Ergebnisse des heute vorgestellten Ökomonitoring-Berichts stellen gesundheitliche Vorteile einer ökologisch ausgerichteten Ernährung erneut eindrücklich unter Beweis. Diese unter Gesundheitsaspekten sehr erfreulichen Vorteile können jedoch nicht als allgemeingültiger Maßstab für die Bewertung der ökologischen Nahrungsmittelerzeugung angesetzt werden.
Stuttgart, 19.06.2015. Im Rahmen der heutigen Landespressekonferenz präsentierte Verbraucherminister Alexander Bonde den Ökomonitoring-Bericht 2014. Mit dieser jährlich erscheinenden Untersuchung lassen sich auch in diesem Jahr eindrücklich die gesundheitlichen Vorteile einer ökologisch ausgerichteten Ernährung unter Beweis stellen.

„Die Ergebnisse des heute vorgestellten Ökomonitorings machen erneut deutlich, dass die momentan statt findende verbrauchergetriebene Ausweitung des Ökolandbaus einem Gewinn an Lebensmittelqualität, Verbrauchergesundheit und Umweltschutz gleichkommt“ so Dr. Christian Eichert, kommissarischer Vorsitzender der AÖL. Die diesjährigen Schwerpunktuntersuchungen ergaben unter anderem für ökologisch erzeugte Schaf- und Ziegenmilch den Nachweis

einer fast vollständigen Rückstandsfreiheit. Generell bestätigt wurde die Tatsache eines signifikanten Qualitätsunterschieds bei allen pflanzlichen Rohwaren und Verarbeitungsprodukten wie Öko-Obst und -Gemüse. Den Untersuchungen nach unterscheidet sich die mittlere Pestizidbelastung beispielsweise bei Gemüse zwischen ökologischer und konventioneller Erzeugung um den Faktor 1 zu 320.

Eichert verweist weiterhin darauf, dass auch die internen Qualitätssicherungsmaßnahmen der Öko-Branche zu vergleichbaren Ergebnissen kommen. Eine laufend fundierte Erhebung der ökologischen Unbedenklichkeit böte beispielsweise das Rückstandsmonitoring des Bundesverbandes Naturkost Naturwaren (BNN).

Dennoch setzt Eichert die sehr erfreulichen Ergebnisse in Kontext zur Logik der Öko-Produktion auf baden-württembergischen Äckern, Feldern und in den Ställen: „Öko-Lebensmittel werden hier wie im Rest der Welt im unmittelbaren Umfeld einer konventionell geprägten Landbewirtschaftung produziert. Abdrift von diesen Nachbarflächen lässt sich insbesondere im kleinteiligen Realteilungsgebiet für unsere Erzeuger nicht ausschließen.“

Im Zuge einer jährlich festgesetzten Regelkontrolle ergänzt um unangekündigte Stichprobenkontrollen werden ökologisch wirtschaftende Erzeuger und Verarbeitungsunternehmen – in der Logik der jahrzehntelang verfeinerten Prozesskontrolle – engmaschig und unabhängig überprüft. Dieses Sicherungssystem gilt EU-weit als das strengste innerhalb des Lebensmittelsektors. Nach dieser Logik können Rückstandsuntersuchungen wie die des Ökomonitorings zwar hilfreiche Hinweise zu möglichen Problemen liefern - der ökologische Nutzen kann jedoch niemals ausschließlich über Analysewerte im Endprodukt festgesetzt werden. Insbesondere in der laufenden Debatte um eine mögliche Neufassung der europäischen Basisverordnung – der EU-Öko-Verordnung – sehen die Verbände des Ökologischen Landbaus die drohende Gefahr einer Abkehr von dieser Logik. Seit Monaten wehrt sich die Branche gegen eine Verabschiedung des aus ihrer Sicht fehlerbehaften Gesetzentwurfs, der durch eine Umkehrung des Verursacherprinzips zu Lasten auch von ökologisch einwandfrei produzierenden Öko-Bäuerinnen und –Bauern gehen würde.

„Für uns ist daher auch in diesem Jahr die Kernbotschaft des Monitoringberichts, dass der Prozessansatz, nach welchem Öko-Erzeuger und –Verarbeiter hochwertige und rückstandsfreie Produkte erzeugen, bestens funktioniert. Ein Grenzwert unterhalb der Mindestrückstandsmenge käme dabei einer

Verbrauchertäuschung gleich. Wer weiterhin die Rückstandsfreiheit in Lebensmitteln fördern will sollte den Ökologischen Landbau unterstützen und nicht wie es derzeit durch die Europäische Kommission in Brüssel geplant wird bestrafen“, so Eichert abschließend.

 

Presse-Ansprechpartner: Dr. Christian Eichert, Tel.: +49-160-7406015