Author: Manuel Uez

 

Esslingen, 15.06.2015. In seiner morgigen Sitzung wird der europäische Agrarrat den vorliegenden Neuentwurf der EU-Öko-Verordnung beraten. Die AÖL wendet sich aus diesem Anlass mit großer Sorge und Nachdruck an Bundesminister Christian Schmidt: „Als Vertreter des Stammlands des Ökologischen Landbaus fordern wir Sie auf, Herr Bundesminister Schmidt, den drohenden Genickbruch für den Ökologischen Landbau zu verhindern und alle derzeit zur Diskussion stehenden faulen Kompromisse beim heutigen Agrarratstreffen unmissverständlich abzuweisen“, so Dr. Christian Eichert als kommissarischer Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau.

Auch wenn sich die Bundesregierung in den letzten Wochen und Monaten für eine Verbesserung des nun zur Debatte vorliegenden Entwurfs eingesetzt hat birgt der Entwurf noch immer massive Lücken, die den Sektor um Jahrzehnte zurückwerfen würde. So sind beispielsweise die Überlegungen zu spezifischen Grenzwerte und das ausformulierte Importregime weiterhin lückenhaft und eine Beschlussfassung folglich inakzeptabel. Sollte der Agrarrat der Einführung von

Sondergrenzwerten für Bio-Bauern stattgeben, würde dies in die Einbahnstraße führen: Bio-Bauern würden nach dieser Logik für den Pestizideinsatz ihrer Nachbarn zur Verantwortung gezogen.

Ebenso inakzeptabel ist für die AÖL eine Abkehr von jährlich verpflichtenden Kontrollen für ökologisch wirtschaftende Erzeuger und Verarbeitungsunternehmen, da diese Logik die Grundlage des aufgebauten Verbrauchervertrauens und damit die entscheidende Sicherheitsgarantie für ökologisch erzeugte Produkte bildet.

Als ebenso fatal bewertet Eichert die vorgeschlagenen Importregeln: „Die Importregeln führen dazu, dass Bio-Produzenten aus Entwicklungsländern ihren Markzugang nach Europa verlieren. Es kann doch nicht die Absicht der EU-Agrarminister sein, dass etwa Erzeugerkooperativen aus Uruguay ihre Bio-Ananas und ihren Bio-Kaffee nicht mehr nach Europa liefern können.“

„Um den Genickbruch für den Ökologischen Landbau zu verhindern muss sich Minister Schmidt mit aller Vehemenz gegen den Vorschlag stemmen und auf eine Fortsetzung der Verhandlungen drängen“, so Eichert abschließend.

Hintergrund

Am 16. Juni wollen die EU-Agrarminister in Luxemburg ihre Position zur neuen EU-Öko-Verordnung abstimmen. Sie nehmen damit Stellung zum Vorschlag der EU-Kommission vom März 2014. Parallel zu den Verhandlungen im EU-Agrarrat berät das EU-Parlament seine Position. Avisiert ist, dass im Herbst 2015 EU-Rat, -Parlament und –Kommission das neue Bio-Recht im Trilog aushandeln. Die EU-Kommission hatte im vergangenen Winter angekündigt, das Gesetzgebungsverfahren zu stoppen, sollte es bis zum Sommer 2015 keine Einigung an den entscheidenden Stellen geben.

Die AÖL ist die gemeinsame Vertretung der ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg. In dieser Funktion gestaltet sie aktiv die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in Baden-Württemberg. Sie vertritt derzeit (1.1.2014) rund 2.150 Erzeugerbetriebe im Land.

Presse-Ansprechpartner: Dr. Christian Eichert, Tel.: +49-160-7406015

Erfahren Sie die bunte Vielfalt des Südwestens am 16. Mai 2015 beim Öko-Aktionstag auf dem Kartoffelmarkt in Freiburg: Von 10 bis 17 Uhr laden Erzeugerinnen und Erzeuger, Hersteller und Vermarkter von Bio-Lebensmitteln sowie Anbau-Verbände und Einrichtungen aus Baden-Württemberg mit Info-Ständen und einem bunten Programm zum Schmecken, Riechen, Erleben und Verweilen ein. Zudem gibt es anschauliche Informationen aus erster Hand zur ökologischen Landwirtschaft in Baden-Württemberg.

Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr in Stuttgart findet der Öko-Aktionstag 2015 in der Bio-Stadt Freiburg statt. Das diesjährige Motto lautet „Bunte Vielfalt aus dem Südwesten mit allen Sinnen erleben“. Der Öko-Aktionstag wird von der MBW Marketinggesellschaft Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit den Verbänden des Öko-Landbaus und mit Unterstützung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg organisiert.

Nach einem musikalischen Auftakt um 10 Uhr eröffnen um 10.45 Uhr Alexander Bonde, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz und die Freiburger Bürgermeisterin Gerda Stuchlik den Öko-Aktionstag offiziell.

Im Programm auf der Bühne erfahren die Besucherinnen und Besucher Aktuelles über den Öko-Landbau und die Verarbeitung ökologischer Lebensmittel. Einige Höhepunkte:

  • Mit frischen Lebensmitteln aus regionalem, ökologischem Anbau macht Bio-Spitzenkoch Jürgen Andruschkewitsch in seinen Koch-Shows Lust auf eine leichte, vegetarische Bio-Küche und diskutiert mit Geflügelhalter Martin Zapf über artgerechte Tierhaltung oder mit Inge-Lore Andres von der Regionalwert AG über nachhaltige Regionalwirtschaft.
  • „Mehr Bio im Ländle?“, fragt AÖL-Geschäftsführer Dr. Christian Eichert und gibt einen Überblick zur aktuellen Entwicklung von Bio im Südwesten. Die Arbeitsgemeinschaft ökologischer Landbau (AÖL) ist die gemeinsame Vertretung der ökologischenAnbauverbände in Baden-Württemberg und bringt sich aktiv bei der Gestaltung der politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ein.
  • Bio-Imker und -Bauer Christian Dreher macht seine bienengemäße Landwirtschaft mit allen Sinnen erfahrbar: Wie geht es den Bienen in der modernen Landwirtschaft? Welche Bedeutung hat die Biene für uns Menschen? Antworten erhalten die Besucher bei der Verkostungsaktion an der Bühne. Hier gibt es frischgebackenen Bio-Hefezopf und edlen Honig – natürlich mit Zutaten vom eigenen Bio-Betrieb.
  • Bei einer kleinen Bio-Weinprobe können die Besucher die jüngst prämierten „Besten Bio-Weine Baden-Württembergs“ kosten und erfahren von Winzern und Weinexperten alles über die Besonderheiten des ökologischen Weinbaus. Paulin Köpfer gibt Einblicke in Weinberg, Weinkeller und badische Weinkultur.
  • Der Verein Echinos aus Freiburg stellt sein Projekt „Kräuter, Krisen, Kräftetanken“ für Menschen in Krisensituation oder mit psychischer Erkrankung vor: Welchen Einfluss hat gärtnerische Arbeit auf Seele und Geist? Wie funktioniert soziale Landwirtschaft? Was macht der Bio-Gärtner anders? Das Team von Echinos informiert über das aktuelle Crowdfunding-Projekt, über Sortenvielfalt sowie Kräuteranbau und verkostet Produkte aus eigener Produktion.Alle Kinder können sich auf der Kinderspielstraße „BioPioniere“ austoben, wo sie selbst in die Rolle eines Bio-Landwirts schlüpfen können und viel über das Geschehen auf dem Feld und im Stall erfahren: Wie wird Bio-Butter hergestellt? Welches Bio-Getreide wächst auf dem Acker? Wie wird Bio-Mehl gemahlen? An verschiedenen Mitmach-Stationen finden die Kinder Antworten.Für einen stimmungsvollen Rahmen sorgt das Musiker-Duo Anselm Nadj und Steffen Münster.Weiteres entnehmen Sie bitte den Informationen (Aussteller-Broschüre, Bühnen-Aktions-programm) anbei.Mehr erfahren Sie auch unter: www.gemeinschaftsmarketing-bw.de sowie auf www.bio-aus-bw.deProgrammheft Ökoaktionstag 2015Bühnenprogramm Ökoaktionstag 2015

Martin Schäfer erhält Landesorden

Für sein Engagement und sein Wirken hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann dem Landwirt Martin Schäfer vom Michaelshof den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg verliehen. 

Als einer der Pioniere im ökologischen Landbau prägt er die Bio-Bewegung im Großraum Stuttgart und weit darüber hinaus. Mit Herzblut und Sachverstand setzte und setzt er sich für Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft, Lebensmittel-Qualität, –die Züchtung von Ökosaatgut und eine natürliche Umwelt ein: Für sein Engagement und sein Wirken hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann dem Demeter-Landwirt Martin Schäfer vom Michaelshof in Echterdingen am 25. April 2015 den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg verliehen.

„Martin Schäfer hat seinen landwirtschaftlichen Betrieb in Echterdingen bereits 1973 auf die Biologisch-dynamische Wirtschaftsweise umgestellt, obwohl es seinerzeit noch keinerlei Förderung, geschweige denn einen etablierten Markt für Ökoprodukte gab. Außerdem engagierte Schäfer sich zeitlebens für die Themen Regionalität, Qualität, Tierschutz, Umwelt und Nachhaltigkeit. Diese Ziele verfolgte er in verantwortungsvoller Position auf verschiedenen Ebenen“, so heißt es in der Laudatio auf Martin Schäfer, die Ministerpräsident Kretschmann am 25. April 2015 im Rahmen einer Feierstunde hielt.
Als Demeter-Landwirt und langjähriger Vorstand von Demeter Baden-Württemberg e.V. habe er über 27 Jahre die Verbandspolitik geprägt. Hier habe er als Bindeglied zwischen Politik, Markt und Verbraucher gewirkt und die Vorteile von ökologisch erzeugten, heimischen Produkten in den Vordergrund gestellt.

„Das lebendige Gemeinwesen, aber auch die Vielfalt und Buntheit Baden-Württembergs seien ohne den selbstlosen und vorbildlichen Einsatz dieser Menschen undenkbar, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann anlässlich der Ordensverleihung im Schloss Mannheim.

Würdigung auch aus den eigenen Reihen

Zu dem feierlichen Festakt im Neuen Schloss in Mannheim war auch Johannes Ell-Schnurr (AÖL/Demeter Baden-Württemberg). „Wir freuen uns sehr, dass unser langjähriger Verbandsvorstand und Freund Martin Schäfer diesen Verdienstorden bekommt. Es bedeutet neben der Wertschätzung seiner starken Persönlichkeit auch die Würdigung seines Einsatzes für den ökologischen Landbau im Allgemeinen und im Zusammenhang mit seiner politischen Arbeit für die ökologischen Anbauverbände in Baden-Württemberg.

Martin Schäfer und seine Verdienste

Demeter-Landwirt Martin Schäfer gehört zu den Wegbereitern des ökologischen Landbaus in Baden-Württemberg. Bereits 1973 stellte er seinen Hof, den er vorrangig mit Gemüseanbau und Tierhaltung betreibt, auf die Biologisch-dynamische Wirtschaftsweise um. Dank seines breiten fachlichen Wissens und seiner realitätsnahen anthroposophischen Überzeugungen wird sein Rat gerne und häufig angenommen – und das nicht nur unter Demeter-Kollegen: Stets brachte er sich auch im Bauernverband ein, pflegte immer einen guten Kontakt zu seinen konventionell anbauenden Kollegen, die ihn und seine Arbeit anerkennend schätzen.

Langjähriger AÖL-Vorstand

Auch die Gründung und der Aufbau der Arbeitsgemeinschaft ökologischer Landbau Baden-Württemberg e. V. (AÖL) gehören zu seinen großen Verdiensten. Als geschäftsführender Vorstand hat er die Verbandspolitik mehr als 15 Jahre mitgeprägt. Viele Jahre kämpfte er mit der Schutzgemeinschaft Filder für gesellschaftspolitische Aspekte und den Erhalt der Filderlandschaft. Obwohl er letztlich im Zuge der Erweiterung des Flughafens und des Messebaus viel Ackerfläche verloren hat, ist er seinem Heimatort treu geblieben.

Verdienstorden für 25 verdiente Persönlichkeiten

Gemeinsam mit Martin Schäfer erhielten insgesamt 25 Personen den „Landesorden“, der die höchste Auszeichnung des Bundeslands darstellt. Er wird verliehen für herausragende Verdienste um das Land Baden-Württemberg – im sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Bereich. „In dem, was sie tun, schon erreicht haben und hoffentlich noch erreichen werden, sind die heute Geehrten Vorbilder für viele andere Bürgerinnen und Bürger in unserem Land“, so

Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei der Verleihung des Verdienstordens des Landes Baden-Württemberg.

Bildquelle: „Staatsministerium Baden-Württemberg“


Organisationen der Bio-Branche rufen mit „Nürnberger Erklärung“ den EUAgrarkommissar Phil Hogan dazu auf, die Kommissionsvorschläge zu einer Totalrevision der EU-Öko-Verordnung zurückzuziehen.

Die europäischen Bürger wollen mehr Bio. Dazu brauchen wir mehr Bio-Bauern und Bio-Verarbeiter, die Bio-Produkte erzeugen. Doch statt diese Entwicklung zu unterstützen, hat die EU-Kommission im März letzten Jahres eine Totalrevision der EU-Öko-Verordnung vorgelegt, die den bisherigen Ökolandbau und die Bio-Lebensmittelwirtschaft in Europa massiv in Frage stellt. Europaweit werden dadurch Wachstum und Beschäftigung im Bio-Bereich gefährdet. Die Organisationen der Bio-Branche rufen daher gemeinsam mit ihren Unterstützern dazu auf: Herr Agrarkommissar Hogan, der Kommissions-Vorschlag zur Totalrevision der EU-Öko-Verordnung muss vom Tisch!

Esslingen, Nürnberg, 10. Februar 2015  Die EU-Kommission stellt selbst fest: Öko-Landbau und Bio-Lebensmittelwirtschaft in Europa würden durch die Totalrevision schrumpfen. „Bio-Lebensmittel erfahren nicht nur in ihrem Stammland Baden-Württemberg sondern in ganz Europa zunehmenden Zuspruch bei den Verbrauchern“, erläutert der Geschäftsführer der AÖL Dr. Christian Eichert. „Um diesem anhaltenden

Verbraucherwunsch gerecht zu werden suchen wir Tag für Tag neue Betriebe, die nach den Richtlinien des Ökologischen Landbaus produzieren. Eine Umstellung auf Öko-Bewirtschaftung hat positive Auswirkungen auf eine saubere Trinkwasserqualität, auf die Artenvielfalt, auf den Klima- und Tierschutz. In vielen Ländern in Europa erfahren wir dafür Unterstützung. Jetzt droht die EU-Kommission diese positive Entwicklung mit einer Vollbremsung zu stoppen. Das müssen und wollen wir verhindern“, so Dr. Eichert heute in Nürnberg.

Die seitens der EU-Kommission vorgelegten Vorschläge zu einer Totalrevision der EU-Öko-Verordnung beinhalten eine Abkehr von der Prozesskontrolle, welche die vielfältigen gesellschaftlichen Leistungen des Ökolandbaus gewährleistet. Erst eine Kontrolle am Endprodukt soll das Produkt zum Bioprodukt machen. Erzeuger und Verarbeiter werden so einem völlig unkalkulierbaren Risiko ausgesetzt. Keine Investitionen und fehlende Umstellung auf Ökologischen Landbau sind die Folge. Die EU-Kommission plant nun die Ökobauern für nicht sachgemäßen Einsatz von Pestiziden und Herbiziden ihrer konventionellen Nachbarn verantwortlich und
haftbar zu machen. Anstatt generell die Rückstandshöchstmengen in der Landwirtschaft zu senken, gefährliche Fungizide, Herbizide und Pestizide zu verbieten und die gute fachliche Praxis zu verbessern, sollen Ökolandwirte nun für die Schäden anderer bezahlen. Also

diejenigen, die gefährliche Pestizide gar nicht anwenden. „So stellt man das Verursacherprinzip auf den Kopf“, so Dr. Eichert weiter.

Sollte es zur Umsetzung der vorgelegten Pläne kommen rechnet Dr. Eichert alleine für Baden-Württemberg mit einem Rückgang von gut einem Drittel der heute ökologisch vorbildlich bewirtschafteten Fläche. „Damit es nicht zum Genickbruch für die Ökologische Erzeugung in Europa kommt rufen wir die Landwirte, Unternehmen
und Partnerorganisationen auf sich klar für ein Nein zur Totalrevision der EU-Öko-Verordnung auszusprechen“ so Dr. Eichert abschließend.

Unterstützen Sie die Aktion und unterzeichnen Sie mit auf www.mehr-bio-in-europa.eu

Ihr Gesprächspartner für Hintergrundgespräche und Interviews ist:
Dr. Christian Eichert, Geschäftsführer AÖL Baden-Württemberg, Telefon: +49-160-7406015

AÖL, LTZ und Universität Hohenheim laden ein  zur

8. Wintertagung Ökologischer Landbau Baden-Württemberg

Dienstag, 24. Februar 2015
9.30-16.30 Uhr

Wachsende Märkte, stagnierende Produktion: Wie lassen sich mehr Betriebe für den ökologischen Landbau gewinnen?

WinetrtagungLTZ

Seit Jahren boomt die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Lebensmitteln in Deutschland − die heimische Produktion hinkt jedoch hinterher. Die regionale Erzeugung reicht nicht aus, um die wachsende Nachfrage zu bedienen. Mag man im Milchsektor noch Schritt halten − für die Erzeugung von Fleisch, Gemüse, Obst und Getreide gibt es zu wenige Betriebe, die auf eine ökologische Wirtschaftsweise umstellen. Der Handel versorgt sich zunehmend mit Importware. Angesichts des wachsenden Interesses von Verbraucherinnen und Verbrauchern an regionalen Produkten besteht für den ökologischen Landbaus die Gefahr, ins Hintertreffen zu geraten. Doch wie lässt sich die Umstellungsdynamik vor Ort ankurbeln? Nach einer genaueren Betrachtung der aktuellen Trends und einer Analyse der Einflussfaktoren sollen uns die Berichte aus der Beratungspraxis und innovative Ansätze aus benachbarten Bundesländern Antworten auf diese Frage geben.

Programm zum Download

Veranstaltungsort: LTZ Augustenberg, Neßlerstr. 25, 76227 Karlsruhe

Baden-Württembergs Bio-Anbau bedroht  – EU-Kommission nimmt massiven Flächenrückgang in Kauf

Aus Baden-Württemberg gingen in den letzten Jahrzehnten viele wichtige Impulse für den Sektor Ökologischer Landbau hervor. Daher gilt der Südwesten Deutschlands vielfach als „Stammland des Ökologischen Landbaus“.

Der Erfolg des Ökologischen Landbaus und des gesamten Sektors der ökologischen Lebensmittelwirtschaft beruht zu einem wesentlichen Teil auf einem prozessorientierten System der Qualitätssicherung und der Definition von Richtlinien entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Acker bzw. der Wiese bis auf den Teller. Hierbei werden für jeden Schritt der Produktion Regeln festgelegt, an die sich ökologisch produzierende Erzeuger und Verarbeiter halten müssen.

Die EU-Kommission plant nun die Ökobauern für nicht sachgemäßen Einsatz von Pestiziden und Herbiziden ihrer konventionellen Nachbarn verantwortlich und haftbar zu machen. Anstatt generell die Rückstandshöchstmengen in der Landwirtschaft zu senken, gefährliche Pestizide zu verbieten und die gute fachliche Praxis zu verbessern, sollen Ökolandwirte nun bezahlen. Also diejenigen, die gefährliche Pestizide gar nicht anwenden. „So stellt man das Verursacherprinzip auf den Kopf“, sagt Dr. Christian Eichert, Geschäftsführer der AÖL.

Weiterlesen: EU-Kommission konzipiert derzeit den Genickbruch für den Ökolandbau

Aktionsbündnis Gentechnikfreie Landwirtschaft verabschiedet „Stuttgarter Erklärung zur Agro-Gentechnik“

Das Aktionsbündnis Gentechnikfreie Landwirtschaft in Baden-Württemberg hat am 29. November 2014 anlässlich der Tagung „Gentechnikfreie Landwirtschaft in Baden-Württemberg sichern!“ die „Stuttgarter Erklärung zur Agro-Gentechnik“ verabschiedet. An der Tagung, die in der Jugendherberge Stuttgart stattfand, hatten rund 50 Personen teilgenommen.“

„Im Koalitionsvertrag hat die grün-rote Landesregierung erklärt, Baden-Württemberg müsse völlig gentechnikfrei bleiben. Seither hat sie einiges getan, um dieses Ziel zu erreichen“, so Gottfried May-Stürmer vom BUND und einer der drei Sprecher des Bündnisses. Das Aktionsbündnis hebt zu Beginn seiner Erklärung die bereits umgesetzten Maßnahmen zum Schutz der gentechnikfreien Landwirtschaft – wie beispielsweise das Anbauverbot gentechnisch veränderter Pflanzen auf landeseigenen Flächen – wohlwollend hervor. „Als Bündnis begrüßen wir diese Ansatzpunkte – dennoch gibt es noch viel zu tun, um dem klaren Verbraucherwunsch nach umfassender Gentechnikfreiheit gerecht zu werden“, so May-Stürmer weiter.

Ein zentraler Punkt der „Stuttgarter Erklärung“ ist der Einsatz von gentechnisch veränderten Futtermitteln. „Obwohl gentechnikfreie Futtermittel in ausreichender Menge vorhanden sind, obwohl Öko-Bauern zeigen, dass die Produktion von Fleisch, Milch und Eiern ohne gentechnisch veränderte Futtermittel möglich ist, werden immer noch große Mengen an gentechnisch verändertem Soja importiert und an unsere Nutztiere verfüttert“ erläutert Dr. Christian Eichert, Geschäftsführer bei Bioland und ebenfalls Sprecher des Bündnisses. „Nicht einmal das Qualitätszeichen Baden-Württemberg garantiert Gentechnikfreiheit“, moniert eine Teilnehmerin der Tagung kritisch.In der Konsequenz fordert das Bündnis die Landesregierung auf, die Gentechnikfreiheit im Qualitätszeichen Baden-Württemberg über alle Produktsparten hinweg zeitnah einzuführen und vorzuschreiben.

Weiterlesen: Aktionsbündnis fordert Baden-Württemberg muss völlig gentechnikfrei bleiben

 

Aktuelle Statistik zur Anzahl der Betriebe und deren Fläche in Hektar. Stand 1. Januar 2014.

AÖL Statistik
Verband Anzahl Betriebe Fläche in Hektar
Ecovin 97 414
Ecoland 36 2.060
Naturland 165 7.168
Demeter 470 19.211
Bioland 1.382 51.147
2.150 80.000

Baden-Württembergs Öko-Anbauverbände und Beratungsdienste des Ökologischen Landbaus haben sich gestern am 30. September 2014 unter dem Namen „Öko-Beratung Baden-Württemberg e.V.“, kurz ÖBBW, zusammengeschlossen.

Unter dem Namen „Öko-Beratung Baden-Württemberg e.V.“ haben sich die im Lande tätigen Verbände und Beratungsdienste des Ökologischen Landbaus zu einer gemeinsamen Öko-Beratungsorganisation zusammengeschlossen. In der ÖBBW will die Branche künftig ihre bestehenden Kompetenzen bündeln und die Sicherstellung und Weiterentwicklung eines marktgerichteten Beratungsangebots mit dem Ziel einer Verbreitung des Ökologischen Landbaus garantieren.

Weiterlesen: Neue Öko-Beratung in Baden-Württemberg gegründet – Zusammenschluss der Anbauverbände und…

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit der MBW und der AÖL:

Bio – bunt und vielfältig aus Baden-Württemberg

Unter dem Motto „Bio – bunt und vielfältig aus Baden-Württemberg“ bietet das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft für Ökologischen Landbau (AÖL) und der MBW Marketing- und Absatzförderungsgesellschaft für Agrar- und Forstprodukte aus Baden-Württemberg mbH vom 3. bis 14. September ein buntes Programm rund um den Ökologischen Landbau.
Die Dauerausstellung, welche Informationen rund um den Ökologischen Landbau, einer Lounge mit Internetanbindung an das neue Landesportal der Landesregierung zum Ökolandbau, Verkostungen ökologisch erzeugter Produkte uvm. bietet, wird dabei von einem ebenso bunten, wie informativen Rahmenprogramm für kleine und große Besucherinnen und Besucher begleitet.

Das gesamte Veranstaltungsprogramm finden Sie hier