Politischer Rückenwind fürs Bio-Musterländle
Landwirtschaftsminister Peter Hauk und AÖL tauschen sich aus

Esslingen am Neckar, 12.11. Am Freitag, 7.11.2020 traf sich Peter Hauk MdL, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, mit Vertretern der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau e.V. (AÖL) in Schefflenz. Hintergrund war das im Sommer dieses Jahres beschlossene Biodiversitätsstärkungsgesetz sowie der weiterentwickelte Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“. Auf Basis des Gesetzes wie des Aktionsplans strebt die Landesregierung an, den Anteil ökologischer Erzeugung auf 30 bis 40 Prozent bis zum Jahr 2030 auszuweiten.  Gemeinsam mit dem Minister wollte die AÖL als Sektorvertretung einen Blick auf die Sektorentwicklung werfen.

Minister Peter Hauk machte beim Gespräch deutlich: „Die Situation der letzten Wochen und Monate hat mehr Menschen dazu gebracht, wieder selbst zu Hause zu kochen – und dabei den Blick auch auf die Herkunft und Herstellungsweise der verwendeten Lebensmittel gelenkt. Produkten des ökologischen Landbaus wurde dabei – nach bisher vorliegenden Marktinformationen – eine enorme Nachfrage zuteil. Diese Vermarktungschance gilt es im Interesse unserer heimischen Landwirtschaft zu nutzen. Als Landesregierung haben wir uns zum Ziel gesetzt, den ökologischen Landbau weiter zu stärken. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es entscheidend, dass wir mit den Sektorvertretern weiterhin konstruktiv zusammenarbeiten“, so Minister Hauk, der sich bei der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau für deren Engagement zum Sektorausbau bedankte. Hauk verwies auf eine derzeit laufende Öko-Marktstudie, deren Ergebnisse zu Beginn des kommenden Jahres vorliegen werden. Man wolle die darin vorgeschlagenen Maßnahmen mutig nutzen, um insbesondere den Markt für heimische Öko-Erzeugnisse weiter zu stimulieren –  und so den Absatz für noch mehr ökologisch erzeugte Lebensmittel aus der Region sichern. „Um das Bewusstsein für Bio aus Baden-Württemberg zu stärken, haben wir im Rahmen der Kampagne ‚Wir versorgen unser Land‘ auch eine eigene Bio-Linie eingerichtet, die auf positive Resonanz stößt“, so der Minister.

Die kooperative Zusammenarbeit mit der Landesregierung begrüßte auch Dr. Christian Eichert als Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau: „Der Weg hin zum nun beschlossenen Biodiversitätsstärkungsgesetz hat gezeigt, dass wir als Ökosektor eine wichtige Scharnierfunktion einnehmen. So liegt unseren Erzeugerinnen und Erzeugern nicht nur ein Wirtschaften nach umweltgerechten Methoden, sondern auch die Herstellung hochwertiger und schmackhafter regionaler Lebensmittel am Herzen. Viele Bäuerinnen und Bauern stellen derzeit ihre Höfe auf Bio-Bewirtschaftung um. Damit der Absatz dieser zusätzlichen Produkte gelingt, braucht es kluge und schlagkräftige Vermarktungskonzepte. Ziel ist ein am Markt erfolgreiches Wirtschaften in Einklang mit einer Bewahrung der Schöpfung.“

AÖL-Vorsitzender Hans Bartelme ergänzt: „Wir begrüßen das verbindliche Bekenntnis der Landesregierung zu zusätzlichen Maßnahmen und Mitteln, um Baden-Württemberg flächenhaft zum Bio-Musterländle zu machen. Die vor kurzem erfolgte Weiterentwicklung des Aktionsplans „Bio aus Baden-Württemberg“ verdeutlicht, dass es die Landesregierung ernst meint mit dem Prinzip „öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“, so Bartelme. Der Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“ ist integraler Bestandteil des im Sommer 2020 durch die Landesregierung verabschiedeten Biodiversitätsstärkungsgesetzes – und Taktgeber für den Ausbau des Anteils der ökologischen Landwirtschaft auf 30 bis 40 Prozent bis ins Jahr 2030.

AÖL-Vorstand Marcus Arzt ergänzt: „Es ist ein überaus positives Signal, dass uns das Land bei der Ausweitung des Öko-Anteils tatkräftig unterstützt – und gemeinsam mit uns nach Möglichkeiten sucht, mehr heimische Ökoprodukte an die Frau und an den Mann zu bringen. Wenn wir diesen guten gemeinsamen Weg weiter fortsetzen, ist uns nicht bange damit, das hochgesteckte Ziel 30 bis 40 Prozent ökologischer Landbau bis 2030 auch zu erreichen“.

Dem stimmte auch Minister Hauk zu, der abschließend festhielt: „Der Weg, mit dem wir unsere Ziele erreichen wollen, könnte auf Bundesebene ein Vorbild für integrierte Lösungsansätze sein. Ich schlage dem Bund vor, unserem Beispiel zu folgen, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen und nach handlungsorientierten Lösungen zu suchen, die für erwünschte Entwicklungen sorgen – hier für mehr Biodiversität und mehr Ökolandbau.  Ge- und Verbote grenzen ab, was nicht sein soll und darf. Gemeinsame Lösungsansätze und Vereinbarungen sorgen für tragfähige Entwicklungen der Zukunft.“

Zum Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“: Im Jahr 2012 hat die baden-württembergische Landesregierung den Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“ mit den expliziten Zielen aufgelegt, die Umstellung und Beibehaltung des ökologischen Landbaus, den Wissenstransfer in Bildung und Beratung zum ökologischen Landbau sowie die Forschung an den landwirtschaftlichen Landesanstalten zu Fragestellungen des ökologischen Landbaus zu fördern. Weiterhin bekannte sich die Landesregierung seinerzeit dazu, die Rahmenbedingungen für ökologisch wirtschaftende Betriebe zu verbessern und den Neueinstieg in die Öko-Bewirtschaftung zu erleichtern und konkrete Maßnahmen zur Vermarktung regional erzeugter Bio-Produkte zu unterstützen.

Zum Biodiversitätsstärkungsgesetz: Mit der Verabschiedung des Biodiversitäts-stärkungsgesetzes hat die Landesregierung kurz vor der Sommerpause eine Ausweitung des ökologischen Landbaus auf 30 bis 40 Prozent bis zum Jahr 2030 beschlossen. Das Gesetzesvorhaben gilt als bundesweit einmalig und in Sachen Stärkung des ökologischen Landbaus und Erhalt der Biodiversität als bundesweit ehrgeizigstes Vorhaben. Grundlage für die Novellierung dieser Gesetze ist das Ende Oktober 2019 vom Kabinett beschlossene Eckpunktepapier zum Volksbegehren Artenschutz.

 

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucher befördert sie die Belange der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft durch ein aktives Tun. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse des Verbrauchers als Konsument wie als Steuerzahler heraus.

Ansprechpartnerin für Presseanfragen: Xenia Milosavljevic, Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V. (AÖL e.V.), c/o Bioland Landesverband Baden-Württemberg e.V., Schelztorstr. 49, 73728 Esslingen, T. +49 711 550939-19, M. +49 151 17127729, E-Mail: xenia.milosavljevic@aoel-bw.de