Existenzbedrohende Rekordhitze und Dürre: AÖL fordert von Landwirtschaftsministerin Gentges schnelle Nothilfe zur Sicherung der bäuerlichen Betriebe
Esslingen, 11. August 2026. Die aktuelle Rekordhitze und extreme Trockenheit bringen die Landwirtschaft zunehmend in eine existenzbedrohende Lage. Ein Blick auf den aktuellen Dürremonitor verdeutlicht den Ernst der Situation: Die extremen Wetterbedingungen gefährden die Ernte und die Futterversorgung massiv. Vor diesem Hintergrund richtet die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AÖL) einen dringenden Appell an Landwirtschaftsministerin Marion Gentges, sofortige und unbürokratische Sicherungsmaßnahmen für die bäuerlichen Betriebe einzuleiten.
Die gegenwärtige Krise trifft alle Landbewirtschaftungsformen – in vielen Regionen ist dies für die Bauern eine existenzielle Bedrohung. Dennoch sind Bio-Betriebe aufgrund ihrer stark limitierten Zukaufsmöglichkeiten auf dem Futtermittelmarkt in besonderem Maße betroffen. Gleichzeitig stehen auch Sonderkulturbetriebe, die einen hohen Beregnungsbedarf aufweisen, vor kaum bewältigbaren Herausforderungen.
Dabei muss deutlich betont werden: Die Ursachen für diese dramatische Lage liegen gänzlich im Außen. Die Auswirkungen des fortschreitenden Klimawandels und extremer Wetterphänomene treffen die Höfe mit voller Härte, und dies trotz der umfassenden und vorausschauenden Risikovorsorge, die die Bäuerinnen und Bauern bereits getroffen haben.
„Unsere Betriebe brauchen in dieser Krise Solidarität und wirksame Unterstützung. Kurzfristig müssen die formalen und rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, möglichst alle futtertauglichen Aufwüchse zu nutzen. Daneben sind finanzielle Unterstützungen zur Kompensation von Mehrkosten für Futterbeschaffung und Futtertransport sowie Hilfen zur Liquidität unumgänglich.“
– Marcus Arzt, Vorsitzender der AÖL
Um das Überleben der landwirtschaftlichen Betriebe jetzt zu sichern, fordert die AÖL von Landwirtschaftsministerin Gentges die sofortige Einrichtung und Umsetzung von Akuthilfen, die sowohl formal-rechtliche Freiräume als auch direkte finanzielle Kompensationen umfassen. Dies könnten sein:
- Sicherung der Liquidität: Schnelle finanzielle Entlastung der Höfe wie z.B. durch vorgezogene Auszahlungen der FAKT-Fördermittel sowie die Bereitstellung zinsloser Darlehen.
- Aussetzung von FAKT-Verpflichtungen um Futtergewinnung zu ermöglichen: Die Nutzung von bisher nicht zur Futtergewinnung vorgesehenen Aufwüchsen und Zwischenfrüchten muss umgehend und ohne rechtliche oder fördertechnische Nachteile für die Betriebe ermöglicht werden.
- Finanzielle Unterstützung der Futterbeschaffung: Es müssen direkte Zuschüsse für den dringend notwendigen Zukauf von Futtermitteln gezahlt werden.
- Transportkostenzuschüsse: Die Politik muss Unterstützung beim Einkauf und beim Transport von Raufutter auch über weitere Entfernungen hinweg gewährleisten. Zu prüfen ist auch, ob vorhandene staatliche Logistik wie z.B. die der Bundeswehr genutzt werden kann.
Neben diesen zwingend erforderlichen Sofortmaßnahmen weist die AÖL nachdrücklich auf die ebenso wichtige langfristige Unterstützung bei der Anpassung des gesamten Agrarsektors hin. Um die Betriebe zukunftsfähig aufzustellen, müssen verstärkt Maßnahmen zum Aufbau von Klimaresilienz, von intelligenten Wassernutzungskonzepten (wie z.B. der Bau von Brunnen, Speichern, moderner Bewässerung) sowie die Entwicklung angepasster, resilienter Anbausysteme strategisch gefördert werden.
Die AÖL erwartet von Landwirtschaftsministerin Marion Gentges nun ein schnelles, sachbezogenes und zielgerichtetes Handeln, um einen unwiderruflichen Strukturbruch in der heimischen Landwirtschaft abzuwenden.

Bildunterschrift: Von links: Ministerin Marion Gentges im Gespräch mit AÖL-Vorsitzendem Marcus Arzt und Landwirt Matthias Völk (ganz rechts) zur Trockenheitssituation.
Credit: AÖL
Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucherschaft befördert sie die Belange der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft aktiv. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher heraus.
Kontakt: Christoph Zimmer, Geschäftsführung, info@aoel-bw.de
– Belegexemplar erbeten –
