Viel Potenzial für regionales Bio

Themenwoche im Rahmen der Öko-Aktionswochen setzt Schwerpunkt auf die Gemeinschaftsverpflegung

Heilbronn, 22. September 2025. „Baden-Württemberg is(s)t Bio in der Gemeinschaftsverpflegung“ – so der Titel der Themenwoche im Rahmen der Öko-Aktionswochen, die jetzt in der Jugendherberge Heilbronn eröffnet worden ist. Eine Woche lang bieten die teilnehmenden Kantinen und Mensen vermehrt Speisen mit regionalen Bio-Produkten an. Dabei werden sie mit Werbematerialen und Rezepten unterstützt. Mit der Themenwoche setzt das Land bereits zum dritten Mal einen Schwerpunkt innerhalb der Öko-Aktionswochen.

„Mehr als 50 Einrichtungen sind dabei“, bilanzierte zufrieden Sabine Kurtz, Staatssekretärin im baden-württembergischen Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, „ein deutlicher Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr.“ Hier liege viel Potenzial. Mit dem Fokus auf die Gemeinschaftsverpflegung und das Biozeichen Baden-Württemberg bringe die Landesregierung sowohl die regionalen Bauern als auch eine gesunde und ausgewogene Ernährung voran. Kurtz sagte: „Dies ist eine Form von Wirtschaftsförderung, die unserer Landwirtschaft dienen soll.“

Die Jugendherberge Heilbronn als Veranstaltungsort – eine kluge Wahl. Unter Leitung von Angela und Jonas Kachel werden hier nachhaltige, ökologische und soziale Grundsätze umgesetzt. In der Küche sind Mitarbeitende aus dem ersten und zweiten Arbeitsmarkt beschäftigt. „Wir arbeiten mit Menschen mit Geschichte“, erklärte Angela Kachel, „und freuen uns über deren besondere Begabungen.“ Günther Neubig, Vater eines hier beschäftigten Autisten, beschrieb die Atmosphäre als ein „Klima, das von Empathie geprägt ist“. Die Küche der Heilbronner Jugendherberge erreicht bereits einen Bio-Anteil von 60 bis 70 Prozent bei den angebotenen Speisen und Getränken. Jonas Kachel forderte mehr Anstrengungen von allen Beteiligten: „Lieber haben wir das Ziel 100 Prozent Bio und scheitern mit 80 Prozent.“ In der Murrhardter Jugendherberge, ebenfalls unter Leitung der Kachels, sind die 100 Prozent Bio übrigens bereits erreicht.

Christoph Zimmer von der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg (AÖL), Kooperationspartnerin der Öko-Aktionswochen, sprach von einem „besonderen Ort, an dem Grenzen verschwimmen“. Wer in der Jugendherberge Heilbronn zu Gast sei, erlebe nicht nur Gastfreundschaft, sondern die Region mit allen Sinnen – durch die Küche, die Produkte, die Landschaft. „Nachhaltige Landwirtschaft, regionaler Tourismus und bioregionale Küche sind die Zutaten für höchsten Genuss“, unterstrich Zimmer, „damit stärken wir nicht nur unsere Böden, sondern auch das Bewusstsein dafür, wie wertvoll gutes und gesundes Essen ist.“

Mit der Verwaltungsvorschrift Kantine habe das Land gezielt politische Rahmenbedingungen genutzt, um Bio in der Gemeinschaftsverpflegung zu verankern. „Auch für kommunale Einrichtungen wie Kitas, Schulen und Krankenhäuser braucht es nun Unterstützung durch klare Zielsetzungen, Beratung und finanzielle Förderung“, sagte der AÖL-Geschäftsführer: „Es geht um das Wollen.“ Daran knüpfte Manuel Pentz vom gleichnamigen Unternehmen aus Essingen an, der Ware mit dem Biozeichen BW für die Gastronomie vorgeschnitten anbietet. Die Potenziale preiswerter regional erzeugter Bio-Readycuts in der Gemeinschaftsverpflegung seien groß: „Die Lösungen liegen auf dem Tisch, das Angebot ist da – jetzt geht es darum, die Nachfrage zu fördern!“

Angela und Jonas Kachel gehen mit ihrem Konzept in der Heilbronner Jugendherberge voran. Es könnte Schule machen: Immerhin verzeichnen die mehr als 40 Gemeinschaftseinrichtungen dieser Art im Land pro Jahr rund 1 Million Übernachtungen.

Bildunterschrift: Staatssekretärin Sabine Kurtz bei der Eröffnung der Themenwoche in der Jugendherberge Heilbronn: Wirtschaftsförderung für Landwirtschaft.

Credit: MBW/Jan Potente

Bildunterschrift: Christoph Zimmer von der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau: Kommunale Einrichtungen unterstützen.

Credit: MBW/Jan Potente

Bildunterschrift: Besonderes Catering für die Veranstaltung: „Essbare Landschaften“ aus der bio-zertifizierten Küche der Jugendherberge Heilbronn.

Credit: MBW/Jan Potente

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucherschaft befördert sie die Belange der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft aktiv. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher heraus.

 

Kontakt: Christoph Zimmer, Geschäftsführer, info@aoel-bw.de

 

– Belegexemplar erbeten –

 

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