Mehr Rückenwind für Bio aus Baden-Württemberg

Bei der Eröffnung der Öko-Aktionswochen fordert AÖL-Vorsitzender Marcus Arzt spürbare Erhöhung der staatlichen Prämien für Ökolandbau

Eichstetten, 8. September 2025. Mit Hoffesten, Wanderungen, Kochkursen und vielen weiteren Veranstaltungen laden Bio-Betriebe in ganz Baden-Württemberg bis zum 26. Oktober dazu ein, den Ökolandbau und die Menschen hinter den regionalen Bio-Produkten kennenzulernen. Bereits zum sechsten Mal veranstalten das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz sowie die MBW-Marketinggesellschaft die Öko-Aktionswochen, die Verbände des ökologischen Landbaus unterstützen und begleiten als Kooperationspartner. Die Auftaktveranstaltung fand jetzt beim Bio-Großhändler Rinklin Naturkost in Eichstetten statt – aus gutem Grund, schließlich kommt dem Großhandel bei der Versorgung des Einzelhandels und der Großküchen mit regionaler Bio-Ware eine Schlüsselrolle in der Wertschöpfungskette zu.

Mit einer großgliedrigen Kette in der Hand begrüßte Marcus Arzt, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg (AÖL), die Teilnehmenden. Ein markantes Symbol: „In einer Kette müssen alle Glieder gleich stark sein, das gilt auch für die Wertschöpfungskette“, sagte Arzt. Die Marktmacht der Landwirte sei aber gering, die Betriebe stünden unter Druck. Die vielfältigen gesellschaftlichen Leistungen des Öko-Landbaus für den Erhalt der Lebensgrundlagen wie Biodiversität, sauberes Grundwasser, intakte Böden und ein Mehr an Tierwohl führten zu deutlich höheren Produktionskosten. Arzt betonte: „Die Honorierung dieser Leistungen kann nicht allein über den Warenpreis erfolgen.“ Die Abstände der Rohwarenpreise zwischen konventioneller und ökologischer Produktion seien momentan zu gering. „Wir brauchen daher jetzt eine spürbare Erhöhung der staatlichen Beibehaltungsprämien für Ökolandbau.“

Ein Appell an die Landespolitik, die bei der Veranstaltung durch Staatssekretärin Sabine Kurtz vertreten war. Die Nachfrage nach Bio-Produkten sei heute „kein Selbstläufer“, räumte sie ein. „Wir möchten, dass die wieder steigende Nachfrage nach Bio-Produkten mit in Baden-Württemberg erzeugten und verarbeiteten Rostoffen bedient wird“, sagte Sabine Kurtz, „daher richten wir unseren Aktionsplan ,Bio aus Baden-Württemberg‘ auf dieses Ziel aus.“ Die Öko-Aktionswochen seien Teil dieses Aktionsplans – vom AÖL-Vorsitzenden als „beispielhaft und wichtig für die Ausweitung der Bio-Flächen“ gewürdigt -, ebenso wie Maßnahmen zur Förderung des Biozeichens Baden-Württemberg, das Qualität und Regionalität auf einen Blick signalisiert.

Besondere Bedeutung komme der Außer-Haus-Verpflegung zu, sagte Kurtz: „Hier können wir Absatzwege erweitern.“ Daher seien Unternehmen wie der Gastgeber Rinklin Naturkost, der 2025 sein 50-Jahr-Jubiläum begeht, wichtig für die weitere Entwicklung des Ökolandbaus, waren sich die Staatssekretärin wie der AÖL-Vorsitzende einig. Der Pionier im Bio-Großhandel, der rund ein Viertel seines Umsatzes mit regionalen Bio-Produkten macht, belege, wie Wertschöpfungsketten funktionieren könnten – „wenn Landwirtschaft, Verarbeitung und Handel gleichermaßen Anteil an einer echten ökonomischen Wertschöpfung haben“, fügte Marcus Arzt hinzu.

„Wir brauchen die drei Säulen Discount, Lebensmitteleinzelhandel und Naturkostfachhandel gleichermaßen“, betonte Geschäftsführer Harald Rinklin, „doch dieser Dreiklang ist gefährdet.“ Für den Bio-Großhandel appellierte er an die Politik, die dritte Säule als Kraft im Markt zu stärken und auch die kleinen Betriebe mitzunehmen. Diese repräsentierten Bioland-Erzeuger der Region wie etwa das Weingut Rinklin, Emils Bio Manufaktur oder Schwarzwaldmilch Freiburg, die zur Verkostung ihrer feinen Bio-Produkte und zum Austausch einluden.

Bildunterschrift: Eröffnung der Öko-Aktionswochen 2025: Geschäftsführer Harald Rinklin, Staatssekretärin Sabine Kurtz, Eichstettens Bürgermeister Michael Bruder, Regionalmanagerin der Bio-Musterregion Freiburg Johanna Leister und AÖL-Vorsitzender Marcus Arzt (von links).

Credit: MBW/Ulrike Blöd

Bildunterschrift: Feines Fingerfood – natürlich in Bio-Qualität.

Credit: MBW/Ulrike Blöd

Bildunterschrift: AÖL-Vorsitzender Marcus Arzt: Auch in der Wertschöpfungskette müssen alle Glieder gleich stark sein.

Credit: MBW/Ulrike Blöd

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucherschaft befördert sie die Belange der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft aktiv. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher heraus.

 

Kontakt: Christoph Zimmer, Geschäftsführer, info@aoel-bw.de

 

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