AÖL fordert mehr Absatz für Bauern in The Länd
Rund 150 Teilnehmende diskutieren am Jahrestag zum Strategiedialog Landwirtschaft in Stuttgart über Erreichtes und Ziele
Stuttgart, 9. Oktober 2025. Programmänderung beim Jahrestag des Strategiedialogs Landwirtschaft in Stuttgart: Ministerpräsident Winfried Kretschmann muss zum Autogipfel nach Berlin. In einer Videobotschaft versichert der Ministerpräsident den rund 150 Teilnehmenden: „Wir sind dran, um den Anliegen aus unserem Strategiedialog in Berlin und Brüssel Gehör zu verschaffen.“
Vor einem Jahr hat die Landesregierung im Neuen Schloss Stuttgart einen Gesellschaftsvertrag für die Zukunft der Landwirtschaft und der biologischen Vielfalt in Baden-Württemberg unterzeichnet – gemeinsam mit rund 50 Verantwortlichen aus Landwirtschaft, Naturschutz, Handel, Verarbeitung, Erzeugung, Gesellschaft, Wissenschaft, Kirchen und Politik. Der Vertrag zielt auf konkrete Lösungen, um die Landwirtschaft nachhaltig zu gestalten, regionale Erzeuger und gleichzeitig die biologische Vielfalt in Baden-Württemberg zu stärken. Er ist Ergebnis des breit angelegten Strategiedialogs Landwirtschaft, den die Landesregierung im September 2022 initiiert hatte. War die Abschlussveranstaltung 2024 ein „Startschuss“, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann damals betonte? Zeit für eine Zwischenbilanz.
Für die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AÖL) zieht deren Vorsitzender Marcus Arzt ein erstes positives Fazit. Mit der heutigen Veranstaltung zur Überprüfung der Ergebnisse habe das Land sein Wort gehalten. Trotz manch unkonkreter Formulierung im Strategiedialog hätten die beteiligten Akteure gemeinsam daran gearbeitet, die Vereinbarung mit Leben zu füllen.
„Alle Beteiligten stehen weiterhin in der Pflicht, die Vorzüge und Leistungen der einheimischen Landwirtschaft in Wert zu setzen“, sagte Arzt. Ökologischer Landbau sei eine auf Dauerhaftigkeit angelegte Wirtschaftsweise. „Unsere Betriebe benötigen langfristige und auskömmliche Absatzmöglichkeiten, am besten hier in The Länd.“ Der AÖL-Vorsitzende kritisierte, Einsatz und Ergebnis stünden in einem Missverhältnis. Insbesondere im Bereich Bildung und Lebensmittelhandwerk sei eine stärkere ressortübergreifende Zusammenarbeit notwendig. Im Strategiedialog seien wertvolle Impulse gesetzt worden, doch die Maßnahmen müssten nun auch konkret in der Landwirtschaft ankommen. „Wir erwarten, dass die Ergebnisse spürbar werden“, sagt der AÖL-Vorsitzende und setzt hinzu: „Auch die künftige Legislatur ist gefordert, diese weiterzuführen.“
Strukturen für mehr Bio in der Außer-Haus-Verpflegung seien geschaffen worden, Verarbeitungs- und Handelsunternehmen seien in Vorleistung gegangen. Als Beispiel nannte der AÖL-Vorsitzende das Essinger Bioland-Partner Pentz, das mit sogenannten Ready Cuts große Betriebsrestaurants wie beispielsweise Zeiss in Oberkochen und Kärcher an allen Standorten mit bioregionalen Zutaten beliefert. Nun müsse das Land konkrete Angebote für kommunale Träger von Einrichtungen für Gemeinschaftsverpflegung schaffen – etwa bei Förderung und Beratung zum Einsatz bioregionaler Lebensmittel. Der AÖL-Vorsitzende erneuert seinen Appell vom Vorjahr, Kommunen und Landkreise sollten die Kantinenrichtlinie übernehmen: „Das ist das Ziel: Mehr bioregionale Lebensmittel auf die Teller bringen.“
Besonders wichtig sind freilich die Rahmenbedingungen der EU-Förderung ab 2028. Die Vorschläge der Kommission, so ist zu hören, bereiten den Teilnehmenden große Sorgen. Die Mittel für Landwirtschaft, Umwelt und Ernährung müssen zweckgebunden gesichert bleiben, so der Tenor.

Bildunterschrift: Landwirtschaftsminister Peter Hauk (rechts, daneben AÖL Geschäftsführer Christoph Zimmer) informiert sich bei Manuel Pentz (links) vom gleichnamigen Bioland-Partner über deren Ready Cuts für Betriebsrestaurants.
Credit: AÖL
Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucherschaft befördert sie die Belange der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft aktiv. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher heraus.
Kontakt: Christoph Zimmer, Geschäftsführer, info@aoel-bw.de
– Belegexemplar erbeten –
