Landesregierung macht Weg zum Ausbau des Bio-Musterländle Baden-Württemberg frei

Esslingen, 7. Juli 2020. Als Vertretung der heimischen Bio-Bauern begrüßt die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau den heute von der grün-schwarzen Landesregierung auf den Weg gebrachten weiterentwickelten Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“. Der Aktionsplan hat zum Ziel, die Rahmenbedingungen für bereits ökologisch wirtschaftende Betriebe zu verbessern und den Neueinstieg in den ökologischen Landbau beziehungsweise die ökologische Lebensmittelwirtschaft zu erleichtern.

Die Weiterentwicklung des Plans wurde im Koalitionsvertrag zugesagt – der Aktionsplan wurde darüber hinaus erstmalig mit Finanzmitteln unterfüttert. Im Rahmen des Doppelhaushaltes 2020/21 stehen strukturelle Mittel in Höhe von jährlich 4,5 Mio. Euro für die Maßnahmen des Aktionsplans bereit.

Dazu Marcus Arzt, einer der beiden Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg: „Wir begrüßen das verbindliche Bekenntnis der Landesregierung zu zusätzlichen Maßnahmen und Mitteln, um Baden-Württemberg flächenhaft zum Bio-Musterländle zu machen. Durch die gezielte Weiterentwicklung vorhandener Förderprogramme nach dem Prinzip „öffentliches Geld für öffentliche Leistung“ unterstützt das Land unsere Bio-Betriebe und Unternehmen“, so Arzt.

„Auch der Ausbau von Bildungsangeboten für den ökologischen Landbau als integraler Bestandteil der Bildungspläne des Landes, die Fortbildung von Lehrkräften im ökologischen Landbau und der Ausbau des Netzwerks von Bio-Demonstrationsbetrieben sind zentrale Bausteine, um die ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft in Baden-Württemberg zum Wohle der Umwelt und der nachfolgenden Generationen nachhaltig zu stärken“, so AÖL-Vorsitzender Hans Bartelme.

„Regionales Bio in der Außer-Haus-Verpflegung und ein Projekt zu mehr Bio im Lebensmittelhandwerk bilden zurecht Schwerpunkte des Aktionsplans: In diesen Marktsegmenten gibt es große Potenziale, die es zu nutzen gilt. Dafür ist es wichtig, dass die im Aktionsplan festgeschriebene Ausschreibung einer Öko-Markt- und Nachfrageanalyse nicht nur Handlungsempfehlungen gibt, sondern dass diese Empfehlungen von der Landesregierung richtungsweisend aufgegriffen werden“, so Dr. Christian Eichert, AÖL-Geschäftsführer.

Er ergänzt: „Der Aktionsplan Bio ist integraler Bestandteil zur Umsetzung des Ausbaus des Anteils der ökologischen Landwirtschaft auf 30 bis 40 Prozent bis ins Jahr 2030 – so wie im Dezember 2019 beschlossenen Eckpunktepapier der Landesregierung festgeschrieben. Der breite Zuspruch der Bevölkerung für das Volksbegehren Artenschutz zeigt nicht zuletzt den Wunsch der Menschen nach einer Ausweitung des ökologischen Landbaus und nach mehr heimischem Qualitäts-Bio. Uns freut sehr, dass die Landesregierung diesem Wunsch der Bevölkerung mit der nun beschlossenen Weiterentwicklung des Aktionsplans konkrete Handlungen folgen lässt.“

Auf dem Weg hin zu 30 bis 40 Prozent Bio bis zum Jahr 2030 hält die AÖL neben einer engen Einbindung des Sektors eine jährliche Zwischenbewertung des Erreichten für unablässig. Als Sektorvertretung sichere man der Landesregierung zu, die vorgelegten Maßnahmen und Projekte tatkräftig und konstruktiv mit zu begleiten – und somit den Umbau der Land- und Lebensmittelwirtschaft im Lande aktiv mit zu gestalten.

Zum Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“: Im Jahr 2012 hat die baden-württembergische Landesregierung den Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“ mit den expliziten Zielen aufgelegt, die Umstellung und Beibehaltung des ökologischen Landbaus, den Wissenstransfer in Bildung und Beratung zum ökologischen Landbau sowie die Forschung an den landwirtschaftlichen Landesanstalten zu Fragestellungen des ökologischen Landbaus zu fördern. Weiterhin bekannte sich die Landesregierung seinerzeit dazu, die Rahmenbedingungen für ökologisch wirtschaftende Betriebe zu verbessern und den Neueinstieg in die Öko-Bewirtschaftung zu erleichtern und konkrete Maßnahmen zur Vermarktung regional erzeugter Bio-Produkte zu unterstützen.

Zur AÖL: Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet die AÖL aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Land mit. Als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucher befördert sie die Belange der Ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft durch ein aktives Tun. Gemeinsam mit staatlichen Einrichtungen und anderen berufsständigen Organisationen arbeitet sie die gesellschaftlich erwünschten Stärken von ökologisch erzeugten und verarbeiteten Produkten – im Besonderen von heimischer Öko-Verbandsware – im Interesse des Verbrauchers als Konsument wie als Steuerzahler heraus.

Hier finden Sie die Pressemitteilung als PDF zum Download.

Ansprechpartner für Presseanfragen: Dr. Christian Eichert, Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg e.V. (AÖL e.V.), c/o Bioland Landesverband Baden-Württemberg e.V., Schelztorstr. 49, 73728 Esslingen, T. +49 711 550939-45, M. +49 160 7406015, E-Mail: christian.eichert@aoel-bw.de