. Bitte nehmen Sie die Ängste auch vieler Landwirtsfamilien ernst. Vielfach haben der unsachgemäße Gebrauch von Spritzmitteln und durch Agrochemie verursachte gesundheitliche Unverträglichkeiten dazu geführt, dass ein Betriebsleiter seinen Betrieb auf eine ökologische Bewirtschaftung umgestellt hat“, so Dr. Christian Eichert als kommissarischer Vorsitzender der AÖL im Vorlauf zur morgigen Plenarsdebatte.

Dass „Bio“ für die Landwirtschaft in Baden-Württemberg erhebliche Chancen birgt und Landwirtsfamilien vermehrt den Weg zu „Bio“ finden haben die jüngst veröffentlichten Zahlen des Agrarumweltprogramms „Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl“ (FAKT) bewiesen.

„Wir erwarten, dass der Fraktionschef einer christlich ausgerichteten Partei den Landwirtsfamilien im Lande nicht durch eine einseitige Verunglimpfung dieser Zukunftschancen beraubt und durch gesellschaftspolitisch rückwärtsgewandte Äußerungen die politische Atmosphäre im Land vergiftet. Vielmehr erwarten wir uns einen fairen Dialog zur Umsetzung der gesellschaftlich erwünschten Agrar- und Ernährungswende. Anders wie Guido Wolf sehen wir im Motto „Mehr Bio“ große Zukunftschancen für einen starken und zukunftsfähigen Ländlichen Raum“ so Eichert abschließend.

Presse-Ansprechpartner: Dr. Christian Eichert, Tel.: +49-160-7406015

Öko-Spitzenverband AÖL lobt Ansätze und Bemühungen zu „Mehr heimischem Bio“

Im Zuge der heutigen Landespressekonferenz berichteten Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Landwirtschaftsminister Alexander Bonde zur Umsetzung des Aktionsplans „Bio aus Baden-Württemberg“. Als Spitzenverband der ökologischen Agrar- und Ernährungswirtschaft lobt die AÖL die bisherigen Ansätze und Bemühungen zu „Mehr heimischem Bio“ und spricht sich für weitere konsequente Schritte zur Umsetzung der gesellschaftlich erwünschten Agrar- und Ernährungswende aus.

Stuttgart, 7.7.2015. Im Gleichklang mit der Landesregierung sieht die AÖL im 2012 gestarteten Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“ einen wichtigen Impulsgeber für den heute verkündeten Anstieg der heimischen Öko-Erzeugung um rund 10 Prozent: „Der Aktionsplan befördert aus unserer Sicht wichtige Zukunftsfragen der Agrar- und Ernährungswirtschaft wie Ausbildung, Beratung, und Forschung. Ebenso hat der mit unserem Verband gemeinsam entworfene Aktionsplan in den zurückliegenden Monaten im Bereich Markt und Vermarktung wichtige Impulse gesetzt“, so Dr. Christian Eichert als kommissarischer Vorsitzender der AÖL am Rande der heutigen

Landespressekonferenz. Ein entscheidendes Erfolgskriterium aus dem umfassenden Maßnahmenbündel ist die jahrelang geforderte und Anfang 2015 umgesetzte Erhöhung der Prämien für umstellende als auch bereits ökologisch wirtschaftende Erzeugerbetriebe.

„Eine konsequente Ausrichtung der Landwirtschaft an ökologischen Maßgaben ist vorteilhaft für Umwelt, Klima, Böden, Artenvielfalt und Tierwohl. Daher freut es mich sehr, dass auch weitere Maßnahmen des 2015 neu gestarteten Agrarumweltprogramms FAKT („Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl“) überaus positiv angenommen werden und folglich in diese Richtung weisen. Viele baden-württembergische Bauernfamilien hinterfragen derzeit ihre eigene, ökologisch fragwürdige Bewirtschaftung mit hohem Pestizid- und Stickstoffeinsatz und nicht mehr zeitgemäßen Tierhaltungsstandards. Daher schlagen erfreulich viele von ihnen den Weg hin zu einer nachhaltigen und zukunftsträchtigen Form der Landbewirtschaftung ein“, so Eichert weiter.

Für diesen Trend nicht unerheblich sind die wachsenden Marktchancen für ökologisch erzeugte Produkte. So bietet derzeit gerade der noch immer unterversorgte heimische

Bio-Milchmarkt angesichts der in den Keller schießenden Preise im konventionellen Vergleichsmarkt erhebliche Absatzchancen für „Mehr Bio aus Baden-Württemberg“.

Die AÖL sieht Themen wie die Einführung einer Stickstoffbesteuerung oder einer Pestizidabgabe mittlerweile als gesellschaftspolitischen Konsens an. Fragen des Tierwohls gilt es – wie in Baden-Württemberg bereits weitestgehend umgesetzt – durch konkret und praxisgerecht umgesetzte Agrarförderpolitik anstatt durch die auf Bundesebene gelebte Ankündigungspolitik anzugehen und umzusetzen.

Die grün-rote Landesregierung hat mit dem vorgelegten Aktionsplan wichtige Anstöße gegeben und mit ihrem unermüdlichen Engagement für mehr Tierwohl und einer konsequenten Ausrichtung ihrer Agrar- und Ernährungspolitik an ökologischen Maßgaben viel Positives erreicht. Dennoch gilt es angesichts der immer noch zunehmenden, verheerenden Fehlentwicklungen wie Landschaftsvermaisung und immer mehr Import-Soja auf diesem Weg nicht locker zu lassen und unsere bundesweite Vorreiterrolle als „Stammland des Ökolandbaus“ weiter auszubauen.

„Alles in allem ist unser Fazit, dass im neuen Agrarumweltprogramm FAKT und seinen Begleitprogrammen für mehr Bio und Tierwohl eindeutig das Positive überwiegt und wir uns daher auf einem erfreulich positiven Weg befinden“, so Eichert abschließend.

Presse-Ansprechpartner: Dr. Christian Eichert, Tel.: +49-160-7406015

Ergebnisse des heute vorgestellten Ökomonitoring-Berichts stellen gesundheitliche Vorteile einer ökologisch ausgerichteten Ernährung erneut eindrücklich unter Beweis. Diese unter Gesundheitsaspekten sehr erfreulichen Vorteile können jedoch nicht als allgemeingültiger Maßstab für die Bewertung der ökologischen Nahrungsmittelerzeugung angesetzt werden.
Stuttgart, 19.06.2015. Im Rahmen der heutigen Landespressekonferenz präsentierte Verbraucherminister Alexander Bonde den Ökomonitoring-Bericht 2014. Mit dieser jährlich erscheinenden Untersuchung lassen sich auch in diesem Jahr eindrücklich die gesundheitlichen Vorteile einer ökologisch ausgerichteten Ernährung unter Beweis stellen.

„Die Ergebnisse des heute vorgestellten Ökomonitorings machen erneut deutlich, dass die momentan statt findende verbrauchergetriebene Ausweitung des Ökolandbaus einem Gewinn an Lebensmittelqualität, Verbrauchergesundheit und Umweltschutz gleichkommt“ so Dr. Christian Eichert, kommissarischer Vorsitzender der AÖL. Die diesjährigen Schwerpunktuntersuchungen ergaben unter anderem für ökologisch erzeugte Schaf- und Ziegenmilch den Nachweis

einer fast vollständigen Rückstandsfreiheit. Generell bestätigt wurde die Tatsache eines signifikanten Qualitätsunterschieds bei allen pflanzlichen Rohwaren und Verarbeitungsprodukten wie Öko-Obst und -Gemüse. Den Untersuchungen nach unterscheidet sich die mittlere Pestizidbelastung beispielsweise bei Gemüse zwischen ökologischer und konventioneller Erzeugung um den Faktor 1 zu 320.

Eichert verweist weiterhin darauf, dass auch die internen Qualitätssicherungsmaßnahmen der Öko-Branche zu vergleichbaren Ergebnissen kommen. Eine laufend fundierte Erhebung der ökologischen Unbedenklichkeit böte beispielsweise das Rückstandsmonitoring des Bundesverbandes Naturkost Naturwaren (BNN).

Dennoch setzt Eichert die sehr erfreulichen Ergebnisse in Kontext zur Logik der Öko-Produktion auf baden-württembergischen Äckern, Feldern und in den Ställen: „Öko-Lebensmittel werden hier wie im Rest der Welt im unmittelbaren Umfeld einer konventionell geprägten Landbewirtschaftung produziert. Abdrift von diesen Nachbarflächen lässt sich insbesondere im kleinteiligen Realteilungsgebiet für unsere Erzeuger nicht ausschließen.“

Im Zuge einer jährlich festgesetzten Regelkontrolle ergänzt um unangekündigte Stichprobenkontrollen werden ökologisch wirtschaftende Erzeuger und Verarbeitungsunternehmen – in der Logik der jahrzehntelang verfeinerten Prozesskontrolle – engmaschig und unabhängig überprüft. Dieses Sicherungssystem gilt EU-weit als das strengste innerhalb des Lebensmittelsektors. Nach dieser Logik können Rückstandsuntersuchungen wie die des Ökomonitorings zwar hilfreiche Hinweise zu möglichen Problemen liefern – der ökologische Nutzen kann jedoch niemals ausschließlich über Analysewerte im Endprodukt festgesetzt werden. Insbesondere in der laufenden Debatte um eine mögliche Neufassung der europäischen Basisverordnung – der EU-Öko-Verordnung – sehen die Verbände des Ökologischen Landbaus die drohende Gefahr einer Abkehr von dieser Logik. Seit Monaten wehrt sich die Branche gegen eine Verabschiedung des aus ihrer Sicht fehlerbehaften Gesetzentwurfs, der durch eine Umkehrung des Verursacherprinzips zu Lasten auch von ökologisch einwandfrei produzierenden Öko-Bäuerinnen und –Bauern gehen würde.

„Für uns ist daher auch in diesem Jahr die Kernbotschaft des Monitoringberichts, dass der Prozessansatz, nach welchem Öko-Erzeuger und –Verarbeiter hochwertige und rückstandsfreie Produkte erzeugen, bestens funktioniert. Ein Grenzwert unterhalb der Mindestrückstandsmenge käme dabei einer

Verbrauchertäuschung gleich. Wer weiterhin die Rückstandsfreiheit in Lebensmitteln fördern will sollte den Ökologischen Landbau unterstützen und nicht wie es derzeit durch die Europäische Kommission in Brüssel geplant wird bestrafen“, so Eichert abschließend.

 

Presse-Ansprechpartner: Dr. Christian Eichert, Tel.: +49-160-7406015

 

Esslingen, 15.06.2015. In seiner morgigen Sitzung wird der europäische Agrarrat den vorliegenden Neuentwurf der EU-Öko-Verordnung beraten. Die AÖL wendet sich aus diesem Anlass mit großer Sorge und Nachdruck an Bundesminister Christian Schmidt: „Als Vertreter des Stammlands des Ökologischen Landbaus fordern wir Sie auf, Herr Bundesminister Schmidt, den drohenden Genickbruch für den Ökologischen Landbau zu verhindern und alle derzeit zur Diskussion stehenden faulen Kompromisse beim heutigen Agrarratstreffen unmissverständlich abzuweisen“, so Dr. Christian Eichert als kommissarischer Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau.

Auch wenn sich die Bundesregierung in den letzten Wochen und Monaten für eine Verbesserung des nun zur Debatte vorliegenden Entwurfs eingesetzt hat birgt der Entwurf noch immer massive Lücken, die den Sektor um Jahrzehnte zurückwerfen würde. So sind beispielsweise die Überlegungen zu spezifischen Grenzwerte und das ausformulierte Importregime weiterhin lückenhaft und eine Beschlussfassung folglich inakzeptabel. Sollte der Agrarrat der Einführung von

Sondergrenzwerten für Bio-Bauern stattgeben, würde dies in die Einbahnstraße führen: Bio-Bauern würden nach dieser Logik für den Pestizideinsatz ihrer Nachbarn zur Verantwortung gezogen.

Ebenso inakzeptabel ist für die AÖL eine Abkehr von jährlich verpflichtenden Kontrollen für ökologisch wirtschaftende Erzeuger und Verarbeitungsunternehmen, da diese Logik die Grundlage des aufgebauten Verbrauchervertrauens und damit die entscheidende Sicherheitsgarantie für ökologisch erzeugte Produkte bildet.

Als ebenso fatal bewertet Eichert die vorgeschlagenen Importregeln: „Die Importregeln führen dazu, dass Bio-Produzenten aus Entwicklungsländern ihren Markzugang nach Europa verlieren. Es kann doch nicht die Absicht der EU-Agrarminister sein, dass etwa Erzeugerkooperativen aus Uruguay ihre Bio-Ananas und ihren Bio-Kaffee nicht mehr nach Europa liefern können.“

„Um den Genickbruch für den Ökologischen Landbau zu verhindern muss sich Minister Schmidt mit aller Vehemenz gegen den Vorschlag stemmen und auf eine Fortsetzung der Verhandlungen drängen“, so Eichert abschließend.

Hintergrund

Am 16. Juni wollen die EU-Agrarminister in Luxemburg ihre Position zur neuen EU-Öko-Verordnung abstimmen. Sie nehmen damit Stellung zum Vorschlag der EU-Kommission vom März 2014. Parallel zu den Verhandlungen im EU-Agrarrat berät das EU-Parlament seine Position. Avisiert ist, dass im Herbst 2015 EU-Rat, -Parlament und –Kommission das neue Bio-Recht im Trilog aushandeln. Die EU-Kommission hatte im vergangenen Winter angekündigt, das Gesetzgebungsverfahren zu stoppen, sollte es bis zum Sommer 2015 keine Einigung an den entscheidenden Stellen geben.

Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet sie aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in Baden-Württemberg. Sie vertritt derzeit (1.1.2014) rund 2.150 Erzeugerbetriebe im Land.

Presse-Ansprechpartner: Dr. Christian Eichert, Tel.: +49-160-7406015

Erfahren Sie die bunte Vielfalt des Südwestens am 16. Mai 2015 beim Öko-Aktionstag auf dem Kartoffelmarkt in Freiburg: Von 10 bis 17 Uhr laden Erzeugerinnen und Erzeuger, Hersteller und Vermarkter von Bio-Lebensmitteln sowie Anbau-Verbände und Einrichtungen aus Baden-Württemberg mit Info-Ständen und einem bunten Programm zum Schmecken, Riechen, Erleben und Verweilen ein. Zudem gibt es anschauliche Informationen aus erster Hand zur ökologischen Landwirtschaft in Baden-Württemberg.

Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr in Stuttgart findet der Öko-Aktionstag 2015 in der Bio-Stadt Freiburg statt. Das diesjährige Motto lautet „Bunte Vielfalt aus dem Südwesten mit allen Sinnen erleben“. Der Öko-Aktionstag wird von der MBW Marketinggesellschaft Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit den Verbänden des Öko-Landbaus und mit Unterstützung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg organisiert.

Nach einem musikalischen Auftakt um 10 Uhr eröffnen um 10.45 Uhr Alexander Bonde, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz und die Freiburger Bürgermeisterin Gerda Stuchlik den Öko-Aktionstag offiziell.

Im Programm auf der Bühne erfahren die Besucherinnen und Besucher Aktuelles über den Öko-Landbau und die Verarbeitung ökologischer Lebensmittel. Einige Höhepunkte:

  • Mit frischen Lebensmitteln aus regionalem, ökologischem Anbau macht Bio-Spitzenkoch Jürgen Andruschkewitsch in seinen Koch-Shows Lust auf eine leichte, vegetarische Bio-Küche und diskutiert mit Geflügelhalter Martin Zapf über artgerechte Tierhaltung oder mit Inge-Lore Andres von der Regionalwert AG über nachhaltige Regionalwirtschaft.
  • „Mehr Bio im Ländle?“, fragt AÖL-Geschäftsführer Dr. Christian Eichert und gibt einen Überblick zur aktuellen Entwicklung von Bio im Südwesten. Die Arbeitsgemeinschaft ökologischer Landbau (AÖL) ist die gemeinsame Vertretung der ökologischenAnbauverbände in Baden-Württemberg und bringt sich aktiv bei der Gestaltung der politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ein.
  • Bio-Imker und -Bauer Christian Dreher macht seine bienengemäße Landwirtschaft mit allen Sinnen erfahrbar: Wie geht es den Bienen in der modernen Landwirtschaft? Welche Bedeutung hat die Biene für uns Menschen? Antworten erhalten die Besucher bei der Verkostungsaktion an der Bühne. Hier gibt es frischgebackenen Bio-Hefezopf und edlen Honig – natürlich mit Zutaten vom eigenen Bio-Betrieb.
  • Bei einer kleinen Bio-Weinprobe können die Besucher die jüngst prämierten „Besten Bio-Weine Baden-Württembergs“ kosten und erfahren von Winzern und Weinexperten alles über die Besonderheiten des ökologischen Weinbaus. Paulin Köpfer gibt Einblicke in Weinberg, Weinkeller und badische Weinkultur.
  • Der Verein Echinos aus Freiburg stellt sein Projekt „Kräuter, Krisen, Kräftetanken“ für Menschen in Krisensituation oder mit psychischer Erkrankung vor: Welchen Einfluss hat gärtnerische Arbeit auf Seele und Geist? Wie funktioniert soziale Landwirtschaft? Was macht der Bio-Gärtner anders? Das Team von Echinos informiert über das aktuelle Crowdfunding-Projekt, über Sortenvielfalt sowie Kräuteranbau und verkostet Produkte aus eigener Produktion.Alle Kinder können sich auf der Kinderspielstraße „BioPioniere“ austoben, wo sie selbst in die Rolle eines Bio-Landwirts schlüpfen können und viel über das Geschehen auf dem Feld und im Stall erfahren: Wie wird Bio-Butter hergestellt? Welches Bio-Getreide wächst auf dem Acker? Wie wird Bio-Mehl gemahlen? An verschiedenen Mitmach-Stationen finden die Kinder Antworten.Für einen stimmungsvollen Rahmen sorgt das Musiker-Duo Anselm Nadj und Steffen Münster.Weiteres entnehmen Sie bitte den Informationen (Aussteller-Broschüre, Bühnen-Aktions-programm) anbei.Mehr erfahren Sie auch unter: www.gemeinschaftsmarketing-bw.de sowie auf www.bio-aus-bw.deProgrammheft Ökoaktionstag 2015Bühnenprogramm Ökoaktionstag 2015

Martin Schäfer erhält Landesorden

Für sein Engagement und sein Wirken hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann dem Landwirt Martin Schäfer vom Michaelshof den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg verliehen. 

Als einer der Pioniere im ökologischen Landbau prägt er die Bio-Bewegung im Großraum Stuttgart und weit darüber hinaus. Mit Herzblut und Sachverstand setzte und setzt er sich für Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft, Lebensmittel-Qualität, –die Züchtung von Ökosaatgut und eine natürliche Umwelt ein: Für sein Engagement und sein Wirken hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann dem Demeter-Landwirt Martin Schäfer vom Michaelshof in Echterdingen am 25. April 2015 den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg verliehen.

„Martin Schäfer hat seinen landwirtschaftlichen Betrieb in Echterdingen bereits 1973 auf die Biologisch-dynamische Wirtschaftsweise umgestellt, obwohl es seinerzeit noch keinerlei Förderung, geschweige denn einen etablierten Markt für Ökoprodukte gab. Außerdem engagierte Schäfer sich zeitlebens für die Themen Regionalität, Qualität, Tierschutz, Umwelt und Nachhaltigkeit. Diese Ziele verfolgte er in verantwortungsvoller Position auf verschiedenen Ebenen“, so heißt es in der Laudatio auf Martin Schäfer, die Ministerpräsident Kretschmann am 25. April 2015 im Rahmen einer Feierstunde hielt.
Als Demeter-Landwirt und langjähriger Vorstand von Demeter Baden-Württemberg e.V. habe er über 27 Jahre die Verbandspolitik geprägt. Hier habe er als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucher gewirkt und die Vorteile von ökologisch erzeugten, heimischen Produkten in den Vordergrund gestellt.

„Das lebendige Gemeinwesen, aber auch die Vielfalt und Buntheit Baden-Württembergs seien ohne den selbstlosen und vorbildlichen Einsatz dieser Menschen undenkbar, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann anlässlich der Ordensverleihung im Schloss Mannheim.

Würdigung auch aus den eigenen Reihen

Zu dem feierlichen Festakt im Neuen Schloss in Mannheim war auch Johannes Ell-Schnurr (AÖL/Demeter Baden-Württemberg). „Wir freuen uns sehr, dass unser langjähriger Verbandsvorstand und Freund Martin Schäfer diesen Verdienstorden bekommt. Es bedeutet neben der Wertschätzung seiner starken Persönlichkeit auch die Würdigung seines Einsatzes für den ökologischen Landbau im Allgemeinen und im Zusammenhang mit seiner politischen Arbeit für die ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg.

Martin Schäfer und seine Verdienste

Demeter-Landwirt Martin Schäfer gehört zu den Wegbereitern des ökologischen Landbaus in Baden-Württemberg. Bereits 1973 stellte er seinen Hof, den er vorrangig mit Gemüseanbau und Tierhaltung betreibt, auf die Biologisch-dynamische Wirtschaftsweise um. Dank seines breiten fachlichen Wissens und seiner realitätsnahen anthroposophischen Überzeugungen wird sein Rat gerne und häufig angenommen – und das nicht nur unter Demeter-Kollegen: Stets brachte er sich auch im Bauernverband ein, pflegte immer einen guten Kontakt zu seinen konventionell anbauenden Kollegen, die ihn und seine Arbeit anerkennend schätzen.

Langjähriger AÖL-Vorstand

Auch die Gründung und der Aufbau der Arbeitsgemeinschaft ökologischer Landbau Baden-Württemberg e. V. (AÖL) gehören zu seinen großen Verdiensten. Als geschäftsführender Vorstand hat er die Verbandspolitik mehr als 15 Jahre mitgeprägt. Viele Jahre kämpfte er mit der Schutzgemeinschaft Filder für gesellschaftspolitische Aspekte und den Erhalt der Filderlandschaft. Obwohl er letztlich im Zuge der Erweiterung des Flughafens und des Messebaus viel Ackerfläche verloren hat, ist er seinem Heimatort treu geblieben.

Verdienstorden für 25 verdiente Persönlichkeiten

Gemeinsam mit Martin Schäfer erhielten insgesamt 25 Personen den „Landesorden“, der die höchste Auszeichnung des Bundeslands darstellt. Er wird verliehen für herausragende Verdienste um das Land Baden-Württemberg – im sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Bereich. „In dem, was sie tun, schon erreicht haben und hoffentlich noch erreichen werden, sind die heute Geehrten Vorbilder für viele andere Bürgerinnen und Bürger in unserem Land“, so

Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei der Verleihung des Verdienstordens des Landes Baden-Württemberg.

Bildquelle: „Staatsministerium Baden-Württemberg“


Organisationen der Bio-Branche rufen mit „Nürnberger Erklärung“ den EUAgrarkommissar Phil Hogan dazu auf, die Kommissionsvorschläge zu einer Totalrevision der EU-Öko-Verordnung zurückzuziehen.

Die europäischen Bürger wollen mehr Bio. Dazu brauchen wir mehr Bio-Bauern und Bio-Verarbeiter, die Bio-Produkte erzeugen. Doch statt diese Entwicklung zu unterstützen, hat die EU-Kommission im März letzten Jahres eine Totalrevision der EU-Öko-Verordnung vorgelegt, die den bisherigen Ökolandbau und die Bio-Lebensmittelwirtschaft in Europa massiv in Frage stellt. Europaweit werden dadurch Wachstum und Beschäftigung im Bio-Bereich gefährdet. Die Organisationen der Bio-Branche rufen daher gemeinsam mit ihren Unterstützern dazu auf: Herr Agrarkommissar Hogan, der Kommissions-Vorschlag zur Totalrevision der EU-Öko-Verordnung muss vom Tisch!

Esslingen, Nürnberg, 10. Februar 2015  Die EU-Kommission stellt selbst fest: Öko-Landbau und Bio-Lebensmittelwirtschaft in Europa würden durch die Totalrevision schrumpfen. „Bio-Lebensmittel erfahren nicht nur in ihrem Stammland Baden-Württemberg sondern in ganz Europa zunehmenden Zuspruch bei den Verbrauchern“, erläutert der Geschäftsführer der AÖL Dr. Christian Eichert. „Um diesem anhaltenden

Verbraucherwunsch gerecht zu werden suchen wir Tag für Tag neue Betriebe, die nach den Richtlinien des Ökologischen Landbaus produzieren. Eine Umstellung auf Öko-Bewirtschaftung hat positive Auswirkungen auf eine saubere Trinkwasserqualität, auf die Artenvielfalt, auf den Klima- und Tierschutz. In vielen Ländern in Europa erfahren wir dafür Unterstützung. Jetzt droht die EU-Kommission diese positive Entwicklung mit einer Vollbremsung zu stoppen. Das müssen und wollen wir verhindern“, so Dr. Eichert heute in Nürnberg.

Die seitens der EU-Kommission vorgelegten Vorschläge zu einer Totalrevision der EU-Öko-Verordnung beinhalten eine Abkehr von der Prozesskontrolle, welche die vielfältigen gesellschaftlichen Leistungen des Ökolandbaus gewährleistet. Erst eine Kontrolle am Endprodukt soll das Produkt zum Bioprodukt machen. Erzeuger und Verarbeiter werden so einem völlig unkalkulierbaren Risiko ausgesetzt. Keine Investitionen und fehlende Umstellung auf Ökologischen Landbau sind die Folge. Die EU-Kommission plant nun die Ökobauern für nicht sachgemäßen Einsatz von Pestiziden und Herbiziden ihrer konventionellen Nachbarn verantwortlich und
haftbar zu machen. Anstatt generell die Rückstandshöchstmengen in der Landwirtschaft zu senken, gefährliche Fungizide, Herbizide und Pestizide zu verbieten und die gute fachliche Praxis zu verbessern, sollen Ökolandwirte nun für die Schäden anderer bezahlen. Also

diejenigen, die gefährliche Pestizide gar nicht anwenden. „So stellt man das Verursacherprinzip auf den Kopf“, so Dr. Eichert weiter.

Sollte es zur Umsetzung der vorgelegten Pläne kommen rechnet Dr. Eichert alleine für Baden-Württemberg mit einem Rückgang von gut einem Drittel der heute ökologisch vorbildlich bewirtschafteten Fläche. „Damit es nicht zum Genickbruch für die Ökologische Erzeugung in Europa kommt rufen wir die Landwirte, Unternehmen
und Partnerorganisationen auf sich klar für ein Nein zur Totalrevision der EU-Öko-Verordnung auszusprechen“ so Dr. Eichert abschließend.

Unterstützen Sie die Aktion und unterzeichnen Sie mit auf www.mehr-bio-in-europa.eu

Ihr Gesprächspartner für Hintergrundgespräche und Interviews ist:
Dr. Christian Eichert, Geschäftsführer AÖL Baden-Württemberg, Telefon: +49-160-7406015

AÖL, LTZ und Universität Hohenheim laden ein  zur

8. Wintertagung Ökologischer Landbau Baden-Württemberg

Dienstag, 24. Februar 2015
9.30-16.30 Uhr

Wachsende Märkte, stagnierende Produktion: Wie lassen sich mehr Betriebe für den ökologischen Landbau gewinnen?

WinetrtagungLTZ

Seit Jahren boomt die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Lebensmitteln in Deutschland − die heimische Produktion hinkt jedoch hinterher. Die regionale Erzeugung reicht nicht aus, um die wachsende Nachfrage zu bedienen. Mag man im Milchsektor noch Schritt halten − für die Erzeugung von Fleisch, Gemüse, Obst und Getreide gibt es zu wenige Betriebe, die auf eine ökologische Wirtschaftsweise umstellen. Der Handel versorgt sich zunehmend mit Importware. Angesichts des wachsenden Interesses von Verbraucherinnen und Verbrauchern an regionalen Produkten besteht für den ökologischen Landbaus die Gefahr, ins Hintertreffen zu geraten. Doch wie lässt sich die Umstellungsdynamik vor Ort ankurbeln? Nach einer genaueren Betrachtung der aktuellen Trends und einer Analyse der Einflussfaktoren sollen uns die Berichte aus der Beratungspraxis und innovative Ansätze aus benachbarten Bundesländern Antworten auf diese Frage geben.

Programm zum Download

Veranstaltungsort: LTZ Augustenberg, Neßlerstr. 25, 76227 Karlsruhe

Baden-Württembergs Bio-Anbau bedroht  – EU-Kommission nimmt massiven Flächenrückgang in Kauf

Aus Baden-Württemberg gingen in den letzten Jahrzehnten viele wichtige Impulse für den Sektor Ökologischer Landbau hervor. Daher gilt der Südwesten Deutschlands vielfach als „Stammland des Ökologischen Landbaus“.

Der Erfolg des Ökologischen Landbaus und des gesamten Sektors der ökologischen Lebensmittelwirtschaft beruht zu einem wesentlichen Teil auf einem prozessorientierten System der Qualitätssicherung und der Definition von Richtlinien entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Acker bzw. der Wiese bis auf den Teller. Hierbei werden für jeden Schritt der Produktion Regeln festgelegt, an die sich ökologisch produzierende Erzeuger und Verarbeiter halten müssen.

Die EU-Kommission plant nun die Ökobauern für nicht sachgemäßen Einsatz von Pestiziden und Herbiziden ihrer konventionellen Nachbarn verantwortlich und haftbar zu machen. Anstatt generell die Rückstandshöchstmengen in der Landwirtschaft zu senken, gefährliche Pestizide zu verbieten und die gute fachliche Praxis zu verbessern, sollen Ökolandwirte nun bezahlen. Also diejenigen, die gefährliche Pestizide gar nicht anwenden. „So stellt man das Verursacherprinzip auf den Kopf“, sagt Dr. Christian Eichert, Geschäftsführer der AÖL.

Weiterlesen: EU-Kommission konzipiert derzeit den Genickbruch für den Ökolandbau

Aktionsbündnis Gentechnikfreie Landwirtschaft verabschiedet „Stuttgarter Erklärung zur Agro-Gentechnik“

Das Aktionsbündnis Gentechnikfreie Landwirtschaft in Baden-Württemberg hat am 29. November 2014 anlässlich der Tagung „Gentechnikfreie Landwirtschaft in Baden-Württemberg sichern!“ die „Stuttgarter Erklärung zur Agro-Gentechnik“ verabschiedet. An der Tagung, die in der Jugendherberge Stuttgart stattfand, hatten rund 50 Personen teilgenommen.“

„Im Koalitionsvertrag hat die grün-rote Landesregierung erklärt, Baden-Württemberg müsse völlig gentechnikfrei bleiben. Seither hat sie einiges getan, um dieses Ziel zu erreichen“, so Gottfried May-Stürmer vom BUND und einer der drei Sprecher des Bündnisses. Das Aktionsbündnis hebt zu Beginn seiner Erklärung die bereits umgesetzten Maßnahmen zum Schutz der gentechnikfreien Landwirtschaft – wie beispielsweise das Anbauverbot gentechnisch veränderter Pflanzen auf landeseigenen Flächen – wohlwollend hervor. „Als Bündnis begrüßen wir diese Ansatzpunkte – dennoch gibt es noch viel zu tun, um dem klaren Verbraucherwunsch nach umfassender Gentechnikfreiheit gerecht zu werden“, so May-Stürmer weiter.

Ein zentraler Punkt der „Stuttgarter Erklärung“ ist der Einsatz von gentechnisch veränderten Futtermitteln. „Obwohl gentechnikfreie Futtermittel in ausreichender Menge vorhanden sind, obwohl Öko-Bauern zeigen, dass die Produktion von Fleisch, Milch und Eiern ohne gentechnisch veränderte Futtermittel möglich ist, werden immer noch große Mengen an gentechnisch verändertem Soja importiert und an unsere Nutztiere verfüttert“ erläutert Dr. Christian Eichert, Geschäftsführer bei Bioland und ebenfalls Sprecher des Bündnisses. „Nicht einmal das Qualitätszeichen Baden-Württemberg garantiert Gentechnikfreiheit“, moniert eine Teilnehmerin der Tagung kritisch.In der Konsequenz fordert das Bündnis die Landesregierung auf, die Gentechnikfreiheit im Qualitätszeichen Baden-Württemberg über alle Produktsparten hinweg zeitnah einzuführen und vorzuschreiben.

Weiterlesen: Aktionsbündnis fordert Baden-Württemberg muss völlig gentechnikfrei bleiben

 

Aktuelle Statistik zur Anzahl der Betriebe und deren Fläche in Hektar. Stand 1. Januar 2014.

AÖL Statistik
Verband Anzahl Betriebe Fläche in Hektar
Ecovin 97 414
Ecoland 36 2.060
Naturland 165 7.168
Demeter 470 19.211
Bioland 1.382 51.147
2.150 80.000

Baden-Württembergs Öko-Anbauverbände und Beratungsdienste des Ökologischen Landbaus haben sich gestern am 30. September 2014 unter dem Namen „Öko-Beratung Baden-Württemberg e.V.“, kurz ÖBBW, zusammengeschlossen.

Unter dem Namen „Öko-Beratung Baden-Württemberg e.V.“ haben sich die im Lande tätigen Verbände und Beratungsdienste des Ökologischen Landbaus zu einer gemeinsamen Öko-Beratungsorganisation zusammengeschlossen. In der ÖBBW will die Branche künftig ihre bestehenden Kompetenzen bündeln und die Sicherstellung und Weiterentwicklung eines marktgerichteten Beratungsangebots mit dem Ziel einer Verbreitung des Ökologischen Landbaus garantieren.

Weiterlesen: Neue Öko-Beratung in Baden-Württemberg gegründet – Zusammenschluss der Anbauverbände und…

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit der MBW und der AÖL:

Bio – bunt und vielfältig aus Baden-Württemberg

Unter dem Motto „Bio – bunt und vielfältig aus Baden-Württemberg“ bietet das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft für Ökologischen Landbau (AÖL) und der MBW Marketing- und Absatzförderungsgesellschaft für Agrar- und Forstprodukte aus Baden-Württemberg mbH vom 3. bis 14. September ein buntes Programm rund um den Ökologischen Landbau.
Die Dauerausstellung, welche Informationen rund um den Ökologischen Landbau, einer Lounge mit Internetanbindung an das neue Landesportal der Landesregierung zum Ökolandbau, Verkostungen ökologisch erzeugter Produkte uvm. bietet, wird dabei von einem ebenso bunten, wie informativen Rahmenprogramm für kleine und große Besucherinnen und Besucher begleitet.

Das gesamte Veranstaltungsprogramm finden Sie hier

Die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V. (AÖL) fordert die Erhöhung der Ökolandbauprämie in Baden-Württemberg auf den ma-ximal möglichen Satz. „Die derzeitige Prämie reicht nachgewiesener Maßen nicht aus, um den Mehraufwand für eine Ökologische Bewirtschaftung auszugleichen“, sagte Dr. Christian Eichert, Geschäftsführer der AÖL. „Die Betriebe des Ökolandbaus in Baden-Württemberg und diejenigen, die über eine Umstellung auf Ökologische Bewirtschaftung nachdenken sind durch die guten Erträge und derzeit hohen Preise im konventionellen Landbau benachteiligt“, so Eichert weiter.

Wenn das Land den Ökolandbau in Baden-Württemberg nennenswert ausweiten will, dann muss es seinen Spielraum nutzen und den maximal möglichen Fördersatz gewähren. „Ebenso muss den Landwirten der Wechsel von der alten in die neue Förderung ermöglicht werden“, so Eichert. In der aktuellen wirtschaftlichen Lage sei es auch wichtig, die Bestandsbetriebe durch verlässliche politische Signale in der Ökologischen Bewirtschaftung zu halten. Andere Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz bieten Öko-Landwirten diese Wechselmöglichkeit. Diesem Vorgehen solle sich die hiesige Landesregierung anschließen und zugleich den für Bestandsbetriebe wie Umstellungsinteressenten wirtschaftlich

notwendigen Förderspielraum voll ausnutzen.

Neben der Beförderung des Natur- und Umweltschutzes hat sich die derzeitige Landesregierung in ihrem Koalitionsvertrag 2011 für eine deutliche Ausweitung des Ökologischen Landbaus und eine Anhebung der Prämien ausgesprochen. Eichert betont: „Wir honorieren die Bemühungen der Landesregierung, den Natur- und Umweltschutz mittels erheblicher Finanzmittel deutlich voran zu bringen. Ebenso mutig und konsequent gilt es nun die Agrar- und Ernährungswirtschaft zu Ökologisieren. Als gesellschaftlich erwünschte Leistung trägt der Ökolandbau unter anderem zum Biodiversitätserhalt, zum Gewässer- und Klimaschutz bei. Der Ökolandbau trägt zugleich mit seinen vielschichtigen Betrieben dazu bei, den Ländlichen Raum als attraktiver Lebens- und Wirtschaftsraum zu gestalten und für kommende Generationen zu erhalten. Diese Leistungen sollte die Landesregierung anerkennen und ab der neuen Förderperiode angemessen honorieren“, sagte Eichert abschließend.

Ansprechpartner für Presseanfragen: Dr. Christian Eichert, Tel.: +49-160-7406015

Mit der geplanten Neufassung der EU-Ökoverordnung gefährdet die EU-Bürokratie die Weiterentwicklung des Ökolandbaus in Europa. Die Arbeits-gemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg (AÖL) begrüßt zwar das Ziel der Europäischen Kommission, den Öko-Sektor mit einer „konsequenteren“ und „skandalsichereren“ EU-Öko-Verordnung weiter voranzubringen. Aber der eingeschlagene Weg dazu ist der falsche: Die AÖL fordert die EU-Kommission dazu auf, die bestehende Öko-Verordnung nicht grundlegend neu zu gestalten, sondern stattdessen mit Augenmaß und ent-sprechend den bisher geltenden Regeln sachgerecht weiter zu entwickeln.

Der Erfolg des Ökologischen Landbaus und des gesamten Sektors der ökologi-schen Lebensmittelwirtschaft beruht zu einem wesentlichen Teil auf einem pro-zessorientierten System der Qualitätssicherung und der Definition von Richtlinien entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Acker bzw. der Wiese bis zum Teller. Die Verbände des Ökologischen Landbaus arbeiten seit Jahrzehnten daran, für die Erzeuger und Verarbeiter entsprechende Richtlinien zu entwickeln und haben auch die Europäische Union bei der Entstehung und Ausgestaltung des europäischen Rechtsrahmens für den Ökologischen Landbau unterstützt. „Diese Erfahrungen und Kompetenzen sollte die Kommission bei der Weiterentwicklung der EU-Öko-Verordnung weiter nutzen“, unterstreicht der

AÖL-Geschäftsführer Dr. Christian Eichert. Durch eine komplette Neufassung der EU-Verordnung entstünde Rechtsunsicherheit für alle Marktakteure und die Verwaltung. „Wir halten die Totalrevision der EU-Öko-Verordnung für einen Irrweg, der zu einem massiven Rückgang des Ökologischen Landbaus in Deutschland und Europa führen wird“, so Dr. Eichert.

Durch die bisherige Prozessorientierung werden für jeden Schritt der Produktion Regeln festgelegt, an die sich Erzeuger und Verarbeiter halten müssen. Die EU-Kommission denkt jetzt über spezielle Grenzwerte beispielsweise für Pflanzen-schutzmittelrückstände nach, die im Endprodukt eingehalten werden müssen. Der ökologische Landbau findet in Europa jedoch nicht unter einer „Käseglocke“ statt und die Öko-Erzeuger können nicht für Schadstoffeinträge haftbar gemacht werden, für deren Verursachung sie nicht verantwortlich sind und auf deren Verbreitung sie keinen Einfluss haben.

Zudem verkennt die EU-Kommission den Grundgedanken des Ökologischen Landbaus, der auf einem naturgemäßen Umgang mit Böden, Pflanzen und Tieren basiert. Sie erweckt den Eindruck, man könne ein Bio-Produkte mit Labormethoden erkennen und klammert den Kontext des Wirtschaftens völlig aus. „Dies wäre ein Paradigmenwechsel und würde den grundlegenden Zielen des Ökologischen Landbaus widersprechen“, so Dr. Eichert. Eine Prozesskontrolle über alle Produktionsstufen kann nicht durch

strengere Grenzwerte für Inhaltsstoffe am Endprodukt ersetzt werden. Rückstandskontrollen als Teil der Bio-Kontrolle würden mehr Bürokratie bedeuten und keine zusätzliche Lebensmittelsicherheit für die Verbraucher bringen.

Dagegen steht die Europäische Kommission in der Pflicht, bei der Sicherheit unserer Lebensmittel endlich das Verursacherprinzip konsequent umzusetzen: Sie muss die Akteure zur Verantwortung ziehen, die für Mensch und Umwelt gefährliche und problematische Substanzen verbreiten und nicht diejenigen mit mehr Bürokratie gängeln, die ohne den Einsatz solcher Problemstoffe gesunde Lebensmittel produzieren.

Mehr Qualität und Sicherheit kann und sollte mit einer Verbesserung des beste-henden staatlichen Kontrollsystems erreicht werden. Für eine effizientere Kontrolle und zur Vermeidung von Verstößen und Betrug müssen die offiziellen Kontrollsysteme mit den staatlich überwachten Kontrollstellen noch stärker als bisher zusammenarbeiten. Zudem ist es zielführend, bei erhöhten Risiken auch häufiger zu kontrollieren und in allen EU-Ländern ein einheitliches Regelwerk für Sanktionen, Bußgelder und Strafen zu schaffen.

Die baden-württembergischen Öko-Anbauverbände wie auch die Öko-Branche insgesamt benötigen Kontinuität und Verlässlichkeit in der Gesetzgebung und Verwaltung als Grundvoraussetzung für die

Arbeit ihrer Erzeuger und Verarbeiter. Die Totalrevision der EU-Öko-Verordnung würde diese Grundvoraussetzung kippen und jahrzehntelange Erfahrungen und Aufbauarbeit in den Öko-Sektor ignorieren. „Wir fragen uns deshalb schon“, so Dr. Eichert, „welche Interessen die EU-Kommission mit diesem Vorschlag verfolgt“.

Die gesamte Stellungnahme zum Herunterladen hier

Ansprechpartner für Presseanfragen: Dr. Christian Eichert, Tel.: +49-160-7406015

Öko-Aktionstag am 10. Mai 2014 auf dem Schlossplatz Stuttgart

Veröffentlicht am Dienstag, 15. April 2014 14:44Geschrieben von Anja Kirchner

Öko-Aktionstag am 10. Mai 2014 auf dem Schlossplatz Stuttgart

1. Öko-Aktionstag unter dem Motto „Bunte Vielfalt aus dem Ländle“.

Erleben Sie die Vielfalt aus unserer Region! Bio zum Anfassen, Entdecken, Fühlen und Staunen: Die Besucher erwarten regionale Bio-Produkte und die Möglichkeit gleichzeitig allerhand Interessantes zur Herstellung und Verarbeitung zu erfahren. Die Kinder können bei einem bunten Programm mit Melken, Getreidefahrrad, Butter schütteln und einer Schatzsuche im Acker Landwirtschaft erleben.

Lassen Sie sich von regionalen Bio-Produkten in Versuchung führen und erfahren Sie gleichzeitig allerhand Interessantes zu Herstellung und Verarbeitung. Kommen Sie vorbei und überzeugen Sie sich selbst, wie bunt Bio aus Baden-Württemberg sein kann.

Das Programmheft können Sie jetzt herunterladen.


Ab dem 18. März 2014 startet am Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau Baden-Württemberg (KÖLBW) eine Fortbildungsreihe für Milchschaf- und Milchziegenhalter. Über einen Zeitraum von zwei Jahren werden insgesamt zwölf Seminartage zu speziellen Themen der Schaf- und Ziegenmilcherzeugung angeboten.

Neben Seminaren zur artgerechten Tierhaltung, Tiergesundheit, Tierzucht und leistungsgerechten Fütterung werden u.a. auch Inhalte zur Betriebsentwicklung, Zickleinaufzucht, Vermarktung, des Weide- und Parasitenmanagements sowie der Wirtschaftlichkeit in der Schaf- und Ziegenmilcherzeugung vermittelt.

Die Fortbildungsreihe wird angeboten in Zusammenarbeit der Bioland Beratungs GmbH, dem Beratungsdienst Ökologischer Landbau e.V., der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V. (AÖL) und dem Ziegenzuchtverband Baden-Württemberg e.V.

Seminarort: Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau Baden-Württemberg (KÖLBW) am Landwirtschaftlichen Bildungszentrum Hochburg, 79312 Emmendingen – Hochburg

Das komplette Programm der Fortbildungsreihe zum Herunterladen hier

Nachfolgend der Konsultationsveranstaltung am 5. Februar 2014 hat die AÖL ihre Positionen und Vorschläge zu den durch das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz dargelegten Ansätzen zur Weiterentwicklung der Politik der Ländlichen Entwicklung für die Förderperiode 2014-2020 zusammengestellt.

Unser ausdrückliches Lob möchten wir der Landesregierung für ihr Engagement bei der Aushandlung des generellen Finanzrahmens im Herbst 2013 aussprechen. Zudem begrüßt die AÖL das außerordentliche Engagement der Landesregierung, den laufenden Diskurs zur Neufassung der Europäischen Basisverordnung („EU-Öko-Verordnung“) konstruktiv mit zu begleiten und die inhaltliche Ausgestaltung nach Plausibilitäts- und Praktikabilitätskriterien kritisch zu  hinterfragen.

Ebenfalls finden die derzeit laufenden Überlegungen zur „Beratung 2020“, sowie die vorgelegten Diversifizierungskonzepte einschließlich der vorgestellten Ansätze im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaften EIP unsere Anerkennung. Ferner danken wir der Landesregierung für die Einführung der bodengebundenen Tierhaltung im AFP sowie die Ermöglichung eines „kleinen AFPs“ im Rahmen der Landschaftspflegerichtlinie. Der Versuch der Landesregierung, das Agrarumweltprogramm MEKA weitestgehend auf „dunkelgrüne“ Maßnahmen und Leistungen mit echten Landschafts- und Umweltnutzen zu konzentrieren, ist aus unserer Sicht der richtige Weg. Dennoch sehen wir noch weitreichendes Optimierungspotenzial. Zudem beinhaltet diese Stellungnahme in Themenblock 2 weitere aktuelle politische Forderungen der AÖL.