Esslingen/Stuttgart, 12.05.2021 Baden-Württemberg wird auch in den kommenden fünf Jahren durch eine grün-schwarze Landesregierung geführt. Beide Parteien stimmten dem ambitionierten Koalitionsvertrag vergangenen Samstag jeweils mit großer Mehrheit zu. Heute wurde im Landtag Winfried Kretschmann zum dritten Mal als Ministerpräsident vereidigt.

Hans Bartelme und Marcus Arzt, Vorsitzende der Interessensvertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg, AÖL gratulieren: „Wir wünschen der neuen Landesregierung bei der Ausgestaltung zukünftiger Herausforderungen alles Gute. Uns freut es sehr, dass die Landesregierung mit ihrem Koalitionsvertrag bäuerlich-ökologische Familienbetriebe als vorbildlich für eine ressourcenschonende, regionale und tiergerechte Erzeugung anerkennt. Wir begrüßen das im Koalitionsvertrag hinterlegte Ziel, eine flächendeckende, umwelt-, klima- und tiergerechte Bewirtschaftung zu erhalten.“

Gemäß dem erst im vergangenen Jahr beschlossenen Biodiversitätsstärkungsgesetz verfolgt die Landesregierung das Ziel, den Anteil des Ökolandbaus im Land bis zum Jahre 2030 auf 30 bis 40 Prozent auszuweiten. Die Landesregierung sagt zu, die notwendigen finanziellen Mittel im Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (FAKT) zur Verfügung zu stellen und die Finanzierung des Aktionsplans „Bio aus Baden-Württemberg“ mit zusätzlichen Finanzmitteln couragiert fortzuschreiben.

Dazu Bartelme: „Die im Koalitionsvertrag hinterlegten Grundformeln stimmen. Nun ist es wichtig, dass die Landesregierung trotz knapper Kassenlage mutig und konsequent an die Umsetzung des Aktionsplans „Bio aus Baden-Württemberg“ geht, um das versprochene Ausbauziel zu erreichen. Voraussetzung dafür ist die angemessene Mittelbereitstellung zum Marktausbau für heimisches Qualitäts-Bio und für weitere konkrete und praxistaugliche Maßnahmen.“

Marcus Arzt ergänzt und fordert: „Neben den Maßnahmen auf Landesebene erwarten wir von der Landesregierung, sich in Zukunft auf Ebene des Bundes und der EU konsequent für eine ökologische Ausrichtung der Agrarpolitik einzusetzen. Das Land Baden-Württemberg muss sich für eine nationale Umsetzung der GAP einsetzen, die sicherstellt, dass der Biolandbau innerhalb der Agarumweltmaßnahmen eine relative Vorzüglichkeit aufweist.“

Arzt weiter: „Der Biolandbau braucht keine Genschere bei der Züchtung. Daher muss auch die Wahlfreiheit und Kennzeichnungspflicht bei den sogenannten „neuen Züchtungsmethoden“ sichergestellt werden. Nur, wenn sich die Landesregierung auch auf nationaler Ebene für eine Regulierung der neuen Gentechniken ausspricht, erfüllt sie die selbstgewählte, richtungsweisende Prämisse des Erneuerungsvertrags: ´Jetzt für Morgen`.“

 

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucher befördert sie die Belange der Ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft durch ein aktives Tun. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse des Verbrauchers als Konsument wie als Steuerzahler heraus.

Ansprechpartnerin für Presseanfragen: Xenia Milosavljevic, Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V. (AÖL e.V.), c/o Bioland Landesverband Baden-Württemberg e.V., Schelztorstr. 49, 73728 Esslingen, T. +49 711 550939-19, M. +49 151 17127729, E-Mail: xenia.milosavljevic@aoel-bw.de