Durch Öko-Landbau landwirtschaftliche Fach- und Weiterbildung zukunftsfähig ausrichten

Wie kann die landwirtschaftliche Fach- und Weiterbildung in Baden-Württemberg modernisiert werden? Welche Handlungsbedarfe und Chancen gibt es? Zu diesen Fragen diskutierten am Montag dieser Woche im Rahmen des Fachgesprächs „Landwirtschaftliche Fach- und Weiterbildung modernisieren“ Expert:innen auf Einladung der Landtagsabgeordneten Andrea Bogner-Unden und Martin Hahn.

Vertreter:innen des Landwirtschaftsministeriums, konventioneller und ökologischer Landwirtschaftsverbände, der Naturschutzverbände und der Landjugend kamen im Gespräch überein: Die landwirtschaftliche Berufs- und Weiterbildung in Baden-Württemberg muss modernisiert und zukunftsfähiger aufgestellt werden. Geeignete Maßnahmen, um dies zu erreichen, seien beispielsweise die Spezialisierung von Lehrkräften und eine gleichwertige Lehre von konventioneller und ökologischer Landwirtschaft.

Dazu Christoph Zimmer, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg (AÖL) e.V.: „Die Aus- und Weiterbildung der Landwirt:innen ist enorm wichtig, kein anderer Beruf prägt so entscheidend die Zukunft unserer Gesellschaft. Der Ausbau des Ökolandbaus hilft uns, viele gesellschaftliche Herausforderungen zu bewerkstelligen. Tierwohl, Klima und Umwelt profitieren – und die Ernährung mit gesunden Lebensmitteln aus der Region wird gesichert.“

Ein Umbau der Landwirtschaft und die damit notwendige Modernisierung der Lehrpläne sei nicht zuletzt mit Blick auf die von der Landesregierung ausgesprochenen Bio-Flächenziele bis 2030 unabdingbar, so Zimmer.

Das von einem konstruktiven Austausch geprägte Fachgespräch stimmt auch Anja Frey optimistisch: „Das Fachgespräch hat den Veränderungswunsch der Teilnehmenden bestätigt. Wir müssen hinsichtlich der Modernisierung der landwirtschaftlichen Bildung jetzt ins Handeln kommen“, so die AÖL-Vorständin. Frey zeigt dafür einen konkreten Weg auf: „Als Bindeglied zwischen Landwirtschaft und Politik hat die AÖL ein Eckpunktepapier verfasst, das die nun notwendigen Schritte zusammenfasst. Auf dieser Basis bieten wir uns im weiteren politischen Prozess als Partner für einen Dialog an, in den wir uns und unsere Höfe einbringen.“

Die konkreten Schritte, die das Eckpunktepapier benennt, sind aufeinander aufbauend: Der Öko-Landbau soll in den Lehrplänen fixiert, Unterrichtsmaterialien und die damit einhergehende Ausbildung der Lehrkräfte mit Fokus auf die ökologische Wirtschaftsweise optimiert werden. Für einen stärkeren Praxisbezug sollen auch Exkursionen und überbetriebliche Lehrgänge in der Ausbildung vermehrt auf Bio-Betrieben stattfinden. Darüber hinaus soll auch der Aufbau von Prüfungen optimiert werden – Öko-Prüfungsbetriebe und Öko-Akteur:innen in den Prüfungsausschüssen sind bisher die Ausnahme. Hier fordert die AÖL dringend Nachbesserung, um ein stimmiges Gesamtbild zu erhalten.

Das ausführliche Eckpunktepapier „Bildung in der Landwirtschaft“ lesen Sie hier.

Die Presseinformation „Durch Öko-Landbau landwirtschaftliche Fach- und Weiterbildung zukunftsfähig ausrichten“ steht hier zum Download (PDF) zur Verfügung.