Der Öko-Wahl-O-Mat
AÖL bietet mit 17 „Wahlprüfsteinen für die Landtagswahl“ Entscheidungshilfe für Wählerinnen und Wähler
Esslingen, 10. Februar 2026. Bei der Landtagswahl am 8. März 2026 entscheiden Wählerinnen und Wähler auch darüber, wie es mit dem Ökolandbau hierzulande weitergeht. Mit 17 „Wahlprüfsteinen für die Landtagswahl“ stellt die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg (AÖL) die Programme der Parteien auf den Prüfstand: Hier beispielhaft drei Fragen und die Antworten von Bündnis 90/Die Grünen, CDU, SPD und FDP.
Wie weiter nach den Vorschlägen der EU-Kommission zur GAP?
Für die AÖL ist klar: Es gilt, den Ökologischen Landbau in Land, Bund und EU zu stärken. Die Vorschläge der EU-Kommission zur GAP ab 2028 sehen jedoch ein um 20 Prozent reduziertes Budget und mehr Eigenanteile von Bund und Ländern für Agrar-, Umwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) vor. Was planen die Parteien? Bündnis 90/Die Grünen wollen am Ökoziel festhalten, den Ökoanteil entlang des Marktes steigern und die AUKM mindestens auf aktuellem Niveau halten. Die Partei bekennt sich zur Maxime „Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“ und will die Basisprämie daran koppeln. Die CDU möchte ebenfalls die Rahmenbedingungen für die Umstellung auf Bio verbessern. Die Christdemokraten betonen, dass sie sich bereits jetzt dafür einsetzen, mit AUKM öffentliche Leistungen der Landwirtschaft entsprechend zu honorieren. Auch für die SPD gilt: Der Anteil des Ökolandbaus in Baden-Württemberg soll steigen. Die Kürzungen auf EU-Ebene sollen nach dem Willen der Partei in umwelt-, tierschutz- und klimasensiblen Bereichen vom Land ausgeglichen werden. Die FDP dagegen setzt auf ein Nebeneinander von ökologischer und konventioneller Landwirtschaft. Jede Förderung müsse zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit beitragen.
Wird der Strategiedialog Landwirtschaft fortgesetzt?
Die AÖL bekennt sich zur im Strategiedialog erarbeiteten „Gemeinsamen Vereinbarung für die Zukunft der Landwirtschaft und der biologischen Vielfalt“ und fordert die perspektivische Mittelhinterlegung für deren Ziele. Was planen die Parteien? Für Bündnis 90/Die Grünen ist der Strategiedialog zentral für die Weiterentwicklung der Landwirtschaft. Die Partei plädiert zudem für einen Priorisierung- und Maßnahmenplan. Die CDU bewertet den Gesellschaftsvertrag, der aus dem Strategiedialog Landwirtschaft entstand, als Grundstein zur Umsetzung der erarbeiteten Handlungsempfehlungen. Die Christdemokraten wollen das Format kontinuierlich weiterführen. Dafür sei ein Teil der Mittel aus dem Strategiedialog vorgesehen. Die SPD bewertet den Strategiedialog grundsätzlich positiv, es fehle hier aber an Verbindlichkeit. Die Sozialdemokraten wollen den Strategiedialog nur nach konsequenter Prüfung fortführen. Für die FDP sind die Ergebnisse zu unkonkret. Die Liberalen kritisieren zudem, dass keine neuen Mittel, sondern bereits verplante angegeben wurden und sprechen von Symbolpolitik.
Wie soll Bio in den Kampagnen des Landes erkennbar werden?
Für die AÖL sind bei vielen der bisherigen Kampagnen und Initiativen des Landes im Bereich Ernährung und Landwirtschaft der ökologische Landbau sowie ökologisch erzeugte Produkte für die Verbraucherschaft nicht direkt erkennbar. Was planen die Parteien? Hier gehen die Vorstellungen von Bündnis 90/Die Grünen neben der konsequenten Förderung zur Erreichung der Ziele des Biodiversitätsgesetzes hin zu einer eigenen Bio-Kampagne, die sie gemeinsam mit der Branche evaluieren und erarbeiten möchte. Die CDU plant ein Maßnahmenbündel und spricht sich unter anderem für die Weiterentwicklung der Ernährungsstrategie aus. Des Weiteren setzt die Partei darauf, dass die Verwaltungsvorschrift Kantine die Bio-Quote erhöhen wird. Zudem möchten die Christdemokraten das Bio-Zeichen Baden-Württemberg sichtbarer und bekannter machen. Die SPD spricht sich für eine deutliche Hervorhebung von Bio-Produkten als pestizidfrei und tiergerecht aus und fordert eine klare Kommunikation in den Kampagnen. Die FDP möchte das Qualitätszeichen Baden-Württemberg und das Biozeichen Baden-Württemberg weiterentwickeln. Marktbezogene Beratungs- und Unterstützungsangebote, so betonen die Liberalen, sollten gleichermaßen für regionale ökologische und konventionelle Produkte gelten.
Neugierig geworden? Die ausführlichen Stellungnahmen der Parteien zu diesen und weiteren Themen wie Umbau der Tierhaltung, Reduzierung des Flächenverbrauchs und gentechnikfreien Lebensmitteln sind jetzt auf der AÖL-Homepage veröffentlicht – ein Wahl-O-Mat für ökologisch interessierte Wählerinnen und Wähler.
Bildunterschrift: Regional und bio – Kartoffeln mit dem Biozeichen Baden-Württemberg.
Credit: MBW
Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucherschaft befördert sie die Belange der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft aktiv. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher heraus.
Kontakt: Christoph Zimmer, Geschäftsführer, info@aoel-bw.de
– Belegexemplar erbeten –
Hier finden Sie die Originale der Antworten jeder Partei:
